Füllwasser

  • Hallo zusammen,


    bei uns wird die Wärmepumpe mit Frischwasser nachgespeist, die Heizung ist seit einem Jahr in Betrieb. Ein Bekannter hat mich auf die VDI 2035 aufmerksam gemacht und dass drei Werte geprüft werden soll, bevor diese Art der Nachspeisung gemacht werden kann. Die zuständige Firma unseres GÜs war nach meiner Aufforderung da um das Füllwasser zu messen (el. Leitf. 420, pH-Wert 7,8, Härtegrad 18). Der Härtegrad liegt leider voll daneben, wir werden eine Enthärtungsanlage brauchen.


    Kann ich die Enthärtungsanlage als Mängelbeseitigung auf Kosten des GÜs (der es sich dann bei dem Heizungsbauer wiederholt) fordern? Letztendlich wurde komplett gegen die VDI 2035 verstoßen... keine Probe vor der Planung genommen, Anlage hingestellt und befüllt, keine Probe nach dem Befüllen genommen, keine Protokolle erstellt. Die Anlage ist so eigentlich nicht betriebsfähig... als Laie bin ich auch nicht verantwortlich für das Füllwasser, so ist es in der VDI 2035 geregelt


    Danke für eure Einschätzung!

  • Laienmeinung: Sicher ist keine Enthärtungsanlage geschuldet, sondern nur entsprechendes Füllwasser - Rest würde dann über Wartung laufen, wenn nachgefüllt werden muss.


    Beim Rest hast Du sicher recht, hast aber auch echt hohe Leitfähigkeit.


    Bei mir kam auch Leitungswasser rein, aber das entspricht den Bedingungen des Herstellers - zum Glück.

  • M.E. Ist außerdem der pH-wert zu niedrig. In Verbindung mit dem hohen Leitwert droht Korrosion/ Lochfraß. Der hohe Härtegrad führt zu Ausfall von Kalk und Bildung von Kesselstein. Hier muss dringend das Heizungswasser gewechselt werden. Enthartungsänlage ist hier nicht zielführend - vermutlich muss VE-Wasser verwendet werden.


    Hier: zur VDI 2035 gibt es Informationen zum Thema. Bei uns hat das falsche Wasser zu heftiger Korrosion und verstopften Wärmetauschern geführt.

    Gefährlich ist's, wenn Dumme fleißig werden!

  • Kann ich die Enthärtungsanlage als Mängelbeseitigung auf Kosten des GÜs (der es sich dann bei dem Heizungsbauer wiederholt) fordern? Letztendlich wurde komplett gegen die VDI 2035 verstoßen... keine Probe vor der Planung genommen, Anlage hingestellt und befüllt, keine Probe nach dem Befüllen genommen, keine Protokolle erstellt. Die Anlage ist so eigentlich nicht betriebsfähig... als Laie bin ich auch nicht verantwortlich für das Füllwasser, so ist es in der VDI 2035 geregelt


    Danke für eure EEinschätzung

    Wieso soll der GUe oder der HB euch eine Enthaertungsanlage schulden?
    Der HB baut ein, was ausgeschrieben ist. Wie der das aufbereitete Wasser in die Anlage bekommt, ist dann sein Problem. Aber eigentlich auch kein großes. Er muss die Anlage nach Herstellerangaben füllen. Tut er das nicht, hat er in der Tat ein Problem.

  • M.E. Ist außerdem der pH-wert zu niedrig. In Verbindung mit dem hohen Leitwert droht Korrosion/ Lochfraß. Der hohe Härtegrad führt zu Ausfall von Kalk und Bildung von Kesselstein. Hier muss dringend das Heizungswasser gewechselt werden. Enthartungsänlage ist hier nicht zielführend - vermutlich muss VE-Wasser verwendet werden.


    Hier: zur VDI 2035 gibt es Informationen zum Thema. Bei uns hat das falsche Wasser zu heftiger Korrosion und verstopften Wärmetauschern geführt.

    Was hattet ihr denn für Werte? Ein höherer pH-Wert wäre kritisch anzusehen, für den Salzgehalt wäre noch der Sauerstoffanteil interessant, der liegt uns leider nicht vor. Unser Hersteller der Heizung sagt, dass die Werte der VDI 2035 ausreichend sein. Da wäre bei uns nur der Härtegrad daneben.


    @alfred: ja, sehe ich ein... dennoch ein Skandal, dass die VDI 2035 komplett übergangen wurde.


    Ich möchte nicht wissen wie wenig Leute da draussen sowas überhaupt auffällt... meine Kollegen an der Arbeit haben jedenfalls große Augen gemacht, als ich davon erzählt habe, dass das Füllwasser gewisse Eigenschaften erfüllen muss.

  • Damit beschäftigt sich wohl auch nur, wer sich mit dem Thema befassen MUSS. Ich kann auch nicht verstehen, warum sich HB`s noch selbst solche Eier ins Nest legen.

  • Was hattet ihr denn für Werte? Ein höherer pH-Wert wäre kritisch anzusehen, für den Salzgehalt wäre noch der Sauerstoffanteil interessant, der liegt uns leider nicht vor. Unser Hersteller der Heizung sagt, dass die Werte der VDI 2035 ausreichend sein. Da wäre bei uns nur der Härtegrad daneben.

    Der pH-Wert sollte bei 8,2 bis 10,5 liegen, sofern Aluminiumteile verbaut sind, max. bei 8,5. Bei uns war er zum Zeitpunkt der Wasseranalyse bei 7,16.
    Sauerstoffgehalt kann man in einer Heizung eigentlich nicht seriös messen. Daher wird ja i.d.R. vollentsalztes Wasser verwendet, damit der Leitwert <100 ist. Sauerstoff kann auf vielen Wegen in die Heizung gelangen...

    Damit beschäftigt sich wohl auch nur, wer sich mit dem Thema befassen MUSS. Ich kann auch nicht verstehen, warum sich HB`s noch selbst solche Eier ins Nest legen.

    Meine Erfahrungen waren bisher, dass sich selbst die SV nicht gerne mit dem Thema befassen. Die Bedeutung der Wasserchemie wird meistens heruntergespielt. Die Heizungsbauer wissen zwar, dass es da etwas gibt und nehmen meist VE-Wasser für die Befüllung der Heizung, allerdings hat kaum einer von denen vernünftig gewartete und kalibrierte Messgeräte. Außerdem klärt auch keiner von denen die Bauherren über das Befüllmanagement auf und nachgeprüft wird i.d.R. auch nicht.
    Weil sich mein Partner als leidenschaftlicher Naturfreund seit vielen Jahren mit Wasserchemie befasst, haben wir selbst die wichtigsten Messgeräte und wissen, worauf es da ankommt.


    Bei uns ist das Leitungswasser möglicherweise ins System gekommen, weil nachträglich ein Heizstab eingebaut wurde (wurde zum Estrich-Aufheizen gebraucht) und dabei ein Teil des Wassers abgelassen und durch Leitungswasser ergänzt wurde. Wir hatten nämlich einen ansonsten kaum erklärbaren Härtegrad von 12 dH. Da unser Wasser deutlich härter ist und VE-Wasser praktisch keinen Kalkgehalt haben dürfte, spricht einiges für diese Theorie - die wir allerdings nicht beweisen können.

    Gefährlich ist's, wenn Dumme fleißig werden!

  • Du wirst Recht haben, aber ein guter HB weiss, was er tut. Er kennt die Herstellerrichtlinien und wird den Teufel tun sich nicht daran zu halten.
    Wir haben auch viel mit Großanlagen zu tun, bei Großkunden, die wir schon lange betreuen. Passiert dir sowas bei einem solchen, hast Du a. Keinen Kunden mehr und b. einen Schaden, der dir das Genick brechen kann (das kann locker Mal sechsstellig werden), da für Blödheit ja auch keine Versicherung einsteht.
    Natürlich passieren bei Kleinanlagen auch mal Fehler, zu denen sollte man dann auch Mal stehen und sich nicht wegducken.
    Zurück zum Thema: es gibt Nachspeiseeinheiten, die nur VE-Wasser in die Anlage lassen. Hier werden die Patronen jährlich bei der Wartung getauscht. Voraussetzung ist aber, das der Endkunde nicht selbst nachfuellt!!! Da liegt oft auch der Hase im Pfeffer.



    ---------- 1. September 2017, 15:27 ----------


    Nachtrag: Gerade bei WP versuchen wir die Inbetriebnahme immer mit dem Werks KD zu machen, ist einfach eine zusätzliche Absicherung.

  • Nein, wenn du System Partner bist nicht. Man kann aber nicht bei jedem Hersteller Systempartner sein. Wenn die Ausschreibung Modell xx vorschreibt, dann sollte man es tunlichst tun. Aber welcher HAB tut das schon? Nur die wenigsten!
    Dat könn wa ooch alleene... ?(  
    Leider... :(

  • Der KD Monteur? Oder der Hersteller?
    KD'ler sind meistens schmerzfrei, die machen ihren Job und notieren, was richtig und falsch ist. Das kommt ins Protokoll und damit muss sich der HB dann auseinandersetzten. Wenn er schlau ist, beseitigt er die Mängel.
    Der Endkunde bekommt aber oft die Mängel gar nicht mit...

  • Der KD Monteur? Oder der Hersteller?
    KD'ler sind meistens schmerzfrei, die machen ihren Job und notieren, was richtig und falsch ist. Das kommt ins Protokoll und damit muss sich der HB dann auseinandersetzten. Wenn er schlau ist, beseitigt er die Mängel.
    Der Endkunde bekommt aber oft die Mängel gar nicht mit...

    Off-Topic:

    Gefährlich ist's, wenn Dumme fleißig werden!

  • Bei uns hat der Werkskundendienst die Abnahme gemacht - dafür gibt es auch 5 Jahre Garantie.


    Und 400 Euro Bonus vom Hersteller - Abnahme hat um die 200 Euro gekostet.


    Der hat dann vom Füllwasser Proben genommen und pH-Wert, Leitfähigkeit und Härte gemessen.