Restfeuchte unter Sauberkeitsfolie nach Wasser im Keller

  • Liebe Leute,


    wir hatten kürzlich zum zweiten Mal Wasser im Keller, dieses Mal knöcheltief. Das Wasser ist, soweit man es mit Pumpen / Nasssaugern aufnehmen konnte, wieder aus dem Keller 'raus. Der gesamte Keller ist mit einer dunklen, robusten Folie, vermutlich als Sauberkeitsschicht, ausgelegt. Auf dieser Folie war bereits die gesamte Elektrik verlegt + fixiert (insbesondere Steckdosenleitungen, Heizungsrohre und Wärmepumpenstrom), bevor das Wasser eindrang. Naturgemäß hat sich das Wasser seinen Weg auch unter die Sauberkeitsfolie gesucht. Dort, wo keine Leitungen verliefen, konnte die Folie hochgeschlagen werden, so dass der Beton an diesen Stellen wieder langsam trocknet (es läuft seit 2 Tagen ein leistungsfähiger Bauentfeuchter). Wo aber Leitungen bereits verlegt und fixiert waren, kann die Folie nicht mehr hochgenommen werden, weshalb dort immernoch Restfeuchte unter der Folie ist, die auch der Entfeuchter nicht entfernen können wird.


    Estrichmensch und Kellerbauer sind der Ansicht, dass der Estrich aufgrund seines Gewichts beim Auftragen das Restwasser unter der Folie hervordrücken wird, das dann vom Betonestrich aufgenommen wird und mit der Zeit wegtrocknet.


    Meine Sorge ist, dass das Restwasser unter der Folie so aber nicht vollständig entfernt werden kann und früher oder später unter dem Estrich zu faulen beginnt. Was wir sicherlich nicht brauchen, ist ein nagelneuer Keller (leider nicht ganz billig), der muffig nach abgestandenem Wasser riecht.


    Sind meine Sorgen möglicherweise unbegründet? Oder schließt der Estrich die Restfeuchte nachher so dicht ab, dass kein Geruch entstehen kann? Was würdet Ihr mir für diese Situation raten?


    Danke und viele Grüße
    --
    Fomes

  • Estrichmensch und Kellerbauer sind der Ansicht, dass der Estrich aufgrund seines Gewichts beim Auftragen das Restwasser unter der Folie hervordrücken wird, das dann vom Betonestrich aufgenommen wird und mit der Zeit wegtrocknet.

    So etwas habe ich ja noch nie gehört...kurios.


    Wie groß sind denn die Flächen?


    ---------- 5. August 2017, 11:42 ----------


    zuerst mal die ominöse folie hinterfragen.

    Dampfbremse, was sonst?

  • "Sauberkeitsfolie" ist kein gebräuchlicher Begriff im Bauwesen. Insofern

    zuerst mal die ominöse folie hinterfragen.funktion, sinn, usw. zulassung als abdichtung auf der bopl. usw.

    dann weitersehen. Wenn die Folie eine Abdichtungsfunktion haben sollte, hat sie diese nach den diversen Durchdringungen eh nicht mehr.


    Und ausgetrocknet bis zur Ausgleichsfeuchte dürfte die Bodenplatte auch noch nicht sein.


    Estrichmensch und Kellerbauer sind der Ansicht, dass der Estrich aufgrund seines Gewichts beim Auftragen das Restwasser unter der Folie hervordrücken wird, das dann vom Betonestrich aufgenommen wird und mit der Zeit wegtrocknet.

    Die beiden haben anscheinend keine Ahnung von ihrem Tun.

    mit Gruß aus Berlin vom Skeptiker


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  • Estrichmensch und Kellerbauer sind der Ansicht, dass der Estrich aufgrund seines Gewichts beim Auftragen das Restwasser unter der Folie hervordrücken wird, das dann vom Betonestrich aufgenommen wird und mit der Zeit wegtrocknet.

    Genial.
    Die Ausrede muss ins grosse Buch der Ausreden Eingang finden.


    Wahrscheinlich bauen sie den dann auch nur erdfeucht ein. Verarbeitbar wird er dann durch das Zusatzwasser von der Bodenplatte.
    Dann ist er selbstnivellierend
    :lol:


    Naturgemäß hat sich das Wasser seinen Weg auch unter die Sauberkeitsfolie gesucht

    Naturgemäß ist da gar nix!
    Naturgemäß hätte so eine Folie, wenn sie denn irgendeine sinnvolle Funktion haben sollte, dicht sein müssen.

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • Eine Dampfbremse auf der Bopla ist doch keine druckwasserdichte Schwimmbad Abdichtung.
    Insofern kann doch die eigentlich vorgesehene Funktion erfüllt sein, auch wenn jetzt durch Wasser hinterlaufen.
    Oder?!

  • Eine Dampfbremse auf der Bopla ist doch keine druckwasserdichte Schwimmbad Abdichtung.
    Insofern kann doch die eigentlich vorgesehene Funktion erfüllt sein, auch wenn jetzt durch Wasser hinterlaufen.
    Oder?!

    Ja, kann, kann aber auch nicht. Aber dafür müsste man erstmal die Funktion kennen und verstehen: Schrenzlage. Dampfbremse, Dampfsperre, Abdichtung nach [definition=25,0]DIN[/definition] 1853X ?

    Welchen Sinn hat eine Folie, die x fach perforiert wird, durch die Installationen auf dem Boden?

    Wie Du schon implizierst: Wenig bis keinen. Aber vielleicht ist es ja auch nur eine "Sauberkeitsfolie"?

    mit Gruß aus Berlin vom Skeptiker


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    Einmal editiert, zuletzt von Skeptiker ()

  • Welchen Sinn hat eine Folie, die x fach perforiert wird, durch die Installationen auf dem Boden?

    >Den kapillaren Wassertransport vorzubeugen.
    Da schaden auch ein paar durchgehende, nicht kapillarleitende Nägel nichts.
    Kapillarleitende Baustoffe dürfen nur keinen Kontakt zueinander haben.
    Gegen drückende Wasser taugen Folien- Bahnenabdichtungen auf der wasserabgewandten Seite eh nichts.

    öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für das Maurer- und Betonbauerhandwerk

  • Auf dem Boden unseres WU-Kellers ist flächendeckend "KN4UF Katja Sprint" verlegt. ( Knauf - Katja Sprint Abdichtungsbahn ) Im Kellerangebot steht "Noppenbahn als Sauberkeitsschicht". Welche Funktion die sprintende Katja erfüllt / erfüllen soll, weiß ich nicht. Ist es unüblich, eine solche Folie auf dem Kellerboden auszulegen, bevor der Fußbodenaufbau (10 cm Wärmedämmung + 5 cm Zementestrich) erfolgt?


    Meine primäre Frage ist aber nach wie vor, wie die Feuchtigkeit unter der sprintenden Katja zu bewerten ist.


    edit - wir sprechen von rd. 80 m² Kellerboden.

  • Im Kellerangebot steht "Noppenbahn als Sauberkeitsschicht"

    die ist unter dem beton .nicht wirklich gut .(keine echte sauberkeitsschicht , eher die spar-sparversion )

    Welche Funktion die sprintende Katja erfüllt / erfüllen soll, weiß ich nicht.

    dampfsperre :Abdichtungsbahn aus Polymerbitumen mit Glasvlies- und Aluminiumeinlage sowie beidseitig mit PE beschichtet.

    Ist es unüblich
    eine solche Folie auf dem Kellerboden auszulegen, bevor der Fußbodenaufbau (10 cm Wärmedämmung + 5 cm Zementestrich) erfolgt?

    ziemlich üblich

    Meine primäre Frage

    wenn da wirklich viel wasser reingezogen ist , ist es nicht wirklich gut

    die vernunft könnte einem schon leid tun....

    sie verliert eigentlich immer

  • mein laienhaftes technisches Verständnis sagt mir, ich würde mir keine großen Sorgen machen.
    Die BoPla ist doch sowieso ein erdberührtes Bauteil, und immer feucht/nass. Das Wasser unter der Folie trocknet schon irgendwann weg.. ins Erdreich z.B.


    Das kann natürlich total falsch sein.

  • Das Wasser unter der Folie trocknet schon irgendwann weg.. ins Erdreich z.B.

    Wie denn? Trocknen geht physikalisch über Ein Partialdruckgefälle. Dazu müsste es unter der Bodenplatte also TROCKENER als unter der Katja sein.
    Wäre dem so, bräuchte es aber die Katja nicht.

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • Um jetzt nicht um Teufels Bart zu diskutieren.
    Wie ist denn jetzt der Behebungsvorschlag?


    Wenn Restfeuchte unter Katja vorhanden =>


    Alles raus und neu (inkl. Elektro + Sanitär, um Katja ordentlich wegzubekommen)?
    Oder gibs Tricks, um die Feuchte auch so wegzubekommen?
    Oder nicht so schlimm, Estrich trotzdem drauf und gut?

  • Wie denn? Trocknen geht physikalisch über Ein Partialdruckgefälle. Dazu müsste es unter der Bodenplatte also TROCKENER als unter der Katja sein.
    Wäre dem so, bräuchte es aber die Katja nicht.

    Wäre es unter der BoPla feuchter als unter der Katja, wäre es doch nur eine Frage der Zeit bis diese Feuchtigkeit durch das Partialdruckgefälle bis unter die Katja gewandert ist.
    Sprich: in den Feuchtgebieten unter der Katja gleicht sich die Feuchtigkeit aus, in welche Richtung auch immer.


    Außerdem ist es der BoPla doch scheißegal, wie feucht sie ist. Haus bleibt dank der Katja trocken.

  • für die fälle , wo viel wasser ständig ansteht , wurde der sogenannte WUbeton erfunden .und auch verschiedene abdichtungen.
    in verbindung mit BGU kann (sollte , muss ) die immernasse bodenplatte vermieden werden .

    die vernunft könnte einem schon leid tun....

    sie verliert eigentlich immer

  • Leute man kann es auch übertreiben.... Mark schrieb doch schon bei drückendem Wasser ist eine Abdichtung auf der Wasser abgewandten Seite eh Käse über welche ungelegten Eier diskutiert man hier?


    Mir ist zwar noch nicht klar wie das Wasser hinter die BoPl-Abdichtung kam aber welchen Schaden soll es da verursachen? Wenn die BoPla-Abdichtung dicht ist, dann ist mit einer Kapillarität nicht zu rechnen. Das mag zwar nur meine persönliche Meinung zu sein hier aber n potenziellen Streit für den TE zu diskutieren ist irgendwie überzogen.

    Dachdecker [ˈdaχˌdɛkɐ] - Jemand der basierend auf ungenauen Daten, die von Leuten mit fragwürdigem Wissen zur Verfügung gestellt werden, präzise Rätselraten kann. Siehe auch; Zauberer, Magier

    * Administrative oder moderative Beiträge in rot

  • @Fomes Kann es sein, dass deine Bitumenbahn an den Nähten nicht verschlossen wurde und deshalb Wasser eintrat?

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  • Namd zusammen. Mein Kernproblem lautet nach wie vor --> Schadet das Restwasser unter Katja in irgendeiner Weise dem fertigen Keller?


    Zu den Fragen:
    Einmal lief etwas Wasser in den HAR beim "Jahrhundertniederschlag" vor ca. 5 Wochen in den Keller, dann vor 2 Wochen nochmal, leider aber dieses Mal knöcheltief im gesamten Keller, als es lokal bei unserer Baustelle noch einmal deutlich mehr Niederschlag gab, als anlässlich des sog. "Jahrhundertniederschlages". Glück muss man haben. Ursache für das eindringende Wasser waren jeweils Kernborungen durch die Kellerwand, die noch nicht final abgedichtet waren, da die durchführenden Rohre noch nicht installiert waren, denn das Haus/der Keller war/ist noch nicht fertig. Die Baugrube hatte natürlich auch eine normale Sauberkeitsschicht, auf der die WU-Platte gegossen wurde. Die Katja liegt im Innenbereich auf der WU-Platte auf. Eindringendes bzw. wegtrocknendes Wasser halte ich für äußerst unwahrscheinlich, da kompletter WU-Keller. Dass Katja dafür sorgt, dass der Keller von unten trocken bleibt, halte ich deshalb auch für sehr unwahrscheinlich. Soweit ich das verstehe, ist bei unserem WU-Keller auch tatsächlich jedes erdberührende Teil aus WU-Beton.


    Die Katja wurde auf dem gesamten Kellerboden verlegt und an den Wänden ca. 10 cm hochgeklappt. Ob die einzelnen Bahnen tatsächlich wasserdicht miteinander verbunden waren, weiß ich nicht. Jedenfalls stand das Wasser im Keller aber höher als die 10 cm Hochklapprand von Katja, so dass das Wasser überall im gesamten Keller über den geklappten Rand von Katja zwischen WU-Kellerwand und verlegter Katja laufen konnte, da der hochgeklappte Katja-Rand nicht wasserdicht mit der WU-Kellerwand verklebt worden war. Das ist der Grund, weshalb der gesamte Keller sowohl über als auch unter Katja unter Wasser stand. Man hatte in etwas das Gefühl, auf einem Wasserbett zu laufen. Ich hoffe nun, alle Detailfragen zur Entstehungsgeschichte erschlagen zu haben, was mich zu meinem eigentlichen Anliegen zurück bringt:


    --> Meine Sorge ist, dass das Restwasser unter Katja nicht vollständig entfernt werden kann und früher oder später
    unter dem Estrich zu faulen beginnt. Was wir sicherlich nicht brauchen,ist ein nagelneuer Keller (leider nicht ganz billig),
    der muffig nach abgestandenem Wasser riecht.


    Sind meine Sorgen möglicherweise unbegründet? Oder schließt der Estrich die Restfeuchte nachher so dicht ab,
    dass kein Geruch entstehen kann? Was würdet Ihr mir für diese Situation raten? <--


    Schönes Rest-WE
    --
    Fomes

  • Dass Katja dafür sorgt, dass der Keller von unten trocken bleibt, halte ich deshalb auch für sehr unwahrscheinlich

    das hat auch keiner ernsthaft angenommen

    da der hochgeklappte Katja-Rand nicht wasserdicht mit der WU-Kellerwand verklebt worden war. Das ist der Grund, weshalb der gesamte Keller sowohl über als auch unter Katja unter Wasser stand. Man hatte in etwas das Gefühl, auf einem Wasserbett zu laufen.

    wer dadrauf einfach dämmung und estrich pappt , gehört erschossen

    > Meine Sorge ist, dass das Restwasser unter Katja nicht vollständig entfernt werden kann und früher oder später
    unter dem Estrich zu faulen beginnt.

    die ist sowas von berechtigt ....


    nachtrag : das ist ja dann auch keine restfeuchte . da ist wasser unter der sprinterin ... , die ist unten nass.

    die vernunft könnte einem schon leid tun....

    sie verliert eigentlich immer

  • Alles in der Natur sucht nach einem Ausgleich.
    So will sich auch das schliere Wasser im Gleichgewicht mit den angrenzenden Schichten befinden.
    Es wird daher, Dampfpartikelfruck wurde hier schon beschrieben, sich mit der Luft im Keller ausgleichen.
    Dieses in der Regel in den Bereichen wo die Dampfbremswirkung (Dampfdicht ist die Katja nun wirklich nicht) am geringsten ist. Dieses wird idR im Randbereich sein.
    Hier kommt es dann zu erhöhten Feuchtigkeit was wiederum zu Schimmelpilzbildung führen kann.
    Daher: das schliere Wasser muss da raus. Restfeuchtigkeit ist eher unbedeutend.

    öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für das Maurer- und Betonbauerhandwerk