Windlast in der Statikberechnung

  • Hallo,
    wie die Überschrift schon sagt geht es um die angesetzte Windlast in der Statikberechnung meines im letztem Jahr fertiggestellten EFH.


    Anhand der Statischen Berechnung wurde für mein Haus Windlastzone 2 (Sachsen) und Michkategorie II/III gewählt. Dies mag nach Karte auch so stimmen, spiegelt aber bei weiten nicht die örtliche Situation wieder.
    Mein Haus steht in einer exponierten Lage bzw. hat eine Kammlage im Mittelgebirge (Erzgebirge). Das Haus hat ca. 10km freie Sicht Richtung Süd/West (Wetterseite). Es stehen auch in direkter Sicht Richtung Westen in ca. 3km Entfernung mehrere große Windräder die tiefer stehen als mein Haus. Das Gelände fällt vor meinen [definition=52,1]Grundstück[/definition] auf zwei Seiten um ca. 50m ab. Anhand dieser Topografie trifft der Wind direkt mein Haus, was man Vor-Ort auch entsprechend merkt. Während es bei meinen Haus Stürmt ist es 100m die Straße weiter quasi fast Windstill.


    Wer und nach welchen Kriterien entscheidet nun ob eine exponierte Lage vorherrscht?!


    Warum Frage ich? Zum einen weil ich mir um die Statik meine Hauses sorgen mache (Holzständerbauweise). Zum anderen weil es durch den Winddruck häufig durch die Revisionsöffnungen der Innenliegenden Rollläden rein zieht bzw. sich im Winter Kondenswasser bildet. Des weiteren pfeift und heult der Wind durch diese Revisionsöffnungen und den dezentralen Lüftungsöffnungen.


    Danke schon mal für eine Antwort.

  • windlastannahmen in der statik haben nur begrenzt einfluss auf
    die beschriebenen wahrnehmungen von undichtigkeiten.


    bzgl. statik ist meine erste überlegung, ob und wie der wind
    im rahmen einer aussteifungsberechnung berücksichtigt wurde.
    das halbwegs richtig zu machen, bedeutet viel arbeit ..
    mischprofil II/III ist vermutlich ok, die jeweilige windzone und
    die topografie müssen natürlich richtig berücksichtigt werden.


    wenns im bauwerk pfeift, muss man zuerst nach dem ergebnis
    des bdt und den heiz-/lufttechnischen rahmenbedingungen
    fragen ..

  • Aber ist denn nicht die Angabe die der Statiker zur Windlast macht für fast alle Gewerke wichtig? Wäre die Bauausführung der Gewerke (Dach, Haus, Rollos, Lüftung, ect.) nicht eine andere wenn man von einer hohen Windlast ausgeht?

  • Zur Haustechnik kann ich nicht viel beitragen. Rollladenkästen müssen bis auf die ggf. vorhandenen Durchführungen für Gurtwickler dicht sein.


    Wurde ein Luftdichtigkeitsnachweis gemacht? Zitat: "50 Pa entsprechen etwa einem sehr starken Wind bzw. Sturm, der auf ein Gebäude einwirkt." (der Link ist keine Werbung, bitte ggf. löschen)

    __________________
    Gruß aus Oranienburg
    Thomas

  • Windlastzone ist nur für die Statik von direkter Bedeutung.


    Natürlich sollte es aus den Rollokästen nicht ständig pfeiffen, aber das hat nicht direkt was mit den Windlastzonen zu tun.

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • Aber ist denn nicht die Angabe die der Statiker zur Windlast macht für fast alle Gewerke wichtig? Wäre die Bauausführung der Gewerke (Dach, Haus, Rollos, Lüftung, ect.) nicht eine andere wenn man von einer hohen Windlast ausgeht?

    Außer dem Statiker interessieren sich regelmäßig nur noch der Dachdecker und selten der Fensterbauer für die Windlast, sonst keiner.

    mit Gruß aus Berlin vom Skeptiker


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  • Zur Haustechnik kann ich nicht viel beitragen. Rollladenkästen müssen bis auf die ggf. vorhandenen Durchführungen für Gurtwickler dicht sein.


    Wurde ein Luftdichtigkeitsnachweis gemacht? Zitat: "50 Pa entsprechen etwa einem sehr starken Wind bzw. Sturm, der auf ein Gebäude einwirkt." (der Link ist keine Werbung, bitte ggf. löschen)

    Das Ergebnis des Blower Door Tests war super. Es wurde allerdings auch eine ganze menge abgeklebt. Was genau kann ich nicht mehr sagen.


    n50 = 0,35
    VLeckage = 0221m3/h
    Pdiff = -0,3Pa



    Windlastzone ist nur für die Statik von direkter Bedeutung.


    Natürlich sollte es aus den Rollokästen nicht ständig pfeiffen, aber das hat nicht direkt was mit den Windlastzonen zu tun.

    Außer dem Statiker interessieren sich regelmäßig nur noch der Dachdecker und selten der Fensterbauer für die Windlast, sonst keiner.

    Dann noch mal meine Eingangsfrage: Wer und nach welchen Kriterien entscheidet nun ob eine exponierte Lage vorherrscht?! Ein Statiker war nie Vor-Ort. Nach einer Nachfrage meinerseits wird aus dem Büro heraus von der Hausbaufirma und dem Statiker bestätigt das alles seine Richtigkeit hat.

  • in situ [definition=17,0]BDT[/definition]

    :lol: YMMD :lol::thumbsup::thumbsup:


    Entschieden wird das von (fast) jedem Gewerk für sich. Klingt komisch, ist aber so in der Praxis.
    Zumindest dann, wenn es sich um einen BT oder [definition=33,0]GÜ[/definition] mit Minimalplanung und Bauleitung handelt.


    Abgeklebt werden kann beim [definition=17,0]BDT[/definition]:
    Lüftungsanlage
    Wrasenabzug


    Das wars. Alles andere verfälscht den [definition=17,0]BDT[/definition]. Und gehört im Protokoll vermerkt.

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • Wer und nach welchen Kriterien entscheidet nun ob eine exponierte Lage vorherrscht?!

    Der Statiker, ggf. nach Ansage des Entwurfsverfassers. Mehr kann ich dazu nicht beitragen, ich hatte aber so einen Fall noch nie.


    Dass der Statiker vor der Berechnung nicht vor Ort ist, ist die Regel. Der muss auch nicht, wenn er ausreichende Informationen zum [definition=52,1]Grundstück[/definition] hat.

    __________________
    Gruß aus Oranienburg
    Thomas

  • Kurze Zwischenfrage: Wird der Kaminzug auch abgeklebt?


    Das sollte ich nämlich unter der Revisionstür machen (die Lüftungsschlitze dort).


    Ist mir eher schlecht als recht gelungen...