Definition Traufhöhe

  • Hallo,


    laut B-Plan darf eine maximale Traufhöhe nicht überschritten werden.
    Um nun im OG die größtmögliche Drempelhöhe zu erzielen, würde mich interessieren wie diese genau definiert ist.


    Kann mir jemand anhand des Bildes sagen, welches Maß der Traufhöhe entspricht? Oder ist keines der Maße die Traufhöhe?


  • aus wikki:
    Als Traufpunkt wird der Schnittpunkt zwischen der senkrechten Außenfläche (Oberfläche der Außenwand) und der Dachhaut bezeichnet.

    Die Höhe zwischen Traufpunkt und dem Terrain wird als Traufhöhe bezeichnet.


    in deiner zeichnung 4,66

    die vernunft könnte einem schon leid tun....

    sie verliert eigentlich immer

  • Traufhöhe ist da, wo das Wasser abtropft. Die Tropfkante sozusagen.


    Wenn im B-Plan Traufhöhe steht, ist aber in Wirklichkeit oft die Wandhöhe gemeint (Schnittpunkt von Außenwand und Dachhaut). Das ist leider etwas verwirrend.
    Deine 4,66 sind also die Wandhöhe, die 4,44 die Drempl- (oder in Bayern Kniestock-) höhe und die 4,11 sind die Traufhöhe.


    Ach ja - im Zweifel würde ich die Gemeinde fragen, die den B-Plan aufgestellt hat, wie das gemeint ist. Oft findet sich auch im B-Plan selbst eine Definition.

    Gefährlich ist's, wenn Dumme fleißig werden!

  • Wenn im B-Plan Traufhöhe steht, ist aber in Wirklichkeit oft die Wandhöhe gemeint (Schnittpunkt von Außenwand und Dachhaut). Das ist leider etwas verwirrend.

    Ja , das ist leider wirklich verwirrend , ich stand letztes Jahr auch vor dieser Frage , und musste mir das erstmal erklären lassen .
    Bei uns ist es auch die im BSP 4,66m benannte "Traufhöhe "

    Wer aufhört besser zu werden, hört auf ,gut zu sein

  • in den meisten fällen ist der schnittpunkt aussenkante wand und oberkante dachhaut gemeint. im zweifel die zuständige stadtplanung fragen.

  • Es gibt in keiner mir bekannten [definition=39,0]LBO[/definition] oder zugehörigen Vorschriften eine Definition der "Traufhöhe". Daher muss dieser Begriff IMMER im Bebauungsplan, der diese vorschreibt, auch definiert sein.


    Das der ermittelte Schnittpunkt Aussenseite Aussenwand/Oberkante Dachhaut die weit überwiedende Definition ist, macht sie nicht allgemeingültig.


    Ist der Begriff nicht im B-Plan definiert, wäre der B-Plan ungültig.
    Das Problem: Damit wäre es ein Gebiet nach § 34 und dann würden die Behörden bei der Genehmigung wieder auf diese Höhe zurückfallen.


    Also:
    Wenn nicht definiert, bei der Behörde nachfragen und dann überlegen, ob ein Angreifen des B-Plans Aussichten auf eine einem genehmere Höhe ergeben könnte. In den meisten Fällen lautet die Antwort - Nein!

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • Cool, alle Bebauungspläne bei uns im Kreis ungültig :D

  • Ralf - bist Du da sicher, dass das wirklich zur Ungültigkeit des B-Plans führt? Gibt es da ein Urteil dazu?
    Ich würde einfach die Gemeinde oder die Genehmigungsbehörde fragen, wie sie das handhaben. Wir hier nehmen es i.d.R. als Definition für die Wandhöhe.
    Einen B-Plan kann man auch nur angreifen, wenn er noch nicht länger als ein Jahr in Kraft ist - oder im Rahmen der Inzidentprüfung bei einer Klage gegen einen abgelehnten Bauantrag. Ich glaube, da kann man anders schneller zu einer Lösung kommen.
    Außerdem gibt es noch die Möglichkeit der Befreiung - auch das ist nicht von vorneherein ausgeschlossen.

    Gefährlich ist's, wenn Dumme fleißig werden!

  • unser LRA unterscheidet hier nach meiner Einschätzung richtigerweise zwischen Wandhöhe und Traufhöhe.
    Wandhöhe wird dabei häufig als der gedachte Schnittpunkt der Außenseite der Wand mit der Oberkante der Dachhaut definiert.
    Traufe ist aber Traufe, also die Tropfkante des Dachs.

  • Ralf - bist Du da sicher, dass das wirklich zur Ungültigkeit des B-Plans führt? Gibt es da ein Urteil dazu?

    Zumindest wird der Teil mit der Festlegung der Traufhöhe ungültig, weil ja eigentlich nicht definiert und einen in Teilen ungültigen B-Plan kenne ich nicht!
    M. W. n. ist das wie schwanger. Ent oder weder.


    Es gab im Grünen mal eine Kollegin aus dem Sächsischen, die es sich zum "Hobby" gemacht hatte, auf solchen Wege die Gemeinden zu Ausnahmen zu "bewegen".
    Entweder ich krieg die Ausnahme oder ich lass Euren B-Plan ungültig werden. :D


    Soll gut gelaufen sein, vor allem bei B-Plänen um die Jahrtausendwende, als die Ex-DDR-Beamten noch nicht so sattelfest in dem waren, was alles in einen gerichtsfesten B-Plan gehört.

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • ...doch, Bebauungspläne können durchaus auch "teilnichtig" sein. Die sächsische Kollegin hat wohl die Unerfahrenheit der dortigen Beamten genutzt.

    Gefährlich ist's, wenn Dumme fleißig werden!

  • ich bin der Meinung, dass - wenn dieser Begriff nicht explizit im Zusammenhang mit diesem B-Plan definiert ist - dies nicht zur Folge hat, das damit der B-Plan ungültig ist. Sondern vielmehr, dass man den Begriff dann vielleicht höchstens dem üblichem Sprachgebrauch folgend auslegen kann. Ein bisschen wie ein Gummiparagraph.
    Das halten wir ja in vielen Bereichen so.


    Aber zur Ungültigkeit wird das wohl nicht führen.

  • Das wäre jetzt auch mein Bauchgefühl. Deshalb hatte ich nach einem Urteil gefragt.
    Die meisten Baubehörden die ich kenne, lösen das ganz pragmatisch. Es wird einfach ausgelegt - meist zu Gunsten des Bauherrn. Solange keiner schreit... ;)

    Gefährlich ist's, wenn Dumme fleißig werden!

  • Ich bin erstmal beruhigt, dass die Sache nicht ganz so trivial war und es da anscheinend mehrere Meinungen gibt.
    Im B-Plan ist der Begriff nicht definiert, deswegen habe ich hier gefragt.
    Ich werde nun aber mal bei der Stadt mit meiner Skizze anfragen auf welche Höhe ich mich beziehen kann.
    Vielleicht habe ich Glück und kann den Drempel etwas höher ausführen lassen.


    Der [definition=32,0]GU[/definition] ist der Meinung, dass 4,66m zählen. So hat er es zumindest bis jetzt immer ausgelegt.

  • Als Traufpunkt wird der Schnittpunkt zwischen der senkrechten Außenfläche (Oberfläche der Außenwand) und der Dachhaut bezeichnet.


    da hat wikki mal recht.


    jedes bundesland in D bezieht sich auf den schnittpunkt
    der senkrechten außenwand-/fläche ab geländeoberfläche, mit der OK dachhaut.


    da nützt keine streiterei.
    was oftmals zu streitereien führen kann,( im EFH aber selten).
    was ist nun geländeoberfläche? die natürliche, oder die durch
    baumaßnahmen veränderte?



    ---------- 8. Juli 2017, 18:12 ----------


    Zumindest wird der Teil mit der Festlegung der Traufhöhe ungültig, weil ja eigentlich nicht definiert und einen in Teilen ungültigen B-Plan kenne ich nicht!

    ????


    einen bezugspunkt wird es ja geben.
    entweder im schriftlichen und/oder zeichnerischen
    teil des B-plan.
    ansonsten könnte die traufhöhe auch irgendwo im weltall sein. :D

  • klarer würde es werden, wenn man den schriftlichen/zeichnerischen
    teil des B-plans sehen könnte.


    geländehöhe ca.?...106.70m.?


    ca. ist eigentlich kein bezugspunkt, um eine geforderte
    traufhöhe einzuhalten. ca. ist halt pi mal daumen.


    aber wenn nach B-plan eine max. traufhöhe gefordert wird,
    geht es nicht nach pi mal daumen.



    ---------- 8. Juli 2017, 21:34 ----------


    nochmal zum verständnis:


    deine traufhöhe hat mit der höhenlage des FFB nix zu tun.
    maßgeblicher bezugspunkt ist das gelände.
    wie er auch immer schriftlich/zeichnerisch definiert wird, im B-plan.


    das kann sogar OK straße sein.

  • ...wenn nichts anderes definiert, ist mit dem Gelände immer das natürliche Gelände gemeint. Ansonsten müsste es irgendwo im B-Plan einen Bezugspunkt geben.
    Dargestellt ist in den Schnitten die Wand- nicht die Traufhöhe. Es ist also wie so oft - die 4,40 m sind die maßgebliche Trauf- (= in Wirklichkeit die Wand-) höhe.
    Ich hoffe, die Verwirrung ist jetzt nicht komplett.


    Der sicherste Weg dürfte tatsächlich - wie mehrfach geschrieben - eine Nachfrage bei Gemeinde oder Bauaufsichtsbehörde (wahrscheinlich besser da) sein.

    Gefährlich ist's, wenn Dumme fleißig werden!

  • ich habe nur auf die ausgangsskizze geachtet.


    jepp, bei der anderen skizze sind es nur noch 4.40m ,
    so schnell kann es gehen.... :D


    obwohl, unsinn.
    beim rechten haus, wird der bezugspunkt für die
    traufhöhe als FFB höhe angenommen.


    sehr verwirrend alles......
    eigentlich für die tonne.... damit kann man nicht arbeiten.

  • Auf jeden Fall bei der Gemeinde nachfragen. In dem Gebiet in dem ich tätig war wurde die Traufhöhe als Schnittpunkt der Außenwand mit Unterkante Sparren definiert. Stand zwar so nicht expliziet im B-Plan, hat man aber auf Nachfrage beim zuständigen Bauamtsleiter erfahren.

    Es gibt keine Probleme - nur Herausforderungen!!

  • Habe gerade nochmal nachgeschaut:
    Als Bezugshöhe wurde im B-Plan OKFF geannt die wiederum max 40cm + OK Straßenkrone sein durfte. Das ganze nannte sich dann nicht Traufhöhe sondern "Sparrenanschnittspunkt". Auf Nachfrage hat man dann erfahren dass die Unterkante des Sparrens gemeint war.

    Es gibt keine Probleme - nur Herausforderungen!!

  • Die Fixierung der TH mittels der Festlegung Schnittpunkt Außenwand mit Dachhaut mag erstmal verwirrend wirken. Unter Traufhöhe verstehen Viele die Traufe (Dachrinne).


    Aber dennoch ist der Schnittpunkt Außenwand mit Dachhaut sinnvoll u. richtig! Denn wäre die Dachrinne die maßgebliche Höhe, so würde ein großer bzw. tiefer Dachüberstand das Höherbauen ermöglichen bei gleichzeitigem Beibehalten der "Traufhöhe" (hier: Dachrinnenhöhe).

  • Genau, und daher finde ich die Formulierung "Sparrenanschnittspunkt" gar nicht sooooo verkehrt. Da ist jedem deutlisch dass das nichts mit der Traufe (also Dachrinne) zu tun, und der Punkt ist klar definiert. Kann man natürlich auch über OK Dachhaut machen, ist auch gut, nur der Begriff "Traufhöhe" verwirrt i.d.T. einige (zumindest Laien)

    Es gibt keine Probleme - nur Herausforderungen!!

  • die bezeichnung traufhöhe ist tatsächlich irre führend.


    für jeden "normal" denkenden menschen, der sich nicht damit
    auseinander setzen muss, ist die traufe die höhe der regenrinne.
    traufe = regenrinne.


    baurechtlich ist sie das aber mitnichten.