Dach kostengünstig für einige Jahre abdichten, Bitumenschindeln, 26° Neigung

  • Hallo Experten,


    wir beginnen gerade mit unserem Neubau und werden voraussichtlich in einem Jahr einziehen. Der Altbau den wir aktuelle bewohnen steht auf dem gleichen [definition=52,1]Grundstück[/definition] und besteht aus einem massiven Erdgeschoss und einem DDR Holzständerhaus als Obergeschoss. Das Dach ist mit Bitumen Schindeln gedeckt und nun nach 30 Jahren sind diese nicht mehr dicht und es tropft bei Regen an einigen Stellen durch. Unter normalen Umständen würde ich gar nicht um Rat fragen sondern das Dach fachmännisch neu eindecken lassen.


    Unser Problem ist nun aber, dass wir sobald das neue Haus fertig ist und wir finanziell dazu in der Lage sind, der Altbau zurückgebaut werde soll. Wir lassen also das massive Erdgeschoss stehen und setzen ein einfaches Satteldach darauf. Den Altbau nutzen wir dann als Garage, Werkstatt, Schuppen und so weiter. Realisitisch betrachtet wird das aber noch 3 maximal 5 Jahre dauern und unsere Frage ist nun wie man das Dach am kostengünstigsten für diesen Zeitraum dicht bekommt. Wir brauchen also keine Lösung die 40 Jahre halten würde aber schon nach 3 oder 5 Jahren abgerissen wird.


    Diese undichten Stellen sind auch nicht über die gesamte Dachfläche verteilt sondern befinden sich nahezu ausschließlich in einem 4 x 5 Meter großen Bereich neben dem Schornstein.


    Das Dach ist 12,4 m lang und je Seite 4,60 m breit. Mit 26°Neigung ist es zudem relativ Flach. Auf Nagelbindern ist eine einfache Holzschalung aufgebracht und darauf sind die alten Schindeln genagelt. Gedämmt ist nur die Decke zwischen Obergeschoss und Dach, das eigentliche Dach ist ungedämmt.


    Welches Material / Verfahren würde denn für die 3 bis höchstens 5 Jahre ausreichen? Reicht da schon irgendein Bitumen Anstrich? Oder Dachpappe V13 aufnageln? Oder müssen Schweißbahnen aufgeschweißt werden? Ich hoffe ihr habt Verständnis, dass ich nicht nach der perfekten Dachdeckung suche sondern nach einer Variante mit der ich die nächsten paar Jahre gut überstehe.


    Durch unseren Neubau ist die Dachabdichtung des Altbaus natürlich vom Aufwand aber auch finanziell gerade sehr unpassend, wir wollen es aber auch nicht einfach ignorieren ehe es noch schlimmer wird.



    Vorab schon einmal herzlichen Dank

  • Ich habe so Dächer öfters über ein paar Jahre gerettet indem ich vorgestrichen und dann mit PYE als SK-Bahn das Dach abgedichtet habzt
    Die Bahnen von der First bis zur Traufe verlegt, allerdings nicht gerade sondern ca 10 cm versetzt, so das die Feuchtigkeit nicht in die Naht läuft bei Regen sondern aus der Naht raus.
    Je nach Geldbeutel entweder mit echter Selbstklebe-Abdichtungslage oder mit Schweißbahn, die muß halt richtig aufgeschweißt werden.
    Die SK-Bahn muß man nur kurz dran erinnern das sie eine SK-Bahn ist ;)
    Nähte natürlich echt verschweißen und mit Nägeln annageln...

  • Zwar nicht unbedingt Kostengünstig aber langfristig gedacht:


    Auf die jetzigen Bitumenschindeln Trapezblech aufschrauben lassen. Bei dem späteren Abbruch könnte man dann die Bleche demontieren, lagern und als Eindeckung der Garage im späteren Verlauf wiederverwenden. Ansonsten wie HPF schon sagte KSO oder Schweißbahn. Wobei man hier bedenken sollte, dass die Schindeln vermutlich abfalltechnisch anders gehandhabt werden als es die neue Bitumenschweißbahn. Ergo hat man durch das aufflämmen nachher mehr Kilo an Sonderentsorgungskosten. Ein nachträgliches Trennen wird kaum möglich sein.


    Dann vielleicht doch auf einlagige Hochpolymerbahnen zurückgreifen, mit einer Trennlage auf den Schindeln und mechanischer Befestigung. Der Nachteil werden vermutlich die Kosten sein in Anbetracht das es nur einem Provisorium gleicht.

    Dachdecker [ˈdaχˌdɛkɐ] - Jemand der basierend auf ungenauen Daten, die von Leuten mit fragwürdigem Wissen zur Verfügung gestellt werden, präzise Rätselraten kann. Siehe auch; Zauberer, Magier

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  • Kalle seine Idee mit dem Trapezblech finde ich Gut !
    :thumbsup:
    Das kann man dann problemlos recyclen ,( auf´s neue Dach ) , oder second - Hand verkaufen .
    Sollten nur nicht zu viele Schrauben jetzt eingedreht werden , sondern nur die notwendigste Anzahl .


    Mein erster Gedanke war auch ne Schweißbahn drüber , oder ne Kunsstoffbahn mechanisch befestigt , die kann evtl auch weiter verwendet werden .

    Wer aufhört besser zu werden, hört auf ,gut zu sein

  • Zunächst vielen Dank für die Antworten ;-)


    Der Vorschlag mit dem Trapezblech ist wirklich gut aber durch unsere Ortsgestaltungssatzung ausgeschlossen. Das dürfte weder auf das alte noch auf das neue Dach. Dachpappe oder Schweißbahnen würde man als Reparaturmaßnahme durchgehen lassen. Das neue Dach muss dann mit Tonziegeln naturrot gedeckt werden.


    Mal ganz naiv gefragt, wenn man auf den betroffenen Bereich (4 x 5 m) normale V13 Dachpappe aufnagelt, was würde damit in den nächsten 3-4 Jahren passieren? Manche Gartenhäuser, Schuppen, Ställe sind doch auch nur so einfach gedeckt. Oder ist da in dem kurzen Zeitraum mit Problemen zu rechnen?


    Die zweite Frage ist, ob man für diese Reparaturmaßnahme bei dem relativ flachen Dach (26°Neigung, 5 m Höhe) zwingend ein Gerüst stellen muss oder ob das Dachdecker mit entsprechender Sicherung auch ohne Gerüst machen?


    Vorab vielen Dank

  • Ich würde dir für 3-4 Jahre die Variante mit der Bitumenschweißbahn nur im undichten Bereich empfehlen, die Bahnen dann evtl., je nach Lage und Entfernung bis zum First gezogen und dann dürfte erst mal wieder Ruhe sein. Aber ohne Gerüst würde ich das nicht machen wollen. :nono:

  • @Fragensteller
    Würdest Du deine Gesundheit leichtfertig riskieren , weil jemand am Gerüst sparen will ?
    Bitumenbahnen sind ( V13) besandet , und Schweißbahn besplittet( zumindest die Oberlagsbahnen ). Das kann wie Rollsplitt wirken .
    Also ohne Gerüst ist keine gute Idee .

    Wer aufhört besser zu werden, hört auf ,gut zu sein

  • V13 steht für 1300 gr. löslichem Bitumen. Das V darin beschreibt das Gewebe hier Glasvlies. Das ist so der letzte Kernschrott den ich aus abdichtungstechnischen Gründen verwenden wollen würde.


    Wenn dann PYE PV 200 S5 Bahnen. Alternativ das Ganze in der selbstklebenden Variante als KSO. Wenn Sekuranten auf dem Dach bez. Anschlageinrichtungen vorhanden sind - die regelmäßig überprüft wurden inkl. dem Verbau - dann wäre auch PSA gegen Absturz denkbar. Ich persönlich würde es dennoch nicht tun.

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  • Vielen Dank für die hilfreichen Antworten.


    Also nur mit Gerüst. Und V13 besser nicht. Stattdessen PYE Bitumenschweißbahnen. Wenn ich nur die 25 m² betroffene Fläche reparieren lasse dann würde das Material ja nur ca. 160 Euro kosten? Das klingt ja doch überschaubar. Kann mir einer ganz grob sagen was da an Arbeitsleistung noch hinzu kommt? Und vielleicht auch für die 4-5 Meter Gerüst?


    Vielen Dank

  • Moin Fragensteller,


    zu den Preisen kann man ohne das Objekt gesehen zu haben schwer was sagen, aber ich versuche es trotzdem mal... Material ( Schweißbahn, Gas, Pappnägel, Wandanschlußschiene für Kamin und vielleicht noch ein paar Kleinteile ) ca. 270 - 300 €, Zeitaufwand wenn es gut zugänglich ist und das Gerüst nicht noch einmal um das Haus getragen werden muß? 2 Mann einen Tag mit Gerüstauf-, und Abbau 850 - 900 € ( wenn der Ausführende ein eigenes Gerüst hat und dir den Auf-, und Abbau im Stundenlohn abrechnet, wenn nicht, werden die Gerüstbauer einen Betrag von ca. 600 € haben wollen). Alles zusammen inkl. Mehrwertsteuer kann man irgendwo zwischen 1400 und 2000 € liegen.
    Das ist aber nur eine ganz grobe Schätzung und kann je nach Auftragsbestand, Bereitschaft auch kleine Reparaturen auszuführen usw. stark schwanken. Für genaue Zahlen kann man sich ein Angebot machen lassen, von jemanden der das Objekt und die evtl. Hindernisse sich vor Ort angesehen hat, dann hat man es rel. genau.

  • Vielen Dank, das hat mir sehr geholfen. Das ist zwar für die Reparatur eines Daches welches in 3-4 Jahren abgerissen wird nicht gerade wenig aber was muss das muss.


    Trotzdem noch eine Frage: Es gibt doch im Baustoffhandel eine Vielzahl von auf Bitumen basierenden Produkten wie Spachtelmassen, Dickbeschichtung, Isolieranstrich, Dachlack, Dachsperre und und und. Könnte irgendetwas davon auch helfen oder nur Geldverschwendung?

  • Wenn man sich mal die Produktdatenblätter von Spachtelmasse, Superdachdicht und Co. ansieht, wird man schnell feststellen, dass die meisten nicht UV - Beständig sind und die, die das können, will man meistens für eine notdürftige Reparatur, die in ein paar Jahren wieder abgerissen wird, nicht bezahlen. Also eher Geld verbrannt. :rb:

  • Es gibt schon Dichtmassen die diese Zeit überstehen würden, aber diese sind recht teuer und mit Grundierung und Fasermatte etc. kommt dich das nicht viel billiger als mit Schweißbahn. Aufbringen muss das ja auch noch jemand, also brauchst Du ja das Gerüst sowieso.

    Durch Nutzung der üblichen Rechtschreibregeln wertschätze ich mein Gegenüber und es liest sich viel angenehmer.