Estrich auf Bitumenschweißbahn?

  • Hallo,
    mein Balkon wurde mit Bitumenschweißbahnen abgedichtet, jedoch ohne Gefälle. Dort wo nun die Kiesfangleiste angebracht wurde ist eine Erhöhung somit kann nicht alles Wasser abfließen. Jetzt meine Frage was kann ich auf die Schweißbahnen nachträglich aufbringen damit ich ein Gefälle erhalte? Geht hier eventuell ein Estrich?
    [/quote]Oder was gibt es sonst für Möglichkeiten?

  • Moin,


    was wurde denn genau beauftragt? Wie sieht der weitere Aufbau aus? (Belag)

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  • Kannst du mal ein Foto von dem "Ausmaß" machen?


    Das Gefälle kannst du über den Belag machen.

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  • Sollen die Platten im Splittbett verlegt werden? Oder wozu die Kiesfangleiste?

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  • Damit ein Estrch dauerhaft funktioniert, muss er eine Mindestdicke von rd. 4 cm haben Und unterseitig aus dem Wasser raus, also eine Drainlage mit um die 2 cm .
    2 cm + 4 cm + Gefälle + Belag + 15cm/5 cm Anschlußhöhe an der Balkontür - ist das überhaupt machbar?

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  • Moin,


    wieviel Wasser steht noch auf der Abdichtung? Ein Bild wäre hier wirklich hilfreich. Gerade bei Bitumenschweißbahnen lässt sich stehendes Wasser durch Materialstärke und Überlappungen ( selbst wenn die Unterkonstruktion ein Gefälle hat ) nicht vermeiden. Wenn alle anderen Parameter ( Anschlußhöhe der Tür, Größe der Balkonfläche, Menge des stehenden Wassers usw. ) passen, würde ich kein Estrich o.ä. mehr aufbringen. Der fertige Belag ( Terrassenplatten, Holz oder was auch immer ) wird in Gefälle gelegt.

  • Das hat aber kein Fachbetrieb gemacht, wa ;) Lass den Kies weg, erneuer die Abdichtung - vom Fachbetrieb - und mach den Belag mit Stelzlagern in 1% Gefälle.

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  • Gerade bei Bitumenschweißbahnen lässt sich stehendes Wasser durch Materialstärke und Überlappungen ( selbst wenn die Unterkonstruktion ein Gefälle hat ) nicht vermeiden.


    Mal blöd gefragt: Wieso denn nicht die Bahnen mit dem Gefälle verlegen, anstatt quer dazu?

  • DAs hat ein Fachbetrieb gemacht. Der hat zuerst die Kiesfangleiste nur mit ein paar Flecken Bitumenbahn angebracht, was natürlich nicht gehalten hat. Jetzt hat man die neue Kiesfangleiste geschraubt, also nachgebessert.

  • Das Foto zeigt den aktuellen Stand?

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  • Alter Schwede... Ich schäme mich für meine Zunft...


    Nun gut, ich will dir sagen was mir auffällt:


    - Deine Abdichtung ist in keinem sonderlichen guten Zustand mehr
    - Die Ausführung ist puh... Fremdschämfaktor 100
    - Ist der Balkon für die Last aus Kies und Platten geeignet?
    - Wo ist die Absturzsicherung des Balkons?


    Neben dem statischen Bedenken - der Kies wiegt nicht wenig - ist es auch nicht mehr wirklich State of the Art das mit Kies zu tun. Klar 7 Dachdecker, 14 Meinungen. Es ist zwar nicht gegen die [definition=13,0]a.R.d.T[/definition] insofern kann man der Beratung (gab es überhaupt eine?) nicht bemängeln. Oftmals liegt der Belag nach dem ersten Winter aber ziemlich bescheiden. Hier empfehle sich entweder auf Stelzen zurück zu greifen oder wie von Vatti mit Mörtelsäckchen. Die Frage ist, willst du das überhaupt? Andernfalls können wir uns den Atem dahingehend schenken.


    Worüber du aber definitiv nachdenken solltest, ist ob man die Abdichtung so belassen sollte. Jetzt macht man den Belag und in absehbarer Zeit macht man alles wieder kaputt, weil die Abdichtung neu muss? Da würde ich mir an Deiner Stelle noch mal eingehend Gedanken zu machen. Ob das letztlich der Betrieb machen sollte, der für die Fotos verantwortlich ist. Da bin ich nach gezeigtem skeptisch.


    Natürlich lässt sich anhand der paar Ausschnitte nicht die gesamte Situation analysieren. Weder kennt einer den Vertrag zwischen Dir und dem "Fachunternehmen" aber und das sollte man erwähnen. Ist das Kind noch nicht vollends in den Brunnen gefallen. Von der Idee, eine Gefälle mit Estrich zu erstellen verabschiede Dich mal.

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  • Die Absturtzsicherung ist gerade in Auftrag gegeben. Der Balkon war bisher unbenutzt.
    Also neu machen möchte ich die Abdichtung nicht unbedingt, die ist erst 6 Jahre alt und war nicht gerade billig.
    Woran erkennt man dass die Abdichtung nicht mehr top ist?
    Was meinst du mit Stelzenlager? bzw. Mörtelsäckchen?
    Wenn ich Styrodur lege dann brauche ich ja nicht soviel Kies, also vom Gewicht müsste das doch gehen?

  • Ob Kies das Mittel der Wahl unter Plattenbelag ist, wage ich zu bezweifeln. Ich würde intuitiv eher über Splitt wählen.


    Aber zurück zu den wesentlichen allgemeinen Fragen:


    1. Ist der Balkon als solcher genehmigungsfähig und genehmigt?
    2. Ist der Balkon (wirklich eine auskragende Platte?) statisch für die zusätzliche Auflast nachgewiesen?

    mit Gruß aus Berlin vom Skeptiker


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  • Also der Balkon ist genehmigt, ist eine auskragende Platte, also zusammen mit der Decke betoniert. Von unten ist sie mit Styropor verkleidet.

  • Also der Balkon ist genehmigt, ist eine auskragende Platte, also zusammen mit der Decke betoniert.

    Das ist ja erstmal sehr schön. Und sind die von Dir jetzt vorgesehenen Auflasten genau so statisch nachgewiesen?

    mit Gruß aus Berlin vom Skeptiker


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  • Mal blöd gefragt: Wieso denn nicht die Bahnen mit dem Gefälle verlegen, anstatt quer dazu?

    Das ändert ja nichts daran, dass du in der Unterlage weiterhin die Erhöhung hast. Bei sehr steilen Dachneigungen bietet sich eine Verlegung vertikal anstelle horizontal an. Weil weniger doof für den Verarbeiter, aber immer noch doof genug das sein zu lassen ;)



    Woran erkennt man dass die Abdichtung nicht mehr top ist?

    Der Splitt ist schon gut abgewittert. Es sieht zu mindestens danach aus. Der Versuch des Flüssigkunststoffgeschmieres am aufgehenden Wandanschluss entzückt mich jetzt auch nicht. Immerhin ein Blechprofil und vorspringender Putz als Tropfkante. Aber wenn du es nicht machen willst, dann müssen wir darüber auch nicht schnacken. Eigentum oder WEG?



    Was meinst du mit Stelzenlager? bzw. Mörtelsäckchen?

    Mörtelsäckchen sind in Jutebeutel oder auch Gefrierbeutel gedrehte Mörtelbatzen. Man füllt Mörtel in die zuvor benannten "Gefäße" verzwirbelt es zu einem Beutel und legt darauf dann die Platten. Nach aushärten des Mörtels hat man quasi eine UK für die Platten. Stelzlager funktionieren genau so, sind nur aus Plaste und sind Höhenverstellbar. Einfach mal googlen.

    Wenn ich XPS lege dann brauche ich ja nicht soviel Kies, also vom Gewicht müsste das doch gehen?

    Das wird elendig kippeln, der Kies wird dir in die Fugen der Platten fallen und das ist quasi das größte Gebastel überhaupt... Also eher nein. Bevor Du da wirklich Kies rauskippst, solltest du zumindestens einen Statiker konsultieren. Da hört der Spaß dann auch echt auf. Selbst wenn der zum Schluss kommt dass alles Okay ist, war es nicht für die Katz. Sicherheit geht alle an und ist nicht zu vernachlässigen ;)

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  • Ich würde auch über einmal neu nachdenken, das ärgert ein nur einmal, und nicht, wie schon geschrieben, 2,3 oder 5 mal, wenn der Belag verlegt ist und man in 2,3 oder 5 Jahren wieder alles zurück baut, wegen einer versagenden Abdichtung...




    Wenn die Kiesfangleiste angedübelt ist, ist sie zwangläufig durch die Abdichtung befestigt worden, und das ist versucht worden mit einem Zuschnittsstreifen einer Schweißbahn wieder gut zu machen, nur ob das wirklich gelungen ist ( schwarzer Kreis ) wage ich mal zu bezweifeln, mit ein bisschen versuchen, den Zuschnittsstreifen zu lösen, wird dieser das auch tun und die Feuchtigkeit dringt durch die Befestigungspunkte der Kiesfangleiste ein, was man nachher durch unschöne Wasserspuren an der Stirnkante der auskragenden Betonplatte sieht bzw. an den verputzen? Styroporplatten an der Unterseite.




    Mit dem rechten roten Kreis habe ich das stehende Wasser auf der Abdichtung gemeint ( Wasserspuren ), das sich einfach nicht vermeiden lässt. Der linke rote Kreis, siehe oben, ist zusätzlich eine Schwachstelle, da die Naht/Überdeckung gegen den Wasserlauf ausgeführt ist und das stehende Wasser mit der Zeit seinen Weg zum Kumpel auskragende Rohbetondecke finden wird.
    Wenn du das trotzdem so lassen willst, würde ich als nächstes, wenn es denn ein Splittbett sein soll, eine Bautenschutzmatte oder ähnliche Schutzlage verlegen und darauf dann das Splittbett im Gefälle, oder aber halt mit Stelzlager oder Mörtelsäckchen.
    Ich weiß auch, dass bei einem Neubau das Geld in den meisten Fällen begrenzt ist, aber ich würde mir trotzdem überlegen, die Abdichtung zu erneuern, das sind zwar jetzt nicht geplante Mehrkosten, aber die Kosten bei einer späteren Sanierung werden um ein deutliches Höher sein als jetzt ( Putz/Anstrich Stirnseite und Unterkante, evtl. Gerüsterstellung, Platten abnehmen, vielleicht geht eine kaputt und man bekommt die Farbe nicht mehr, evtl. Schäden an der Fassade nach abnehmen der Wandanschlußbleche, Erneuerung der Dachabdichtung usw. ) das muß alles nicht passieren, kann aber. Ich will das jetzt nicht alles schwarz malen, aber vielleicht hilft es, seine Entscheidung über die Abdichtung noch einmal zu überdenken, bevor man nachher sagt: hätte ich doch.

  • Als Aufbauhöhe habe ich 13cm (bis Unterkante Türe).

    Das ist für Dein Vorhaben schon mal viel zu wenig, wenn nicht darüber ein weiterer Balkon oder das Dach ist. Und selbst dann wird es eng!


    Styropor unter Kies/Splitt kannst Du vergessen. Der drückt sich ins Styropor, sickert in die Fugen. Das gibt nur eine ewige Baustelle.


    Insgesamt klingt das Vorhaben nach wenig vorheriger Planung. Die ist aber bei so einer Aktion dringend nötig.

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • Ich versteh nur nicht was an ein bischen Bitumen Bahnen verlegen lasse so teuer sein soll. Habe vor sechs Jahren meinen Anbau neu mit Bitumen neu auslegen lassen. Das waren insgesamt bei 25m² keine 1000 Euro.

    Durch Nutzung der üblichen Rechtschreibregeln wertschätze ich mein Gegenüber und es liest sich viel angenehmer.

  • Die Frage war:



    Zitat von Fragesteller

    Jetzt meine Frage was kann ich auf die Schweißbahnen nachträglich aufbringen damit ich ein Gefälle erhalte?

    Immer der gleiche Fehler! Bei der vorhandenen Ausführung wurde vorher nicht überlegt, in welcher Ebene des mehrschichtigen Aufbaus das Gefälle auszubilden ist.


    Zu unterscheiden ist zwischen dem Oberflächenwasser ( auf den geplanten Platten/Fliesen ) und dem in die Ausgleichsschicht ( = Estrich, Splittschicht oder Stelzlager ) eindringenden Sickerwasser. Die Gefahr ist das nicht zügig ablaufende Sickerwasser: Dessen Ablauf muß durch ein Gefälle optimiert werden. Bei Estrich ( es sei denn, dieser wird durch eine Verbundabdichtung abgedichtet ) müssen zusätzlich noch Drainmatten angebracht werden. Näheres siehst Du und es wird dort auch anschaulich mit Bildern beschrieben auf der Internetseite von Gutjahr.


    Hieraus folgt:


    Bereits die wasserführende Ebene, also die Abdichtungsbahn, muß im Gefälle liegen und das erreichst Du nur, wenn auf der Rohkonstruktion, der Betonplatte, das Gefälle aufgebracht wird und zwar mittels eines Gefälleestrichs oder - bei Wärmedämmanforderung im Untergeschoß - einer Gefälledämmung. Erst hierauf wird dann die Abdichtung und der weitere Aufbau angebracht. Dann ergibt sich: auch der nachfolgende Aufbau liegt bei gleichbleibender Dicke jeder nachfolgenden Schicht im Gefälle = fürs Oberflächenwasser. Insofern muß die vorhandene Abdichtung ungeachtet des bereits genannten DIY-Ausführungsmurkses eh runter, weil nur damit die Abdichtungsebene ins Gefälle kommt. Alternative, abhängig von der vorhandenen Aufbauhöhe: Du steigs um auf Estrich im Gefälle mit Verbundabdichtung und beläst den vorhandenen Murks als " verlorene " Abdichtung, die Wandanschlußbleche müssen hierzu allerdings entfernt werden. Problem: Der Estrich hat dann keine gleichmäßige Dicke und wäre damit nicht DIN-konform; also besser gleich wieder vergessen!


    Bei Neuaufbau: Die Wasserführung ( gemeint: für das Sickerwasser ) sollte optimiert werden, durch eine Kunststoff-Abdichtungsbahn, die den Vorteil hat, dass keine den Wasserlauf behindernde Hubbel an den Überlappungen entstehen; Alternativ und etwas besser: Verlegung der Bitumenbahnen mit dem Gefälle, also nicht quer, sondern längs zum Gefälle ).

  • muß im Gefälle liegen

    Muss sie nicht... Es gibt keinerlei Forderungen - zum Erstellungszeitpunkt - das geneigte Flächen im Außenbereich ein Gefälle haben müssen. Dann wären so ziemlich alle Balkone aus früherer Zeit "falsch". Der TS hat ganz andere Probleme - siehe Elopants Beitrag - als das Gefälle. Auch wenn er sich das jetzt nachträglich wünscht.


    Ich hab da aber so eine "Vermutung" die lasse ich dem Frieden wegen aber mal unausgesprochen....

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  • Bereits die wasserführende Ebene, also die Abdichtungsbahn, muß im Gefälle liegen

    hat das einen eher rechtlichen ([definition=25,0]DIN[/definition], a.r.d.t und so) oder praktischen (sonst wirds unweigerlich irgendwann undicht) Grund? Flachdächer mit null-gefälle gibt doch hunderttausendfach da draußen, und die versagen doch auch nicht schon nach ein paar Jahren. Gerade bei Balkonen, wenn drunter kein wohnraum ist, scheint mir die Gefahr, dass was schlimmes passiert eher klein zu sein.


    ---------- 19. August 2017, 18:44 ----------


    edit: hat sich mit kalle Beitrag überschnitten und ist damit beantwortet.

  • Die Frage war:



    Zitat von Fragesteller

    Jetzt meine Frage was kann ich auf die Schweißbahnen nachträglich aufbringen, damit ich ein Gefälle erhalte?

    Die Frage habe ich mit nein beantwortet, weil es aus Gründen der Logik nicht geht. Bei einem Flachdach mit Gehbelag ( Holz, Estrich ( außer Verbundabdichtung ) oder Platten auf Splittbelag fällt Oberflächenwasser auf dem Belag und Sickerwasser unterhalb des Belags an. Das Sickerwasser entsteht dadurch, dass die Plattenfugen, die Holzdielen und der Estrich ( ohne Verbundabdichtung ) nicht wasserdicht sind. Das Sickerwasser muß gezielt abgeführt werden, weil es anderenfalls unter dem Wasser staut. Bei Estrich: Stauwasser durchfeuchtet den Estrich, im Winter gefriert der Estrich, durch die Eiskristalle kommt es zu Volumenvergrößerungen. Hierdurch können Risse im Estrich entstehen. Im Sommer kommt es durch Dampfdruck zu Ausblühungen. Bei der Verlegung von Platten auf Splitt kann es nach Frost zu Plattenverschiebungen kommen und im Domme zu Ausblühungen an den Platten. Im Wasser stehende Mörtelsäckchen werden durch Frost beschädigt. Aufgeständerte Beläge aus Holz oder Platten haben diese Gefahr nicht. Es kommt aber zum Einfall von Schmutz, Laub usw. über die Fugen und bei Nullgefälle kommt es zu Versottungen, Geruchsbelästigungen und Brutstätten für alles mögliche Getier.


    Das Sicherwasser ist nur wegzubekommen, wenn die wasserführende Ebene Gefälle hat. Gegebenenfalls muß der Wasserfluß noch zusätzlich optimiert werden durch Drainmatten oder Drainplatten ( jedenfalls bei Estrich ). Ergo muß das Gefälle unterhalb der Abdichtung angebracht werden. Alle nachfolgenden Aufbauschichten übernehmen dann das Gefälle in der Abdichtungsebene, vorausgesetzt sie haben die gleiche Aufbauhöhe. Das ist in der Estrich-DIN zwingend vorgeschrieben. Bei einem Holz- und Plattenbelag kann auf ein Oberflächengefälle verzichtet werden.


    Für mich ist das eine sog. ungeschriebene aRdT ( siehe hierzu die Entscheidung des BGH " Hofpflaster " ). Es ergibt sich aber auch aus den schriftlich niedergelegten aRdT.


    Nach der neuen Abdichtungs-DIN ist eh klar, dass gefällelose Ausführungen grundsätzlich unzulässig sind. Im vorlliegenden Fall ist der Aufbau noch " im Bau ". Ein zwingender Grund für eine Abweichung vom Grundsatz ist für mich nicht ersichtlich. Da der Aufbau noch " im Bau " ist, gilt die neue [definition=25,0]DIN[/definition].


    Nach den bis Juli 2017 geltenden aRdT war es entgegen Stefan Ibold nicht anders. Die Flachdachrichtlinie war im vorliegenden Fall nicht anwendbar. Sie regelt nur ungenutzte Dächer. Hier haben wir ein genutztes Dach. Für genutzte Dächer galt die [definition=25,0]DIN[/definition] 18 195-5, Abschnitt 6.5.


    " Können sich selbst geringfügige, aber länger einwirkende Mengen stehendes Wasser ( z.B. Pfützen ) schädigend auf Schutz- und Belagsschichten auswirken ( z.B. bei Plattenbelägen im Mörtelbett ) oder wird hierdurch das Fehlstellenrisiko wesentlich erhöht ( z.B. an Durchdringungen und Dehnfugen ), so ist durch eine planmäßige Gefällegebung .... für eine vollständige Wasserableitung zu sorgen ".


    Gemeint ist also nicht das Oberflächengefälle, sondern das Gefälle auch der wasserführenden Abdichtungsebene.


    Ich behaußte, dass es der Norm nicht einmal bedurft hätte, weil es angesichts der beschriebenen Gefahren eh logisch ist, also von einer " ungeschriebenen " aRdT auszugehen ist: Was den beteiligten Fachkreisen eh bekannt und für erforderlich gehalten wird ( oder sein sollte ) bedarf keiner schriftlichen Niederlegung. Wird vom Normenausschuß etwas anderes bestimmt oder wird von den Fachkreisen der Anwendungsbereich einer Richtlinie fehlerhaft bestimmt, dann ist das für die rechtliche Anwendung unerheblich.


    Im Übrigen galt schon immer das Merkblatt des ZDB, Belagskonstruktionen mit Fliesen und Platten außerhalb von Gebäuden, das klar, eindeutig und entsprechend der Logik angeordnet hat, das entweder die tragende Konstruktion bereits mit Gefälle auszuführen ist oder aber dort nachträglich ein Gefälle mit " z.B. hydraulich erhärtendem Mörtel oder als Gefälledämmung " anzubringen ist. Weiter heißt es dann, dass hierauf die Dampfsperre, eine etwaige Dämmung und die Abdichtung aufzubauen ist.


    Insofern war und ist alles klar. Dass es häufig anders ausgeführt wurde/wird, besagt nichts dazu, das es fachgerecht und damit mangelfrei war/ist. Es ist halt häufig nur nicht aufgefallen und wurde dementsprechend nicht zum Gegenstand eines gerichtlichen Verfahrens gemacht oder war, als es zu Schäden kam, bereits verjährt.


    Wurde geklagt, kam es darauf an, welcher Gerichtssachverständige beauftragt worden ist. Hat der SV - bei Mangel ohne Schaden - wie die Industrie argumentiert und hat der Anwalt des BH nicht dagegengehalten, haben die Gerichte die Klage des BH mangels besser fachlicher Kenntnis abgewiesen. Ab Juli 2017 sollte es jetzt klar sein. Für die Zeit davor wird es auch schon deswegen " eng ", weil kein SV dem ( nachfragenden ) Gericht wird erklären können, warum früher zum Gefälle etwas anderes gegelten haben soll als jetzt mit der neuen Normung. Denn es geht damals wie heute um Logik: Wasser muß weg und darf demzufolge nicht stehen bleiben, wenn sich hierdurch Nachteile ergeben, die bei Gefällegebung zu vermeiden sind.


    2 % sind zweifellos besser als Null. Insofern komme mir jetzt keiner damit, dass Wasser erst bei 5 % sicher abfließt. Denn die 2 % sind ein Kompromiß in Bezug auf die Nutzung. Wenn die 2 % im Einzelfall nicht ausreichen und es deswegen zum Schaden kommt, wäre es gleichwohl ein Mangel. Denn die Norm hätte dann im konkreten Einzelfall versagt und der Unternehmer hätte 5 %, zusätzliche Drainmatten bei z.B. Estrich oder etwas anderes ausführen müssen. Denn er schuldet seit " Blasbachtalbrücke " einen Erfolg = ein Werk ohne Schäden.

  • Nach der neuen Abdichtungs-DIN ist eh klar, dass gefällelose Ausführungen grundsätzlich unzulässig sind. Im vorlliegenden Fall ist der Aufbau noch " im Bau ". Ein zwingender Grund für eine Abweichung vom Grundsatz ist für mich nicht ersichtlich. Da der Aufbau noch " im Bau " ist, gilt die neue [definition=25,0]DIN[/definition].

    Was ist "im Bau"? Der Splitt und Belag? Richtig. Die Abdichtung oder gar das Gefälle? Nein... Das war, so sagte der TE selber, schon seit 6 Jahren dort. Bitte zitiere mir den Passus aus der [definition=25,0]DIN[/definition] 18195-5 der damals ein Gefälle - ohne das Auskommen modaler Hilfsverben - zwingend vor geschrieben hat. Wir reden hier über eine der damaligen Definition nach: mäßig beanspruchter Flächen. Wir reden hier nicht über Dachterrassen.


    Es ist rein gar nichts klar! Die [definition=25,0]DIN[/definition] 18531-5 ( der Teil der für Loggien, Balkone und Laubengänge zuständig ist) spricht von einer Empfehlung von 1,5%. Wie gesagt können wir letztlich nicht mal Wissen ob per Definition der 5 Teil greift, weil wir nicht wissen ob darunter nicht doch Wohnraum befindlich ist. Es dürfte dem allgemeine Sprachgebrauch aber üblich sein einen Balkon als Jenes Konstrukt zu bezeichnen was freitragend an die Fassade angebaut wurde. Was damit auch weniger Schutz bedarf als andere Konstruktionen. Gefällelos ist weiterhin als Sonderkonstruktion denkbar und macht damit einen "alten" Balkon nicht per se mangelhaft.


    Auch die FDRL spricht hier ganz klar: Wenn bedingt durch fehlenden Höhe ein Gefälle nicht möglich ist so ist der Verzicht auf selbiges möglich. Das ist auch die einzig richtige Argumentation.



    Die Flachdachrichtlinie war im vorliegenden Fall nicht anwendbar.

    Nein, hat auch niemand behauptet. Sie grenzt sich aber auch von der [definition=25,0]DIN[/definition] ab. Z. b der Verzicht auf K1 und K2, der in der [definition=25,0]DIN[/definition] noch praktiziert wird. Aber letztlich wird eh wieder gestritten und vermutlich der [definition=25,0]DIN[/definition] dem Vorzug gegeben. Lobbyismus halt.



    Insofern war und ist alles klar. Dass es häufig anders ausgeführt wurde/wird, besagt nichts dazu, das es fachgerecht und damit mangelfrei war/ist. Es ist halt häufig nur nicht aufgefallen und wurde dementsprechend nicht zum Gegenstand eines gerichtlichen Verfahrens gemacht oder war, als es zu Schäden kam, bereits verjährt.

    Es wird anders ausgeführt, weil der Regelfall eher der ist das es grundsätzlich und immer an Höhe mangelt. Da hilft weder eine [definition=25,0]DIN[/definition], noch [definition=13,0]a.R.d.T[/definition] - das ist einfach ein bitterer Fakt. Den sich auch "Fachkreise" nicht entziehen können. Letztlich sollten Fachkreise, Juristen und Ausführende an einem Strang ziehen und sich nicht gegenseitig bekämpfen.


    Wie oft wird durch SV's mit fragwürdiger Qualifikation das Haar in der Suppe gesucht? Das lässt sich bekanntlich immer finden. "Fachgerecht" ist ein dehnbarer Begriff. Ein gefälleloser Balkon ist genauso fachgerecht, wie er in älteren Baujahren eine hervorragende Wärmebrücke ist. Soll man nun auch noch [definition=28,0]EnEv[/definition] etc. einhalten? Das mag ja alles für die jetzige Planung eines Balkon sinnvoll sein. Im Bestand darf man das ganze Technokrat auch mal Beiseite packen. Nur nicht die Erfahrung und das Händchen für sichere, qualitative gute Konstruktionen. Wenn da kein Gefälle möglich ist, dann wird daraus kein Schaden erwachsen, bei richtiger Betätigung. Da nun einen zu konstruieren - denn man mit Biegen und Brechen sicher hinbekommt - ist in meinen Augen nicht zielführend.


    Aber ich gehöre auch keinem Fachkreis an und bin nur n doofer Handwerker der seinen Beruf liebt ;)

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  • Zitat von Kalle

    Das Gefälle kannst du über den Belag machen.

    Ist schlicht falsch.


    Aufbaubauhöhe hat er nach eigenen Angaben 13 - 5, also 8 cm und hieraus sollte sich auch nach den Fachregeln etwas machen lassen, wenn er den vorhandenen " Müll " beseitigt.


    Anderenfalls muß er belehrt werden, wenn von den Fachregeln abgewichen wird. Die Juristen bieten Dir insoweit also eine eindeutige Lösung an.


    Klar ist, dass das Werk noch " im Bau " ist, denn der TE hat ja erklärt, dass er das zuvor ungenutzte Dach in Zukunft als Balkon oder Terrasse ( je nachdem was sich darunter befindet, was er bisher aber nicht erklärt hat ) nutzen will.


    Und bei Werken " im Bau " zählt halt nunmal die endgültige Fertigstellung + Abnahme, die wir zur Zeit noch nicht erreicht haben. Anders wäre es nätürlich, wenn es DIY wäre. Dann ware die ganze Diskussion eh überflüssig.