Fußbodenaufbau alte Dielen

  • Hallo,
    wir sind gerade dabei, den Schlafzimmerbelag im Altbau zu erneuern.
    Momentan befinden sich hier OSB-Platten auf alten Dielen. Auf den OSB-Platten scheint noch Ausgleichsmasse o.ä. aufgebracht zu sein. Der Boden ist recht gut eben.
    Nun lief zwischendurch mal Wasser auf einen Teil der Platten, bevor das Fenster eingebaut war. Von daher schauten wir mal unter eine Platte. Man sieht durchaus ein wenig getrocknete Wasserflecken. Die Platte direkt vor der Balkontür ist etwas aufgequollen, die tauschen wir auf jeden Fall.

    Meine bessere Hälfte möchte gleich alle OSB-Platten entfernen. Dann Trittschalldämmung auf die Dielen, neue OSB-Platten und darauf wieder Ausgleichsmasse. Von der Trittschalldämmung erhofft er sich, dass man das teils noch leichte Knarzen der Dielen weniger hört.

    Alternativ erwägt er auch, alle Dielen zu entfernen, Schüttung raus, Mineralwolle o.ä. rein und direkt OSB-Platten auf die Balken zu verlegen.

    Ich für meinen Teil könnte mir auch vorstellen, nur die nass gewordenen Platten zu tauschen und den Rest zu lassen.


    Welche der Varianten machen bautechnisch überhaupt Sinn?


    Reicht es, OSB-Platten direkt auf die Balken zu verlegen? Ist das nicht zu instabli?


    Bringt eine Trittschalldämmung auf den Dielen überhaupt gegen das Knarze der Dielen etwas?


    Hoffe, hier etwas Licht ins laienhafte Dunkel zu bringen.


    Danke.

  • Kannst Du noch etwas Licht ins Dunkel bringen, wo sich Euer Schlafzimmer befindet? OG oder EG? KG darunter?

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  • Hallo, Ich würde die verquollenen OSB Platten auch tauschen .
    Die Dielen würde ich mit Schrauben mit Vollgewinde zb 5*60mm nachschrauben , da wo es knarzt .
    Ich persönlich wäre jetzt von OSB Platten , direkt auf Holzbalken nicht so begeistert , zumindest dann wenn der Balkenabstand nicht mit der Plattengröße konform ist und dann die Stöße in der Luft liegen .
    Das sieht mit einer Unterkonstruktion ( Sparschalung) wieder anders aus .
    Natürlich vorrausgesetzt , das es sich um euer Eigentum handelt und Ihr nicht "Nur" Mieter seid .

    Wer aufhört besser zu werden, hört auf ,gut zu sein

  • Offenbar handelt es sich um eine Holzbalkendecke mit Schüttung ( Schlacke, Sand o.ä. ) im Gefach, vernagelten Holzdielen, OSB-Platten und Belag ( aus ? ).


    Die Schüttung solltest Du in keinem Fall herausnehmen und gegen Mi-Wolle ersetzen, weil sich hierdurch die Schalldämmung der Holzbalkendecke erheblich verschlechtert ( weniger Masse ). Die auf den tragenden Deckenbalken verlegten Holzdielen waren vermutlich früher der Fußboden und Gehbelag im OG. Holzdielen sind früher üblicherweise nur vernagelt worden. Die Nägel dürften nicht mehr fest im Gebälk sitzen und sind " ausgeleiert ". Die Dielen müßten daher jetzt verschraubt werden, damit das " Knarzen " behoben wird. Ob es besser ist, die Dielen und OSB-Platten zu entfernen und einen neuen Aufbau zu erstellen, hängt von den örtlichen Gegebenheiten und von dem angestrebten Ergebnis ab. Der Aufwand für die Verschraubung ist erheblich. denn die losen, knarzenden Dielen sollten an jedem Balken der Holzbalkendecke mit zwei Schrauben befestigt werden. Hierfür müssen zuvor die darüber verlegten OSB-Platten entfernt werden. Ob es lohnt, sie dann wieder zu verlegen?


    Alternativ käme in Betracht:


    Holzdielen entfernen. Stattdessen OSB-Platten als Tragschicht auf den Deckenbalken verlegen. Hierbei die Unebenheiten in der Balkenlage zuvor mit Holzbrettern, Keilen o.ä. ausgleichen. Die OSB-Platten natürlich auf den Deckenbalken auflegen und verschrauben ( nicht " in die Luft " überhängen lassen ). Dicke/Tragfähigkeit der OSB-Platten von einem Fachmann festlegen lassen. Wahrscheinlich reichen 21 mm ( klären! ). Dann eine Trittschalldämmung wäre für den Trittschallschutz zum KZ gut. Dürfte 6 - 8 dB Trittschallverbesserung bringen ( klären! ). Nach der Trittschalldämmung müßte eine Ausgleichschicht aufgebracht werden, z.B. aus Gipskarton oder ( besser wegen der Masse, aber deutlich teurer ) zementgebundene Platten. Danach käme dann der Gehbelag, am besten Teppichboden ( möglichst kein Laminat oder Parkett ) zur Verbesserung des Tritt- und Raumschalls. Aufbauhöhe wäre dann ab OK der freigelegten Deckenbalken ca. 8 - 9 cm ( vorher ermitteln ).


    Für diesen Fall wäre von einem Fachmann weiter vorab zu klären, ob die vorhandenen Anschlüsse an die Türen und an die Treppe ins EG die sich ergebende neue Aufbauhöhe zulassen und ob die vorhandenen Deckenbalken für das Gewicht, das sich aus dem neuen Aufbau ergibt, ausreichend tragfähig sind.

  • . Nach der Trittschalldämmung müßte eine Ausgleichschicht aufgebracht werden, z.B. aus Gipskarton

    Da hast Du dich bestimmt verschrieben , und hast evtl Gipsfaserplatte ( Zb Ferma**ll) gemeint ?

    Wer aufhört besser zu werden, hört auf ,gut zu sein

  • Vielen Dank für die Antworten!
    Ich denke, wir werden die Dielen drin lassen und neu verschrauben wo nötig. Obendrauf neue OSB-Platten. Macht es Sinn, zwischen die Dielen und die OSB-Platten eine Trittschalldämmung zu legen?

  • Du solltest alle Dielen verschrauben, weil die verbleibenden Dielen mit Nagelbefestigung irgendwann auch zu " knatzen " beginnen.


    Deine Idee, Dielen zu lassen und darüber OSB, hat den Nachteil, dass die Unebenheiten, die aus der Balkenlage herrühren, nicht beseitigt werden. Die Anbringung einer erneuten Ausgleichsmasse auf den neuen OSB-Platten ist nicht fachgerecht, kann zu Ablösungen führen und ist im Übrigen sehr teuer. Insofern wäre die von mir genannte Alternative, Entfernung der alten Dielen und Neuaufbau, die sichere und bessere Lösung.


    Mit Gipskarton meinte ich Trockenestrichelemente aus Gips, z.B. Knauf Brio usw. Diese sollten " schwimmend " verlegt werden, also auf einer Trittschalldämmung. Die Trockenestrichelemente gibt es mit bereits aufkaschierter Trittschalldämmung. OSB-Platten als obere Lage auf Trittschalldämmung ginge auch. Hierzu dann aber die Vorgaben des Herstellers der Trittschalldämmung zur Dicke/Gewicht der OSB-Platten beachten. Findest Du in den Verlegerichtlinien der Hersteller im Internet.


    Die Trockenestrichelemente aus Gips oder Gipsfaserplatten ( letztere schwer zu schneiden! ) gibt´s auch mit aufkaschierter Trittschalldämmung. Damit sparst Du Dir einen Arbeitsgang.


    Leider darf hier nicht auf Verlegeanleitung verlinkt werden. Solltest Du aber mit Google im Internet unter " Schallschutz Holzbalkendecke " und " Trockenestrich " o.ä. finden.

  • anamnese-diagnose-therapie - war gestern.
    gestern hätte man nach dem zustand der balken+dielen, nach vorhandenen aufbauten und möglichen aufbauhöhen und nach anforderungen (von durchbiegungen, schwingungen bis hin zum luft-/trittschallschutz und zum kostendeckel) gefragt - oder den fachmann vor ort empfohlen .. autsch.

  • Ich würde zum Verschrauben aber keine normalen Vollgewindeschrauben nehmen sondern Dielenschrauben von Hek0. Die haben den Vorteil das sie unterschiedliche Gewindesteigungen haben und somit die Dielen an den Untergrund ranziehen.
    Ich habe in der ganzen Wohnung hier Dielenboden der teilweise so laut gequitscht hat das man TV nicht mehr ansatzweise verstanden hat.
    Vollgewinde hat im Langzeittest verloren gegen die Dielenschrauben.
    Schönere, kleine Köpfe, Bretter werden rangezogen, einfach besser.
    Der Mehrpreis ist preislich auch zu vernachlässigen gegenüber Vollgewindeschrauben, das sind Kleckerbeträge die in so einer Sache nicht auffallen...
    Hier habe ich im Laufe der Zeit fast Alles nachgeschraubt, nur vor dem Kühlschrank nicht...