HOAI: Objektplanung und Tragwerksplanung

  • Ich lese mich gerade durch die HOAI (Kontext: Planungskosten für EFH) und dabei frage ich mich, wie die Honorare aus Teil 3 (Objektplanung) und Teil 4/1 (Tragwerksplanung) in Beziehung stehen. Zweifelsohne fallen bei einem EFH beide Planungsarten an.
    Die Frage ist nun: Sind die Leistungsbilder beider Teile nun vollständig unabhängig (daraus würde ich folgern, dass die Honorare beider Teile in Addition fällig sind) oder überlappen sich die Aufgaben (insbesondere in den frühen LPHs) (daraus würde ich folgern, dass die Honorare beider Teile miteinander verrechnet werden), oder ist die Überlappung gerade mit den 55% der Bauteilskosten (Par. 50) abgegolten?

  • (daraus würde ich folgern, dass die Honorare beider Teile in Addition fällig sind)

    Ja latütnich, was denn sonst?
    Wenn Du Planer X und Statikus Y hast, ist das so und wenn DU planenden Statikus XY hast, auch.
    Lediglich die Honrargrundlagen und die Berechnung unterscheiden sich.


    Und wenn XY auch noch die Haustechnik (anteilig) plant ausschreibt und bauleitet, gibts noch ein drittes Honorar.

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • Ok.
    Und die "anrechenbaren Kosten" ist für jeden Honorarteil die gleiche Zahl, nämlich die (anrechenbaren) Gesamtkosten des Bauwerks (und nicht etwa die (irgendwie) auf den jeweiligen Planungsteil entfallenden Kosten)?

  • nein. das wär doch langweilig :)


    anrechenbar sind 300 und 400, salopp: bau + tga.
    für den op komplett, für twp zu 55%.
    für tga afaik 100% von kgr. 400.


    der "jeweilige planungsteil" führt dann logisch dazu, dass der op
    (objektplaner, vulgo architekt) am meisten honorar bekommt,
    u.a. weil der das bauwerk inkl. weiterverarbeitung der tga-planung
    (koordination, einarbeitung von durchbrüchen) und der twp
    (übernahme der vordimensionierung in die genehmigungsplg.
    und der finalen twp in das [definition=41,0]LV[/definition]) beplant.

  • ja. und ja.




    :)


    warum glaubst du, hack ich hier immer auf lph 1 rum?
    weil die auch in der praxis (und nicht nur bei efh) für
    meinen geschmack sträflich vernachlässigt wird.
    im anhang zu den paragraphen gibts dann "etwas"
    deutlichere beschreibungen der einzelnen lph der
    versch. planer.

  • Ja, LPH 1 ist sicher gut geeignet, einen BH, der sich zum "Bauen mit Architekt" entschlossen hat, in die Geheimnisse der Abrechnung einzuweisen. Hilft aber nicht dem, der gerade dabei ist, sich zu entscheiden.

  • ob´s hilft - kommt drauf an.
    würde ich eine softwareerstellung beauftragen, würde ich den programmierer nicht nach der syntax von pascal oder c++ fragen (davon hat der hoffentlich ausreichend ahnung), sondern nach front-end und nach strukturierung.
    als bauherr würde ich wissen wollen, wie und wo ich und die fachplaner eingebunden werden und wie die planung strukturiert wird. ob die darauf folgenden ansagen passen, muss man situativ entscheiden, da gibts verschiedene pfade.
    damit daneben eines der planungskernthemen nicht zu kurz kommt: die frage nach möglichen baukosten bzw -limit muss vom planer kommen.


    alternativ kann man natürlich diskutieren, welche tapete der op bevorzugen würde... oder sich überraschen lassen, was an psycho-engineering geboten wird ;)

  • warum glaubst du, hack ich hier immer auf lph 1 rum?

    nicht nur du hackst immer auf LPH1 herum.


    LPH1 ist halt ein thema, das mag 2 stunden dauern,
    ohne, dass ein strich skizziert wurde.


    man klopft die (finanziellen) möglichkeiten ab,
    verabschiedet sich dann wieder, oder kommt
    ansonsten, nicht nur finanziell auf einen gemeinsamen
    nenner,dann vertieft man die sache.


    ein hexenwerk ist LPH1 nicht. aber ganz wichtig,
    für ein zukünftiges projekt.

  • man klopft die (finanziellen) möglichkeiten ab,
    verabschiedet sich dann wieder, oder kommt

    das reicht aber nicht, die planungsbeteiligten müssen soweit besprochen und empfohlen werden, wie sie erforderlich sind:


    - tragwerksplaner,
    - bodengutachter,
    - bauphysikus,
    - vermesser,
    - gala-architekt (bei erfordernis),
    - brandschutzplaner (bei erfordernis),
    - sigeko (bei erfordernis),
    - fassadenplaner (bei erfordernis),
    - projektsteurer (bei erfordernis),
    - sonstige fachplaner


    danach schreibt man ein protokoll und lässt sich das vom AG original abzeichnen.

  • haustechnik, vergessen....? :D
    siehe oben (finanzielle) möglichkeiten.
    die wollen auch alle geld haben, nicht nur der architekt.

  • die fallen bei mir immer unter sonstige fachplaner!

  • also, wenn ich mich mit einem menschen unterhalte,
    stelle ich keine rechnung, denn ich bin doch überhaupt
    noch nicht beauftragt für LPH 1 .... und folgende LPH`s.


    unterhaltung, "abklopfen", ist aber nicht gleich LPH1.
    LPH1 ist schon nicht wenig, grundsätzliche arbeit.



    ---------- 9. Juli 2017, 09:40 ----------
    LPH1, wenn es ernst wird:


    - Klären der Aufgabenstellung- Beratung zum gesamten Leistungsbedarf- Formulierung von Entscheidungshilfen für die Auswahl anderer an der Planung fachlich Beteiligter- Zusammenfassung der Ergebnisse


    aber es lohnt sich. ;)

  • die frage, ob lph 1 e. kostenlose vorleistung ist, stellt sich nicht, weil
    das
    1. formal eindeutig ist (durch bgh geklärt)
    2. eine "erfolglose" lph1 mit etwa daraus (?) begründetem vertragensende surreal ist
    3. vielmehr vorher (!) zu klären ist, was der op denn zu leisten gedenkt.


    insbesondere überwiegt nr. 3 die vorherigen deutlich an bedeutung und ist imho
    für e. vernünftige organisation der planung unerlässlich.
    das trifft andere planungsbeteiligte ebenso.


    die unterscheidung bzgl. honorierung erfolgt nach dem gesichtspunkt
    a. akquise (bildchen zeigen, tapete diskutieren) > mag kostenlos sein
    b. objektbezogene (organisations)beratung + bedarfsplanung, din 18205 > honorierungswürdig
    damit samma bei den ganz hehren bauherrenaufgaben - fragen, verstehen, dirigieren.


    zum weiterdenken:
    auf teilaspekte der bedarfsplanung wurde hier, aber auch früher, hingewiesen.
    die "vorleistungen" werden in der neufassung der "bauparagraphen" vertieft, aber
    zur honorierungermittlung herrscht schweigen im wald > vermutlich zeithonorare.