Welcher Wandaufbau für Neubau

  • Hallo zusammen,


    wir planen ein EFH in Massivbauweise und stehen momentan vor der Frage welchen Wandaufbau wir nehmen sollen.
    KFW Förderung brauchen wir nicht, dennoch sollen die Dämmwerte natürlich dem heutigen Standard entsprechen.


    1) 36,5er oder 42,5er Porotonziegel + Putz
    --> wir haben jetzt erfahren das diese Variante recht kostenintensiv ist und somit nicht mehr so interessant für uns ist.


    2) 24er Stein (was für einer weiß ich nicht genau, sorry) + 18-20cm [definition=50,0]WDVS[/definition] + Putz
    --> [definition=50,0]WDVS[/definition] aus Steinwolle


    3) 2-Schaliges Mauerwerk (17,5er oder 24,5er Stein, ca. 10cm Dämmung, 2cm Luft, 11,5er Ziegel + Putz
    --> Laut Baustoffhändler ist diese Variante von den Materialkosten her die günstigste mit vielen Vorteilen.
    - keine Algenbildung im Vergleich zu [definition=50,0]WDVS[/definition]
    - Wesentlich langlebiger als [definition=50,0]WDVS[/definition]
    - Massive Aussenhülle (leichteres anbringen von Lampen etc.)
    - bzgl. Dämmeigenschaften verglichen mit [definition=50,0]WDVS[/definition] habe ich noch keine Werte.
    - weniger Risse im Putz


    Kann hier evtl. jemand etwas Licht ins Dunkel bringen :sos:


    Vielen Dank im Voraus
    Michael

  • Moin,


    beim Wandaufbau sind viele sehr emotional unterwegs, wollen z.B. auf keinen Fall eine Dämmung aus Kunststoff.


    Ich kann dir nur etwas aus meinen eigenen Recherchen und Entscheidungen als Bauherr sagen.


    Mir sagte man damals, dass es von den Kosten her ziemlich aufs selbe rausläuft ob man mit [definition=50,0]WDVS[/definition] (in meinem Fall 24er Schwerbetonstein/Hohlblock + 16cm [definition=29,0]EPS[/definition] WLG 032 => u-wert 0,18) oder monolitisch baut (das wäre dann ein 42,5er Liapor => u-wert 0,22).


    ICH habe mich dann für [definition=50,0]WDVS[/definition] entschieden, weil mir das hier ich glaube von Dühli oft gebrachte Argument sehr einleuchtete: dass ein monolithischer Aufbau zwei Sachen gut kann: schlecht tragen und schlecht dämmen.


    Zudem wollte ich einen "schweren" Stein für Schallschutz, Wärmespeicherung..



    3) 2-Schaliges Mauerwerk (17,5er oder 24,5er Stein, ca. 10cm Dämmung, 2cm Luft, 11,5er Ziegel + Putz
    --> Laut Baustoffhändler ist diese Variante von den Materialkosten her die günstigste mit vielen Vorteilen.

    die günstigste Variante für den Baustoffhändler vielleicht! Das ist doch die aufwändigste Bauweise. Sicher nicht schlecht, wobei 10cm Dämmung klingen wenig.

  • Und wieso Putz auf den Klinker (das wird ja mit Ziegeln gemeint sein, oder?)?


    Kommt immer auf die Gegend an, wie dort Klinker verbreitet ist - NRW ist ja an sich schon mal nicht schlecht dafür ;).


    Baustoffhändler ist aber für sowas nicht gerade der beste Ansprechpartner...

  • Moin,


    mit dem emotional bzgl. Dämmung aus Kunststoff stimme ich dir zu, da haben wir uns schon klar dagegen entschieden.
    Zum Vergleich stehen somit quasi nur noch [definition=50,0]WDVS[/definition] aus Steinwolle und 2-schaliges Mauerwerk.


    Nur beim abwägen der jeweiligen Stärken und Schwächen tue ich mich halt noch etwas schwer.
    Schallschutz ist gut, wir wohnen aber auf dem Dorf in einer Sackgasse, somit so gut wie kein Verkehr.

  • 2-Schaliges Mauerwerk (17,5er oder 24,5er Stein, ca. 10cm Dämmung, 2cm Luft, 11,5er Ziegel + Putz

    Das wird ziemlich sicher dann ein Porenbeton oder Poroton als Innenschale - die 10cm sind (wie bereits angesprochen) selbst als schwierig in der Hohlschicht zu verlegender Hochleistungsdämmstoff zu wenig um die innere Schale als massiv im Sinne von KS auszubilden.
    Ansonsten bin ich vom Gefühl her auch bei Variante 3

  • Und wieso Putz auf den Klinker (das wird ja mit Ziegeln gemeint sein, oder?)?


    Kommt immer auf die Gegend an, wie dort Klinker verbreitet ist - NRW ist ja an sich schon mal nicht schlecht dafür ;).


    Baustoffhändler ist aber für sowas nicht gerade der beste Ansprechpartner...

    Ist vielleicht falsch rüber gekommen, wir bauen eine Stadtvilla und wollen von aussen definitiv Putz anbringen.
    Vom Baustoffhändler beziehen wir lediglich das Material, mauern werden wir mit einem Bekannten der Maurer ist.



    Das wird ziemlich sicher dann ein Porenbeton oder Poroton als Innenschale - die 10cm sind (wie bereits angesprochen) selbst als schwierig in der Hohlschicht zu verlegender Hochleistungsdämmstoff zu wenig um die innere Schale als massiv im Sinne von KS auszubilden.Ansonsten bin ich vom Gefühl her auch bei Variante 3

    Ich lese überall das die Schicht zwischen Innenwand und Aussenziegel max. 15cm sein darf. Wenn man jetzt noch eine min. 2cm Luftschicht einplant kann die Dämmung ja maximal bei 13cm liegen....richtig?


    Oder wie würde ein sinniger Aufbau der 2-schaligen Wand aussehen?

  • Ich lese überall das die Schicht zwischen Innenwand und Aussenziegel max. 15cm sein darf. Wenn man jetzt noch eine min. 2cm Luftschicht einplant kann die Dämmung ja maximal bei 13cm liegen....richtig?


    Oder wie würde ein sinniger Aufbau der 2-schaligen Wand aussehen?

    Das war mal so - mittlerweile gibt es zugelassene Maueranker die einen größeren Schalenabstand zulassen - wir führen ab nächsten Monat einen Neubau aus mit folgendem Wandaufbau (innen nach außen):


    Kalk-Zement-Putz 15mm; Innenschale KS 150mm; Dämmung MiWo (032) 240mm, Fingerspalt 10mm, Verblendmauerwerk 115mm

  • Ich lese überall das die Schicht zwischen Innenwand und Aussenziegel max. 15cm sein darf. Wenn man jetzt noch eine min. 2cm Luftschicht einplant kann die Dämmung ja maximal bei 13cm liegen....richtig?


    Oder wie würde ein sinniger Aufbau der 2-schaligen Wand aussehen?

    Bevor Du bauen kannst, brauchts Du ja eine Baugenehmigung und die muss ein Architekt oder Ingenieur erstellen (Also die Unterlagen dazu).


    Am besten macht der/die auch das Konzept für die Dämmung des Hauses und der berät Euch, wie der sinnvollste Wandaufbau für EUER Haus ist.

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • Bevor Du bauen kannst, brauchts Du ja eine Baugenehmigung und die muss ein Architekt oder Ingenieur erstellen (Also die Unterlagen dazu).

    Der Architekt hat hier mit 42,5er Poroton in monilitischer Bauweise gezeichnet und die Wandstärke ist so auch in den Bauantrag gegangen.
    Wie wir die Wand jetzt final aufbauen ist dennoch unklar und der Architekt schein mir da leider auch etwas weniger bewandert zu sein in dem Thema.


    Ich frage mich halt nur mit welcher Lösung man auf lange Zeit gesehen evlt. besser fahren würde.


    Habe nochmal bei meinem Maurer nachgefragt, der 2-schalige Wandaufbau würde wie folgt aussehen.


    17,5er Poroton + ca. 18cm Dämmung + 2cm Luft + 11,5er Ziegel + Aussenputz

  • Das hat sich leider erst im Verlauf der Planung gezeigt.
    Künstlerisch super umgesetzt, nur von der technischen Seite her hat sich halt rausgestellt das es da etwas mangelt.

  • 17,5er Poroton + ca. 18cm Dämmung + 2cm Luft + 11,5er Ziegel + Aussenputz

    Sind 8 cm mehr als im Bauantrag. Wird das Haus grösser oder die Räume kleiner.
    Ist die Tektur der Genehmigung beantragt?
    Was sagt der Statiker?
    Was sagt der Energieberater.

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • .. ach so , der Maurer plant nun auch dein Haus , interessant , ich lach mich weg !!!!!!

    Der Statiker/Energieberater rechnet das natürlich genau aus und gibt dann vor wie gebaut wird.


    Generell geht es ja auch eingetlich nur um die Vor- und Nachteile von [definition=50,0]WDVS[/definition] und 2-schaligem Mauerwerk.


    Wenn ich mir die ganzen grünen Wände beim [definition=50,0]WDVS[/definition] in der Gegend angucke möchte ich halt doch lieber 2-schalig bauen um da in Zukunft keine Probleme mit zu haben.
    Mir fehlt halt nur noch etwas Befürwortung von jemandem der sich da etwas besser auskennt :)



    Sind 8 cm mehr als im Bauantrag. Wird das Haus grösser oder die Räume kleiner.Ist die Tektur der Genehmigung beantragt?
    Was sagt der Statiker?
    Was sagt der Energieberater.

    Das Haus wir größer (minimal), muss man dann wenn es überhaupt einer merkt bei der Bauabnahme klären :)
    Tektur ist erstmal nicht vorgesehen, vielleicht überzeugt mich ja doch noch irgendwer vom 24er Stein mit 18er [definition=50,0]WDVS[/definition], dann könnten die Pläne so bleiben....
    Ansonsten müssten wir natürlich noch gucken das wir evtl. die Tektur der Pläne beantragen.

  • Der Statiker/Energieberater rechnet das natürlich genau aus und gibt dann vor wie gebaut wird.

    . interessant , das wäre so , als wenn ich den Schlosser fragen würde , welchen Bohrer mein Zahnarzt verwenden soll ..
    Der Architekt hat das Zepter in der Hand und plant und berät den Bauherrn und gibt dann dem Statiker und Energieberater die geplanten Vorgaben.
    Hat dein Architekt keine Bauphysik gelernt und auch keine Baustofftechnologie ?

  • Das Haus wir größer (minimal), muss man dann wenn es überhaupt einer merkt bei der Bauabnahme klären

    Wenn dann ein unterschrittener Grenzabstand und ein pingeliger Bauantler zusammentreffen, ist die Klärung GANZ einfach. Nennt sich Rückbau (Abriss) 8|

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  • Was ist eigentlich so schwer daran Michael seine Fragen zu beantworten. Warum muss man ihn so angehen und beinah beleidigen.


    PS. Für die Antwort lass das deinen Architekten machen, könnte man hier bei einigen als Schaltfläche an den Rand legen.

    Durch Nutzung der üblichen Rechtschreibregeln wertschätze ich mein Gegenüber und es liest sich viel angenehmer.

  • Was ist eigentlich so schwer daran Michael seine Fragen zu beantworten. Warum muss man ihn so angehen und beinah beleidigen.

    .. weil diese Frage : "wir planen ein EFH in Massivbauweise und stehen momentan vor der Frage welchen Wandaufbau wir nehmen sollen."
    ..
    ganze Bücher füllen dürfte , weil in dieser Frage alles drin steckt , wo andere einige Jahre drüber studiert haben , das kann man nicht in 3 Zeilen hier mitteilen , die gesamten Fakten einer Planung , Statik, Bauphysik, Baustofftechnologhie, Kosten , Folgekosten, usw. usw. müssen berücksichtigt werden , das funktioniert nicht in 3 Zeilen ....

  • Welche Kombination von Wandbildnern besser passt, hängt von Deinen Prioritäten (Budget, Dauerhaftigkeit, Wärmeschutz, Schallschutz, Bauteilstärke) und der Einhaltung der notwendigen statischen Kennwerte ab.


    Deine Frage ähnelt einer Frage ob bei PKWs rote oder blaue Hochdachkombis besser seien. Es kommt darauf an!

    mit Gruß aus Berlin vom Skeptiker


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  • .. ach so , der Maurer plant nun auch dein Haus , interessant , ich lach mich weg !!!!!!

    und Du meinst eine Solche Antwort hat irgendeinen Nährwert. So eine Antwort ist traurig warum hast Du ihm das nicht gleich vernünftig erläutert. Allerdings glaube ich trotzdem dass man ihm ein paar Tipps geben kann welche ihm bei der Lösungsfindung helfen. Deswegen wendet er sich ja auch an Bauexperten, wenn es einfach wäre könnte es ja jeder beantworten.

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  • 1) 36,5er oder 42,5er Porotonziegel + Putz
    --> wir haben jetzt erfahren das diese Variante recht kostenintensiv ist und somit nicht mehr so interessant für uns ist.

    unser Wahl - als Baulaie und ohne kfw. Das ganze mit nem T08.


    Warum:
    Weil es der Architekt empfiehlt
    Weil es der Rohbauer kann (haben wir uns angeschaut)
    Weil es zig-Fach so gemacht wird


    Alles natürlich widerlegbar - aber das ist ja immer so (wie lang hat die Menschheit geglaubt die Erde sei eine Scheibe...)


    Bzgl. Teuer: das was Rohbauer aufrufen (bei gleicher [definition=41,0]LV[/definition] vom Architekten) macht es teuer oder auch nicht. Die 10%-20% Differenz bei den Stückkosten (pro Stwin beim Händler) machen das kraut nicht fett.....zumindest meine subjektive Erfahrung.

  • (wie lang hat die Menschheit geglaubt die Erde sei eine Scheibe...)

    <Offtopic Start>


    nur sehr kurze Zeit, bereits in der Antike war es unter Wissenschaftler sicher dass die Erde eine Kugel ist.
    Die Erzählung "Das Leben und die Reisen des Christoph Columbus (1828)" hat dazu beigetragen dass man heute denkt die Menschen in der frühen Zeit hätten an eine flache Erde geglaubt. Dem war aber nicht so.


    Allerdings ist die flache Erde heute wieder sehr populär. Die Physik die diese Verschwörungstechniker entwickeln damit diese Theorie gestützt werden kann ist sehr interessant und belustigend.

    Durch Nutzung der üblichen Rechtschreibregeln wertschätze ich mein Gegenüber und es liest sich viel angenehmer.

  • . interessant , das wäre so , als wenn ich den Schlosser fragen würde , welchen Bohrer mein Zahnarzt verwenden soll ..Der Architekt hat das Zepter in der Hand und plant und berät den Bauherrn und gibt dann dem Statiker und Energieberater die geplanten Vorgaben.
    Hat dein Architekt keine Bauphysik gelernt und auch keine Baustofftechnologie ?

    Auch nur wenn der Architekt Ahnung hat was er/sie da tut.
    Ich finde es sehr gut dass du viel von deiner Innung hälst und die Fahnen dafür hochhälst.


    Aber leider gibt es auch nicht nur die Art von Architekten, die man hier trifft.
    Und genau da fangen dann die Probleme an wo der Bauherr massiv Unterstützung braucht.
    Ob das Forum der richtige Ort ist kann man gern diskutieren,
    aber es ist nunmal schwer irgendwo anders fachkundigen Rat zu bekommen.


    Grüße

  • Um dir die Entscheidung vieleicht ein wenig zu erleichern;
    Geh mal zum Baustoffhändler und nimm einen Musterstein in die Hand.


    Nachdem ich einen Stein in er Hand hatte 36,5 er T7 wusste ich,
    dass ich niemals Maurer werden will.
    Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen die Teile die ganze Zeit herum zu wuchten.


    Nimm dir lieber einen gescheiten Rohbauer und mach was sinnvolles in der Zeit.
    Und wenn es ein Nebenjob ist, dass du den Rohbauer zahlen kannst.

  • YMMD :yeah:

    Das hatte ich tatsächlich überlesen. Solch eine Herangehensweise ist natürlich sehr mutig, wenn das Haus größer wird muss man das vorher klären. Es kann gut gehen muss aber nicht, auf jeden Fall bedeuten Abweichungen von den Bauanträgen Ärger.
    Bei uns in der Nachbarschaft ist es passiert dass tasächlich das Bauunternehmen das Haus zu weit in das Grudnstück hineingebaut hat und damit die max. Baulinie überschritten hatte. Da war ein Riesen Drama und hat dem Bauherren einige schlaflose Nächte bereitet.

    Durch Nutzung der üblichen Rechtschreibregeln wertschätze ich mein Gegenüber und es liest sich viel angenehmer.

  • Ich finde es sehr gut dass du viel von deiner Innung hälst und die Fahnen dafür hochhälst.
    Aber leider gibt es auch nicht nur die Art von Architekten, die man hier trifft.
    Und genau da fangen dann die Probleme an wo der Bauherr massiv Unterstützung braucht.
    Ob das Forum der richtige Ort ist kann man gern diskutieren,aber es ist nunmal schwer irgendwo anders fachkundigen Rat zu bekommen.

    .. absolut richtig , man muß sich auch immer die Frage stellen , welchen Architekten habe ich da vor mir sitzen , den "Starplaner" oder den erfahrenen "Baufachmann" der im Studium auch die Fächer Bauphysik und Baustofftechnologie gut bewältigt hat. Darum ist das ganze Thema rund um die Außenwand eines Hauses viel zu umfangreich und wer sich Informationen bei seinem Bauunternehmer einholt bekommt nur die "eine Meinung" zu hören, nur als Beispiel: Porenbeton kleben kann jedes Kind, geht schnell und ist billig und für den Bauunternehmer sehr effektiv .
    Doch Porenbeton ist mit aller größter Vorsicht zu verwenden, eigentlich braucht man sich ja nur die Häuser und den Wandaufbau ansehen , die in Deutschland den schlechtesten und miesesten Wetterverhältnissen ausgesetzt sind und das ist in Norddeutschland.
    Deswegen kann man im Forum nur Hinweise geben und kein Buch schreiben, da hast du wirklich Recht.