Mindestanforderung für Inbetriebnahme KWL+WRT

  • Hallo zusammen,


    vor längerer Zeit hatte ich im Forum bereits in diesem Thread ein paar Fragen zur Plausibilität der Auslegung unserer KWL+WRG gestellt. Die 'Auslegung/Planung' hatte ich verlinkt (hier nochmal das Dokument) und im Endeffekt ist es nun, da im Vertrag nichts anderes festgelegt war, auch dabei geblieben, dass der Installateur den Verlegevorschlag umsetzt. So weit, so unerfreulich; aber auf einer ordentlichen Auslegung nebst Kanalnetzberechnung kann man wohl nicht bestehen.


    Nun steht kurz vor Fertigstellung der Bezugsfertigkeit die Inbetriebnahme an und daher meine Frage: was muss da mindestens bei einer Ausführung nach den [definition=13,0]a.R.d.T[/definition]. gemacht werden? Kann ich auf irgendwelchen Messungen von Differenzdrücken, Schalldruckpegeln oder Volumenströmen bestehen (vertraglich wurde keiner dieser Punkte quantitativ festgelegt) oder kann sich der Installateur mit Einschalten und die Funktion des Geräts erklären begnügen?


    Mir geht es nicht darum, was ein gutes Unternehmen machen SOLLTE, sondern AUSSCHLIEßLICH darum, was MINDESTENS zu machen ist.

  • So weit, so unerfreulich; aber auf einer ordentlichen Auslegung nebst Kanalnetzberechnung kann man wohl nicht bestehen.

    Nachträglich ist das schwierig. Das sollte man, ebenso wie die Dimensionierung der Heizungsanlage und WW-Bereitung vor Vertragsunterzeichnung festlegen. Das sind halt Risiken beim Bauen mit [definition=32,0]GU[/definition]/[definition=33,0]GÜ[/definition].
    Wie kann man geplante, raumweise Luftwechsel bzw. Volumenströme im Betrieb einhalten/garantieren, wenn nicht zuvor eine Kanalnetzberechnung durchgeführt wurde? Wie ein Lüftungsgerät auswählen, wenn der Gesamtdruckverlust unbekannt ist?

    Kann ich auf irgendwelchen Messungen von Differenzdrücken, Schalldruckpegeln oder Volumenströmen bestehen (vertraglich wurde keiner dieser Punkte quantitativ festgelegt) oder kann sich der Installateur mit Einschalten und die Funktion des Geräts erklären begnügen?

    Hier dürfte Letzteres zutreffen. Es wurde ein Luftmengeplan erstellt, rein theoretisch besteht zumindest Anspruch, dass dieser auch eingehalten wird. Ohne Einmessprotokoll bei Inbetriebnahme ist dieser Nachweis jedoch nicht möglich. Also reines Rätselraten.

    Mir geht es nicht darum, was ein gutes Unternehmen machen SOLLTE, sondern AUSSCHLIEßLICH darum, was MINDESTENS zu machen ist.


    Mindestens ist der Luftmengenplan einzuhalten. Ob der fachlich korrekt ist, möchte ich nicht beurteilen.


    NB:
    Was für die Lüftungsanlage zutrifft, gilt für die Heizungsanlage ebenso.

  • Ist die nicht einzuhalten, bzw nur wenn vereinbart?


    Die [definition=25,0]DIN[/definition] 1946-6 bezieht sich auf die gesamte Nutzungseinheit, nicht auf Notwendigkeiten einzelner Räume nach Nutzung, was deren größter Schwachpunkt ist!
    Böse Zungen behaupten, dass die 1946-6 erfunden wurde, damit mit dem „Schimmelgespenst“ mehr KWL verkauft werden, obwohl zahlreiche junge Neubauten ohne KWL und Schimmel existieren ;-)
    Wie Andybaut hier
    schreibt, betreibt er seine KWL mit Minimallüftung und nicht mit Nennlüftung nach 1946-6 ;-)
    Die pauschale Behauptung man müsste bei Fensterlüftung ca. alle 2h für x Minuten Querlüften, ist ein reine Verkaufskeule.
    Allerdings existieren zahlreiche Gründe/Notwendigkeiten außer dem Komfort, warum im Einzelfall eine KWL m/o WRG dennoch tatsächlich sinnvoll sein kann oder notwendig ist. Wesentlich hierbei die Notwendigkeiten einzelner Räume.

    Einmal editiert, zuletzt von R.B. () aus folgendem Grund: link entfernt

  • Wir hatten im alten Forum darüber mal einen Thread, in dem nicht nur ich, sondern die eindeutig die Mehrzahl der Nutzer übereinstimmend sagten, dass aus unserer Sicht die [definition=25,0]DIN[/definition] 1946-6 keine anerkannte Regel der Technik ist.


    Die Berechnung führt ohnehin quasi immer zum gleichen Ergebnis und berücksichtigt individuelle Nutzersituationen nicht. Diese Norm degradiert den Nutzer förmlich zum nichtdenkenden Individuum und lässt Selbstverantwortlichkeit gar nicht zu.

  • Die Berechnung führt ohnehin quasi immer zum gleichen Ergebnis und berücksichtigt individuelle Nutzersituationen nicht. Diese Norm degradiert den Nutzer förmlich zum nichtdenkenden Individuum und lässt Selbstverantwortlichkeit gar nicht zu.

    Völlig korrekt. Hiermit sollen KWL mit dem "Schimmelgespenst" verkauft werden, völlig ohne Berücksichtigung der individuellen, spezifischen Notwendigkeiten.

  • Als Rückmeldung nach erfolgter 'Abnahme' bei der Baubesichtigung kann ich folgendes mitteilen.


    Die Firma hat nach eigenen Angaben (ohne Protokoll und von mir auch nicht prüfbar) die Volumenströme an jedem Auslass getrennt gemessen und so eingestellt, dass sie mit der 'Auslegung' durch den Anlagenhersteller (Firma Ze****r) übereinstimmt. Die Messung erfolgte bei Stellung 'Auto'. Da ist die Anlage auch nicht hörbar oder sehr leise. Prüfen kann ich das nicht.


    Zum Test habe ich die Anlage (eine C0mf0A**) einmal auf die höchste Stufe gestellt. Zu den Volumenströmen kann ich nichts sagen, aber im Wohnzimmer ist die Anlage SEHR deutlich auch bei lauten Unterhaltungen zu hören (klingt wie eine vorbeifahrende Straßenbahn/S-Bahn durch gute Schallschutzfenster), in anderen Räumen ist sie wesentlich leiser. Die 'Erklärung' des Sanitärtypen war, dass die Leitungslänge ins ja Wohnzimmer auch länger wäre (in den anderen Räumen, wo sie leiser ist, da sind die Leitungslängen aber sowohl kürzer (in den angrenzenden Kellerraum) als auch noch länger (ins OG oder DG)). Auf den Einwand kam die Aussage: ist ja auch Partylüftung und die macht man höchstens an, wenn man nicht daheim ist oder laute Musik läuft, d.h. das ist so OK.


    Wie geschrieben, im Auto-Modus ist sie fast nicht hörbar, d.h. ggf. ist das OK so (im Schlafzimmer bei absoluter Ruhe konnte ich das natürlich noch nicht testen).


    Am 29.8. erfolgt dann die endgültige Abnahme (+Schlüsselübergabe -- da ich selbst vom eigenen Haus vom [definition=33,0]GÜ[/definition] keinen Schlüssel habe, kann ich bis dahin auch nicht einmal zum 'Nachhören' in das Haus) und bis dahin muss ich mich entscheiden, ob ich das so akzeptiere(n muss) oder ob ich da noch etwas 'nachbessern' lassen kann -- wobei ich dann eine handfeste Begründung brauche ('Ist mir zu laut.' zählt da sicher nicht ;) ). Und selbst dann würden die wohl einfach die Ventile zudrehen bis keine Luft mehr rauskommt, da ich es ja nicht nachmessen kann.

  • um Dir mal etwas die Angst zu nehmen...
    Bei Zehnd.. macht die Einmessung idR jemand von Zehnd.. selbst und das nach Vorgabe. Das gehört idR genauso zum Paket für den HB wie die Auslegungsplanung an sich.
    Der HB führt idR nur die Installation aus...


    Aus eigener Erfahrung nach 5 Jahren mit einer Com..Air350 kann ich sagen:


    Stufe 0 (Abwesenheit) und Stufe 1, nehmen wir nicht wahr, auch nicht im SZ bei absoluter Ruhe.
    Stufe 2 kann man bei absoluter Ruhe im SZ als leichtes "Hintergrundrauschen" (ähnlich einem weit entfernten Wasserfall) erahnen, finde ich immer noch nicht störend beim schlafen.
    Stufe 3 (Intensivlüftung) kann man deutlich wahrnhehmen, z.B. auf der Toilette oder direkt unter dem Ventil auch bei etwas Hintergrundgeräusch. Beim schlafen würde es mich vermutlich stören.


    Die Anlage läuft bei uns 365d/24h, zu 98% auf Stufe 1 (entspricht ~ 0,3 Wechsel/h). Ist die Bude im Winter mal voller Gäste, dann auch mal 2. Stufe 3 kommt nur zum Einsatz, wenn mal was intensiv gebraten wurde (z.B. Fisch). Dann einmal die Intensivlüftungstaste (30min Stufe 3) gedrückt und gut ist wieder.
    Auf Stufe 3 hören wir auch das Gerät an sich aus dem Keller etwas (offene Treppe in den Keller, einfache Tür zum HTR/[definition=34,0]HWR[/definition]) im Wohnraum, aber störend ist das nicht. Der Staubsaugerroboter ist das ein vielfaches lauter ;)