Fundamenterder außerhalb vom Fundament

  • Hallo,
    Unser Blitzschutzunternehmen hat unserem Architekten den Fundamenterder mit verzinktem Bandstahl außerhalb des Fundaments (aber nah dran) zu verlegen. Ich dachte der Fundamenterder kommt in das Fundament. Beim Anruf bei meinem Architekten hat der gemeint, dass man das so machen kann.


    Was ist eure Meinung? Fundamenterder in Fundament und Ringerder außen rum?


    Im Angebot steht:

  • Ich dachte der Fundamenterder kommt in das Fundament.


    Ja.



    Fundamenterder in Fundament und Ringerder außen rum?

    Ja. Wobei es auf die Beschaffenheit des Fundamentes und die benoetigte Erdungsanlage ankommt. Bei erdfuehligen Fundamenten genuegt der klassische Fundamenterder im Fundament als Ring verlegt, evtl. mit Maschen versehen und mit entsprechenden Auslassfahnen bestueckt. Bei nicht erdfuehligen Fundamenten (z.b. Perimeterdaemmung unter BoPla) wird der Fundamenterder als Funktionspotentialausgleichsleiter in die Fundamente/BoPla eingebracht, mit dem aussenliegenden Ringerder verbunden , der uebernimmt dann die erdfuehlige Verbindung.


    Die Angaben im Angebot deuten auf ein Gebaeude mit aeusseren Blitzschutz hin (Maschenweite Ringerder unter BoPla 10x10m) und nicht-erdfuehligen Fundamenten.


    Gibt es eine Ausfuehrungsplanung der Erdungsanlage oder eine Werkplanung? Also einen Grundriss, der zeigt, wo die Leitungen, Auslassfahnen, Anschluesse HES... liegen?

  • Unser Blitzschutzunternehmen hat unserem Architekten den Fundamenterder mit verzinktem Bandstahl außerhalb des Fundaments (aber nah dran) zu verlegen. Ich dachte der Fundamenterder kommt in das Fundament.

    Aber nicht nach der leicht pervers klingenden Definition der DIN VDE 0100-540:2012-06

    Zitat von DIN VDE 0100-540

    542.2.3 Im Folgenden sind Beispiele von Erdern genannt, die verwendet werden dürfen:


    - Fundamenterder, in Beton verlegt nach [definition=25,0]DIN[/definition] 18014
    - Fundamenterder, in Erde verlegt (Ringerder) nach [definition=25,0]DIN[/definition] 18014

    Zitat von AndreR

    Beim Anruf bei meinem Architekten hat der gemeint, dass man das so machen kann.

    Nicht alles was man machen kann ist auch normkonform. Die seit [definition=25,0]DIN[/definition] 18014:2007-09 geltenden wesentlichen Änderungen sind noch viel zu frisch um "schon" allen Baubeteiligten bekannt zu sein. Architekten, welche die [definition=25,0]DIN[/definition] 18014 wirklich beherrschen und nicht laufend dagegen verstoßen, sind in der Minderheit.


    Die Knackfrage lautet somit, ob das ein Neubau ist, denn dann ist mit wie ohne Blitzschutzanlage die [definition=25,0]DIN[/definition] 18014:2014-03 verbindlich und Ringerder aus NIRO, Werkstoffnummer 1.4571 oder gleichwertig (V4A), seit 2007-09 Pflicht. Ob es bei Bestandsbauten sinnvoll ist zu riskieren, dass Erder lange vor der Gebäudebetriebszeit korrodieren können, ist eine andere Frage.


    Blitzschutzbauer ist kein Handwerksberuf, daher darf sich jeder so bezeichnen der ein Stück Stahl biegen kann. In dem Gewerk betätigen sich überwiegend Dachdecker in deren Ausbildung großteils noch kein Äußerer Blitzschutz gelehrt wurde. Wer eine vom VDE geprüfte Blitzschutzfachkraft sucht, braucht Geduld. Das ist im Raum Stuttgart/Leonberg nicht anders.


    Nach dem Wortlaut der [definition=25,0]DIN[/definition] 18014 muss der Einbau der Erdungsanlage durch bei einem Verteilnetzbetreiber nach NAV § 13 konzessionierten Elektro- oder Blitzschutzfachkräften erfolgen. Blitzschutzbauer mit Konzessionseintrag sind aber ebenso rar wie Architekten welche die [definition=25,0]DIN[/definition] 18014 kennen und einhalten.

  • Das Angebot klingt an sich schlüssig. Ist der aussen verlegte Draht wirklich St/tZn? Oder handelt es sich um den angebotenen Ringerder aus V4A 1.4..., der ja um das Gebäude herum liegen sollte, Tiefe ca 0,8m, ausserhalb der Fundamente.


    Ob der Fundamenterder bei teilweiser Dämmung der Fundamente noch einen ausreichend geringen Erdübergangswiderstand aufweisen wuerde, kann man schwer abschätzen. Da spielt der Erdausbreitungswiderstand des Boden, Betonguete des Fundamentes, Sauberkeitsschichten... mit rein. Hier ist man mit einen zusaetzlichen Ringerder auf der sicheren Seite, vor allem, wenn es noch einen aeusseren Blitzschutz mit entsprechenden Ableitungen geben wird.

  • Architekten, welche die [definition=25,0]DIN[/definition] 18014 wirklich beherrschen und nicht laufend dagegen verstoßen, sind in der Minderheit.

    aber ebenso rar wie Architekten welche die [definition=25,0]DIN[/definition] 18014 kennen

    Bite beweisen oder die Behauptung unterlassen!
    Vor allem bitte beweisen, WARUM Architekten diese [definition=25,0]DIN[/definition] überhaupt verpflichtetend kennen müss(t)en.

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • Handelt sich um Neubau mit bodenfühligen Fundamenten.
    Und ein überregionales Blitzschutzunternehmen

    Bei erdfühligen Fundamenten/Bodenplatten gibt es keinerlei Erfordernis für einen außerhalb des Betons eingebauten Erders.


    Nach [definition=25,0]DIN[/definition] 18014 muss in bewehrten Bodenplatten ein Funktionspotenzialausgleichsleiter eingebaut sein. Wer ein Band- oder Rundeisen aus St/tZN vom Beton in Erde verlegt, schafft damit gleich zwei Normverstöße. Auch ein Ringerder aus NIRO befreit nicht von der Installation des Funktionspotenzialausgleichsleiters. Abhängig von der Grundfläche des Gebäudes kommt womöglich noch die Überschreitung der Maschenweiten von 20 m x 20 m ohne bzw. 10 m x 10 m mit Blitzschutzanlage hinzu.


    Ob hier der rechtzeitige Einbau eines Fundamenterders verschnarcht und das auf der Baustelle schon lagernde feuerverzinkte Bandeisen entgegen [definition=25,0]DIN[/definition] 18014 verbaut wurde, wäre vor Ort zu ermitteln. Wenn man nicht einmal mehr bei überregionalen Blitzschutzunternehmen davon ausgehen kann, dass die nicht nur ihre Blitzschutz-Hausnormen der Reihe [definition=25,0]DIN[/definition] [definition=27,0]EN[/definition] 62305 (VDE 0185-305) sondern auch die [definition=25,0]DIN[/definition] 18014 kennen, ist das beschämend. Bei der umfassenden Inkompetenz muss man sich nicht wundern, dass deswegen bestritten wird, dass die [definition=25,0]DIN[/definition] 18014 noch eine Anerkannte Regel der Technik ist.


    Zu dieser Thematik suche ich weitere Bilder für Präsentationen. Wenn die Baugrube noch offen ist, mache ich gerne kurzfristig von Leinfelden den Katzensprung nach LEO um das Elend selbst zu fotografieren.


    Da ich keine Lust auf ein weiteres Verbalscharmützel mit Ralf Dühlmeyer habe, beschränke ich mich auf die Feststellung, dass das Angebot noch normkonform war und folglich - Anerkannte Regel der Technik oder nicht - die [definition=25,0]DIN[/definition] 18014 allein deswegen einzuhalten war.

  • Ob hier der rechtzeitige Einbau eines Fundamenterders verschnarcht und das auf der Baustelle schon lagernde feuerverzinkte Bandeisen entgegen [definition=25,0]DIN[/definition] 18014 verbaut wurde, wäre vor Ort zu ermitteln. Wenn man nicht einmal mehr bei überregionalen Blitzschutzunternehmen davon ausgehen kann, dass die nicht nur ihre Blitzschutz-Hausnormen der Reihe [definition=25,0]DIN[/definition] [definition=27,0]EN[/definition] 62305 (VDE 0185-305) sondern auch die [definition=25,0]DIN[/definition] 18014 kennen, ist das beschämend.

    Es könnte natürlich auch sein, das das Blitzschutzunternehmen die Normen so gut kennt, das sie im (erdfühligen) Fundament einen Fundamenterder gem. [definition=25,0]DIN[/definition] 18014 aus St/tZn einsetzen. Und aussen um das Gebäude herum einen Ringerder gem. der [definition=25,0]DIN[/definition] [definition=27,0]EN[/definition] 62305-3 als Erder für den äusseren Blitzschutz legen, Materialauswahl gemäss Bodenklasse und der in der [definition=25,0]DIN[/definition] [definition=27,0]EN[/definition] 62305-3 genannten Tabelle für Erderwerkstoffe ergibt: St/tZn erfüllt die Anforderungen an den Blitzschutzerder...


    (nur so eine theoretische Betrachtung, die Erklärung, wieso Angebot V4A enthält und St/tZn verlegt wurde, bleibt da immer noch offen...)

  • Nachtrag: Es ist ein Blitzschutzsystem beauftragt, womit die Erdungsanlage [definition=25,0]DIN[/definition] 18014 und den Blitzschutznormen entsprechen muss. Somit ist eine Maschenweite von max. 10 m x 10 m ebenso Pflicht wie der mutmaßlich fehlende Funktionspotenzialausgleichsleiter.


    Es könnte natürlich auch sein, das das Blitzschutzunternehmen die Normen so gut kennt, das sie im (erdfühligen) Fundament einen Fundamenterder gem. [definition=25,0]DIN[/definition] 18014 aus St/tZn einsetzen. Und aussen um das Gebäude herum einen Ringerder gem. der [definition=25,0]DIN[/definition] [definition=27,0]EN[/definition] 62305-3 als Erder für den äusseren Blitzschutz legen, Materialauswahl gemäss Bodenklasse und der in der [definition=25,0]DIN[/definition] [definition=27,0]EN[/definition] 62305-3 genannten Tabelle für Erderwerkstoffe ergibt: St/tZn erfüllt die Anforderungen an den Blitzschutzerder...

    Hübsch ausbaldowert, aaaber auch das wird nix.


    Nach Blitzschutznormen sind feuerverzinkte Erder im Erdreich in Kombination mit Fundamenterdern unzulässig, weil sie dann schneller abgebaut werden. Hab gerade keine Zeit um nach der Textstelle zu stöbern. Die Problemkombination wurde aber auch schon in ollen ABB- wie auch TGL-Normen der DDR behandelt. Siehe dazu auch [definition=25,0]DIN[/definition] VDE 0151 Kapitel 3.2 ff..

  • und St/tZn verlegt wurde

    Wieso verlegt WURDE?
    Im Ausgangsbeitrag steht etwas unverständlich (weil wohl ein Wort fehlt)

    Unser Blitzschutzunternehmen hat unserem Architekten den Fundamenterder mit verzinktem Bandstahl außerhalb des Fundaments (aber nah dran) zu verlegen.

    Aber Zu verlegen ist eindeutig Futur und nicht irgendein Perfekt, also Vergangenheit.


    Ich sehe es so, dass der TE, irgendeine "Idee" hinterfragen will und nicht die Fleich gewordene Ausführung.

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  • Bite beweisen oder die Behauptung unterlassen!Vor allem bitte beweisen, WARUM Architekten diese [definition=25,0]DIN[/definition] überhaupt verpflichtetend kennen müss(t)en.

    Na dann zeig mir mal Architekten, die die VDE verinnerlicht haben. Ist ja nicht ihr Job, dafür gibt es ja Fachleute. Dass die Architekten diese [definition=25,0]DIN[/definition] verpflichtend kennen müssen sagt er ja auch nicht, sondern nur, dass unsereins diese nicht kennt. Also bitte nicht gleich den Beißreflex raus holen, wenn einem Unkenntnis über eine [definition=25,0]DIN[/definition] vorgeworfen wird. Ich bin da recht locker...

    Du musst immer einen Plan haben. Denn wenn Du keinen hast, dann wirst Du Teil eines anderen Planes...

  • VDE verinnerlicht

    Hier geht es nicht um VDE!!! Hier geht es um eine [definition=25,0]DIN[/definition], deren Zuordnung sagen wir mal diskutabel ist.


    Einerseits betrifft sie im weitesten Sinne die Elektroinstallation, die Architekten, das ist richtig, da sie zur Haustechnik (KG 4xy) gehört, nicht intus haben müssten.
    1. Aber: Architekten sind zur Überwachung der techn. Gewerke verpflichtet und müssen zu deren Planung beraten. Wenn sie es also nicht selber können, müssen sie zur E-Planung durch eine geeignete Person (be)raten.
    2.Aber: Damit ich beraten kann, muss ich wissen wie und wozu ich zu beraten habe -> ergo muss ich wissen, was da los ist.


    Andererseits gehört die Erdung und der PA, soweit sie in die Fundamente/Bodenplatte gehören, eben doch zum Hochbau, da sie nun mal mit der Bewehrung eingebaut und mit dieser verbunden werden müssen.
    Ob das nun der Maurer macht (unterAufsicht eines Elis, der meist weniger Ahnung davon hat als Maurer und Architekt zusammen) oder ein Eli, als Bauleiter Hochbau muss ich als Architekt wissen, DAS und was da zu passieren hat.


    Ausserdem hat es noch keinem Planer geschadet, über den Tellerrand hinaus Wissen anzuhäufen, auch wenn er es nicht abrechnen kann, denn am Ende haftet qua seines Fachwissen IMMER der Planer.


    Dipols ewiges Architektenbashing Die haben von Erdung/PA je sowieso keinen Dunst und Nur die Elektriker können das ist ebenso unsachlich wie falsch wie beleidigend. Und dagegen wehre ich mich. GANZ entschieden.


    Sicher gibts Kollegen, die das nicht können. Aber das ist nicht wie von Dipol behauptet die grosse Mehrheit. Wenn er nur solche Architektwen kennt, sollte er mal nach Kollegen suchen, die es können. Aber vielleicht sind die ja nicht die Billigheimer.



    Statt immer ungerechtfertigt auf Architekten einzuprügeln, sollte er lieber etwas zu deren Aufklärung beitragen.

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  • Ich sehe nicht, dass dipol dauernd auf Architekten einprügelt. Sondern eigentlich auf ALLE, die am Thema Blitzschutz/Erdung beteiligt sind.
    Aber leider ist sein Wissen zu dem Thema so fundamental und detailliert, dass er es regelmäßig nicht schafft, einfache Sachverhalte auch so darzustellen, dass man etwas davon lernen könnte.
    Ich sehe jedenfalls selbst als E-Technik-Ing. bei seinen Beiträgen den Wald (wie geht's richtig?) vor lauter Bäumen (Normnennungen wie z.B. [definition=25,0]DIN[/definition] [definition=27,0]EN[/definition] 62305 (VDE 0185-305) ) nicht.

  • Ich sehe jedenfalls selbst als E-Technik-Ing. bei seinen Beiträgen den Wald (wie geht's richtig?) vor lauter Bäumen (Normnennungen wie z.B. [definition=25,0]DIN[/definition] [definition=27,0]EN[/definition] 62305 (VDE 0185-305) ) nicht.

    Finde ich nicht. Komme da schon recht gut mit.
    Mag aber auch daran liegen, dass ich die entsprechenden Fachartikel von Kleiske (und noch ein paar anderen) und die verschiedenen Normen gelesen hab.


    ---------- 25. Juli 2017, 17:05 ----------


    Bei der umfassenden Inkompetenz muss man sich nicht wundern, dass deswegen bestritten wird, dass die [definition=25,0]DIN[/definition] 18014 noch eine Anerkannte Regel der Technik ist.

    Ja, es gibt aber auch Rechtsmeinungen, dass es unerheblich ist, ob die [definition=25,0]DIN[/definition] 18014 eine aRdT ist oder nicht, weil angenommen werden kann, dass zumindest die [definition=25,0]DIN[/definition] VDE 0100-540 eine aRdT ist, die wiederum zur Ausführung auf die [definition=25,0]DIN[/definition] 18014 verweist.
    Die Rechtsmeinung sagt auch, um zu widerlegen, dass die VDE 0100-540 eine aRdT sei, müsste man einen umfassenden Beweis führen, nicht bloß einen Anscheinsbeweis, was schlicht unmöglich sei.

  • Hübsch ausbaldowert, aaaber auch das wird nix.
    Nach Blitzschutznormen sind feuerverzinkte Erder im Erdreich in Kombination mit Fundamenterdern unzulässig, weil sie dann schneller abgebaut werden. Hab gerade keine Zeit um nach der Textstelle zu stöbern. Die Problemkombination wurde aber auch schon in ollen ABB- wie auch TGL-Normen der DDR behandelt. Siehe dazu auch [definition=25,0]DIN[/definition] VDE 0151 Kapitel 3.2 ff..

    Das wäre doch ein Einsatzfall für eine Trennfunkenstrecke, Verbindung zweier Erdungssysteme die betriebsmässig nicht dauerhaft verbunden sein müssen, oder?



    Aber Zu verlegen ist eindeutig Futur und nicht irgendein Perfekt, also Vergangenheit.


    Ich sehe es so, dass der TE, irgendeine "Idee" hinterfragen will und nicht die Fleich gewordene Ausführung.

    Der Eingangssatz des TE ergibt auch nach mehrmaligen Lesen keinen Sinn. Wenn man das ganze Angebot der Blitzschutzfachfirma liest, das ziemlich exakt den normativen Anforderungen (inkl. V4A-Ringerder) entspricht, dann gibt es für die abweichende Ausführung oder "Idee" und deren "Genehmigung" durch den Architekten erst recht keinen Sinn. Daher meine Vermutung, es wurde irgendwas anderes ausgefuehrt und das ist dem TE aufgefallen.

  • Das wäre doch ein Einsatzfall für eine Trennfunkenstrecke, Verbindung zweier Erdungssysteme die betriebsmässig nicht dauerhaft verbunden sein müssen, oder?

    Hier geht es um um einen Neubau dessen Erdungsanlage man fachgerecht planen und ausführen kann und nicht um einen Altbau, bei dem im Zuge der Nachrüstung einer Blitzschutzanlage eine zusätzliche Sammelleitung verlegt werden muss. Bei ausreichender Erdfühligkeit ist ein Fundamenterder, der gleichzeitig Potenzialausgleichsleiter ist, fachgerechter und wirtschaftlicher. Ein "Fundamenterder in Erde verlegt" ist dann so überflüssig wie ein Kropf.


    Sollten wir wegen einer unzureichend erdfühligen Bodenplatte eine Phantomdiskussion geführt haben, ist zu einem Funktionspotenzialausgleichsleiter gemäß 5.7.2 Kombinierte Potenzialausgleichsanlage (CBN) in der bewehrten Bodenplatte aus blankem oder feuerverzinktem Stahl noch ein NIRO-Ringerder zu verlegen und dann sind auch alle Anschlussfahnen mit beiden Systemen zu verbinden.


    Diesbezüglich ist die DIN 18014:2014-03 eindeutig und Abweichungen normwidrig.

  • Wieso verlegt WURDE?Im Ausgangsbeitrag steht etwas unverständlich (weil wohl ein Wort fehlt)

    Aber Zu verlegen ist eindeutig Futur und nicht irgendein Perfekt, also Vergangenheit.
    Ich sehe es so, dass der TE, irgendeine "Idee" hinterfragen will und nicht die Fleich gewordene Ausführung.

    Recht hat er - wir reden von Futur . Da ich häufig mit meinem Architekten spreche sind wir schneller als der Baufortschritt.. so sieht es aktuell aus. Morgen spreche ich mit Architekten und eigentlich will ich den fundamenterder im Fundament.

  • Nichts lässt vermuten, dass die Sohle der Frostschürze nicht erdfühlig ist und ein Ringerder erforderlich wäre. Einziger denkbarer Grund für den Bandstahl in Erde: Das überregionale Blitzschutzunternehmen kann den FE und Funktionspotenzialausgleichsleiter nicht termingerecht vor dem Betonieren einlegen.


    Nach dem Motto "Bilder sagen mehr als Worte" zwei Folien mit den Beispielbilder 12 und 13 aus dem Normentwurf von 2012-12 und der aktuellen Ausgabe von 2014-03 mit ein- bzw. zweiseitig gedämmter Frostschürze sowie mit und ohne Bewehrung im Fundament:



    In jeweils beiden Bildunterschriften wird der Fundamenterder (2 bzw. 3) fälschlich als Ringerder bezeichnet, in der Legende ist es richtig.

  • Hi Dipol,
    Nach Gespräch mit Architekten (und er dann mit Blitzer) wird es wie in Ausführung Bild 13 - 2014-03. nur würden Sie nicht im unteren Bereich sondern im oberen Bereich des Fundaments langgehen.
    Ist das ein Problem?


    Sehe ich richtig, dass 2 die Verbindung mit Bewehrung und 3 der Bandstahl sind?


    Danke
    Andre

  • Nach Gespräch mit Architekten (und er dann mit Blitzer) wird es wie in Ausführung Bild 13 - 2014-03. nur würden Sie nicht im unteren Bereich sondern im oberen Bereich des Fundaments langgehen.
    Ist das ein Problem?

    Nun ja, üblicher Beton hat ja eine geringere Leitfähigkeit als Metall. Je weiter du von der Erde (also Unterkante Fundament) weg bist mit dem Bandstahl, desto höher wird der Erdübergangswiderstand sein, ist also suboptimal m.M. nach.


    Das ist bisher nicht erwähnt worden, aber nur um sicher zu gehen: Es wird kein WU-Beton verwendet, oder?

  • Der Fundamenterder, sofern aus St oder St/tZn muss umfassen durch mind 5 cm Beton gegen Korrosion geschützt werden. Dafür bietet sich bei unterer Lage der Einsatz von Abstandshaltern an, wie in der Variante von 2012 dargestellt. Die Höhe der Einbaulage im Fundament ist ansonsten nicht kriegsentscheidend, die Verbindung mit der Bewehrung ist in D auf 2m festgelegt, in A/CH sind es wohl 5m.




    Sehe ich richtig, dass 2 die Verbindung mit Bewehrung und 3 der Bandstahl sind?


    Ja,ist so... ob Bandstahl 30x3,5 oder Runddraht Rd10mm zum Einsatz kommt, ist Anwendersache.

  • Zitat von AndreR

    Nach Gespräch mit Architekten (und er dann mit Blitzer) wird es wie inAusführung Bild 13 - 2014-03. nur würden Sie nicht im unteren Bereichsondern im oberen Bereich des Fundaments langgehen.
    Ist das ein Problem?

    In abgelösten VDEW Richlinien für das Einbetten der Fundamenerder in Gebäudefundamente und auch Vorgängerausgaben der [definition=25,0]DIN[/definition] 18014 stand noch, dass der FE in die unterste Lage der Bewehrung eingelegt werden muss. Dieser Passus wurde gestrichen, was aber nicht bedeutet, dass man den FE mit beliebigem Abstand von der Fundamentsohle einbauen kann.


    Wenn unter der Bopla eine Perimeterdämmung verlegt wird, ist nach beiden Beispielbildern ein Funktionspotenzialausgeichsleiter und Fundamenterder in der Sohle der Frostschürze einzubauen. Wenn der Funktionspotenzialausgleichsleiter alle 2 m mit der Bewehrung verbunden wird, genügt es m. E. beide Systeme wie bei einem Ringerder an jeder Anschlussfahne bzw. je 20 m Gebäudeumfang zu verbinden.


    Falls unter der Bodenplatte keine Perimeterdämmung angebracht wird, wäre die Ausführung mit nur einem Stahlring - analog zu einer erdfühligen Fundamentplatte ohne Frostschürze - m. E. unbedenklich. Mit Perimeterdämmung der Bopla würde ich die Meinung von DEHN einholen, ab welchem Abstand zur Fundamentsohle die Ausführung kritisch wird.


    Der Schulungsleiter von DEHN wirkt in der für [definition=25,0]DIN[/definition] 18014 zuständigen NaBAU-Kommission maßgeblich mit und wäre meine erste Ansprechadresse.


    Zitat von AndreR

    Sehe ich richtig, dass 2 die Verbindung mit Bewehrung und 3 der Bandstahl sind?

    Die Nummerierung ist im Normentwurf ohne Bewehrungskorb in der Frostschürze zwangsläufig anders als in der Norm mit Bewehrung.


    Im Beispielbild 13 des Entwurfs von 2012-12 ohne Fundamentkorb sind mit 2 der Fundamenterder und mit 3 der Abstandshalter, in der [definition=25,0]DIN[/definition] 18014:2014-03 mit 2 die Verbindungen zur Bewehrung gekennzeichnet und der Fundamenterder mit 3.