Brandschutz im Steildach - Altbau

  • Moin Moin Kollegen,


    es geht um den Brandschutz - im konkreten um eine Brandmauer unter Dach. Dach ist aus den 70iger/ 80iger Jahren. Erfahrungsgemäß haben die das früher schon nicht so eng mit dem Brandschutz genommen. Folglich lässt sich im Zuge einer Sanierung/ Umdeckung da meist nicht wirklich etwas heilen. Neben der korrekten Ausführung würde mich auch die juristische Frage interessieren:


    Muss ich im Zuge einer Umdeckung (USB rauf, Latten neu, Eindeckung neu) den Brandschutz nach heutigem Standard herstellen oder aber gibt es da quasi Bestandsregeln?


    - Wie verhält es sich hier, wenn ich an das Dach des Nachbarn muss? Kann ich das (Hammerschlagrecht?) oder brauchts hier die Zustimmung? Immerhin wird ja ein nicht unwesentlicher Teil aufgedeckt werden müssen und verändert.


    - Wer Zahlt die Soße eigentlich? Wenn der Nachbar nicht mitzieht? Dem kann ich ja schlecht ungefragt n Rechnung schicken.


    - Wie viel Meter müssen Fenster von Brandwänden weg sein?


    - Kann man aus einer "Unterdach Brandwand" eine "Überdach Brandwand" machen oder müssen dazu Genehmigung (Bauamt) eingeholt werden?


    - Kann man mit B1-Stoffen arbeiten oder müssen es zwingend nicht brennbare Stoffe sein? Also Steinwolle.


    - Wenn der Stichsparren zu dicht an der Wand ist, was machen?


    Danke schon mal für die Mühe.

    Dachdecker [ˈdaχˌdɛkɐ] - Jemand der basierend auf ungenauen Daten, die von Leuten mit fragwürdigem Wissen zur Verfügung gestellt werden, präzise Rätselraten kann. Siehe auch; Zauberer, Magier

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  • Mein lieber Schwan, da haste aber Mal ein Fass aufgemacht...
    Wenn bei uns Unklarheiten auftauchen, geh ich zum Brandschutzmeister unserer Stadt, der ist sehr auskunftsfreudig.
    Aber gibt es für DD nicht auch Brandschutzbestimmungen, wo diese Dinge geregelt sind?
    Auf jeden Fall ein heisses Thema, interessiert mich auch, da wir ja häufig mit DD zusammenarbeiten (müssen).

  • Da stehst Du ja jetzt auch vor so nem tollen Problem wie ich ?
    Ich würde wetten , das Du die Theorie perfekt beherrscht . Aber die Praxis und der Bestand sieht eben doch meist ganz anders aus .
    Ich habe gerade auch so ein Problem , da hat der Architekt , weil da im Bestand ne 12 er Gebäudetrennwand im EG steht ne 17,5er im OG draufmauern lassen , mit Ringbälkchen , darauf sind dann die Sparren gekommen , liegen 12 cm auf ( Es handelt sich um ca 2m Wand) Nun das Problem : Mit was die Öffnungen zw den Sparren schließen , bzw den erforderlichen Brandschutz zum Nachbarn herstellen?
    Da ist der Archi recht ratlos , es muss nämlich etwas für den Aussenbereich sein , und beputzbar .
    vielleicht wäre es am einfachsten gewesen zwischen den Sparren auszumauern und von aussen nochmal 6cm MIWO Fassadendämmung davor und verputzt .
    Ich weis es nicht ,
    Das schlimme ist eigentlich das dieses Stück Wand ( Neubau) dann den Brandschutz erfüllt , aber am Ende der Wand , dann der Dachübergang 0 - Brandschutz hat .


    Ich hoffe ich kapere nicht gerade Deinen Thread .


    Ich würde auf jedenfall dafür sorgen , das der Betroffene Nachbar bescheid weis , wenn jemand auf sein Dach steigt , entweder sagt der Kunde bescheid , oder man macht es eben selber . Das gehört sich doch einfach so .
    Zu den Kosten : ich würde mal sagen , es geht nach dem Verursacherprinzip .


    ---------- 9. August 2017, 20:47 ----------


    wie Weit Fenster weg sein müssen , bibt doch der B_Plan vor , aber ich glaube irgendwas um die 1,5-2,0 m

    Wer aufhört besser zu werden, hört auf ,gut zu sein

  • Da würde mich Mal interessieren: wie sieht es eigentlich bei Reihenhäusern/ DHH bzgl. des Brandschutzes aus, gerade auch bei älteren BJ?

  • Ich würde mal sagen , das hat keiner so ernst genommen !
    Ich habe zumindest immer gesehen , das die Dächer durchgelattet waren.
    nichts mit " Metalldachlatten ", es reicht ja ein gekantetes U aus Stahlblech im entsprechenden Lattenmaß , so das dieses übergestülpt werden kann .


    Die Spannenste Frage wäre eigentlich , Was ist mit der U-Bahn ?

    Wer aufhört besser zu werden, hört auf ,gut zu sein

  • :sarkasmus: welche U-Bahn? Gelächter!
    In diesem Fall BJ 1958!
    Ziegel sind verstrichen und ISO irgendwann nachgerüstet, Trockenbau drauf und Tschüss...
    Will Kalle aber jetzt nicht seinen thread kaputt machen, ist ein hochinteressantes Thema.

  • Nö, nix hochinteressant. Ist Alltag. Sobald änderunist Bestand aufgelöst ....
    Manchmal gar nicht so einfach zu lösen.bis GK 3 sollte man zumindest die Lattung und Dämmung in nicht brennbar unterbrechen.

    Nachdenken kostet extra!

  • Muss ich im Zuge einer Umdeckung (USB rauf, Latten neu, Eindeckung neu) den Brandschutz nach heutigem Standard herstellen oder aber gibt es da quasi Bestandsregeln?

    Welche Gebaeudeklasse liegt denn vor? Daraus und aus der zum Errichtungszeitpunkt gueltigen [definition=39,0]LBO[/definition] erkennt man, welche Anforderungen es mal gegeben haben koennte. Und aus der derzeitigen [definition=39,0]LBO[/definition] erkennt man, welche es jetzt gibt.


    - Wie verhält es sich hier, wenn ich an das Dach des Nachbarn muss? Kann ich das (Hammerschlagrecht?) oder brauchts hier die Zustimmung? Immerhin wird ja ein nicht unwesentlicher Teil aufgedeckt werden müssen und verändert.

    Einbeziehung des Nachbarn ist m.W erforderlich, wenn die Brandwand nicht eigenstaendig (also nur auf dem eigenen Grundstueck) befindlich ist.

    - Wie viel Meter müssen Fenster von Brandwänden weg sein?


    Sollte in der jeweiligen [definition=39,0]LBO[/definition] zu finden sein, iirc 1,25m fuer Dachfenster, PV, u.dgl. (BayBO).

    - Kann man aus einer "Unterdach Brandwand" eine "Überdach Brandwand" machen oder müssen dazu Genehmigung (Bauamt) eingeholt werden?

    Das haengt eben auch von der GK, Bestand und Anforderungen ab. Bei Sonderbauten sind im Rahmen des BSK auch Abweichungen moeglich.
    Wenn es im Zuge einer Sanierung keine Umnutzung gibt, wird i.a. kein Bauantrag gestellt.

    - Kann man mit B1-Stoffen arbeiten oder müssen es zwingend nicht brennbare Stoffe sein? Also Steinwolle.

    siehe auch hier [definition=39,0]LBO[/definition], m.W. sind harte (nichtbrennbare) Bedachungen gefordert. Aber was soll da die Steinwolle? Daemmung?


    Ansonsten gibt es fuer diese sehr speziellen Fragestellung auch ein sehr spezielles Nachbarforum, in dem sich Brandschutzfachplaner mit diesen Themen regelmaessig ausseinandersetzen..

  • Aber gibt es für DD nicht auch Brandschutzbestimmungen, wo diese Dinge geregelt sind?

    Sicherlich gibt es das, die Fachregel dürfte genug Details über die Ausführung zeigen. Das alles hilft aber nicht wenn Papier sich mit der Realität beißt. Vom Aufbau ist mir durchaus bekannt, wie ich so eine Brandwand auszuführen hätte.


    Die Spannenste Frage wäre eigentlich , Was ist mit der U-Bahn ?

    Die wird bis zum letzten Sparren geführt, danach wird mit Zink oder anderem Metall gearbeitet.

    bis GK 3 sollte man zumindest die Lattung und Dämmung in nicht brennbar unterbrechen.

    Was aber wenn der Stichsparren 5-10 cm - was ja schon fast viel in der Realität ist - weg von der Wand ist? 50 cm bringst da bei Leibe nicht zusammen. Die in den mir bekannten Detailzeichnungen gefordert werden. Weiter hat sich damals und vermutlich auch heute keiner einen Dreck darum gescherrt. Es wird/wurde durchgelattet und fertig. Wenn es richtig gut lief, dann haben sie immerhin mit dem Fichtenmoped auf der Brandwand n Schnitt in die Lattung gesetzt. Geht natürlich nur, wenn der Streichsparren schön dicht an der Wand steht wegen Kragarm. Dann haben wir aber wieder unmittelbar in Nähe der Brandwand brennbare Materialien. Und nu? Abreißen, inkl. Innenverkleidung und zurück setzen? Das auf beiden Seiten?



    Welche Gebaeudeklasse liegt denn vor?

    GK 2 bis maximal GK 3


    Daraus und aus der zum Errichtungszeitpunkt gueltigen [definition=39,0]LBO[/definition] erkennt man, welche Anforderungen es mal gegeben haben koennte.

    Wenn die aber nicht mit der Realität übereinstimmen? Was nützt mir das dann? Das ist ja die Initiale Frage. Was macht das Schwein der den Rotz hochnimmt die Situation feststellt und dann damit anhängt. Klar mitm Kunden reden. Aber mit dem Nachbarn? Wenn der nicht zahlt was dann? Dann kann ich auf der Kundenseite noch so dolle Geschütze auffahren, wenn Nachbar brennbares Zeug einbindet. Da hilft es mir auch nicht wenn die Ziegel auf die Wand in Muff gelegt sind. Latten binden ja weiterhin ein. Zu mal in der Regel durchgedeckt wurde und du den Bereich eh hochnehmen musst. Dann hat es sich auch mit dem Muff erledigt.

    Einbeziehung des Nachbarn ist m.W erforderlich, wenn die Brandwand nicht eigenstaendig (also nur auf dem eigenen Grundstueck) befindlich ist.

    Bei Reihenhäusern also immer der Fall, da sich eine Wand in der Regel 2 teilen.

    Sollte in der jeweiligen [definition=39,0]LBO[/definition] zu finden sein, iirc 1,25m fuer Dachfenster, PV, u.dgl. (BayBO).

    Habe ich bis jetzt nichts zu gefunden. Aber auch hier, was macht man, wenn Realität sich damit beißt? Bedenkenanzeige und alles wird gut?

    Das haengt eben auch von der GK, Bestand und Anforderungen ab.

    Warum? Eine Überdach geführte Brandwand hat für mich immer die bessere "Qualität". Ich dachte eher aus Gründen der "Optik" weil so nicht genehmigt und damit im Zweifel zu genehmigen. Ähnlich wie bei [definition=7,0]DFF[/definition] die man auch nicht überall reinsetzen darf. Wegen Ortsansichtsverschandlung oder wie die das schimpfen.

    siehe auch hier [definition=39,0]LBO[/definition], m.W. sind harte (nichtbrennbare) Bedachungen gefordert. Aber was soll da die Steinwolle? Daemmung?

    Wir reden hier doch über eine Brandwand unter Dach. Die muss ja logischerweise auch gedämmt sein. Zu mal "Muff" (Dachdeckermörtel) auf Zink oder Blech im allgemeinen scheiße hält. Hier liegt nahe, den Zwischenraum der Latten bis unter die Eindeckung mit Steinwolle zu versehen.

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  • Habe ich bis jetzt nichts zu gefunden. Aber auch hier, was macht man, wenn Realität sich damit beißt? Bedenkenanzeige und alles wird gut?

    Ein Beispiel aus de BayBO waere der Par. 28 (Brandwaende) und 30 (Daecher). Wenn sich im Bestand Abweichungen ergeben und keine Planung vorliegt, wie die Sanierung ausgefuehrt werden soll, bleibt dem ausfuehrenden Handwerker doch nichts anderes uebrig, als seine Bedenken anzumelden. Dann ist es Sache des Bauherren, die Verhaeltnisse zu klaeren.

  • keine Planung vorliegt, wie die Sanierung ausgefuehrt werden soll,

    Ist dem so? Handwerker hat doch angeboten = Planerhaftung. Ein Schwarzbau wird ja auch nicht dadurch zulässig dass man ihn saniert. Wenn also die örtlichen Gegebenheiten eine Norm konforme Durchführung nicht herstellen lassen, ist der Handwerker fein raus?


    Letztlich mag ja der Kunde das Risiko tragen, weil seine Hütte. Argumentativ wirst ihm aber kaum beikommen und vor allem nicht dem Nachbar um eine entsprechende Lösung herbei zu führen. Wenn ich jetzt aber entgegen der Norm ausführe, weil der Bestand es halt nicht zu lässt, dann begebe ich mich doch automatisch in einen Mangel. Da nicht nach [definition=13,0]a.R.d.T[/definition] gearbeitet wurde. Bei so etwas elementarem wie dem Brandschutz kann ich mir irgendwie schwer vorstellen, dass letztlich n 2 Zeiler genügt um Glückseligkeit zu erlangen.


    ---------- 9. August 2017, 23:12 ----------


    Zu mal es witzlos ist oberhalb mit Blech, Metalllatten zu arbeiten. Den Hohlraum mit A1-Material zu dämmen und letztlich doch innerhalb der 50 cm brennbares Material zu haben. Dann kann man sich auch den Zenober darüber sparen, weil ich mit nicht vorstellen kann dass das im Zweifel viel helfen wird! Vorallem nicht, wenn Nachbarlein unverändert bleibt.

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  • Also - wie der Brandschutz bei grenzständiger Blockbebauung zu regeln ist, steht in der [definition=39,0]LBO[/definition].
    In Nds muss die Brandwand entweder 30 cm über die Dachhaut hochgezogen oder je Seite ein 50 cm breiter, in der Sparrenebene liegender Streifen aus Baustoffen Klasse A montiert werden.



    Zitat von DV NBauO §6

    (6) 1 Brandwände müssen mindestens 0,30 m über die Dachhaut reichen oder in Höhe der Dachhaut mit einer beiderseits mindestens 0,50 m auskragenden feuerbeständigen Platte aus nichtbrennbaren Baustoffen abgeschlossen sein; darüber dürfen brennbare Teile des Daches nicht vorhanden sein. 2 Abweichend von Satz 1 genügt es bei Gebäuden der Gebäudeklassen 1, 2 und 3 mit harter Bedachung (§ 11 Abs. 1), wenn die Brandwände ohne Hohlräume an die Dachhaut anschließen. 3 Brandwände von Gebäuden mit einer nicht harten Bedachung müssen mindestens 0,50 m über die Dachhaut reichen.


    Ausgeführt sind diese Giebelwände meist als Trennwände, also Wand hochgezogen bis unter die Eindeckung. Da sich bei einer Umdeckung ja zumindest mal das Profil der Eindeckung ändert, meist auch noch ne Konterlattenebene hinzukommt, machst Du den Flammen also den Weg auf.


    Ich sehe es wie PeMu
    Streng genommen muss man bereits beim Umdecken eines RH tätig werden. Bei DG-Ausbauten oder grösseren DG Sanierungen lasse ich immer die Giebelwand hochmauern (incl. Ringanker oben drüber)


    Bei reinen Umdeckern bin ich eher selten involviert.

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • Jeder ist für seine Seite zuständig. Wenn der Nachbar nix macht, brauche ich ja auch nicht - ist nicht.
    Denn dazu gibt es ja 2-schalige Wände, die jede für sich schützen
    und
    bei Kommunwänden muss man eh ran und sich einigen.


    Die Argumentation, wenn eine Stelle nicht ok ist, kann man den Rest ja auch sein lassen - die kann man sich schenken.
    Ich sage mal (auch wenn es Haue gibt) typische Handwerkerdenke.
    Denn kann ich Alles in Frage stellen. Es gibt immer wieder Lücken im System, aus welchem Grund auch immer.


    Daher beim Ändern: was angefasst wird, wird auf Stand gebracht. Manchmal muss auch etwas mehr aufgepeppt werden.
    Aber deswegen wird nicht die ganze Hütte auseinander genommen.

    Nachdenken kostet extra!

  • Wenn also die örtlichen Gegebenheiten eine Norm konforme Durchführung nicht herstellen lassen, ist der Handwerker fein raus?


    Wenn ich jetzt aber entgegen der Norm ausführe, weil der Bestand es halt nicht zu lässt, dann begebe ich mich doch automatisch in einen Mangel. Da nicht nach [definition=13,0]a.R.d.T[/definition] gearbeitet wurde. Bei so etwas elementarem wie dem Brandschutz kann ich mir irgendwie schwer vorstellen, dass letztlich n 2 Zeiler genügt um Glückseligkeit zu erlangen.


    Aufpassen, du vermischt hier 2 unterschiedliche Dinge.


    Das eine sind gesetzliche Anforderungen an den Brandschutz (aus der [definition=39,0]LBO[/definition]) von Brandwänden und Dächern. Die waren auch bisher immer einzuhalten, jeweils auf den Stand der zur Ausführungszeit geltenden [definition=39,0]LBO[/definition]. Wenn diese Ausführungen nach damals geltenden Recht nicht statthaft war, dann gibt es auch nichts mit Bestand oder Bestandsschutz zu argumentieren. Abweichungen davon konnten und können nur mittels Abweichungsantrag bei der zuständigen Bauaufsicht eingebracht werden. Die Zuständigkeit dafuer liegt beim Bauherr.


    Die normgerechte Ausführung ist das, was du den AG schuldest. Abweichungen von der normgerechten Ausführung kannst du mit dem AG vereinbaren. Sie dürfen aber nicht den gesetzlichen Anforderungen widersprechen.

  • Ich sage mal (auch wenn es Haue gibt) typische Handwerkerdenke.

    Wat macht man jetzt mit dem Streichsparren? Wenn dieser unzulässig innerhalb der 50cm sind? Weg von der Unterdach-Lösung, hin zur Brandwand Überdach? Wird der Brandschutz eigentlich kontrolliert? Bez. gab es zu damals tiefgreifende Änderungen?

    Dachdecker [ˈdaχˌdɛkɐ] - Jemand der basierend auf ungenauen Daten, die von Leuten mit fragwürdigem Wissen zur Verfügung gestellt werden, präzise Rätselraten kann. Siehe auch; Zauberer, Magier

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  • Wat macht man jetzt mit dem Streichsparren? Wenn dieser unzulässig innerhalb der 50cm sind?

    Wieso unzulaessig? Bei GK1-GK3 war doch die Anforderung sinngemaess, Brandwand bis unter Dachhaut fuehren und mit nichtbrennbaren Material die Uebergaenge zum Dach fuellen?
    (Fuer GK4,5 und Sonderbau denken sich Brandschutzfachplaner oder Bauplaner schon eine Loesung aus...)


    Wird der Brandschutz eigentlich kontrolliert?

    Im Prinzip, ja. Mehr oder weniger intensiv. Das Spektrum reicht von Abnahme durch die untere Bauaufsicht bis zur Baubegleitung und Abnahme durch Pruef-SV fuer baulichen Brandschutz (Sonderbau). In oeffentlichen Einrichtungen gibt es auch die Moeglichkeit der wiederkehrenden "Brandverhuetungsschau" (heisst in anderen Region etwas anders, Feuerstaettenschau oder aehnlich, iirc) mit Bauaufsicht, Feuerwehr u.dgl.
    Eigentlich sollte das ausfuehrende Unternehmen am Ende seiner Arbeit auch eine Fachunternehmererklaerung mit guten Gewissen ausfuellen und abgeben koennen.

    Bez. gab es zu damals tiefgreifende Änderungen?

    In Teilen und Bundeslaendern schon moeglich, ich habe keine Sammlung historischer Bauordnungen vorliegen.

  • Streichsparren in Dachüberstand über die Brandwand? nicht systemkonform. Gehört dann eingehaust mit Kastengesimse.
    Kann man praktisch nicht/kaum ausführen ohne brennbare Bauteile über die Wand zu führen.. oder hat die Hütte Stahlpfetten? Alternative bei GK 2-3 wäre Pfette als feuerhemmend (F30-B) deklarieren.


    karo1170 : GK1 lassen wir hier mal weg. (Klugscheissmodus off)
    Es geht hier um den kleineren Wohnungsbau. Da kommt keiner wegen Brandverhütungsschau. Woher das Personal nehmen?
    Fachunternehmererklärung?!?
    Feuerstättenschau? der guckt sich den Abgasweg an und ob er seine Bürste durchschieben kann/darf/muss.
    Feuerwehr? die hat Wichtigeres zu tun, als bei [definition=39,0]LBO[/definition] Hütten nach dem Rechten zu sehen.


    Es bleibt in der Kategorie beim Architekten oder bei Renovierungen beim Bauherrn/Unternehmer.

    Nachdenken kostet extra!

  • Wird der Brandschutz eigentlich kontrolliert?

    Spätestens bei einem Brand mit Personenschaden.


    Was meinst Du, wie dämlich mich Maler ansehen, wenn ich bei MFH in Blockbebauung für ein Polystyrol [definition=50,0]WDVS[/definition] an den Grenzen wandhohe MiWoStreifen ausschreibe (oder bei Angeboten einfordere).
    Die meisten klatschen das bis an die Grenze auf die Wand. Ist aber lt. [definition=39,0]LBO[/definition] unzulässig.


    Brandschutz ist bei den meisten Handwerkern Pkt 138 auf der Liste der abzuarbeitenden Punkte und in aller Regel wird bei Pkt. 5 die Abarbeitung der Liste abgebrochen.

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • Hier geht doch ein bisschen was durcheinander.


    Echte Brandwände werden doch z.B. bei Reihenhäuser gar nicht gefordert, zumindest in der [definition=39,0]LBO[/definition] BW nicht.


    Bei den Bauvorhaben Reihenhaus, Doppelhaus o.ä. reicht es in der Regel, die Gebäudetrennwand bis unter die Dachhaut zu führen.
    Nach Rücksprache mit unserem Brandschutzsachverständigen kann oben auf die Mauerkrone 6 cm Mineralwolle als Mindestdämmung.


    Eine echte Brandwand muss ja auch unter Feuereinwirkung standsicher bleiben.
    Das bedeutet, dass die Wand stehen bleibt, auch wenn die Geschossdecken des zugehörigen Hauses durch den Brand einstürzen - das ist bei Reihenhäusern etc. nicht der Fall.


    Der erste Schritt für den TE wäre also zu klären ob eine Brandwand nach [definition=39,0]LBO[/definition] überhaupt erforderlich ist.

  • Mein lieber Till, Kalle hat nach Umdeckern gefragt. Daher schrieb ich:

    Da sich bei einer Umdeckung ja zumindest mal das Profil der Eindeckung ändert, meist auch noch ne Konterlattenebene hinzukommt, machst Du den Flammen also den Weg auf.

    Dann ist die Wand bei GK 1,2,3 nicht mehr bis unter die Dachhaut gehührt, sondern zwischen Wand und Dachhaut gibts einen Hohlraum und gf. brennbare Teile (Latten).


    Und schon wars das mit LBÖ konformer Ausführung. Selbst dann, wenn Wegen der GK und der [definition=39,0]LBO[/definition] keine Brandwände erforderlich sein sollten.

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  • Was soll die Unterscheidung mit echten und unechten Brandwänden? Es gibt nur echte!


    Was sind die doppelschaligen Wände mit F30 von innen und F90 von außen? Das sind Brandwände. Erleichterung: bis GK 3 müssen die nicht über Dach geführt werden - müssen..
    Und ja es ist nicht regelkonform, wenn die Wände nicht gehalten sind. Auch RH in GK2 benötigen dann tragende Wände und Decken in fh. Kann man auch alles in der LBOAVO (Bezug BW) nachlesen.


    Genau das sind so Ansichten...

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  • Klar gibt es nur echte Brandwände.
    War blöd formuliert.


    Nur sagt man oft "Brandwand" obwohl keine erforderlich ist.
    Beim Beispiel Reihenhaus ist eben keine Brandwand erforderlich, sondern z.B. nur eine Gebäudeabschlusswand.
    Oder verstehe ich da was falsch...


    Zitat [definition=39,0]LBO[/definition] AVO §7
    Anstelle von Brandwänden nach Satz 1 sind zulässig
    1....
    2. für Gebäude der Gebäudeklassen 1 bis 3 hochfeuerhemmende Wände,
    3. für Gebäude der Gebäudeklassen 1 bis 3 Gebäudeabschlusswände ohne Öffnungen, die von innen nach außen die Feuerwiderstandsfähigkeit der tragenden und aussteifenden Teile des Gebäudes, mindestens jedoch feuerhemmender Bauteile, und von außen nach innen die Feuerwiderstandsfähigkeit feuerbeständiger Bauteile haben,



    Zwar gelten auch für diese Wände in GKL 1-3 die meisten Anforderungen wie an Brandwände.
    Aber in GKL 1-3 muss die Wand eben nur bis unter die Bedachung geführt werden.
    Das ist eine erhebliche Erleichterung.


    Zurück zum TE:
    Der sollte nun erstmal prüfen, wie diese Wand denn genehmigt wurde.
    Steht in der Baugenehmigung Brandwand?

  • Wieso unzulaessig? Bei GK1-GK3 war doch die Anforderung sinngemaess, Brandwand bis unter Dachhaut fuehren und mit nichtbrennbaren Material die Uebergaenge zum Dach fuellen?

    Schon klar. Fürs Unterdach ist das eben nicht so trivial wie man meint. Die Brandwand selber gehört ja auch noch zum Gebäude. USB/UDB darf ich aber nicht einbinden, da eben brennbar. Zinkstreifen, reichlich Muff, Stahlkonterlatte, Lattenverlängerung aus Metall. Im Prinzip ist mir das schon klar. Darum ging es wie gesagt auch nicht.


    Streichsparren in Dachüberstand über die Brandwand? nicht systemkonform.

    Nein, kein Flugsparren! Streichsparren oder auch Giebelsparren genannt. Der steht 3-4cm von der Brandwand weg. Als schmankerle steht noch ein Schornstein für Festbrennstoffe an der Wand.

    oder hat die Hütte Stahlpfetten? Alternative bei GK 2-3 wäre Pfette als feuerhemmend (F30-B) deklarieren.

    Nö, die Fußpfette geht im gesamten durch, auch durch die Brandwand. Hinzu kommt, das ein Traufüberstand von 1,5m realisiert wurde, als Überdachung der Terrasse. Der geht von links nach rechts durch. Würde man also selbst die Wand "konform" bauen, so könnte sich das Feuer einfach im Traufkasten ausbreiten. Das meinte ich im übrigen mit "hat früher auch keinen interessiert" auch wenn das keine Rechtfertigung sein soll.



    Brandschutz ist bei den meisten Handwerkern Pkt 138 auf der Liste der abzuarbeitenden Punkte und in aller Regel wird bei Pkt. 5 die Abarbeitung der Liste abgebrochen.

    Eben, deswegen ist das Ding Montag auch zugedeckt. Aber ganz so sehr sollten die Architektenzunft auch nicht immer auf den Handwerker und seine "Unfähigkeit" dreschen. Gibt ja auch Welche die es Wissen. Sitzen die aber nicht am Hebel der Entscheidung nützt alles Wissen nix ;)


    Beim Beispiel Reihenhaus ist eben keine Brandwand erforderlich, sondern z.B. nur eine Gebäudeabschlusswand.
    Oder verstehe ich da was falsch...

    Brandwand, ist logischerweise auch Gebäudeabschlusswand. Steht so aber auch in der [definition=39,0]LBO[/definition]. Was soll ich da also klären? ;)

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  • Nö, nix hochinteressant. Ist Alltag.

    ... dafür macht ihr hier aber ganz schön ein Fass auf...
    Ich find's hochinteressant...

  • Das bedeutet, dass die Wand stehen bleibt, auch wenn die Geschossdecken des zugehörigen Hauses durch den Brand einstürzen - das ist bei Reihenhäusern etc. nicht der Fall.

    so, dass ist auch bei Gebäudeabschlusswänden erforderlich, die als Erleichterung für Brandwände möglich sind! Sonst sind die nicht F30 von innen nach außen!


    @alfred1: das ist der Alltag. Mit manchen Mythen muss man aufräumen.

    Nachdenken kostet extra!


  • @alfred1: das ist der Alltag. Mit manchen Mythen muss man aufräumen.

    Fuer mich sind das keine Mythen, sondern für mich, als Laie auf dem Gebiet höchst interessant. Auch wenn @Ralf Dühlmeyer sagt, das die meisten Handwerker bei Brandschutz eher die Augen zumachen. Ich schaue gerne über den Tellerrand um für mich Informationen auch aus anderen Gewerken mitzunehmen.
    Im übrigen zeigt die Diskussion doch, das es durchaus unterschiedliche Interpretationsweisen gibt.

  • Ich schaue gerne über den Tellerrand um für mich Informationen auch aus anderen Gewerken mitzunehmen.

    Ich schaue da auch gerne rüber, sonst hätte ich das Thema ja nicht gestartet. Dass ich Ausführungen nicht beeinflussen kann liegt ja in aller Regel nicht am Arbeiter vor Ort. Ich bin mir auch ziemlich sicher, dass ich das später anders Handhaben werde.


    Obgleich ich mich frage, wenn die Brieftasche eh nicht locker hängt, hier noch Nachträge rauszukitzeln. Auf Planerseite lässt sich das ja immer so leicht reden, weil in aller Regel ja auch nicht über Kosten während der Maßnahme philosophiert wird. Die üblichen "Ja aber sie haben doch nur dass und das Angeboten?" fehlen da denke ich gänzlich.

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  • Bei Fragen mache ich immer einen Termin beim Bauamt und lasse mich dort beraten. Aktuell hatte ich ein Problem mit dem umbau einer Dachgaube in einem Doppelhaus.Der Mann vom Bauamt war glücklicherweise recht kompetent und wir konnten eine Lösung erarbeiten. Die Gaube wird zwar sehr teuer, allein das Fensterlement liegt bei über 5000€, aber es ist machbar. Der Gesamtaufbau wird allerdings recht komplex.
    Ich würde mir bei solchen Themen immer eine ausreichende Beratung gönnen, denn ist der Schadensfall erstmal da, dann wird die richtig dreckige Wäsche gewaschen und natürlich ein verantwortlicher gesucht

  • Danke Flocke ich werde das zukünftig in Verantwortungsposition auch so handhaben.

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