Brandschutzfrage PV Anlage

  • Ich hab eine Frage zum Brandschutz


    Ich hab aktuell eine Baustelle, bei der auf dem Dach eine 9 kWp PV Anlage montiert wird. Die Kabel werden ein kurzes Stück im Dachboden bis in einen leeren Schornsteinzug verlegt.
    Wechselrichter & Co im KG.


    Mfh EG - IV OG, dann Dachboden.


    Meine Frage nach dem Bramdschutz löste bei den Gesellen ?( aus. E-mail an den Chef wurde mit:
    aben wir nicht im Angebot, weiß ich auch nicht, wenn dann muss das bauseits
    beantwortet.
    Ich fand das spannend, das die im Zweifel Brandlasten einbringen ohne sagen zu können, was ggf. erforderlich ist. Aber egal. Das kläre ich an anderer Stelle.


    Frage an die Elis und Brandschutzkundigen hier:
    Müssen die Leitungen im Dachraum bis zum Schornsteinzug E XY ummantelt werden? Wenn ja, welche Widerstandsdauer?

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • Interessierte Frage, da ich aktuell auch mit dem Thema zu tun habe. Bei mir steht u.a. im Angebot der PV-Anlage:


    Projektierung und Dokumentation Ihrer PV-Anlage bestehend aus:

    • - Modulaufbau
    • - Luftbild - Sonnenverlauf
    • - Untergestellplanung
    • - Materialliste
    • - Wechselrichter - Berechnung
    • - Stringplan
    • - Verschaltungsplan


    Zum Brandverhalten des Moduls:


    Brandverhalten des Moduls TYP 1 (UL 1703) oder KLASSE C (IEC 61730)




    Ich bin bisher davon ausgegangen, daß der Anbieter der PV unserem Elektriker vorschreibt, was er an welcher Stelle wo braucht und damit auch das Thema Brandschutz abdeckt ....!?

    Mit Rheinischen Grüßen; ms

  • Vorsicht, das Brandverhalten des Moduls sagt nichts über die o.g. Leitungen aus.


    Ich bezweifle, dass der Solarteur das Thema Brandschutz innerhalb des Gebäudes auf dem Schirm hat.

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    .

  • so wie der Rest der E-Zuleitungen nach LAR.
    Leitungen laufen durch alle Brandabschnitte (Etagen)
    -> Schacht/Kanal oder Schottung je Decke. Dicke der Leitung? ggf. Erleichterung als Einzelleitung dünnen Querschnitts.
    Im Treppenraum wäre heute Kanal angesagt

    Nachdenken kostet extra!


  • Hier wäre interessant, ob der Schornstein als durchgägiger Kabelschacht mit Anforderungen Feuerwiderstand an die Wände (F... entsprechend Gebäudeklasse) betrachtet wird. Dann wären innerhalb des Schachtes keine Brandschottungen erforderlich, aus dem Schornstein führende Auslässe von Kabel und Leitungen wären dementsprechend zu schotten (S.. = F.. Schachtwand)
    Ansonsten müssten die Etagendurchbrüche durch die Decken geschottet werden, Anforderungen an das Schott wäre analog zu Anforderung an Feuerwiderstand Decke. Damit könnten die Schachtwände und Ausleitungen in den Etagen ohne Anforderungen an Schottung realisiert werden.
    Das Thema Brandlast wäre vor allem im Bereich des Dachbodens interessant. Gibt es dazu Auflagen im BS-Konzept oder in der Baugenehmigung? Diese dürften im wesentlichen von der vorhandenen Bausubstanz, Feuerwiderstand Decken, Aufbau Dachstuhl... abhängig sein.


    Müssen die Leitungen im Dachraum bis zum Schornsteinzug E XY ummantelt werden? Wenn ja, welche Widerstandsdauer?


    Mit E... sicherlich nicht. E.. (auch FE...) gibt den Funktionserhalt elektrischer Leitungsanlagen für sicherheitstechnische Anlagen an. Denkbar wäre eine Anforderung I... (Isolationserhalt...), also eine Abschottung der Leitungsanlage gegen den umgebenden Bereich, um die Gefahr einer Rauchausbreitung bei Brand der Leitungen zu vermeiden. Diese Anforderungen finden sich in der LAR für den Bereich der Flucht-/Rettungswege, also notwendige Flure, Treppenhäuser u.dgl. Ob es im Dachbodenbereich im konkreten Fall derartige Auflagen gibt, sollte im BS-Konzept oder in der Baugenehmigung zu finden sein. Auch evtl. Kompensationsmassnahmen (Überwachung DG durch vernetzte Rauchwarnmelder o.dgl.) sollten da beschrieben/gefordert sein.

  • Baugenehmigung von 195X. Ist ne Sanierung. Also keine Auflagen aus der Genehmigung.


    Schornsteinwandung ist F 90 durchgehend. Das ist nicht das Problem. Problem ist die Kabelführung zwischen Einführung PV Kabel ins Dach und Schornstein. Verlegung auf brennbaren Bauteilen (Sparren und Pfetten)
    Ob das dann F .., E .., I .. oder sonst ein Buchstabe ist, was den Dachraum schützt. Relevant ist, dass jedwede Sicherung nach der Durchführung in den Dachraum passieren kann und damit ungesicherte Leitungen im Dachraum liegen.

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • Dazu sollte die VDE-AR-E 2100-712 Anwendungsregel: 2013-05 und die [definition=25,0]DIN[/definition] VDE 0100-712 VDE 0100-712:2016-10 einige Anforderungen stellen, insbesondere an die Verlegung der DC-Leitungen, Feuerwehrfreischalter u.dgl.



    In der VDE-AR-E 2100-712 sind die „Mindestanforderungen an den DC-Bereich einer PV-Anlage im Falle einer Brandbekämpfung oder technische Hilfeleistung“ ja definiert. Nun bleibt nur noch, den richtigen Hebel zu finden um den Solarteuer auch zur Anwendung dieser Regeln zu bewegen...

  • Eigentlich sollte doch ein entsprechend feuerbeständiges Kabel, plus Abschottung der Durchführungen, wie weiter oben schon beschrieben, reichen.

    Du musst immer einen Plan haben. Denn wenn Du keinen hast, dann wirst Du Teil eines anderen Planes...

  • Auf die von Dir genannten Normen hab ich leider keinen Zugriff.

    Im Entwurf zur 0100-712 findet sich die Forderung:


    "Kabel- und Leitungen auf der Gleichspannungsseite müssen so ausgewählt und verlegt werden, dass das
    Risiko von Erdfehlern und Kurzschlüssen möglichst klein ist. Dieses muss erreicht werden durch das
    Verwenden von:
    – Einleiterkabel, mit einem nicht metallischen Mantel, oder
    – isolierte (Einleiter) Leitungen, die in einzeln isolierten Installationsrohren oder Kabelkanälen verlegt sind."


    Aus Betreibersicht wäre wohl auch ein Blick in die VdS 3145 (Pkt. 4.4.2) interessant, hier finden sich Anforderungen der Versicherung. Das Merkblatt ist im Internet verfügbar.


    Weitergehende Anforderungen, insbesondere an den baulichen Brandschutz des Gebäudes/Dachraumes finden sich naturgemäss nicht in den Normen wieder. Diese Forderungen müssten aus Baugenehmigung, baurechtlichen Auflagen (z.B. aus Brandverhuetungsschau...) o.dgl. hergeleitet werden.

  • VdS 3145

    Hab ich mir heute morgen schon zu Gemüte geführt.
    Abteilung Vorbeigender Brandschutz der FW Hannover teilt mit, dass die sich auf genau dieses VDS Blatt beziehen, wenn sie von der Bauordnung zur Stellungnahme aufgefordert werden.

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  • – Einleiterkabel, mit einem nicht metallischen Mantel, oder
    – isolierte (Einleiter) Leitungen, die in einzeln isolierten Installationsrohren oder Kabelkanälen verlegt sind."

    Danke - steht so auch in den Vorgaben (Anlagenbauer). Bin beruhigt zu wissen, daß wir einen seriösen Partner in Sachen PV-Anlage gefunden haben.


    Für den Brandschutz im Haus dürfen sich gerne unsere Ingenieure den Kopf "zerbrechen" @R.B.

    Mit Rheinischen Grüßen; ms