KFW - Zuschuss vs. Kredit

  • Sers,


    mal ne kleine Verständnisfrage zum Thema KFW-Förderung. Man erhält über das Programm [159] Altersgerecht umbauen bis zu 50.000 Euro zu vergleichsweise günstigen Zinsen geliehen. Bei einer Laufzeit von 21-30 Jahren und 10-jähriger Zinsbindung beträgt der Satz aktuell 1,11% eff.. Somit würden 50.000 Euro Kredit binnen der 10 Jahre Zinsbindung etwa 4.800 Euro Zinskosten verursachen.


    Würde man sich den gleichen Betrag zu mittleren Marktkonditionen bei einem Zins von 1,6% leihen, entstünden dafür binnen der 10-jährigen Zinsbindung Kosten von 6.800 Euro (identische anfängl. Tilgung).
    Der KFW-Kredit wäre somit um ziemlich genau 2.000 Euro günstiger.


    Nun bietet die KFW allerdings alternativ auch Zuschüsse (statt des Kredits). Dieser beträgt 10% (bis 15.000 Euro) für einbruchhemmende Maßnahmen und 10% (bis 50.000 Euro) für Barrierereduzierung. Davon ausgehend, dass man den kompletten Betrag verbaut bekommt, gibt es in Form des Zuschusses also am Ende für 50.000 Euro satte 5.000 Euro als "Zuschuss" und damit eben auch 3.000 Euro mehr, als über die Zinsersparnis des Kredits.


    Übersehe ich da gerade einen wichtigen Aspekt, oder ist es tatsächlich sehr viel attatraktiver den Zuschuss zu wählen?

  • Schonmal Danke für den Hinweis. Aber müsste ich nicht auch beim Kredit die genaue Verwendung der Mittel nachweisen. Wieso sollten dort andere Regeln gelten?


    Ich müsste allerdings auch bloß Mittel in Höhe von 21.000 Euro nachweisen, um bereits besser zu fahren als mit dem Kredit. Das lässt eine Menge Spielraum für Problemchen wie "bauseits" gestelltes Material.

  • lass dir vorher auch den papierberg und die umfangreiche formblattsammlung der KFW zeigen und dann entscheide.

  • @Gast1234: Wie darf ich die Äußerung jetzt verstehen? Du würdest ganz auf KFW-Mittel verzichten, weil dir das zu viel Bürokratie nach sich zieht?


    Die KFW-Beantragung und Bau-Begleitung ist Leistungs-Bestandteil unseres Architektenvertrages. Habe ich damit dann überhaupt zu tun?

  • Afaik beim Zuschuss kannst du keine Eigenleistungen und keine bauseits gestellten Baumaterialen in "Rechnung" stellen.

    ...und das ist auch gut so...


  • Die KFW-Beantragung und Bau-Begleitung ist Leistungs-Bestandteil unseres Architektenvertrages. Habe ich damit dann überhaupt zu tun?

    wieviel honorar kostet das extra?

  • wieviel honorar kostet das extra?


    1.190,- brutto.


    Allerdings erhält man ja wiederum bis zu 4.000 Euro Zuschuss für die (KFW-mäßige) Baubegleitung. Auf welcher Basis errechnet sich diese eigentlich, wenn der Architekt auch KFW-Sachverständiger in Personalunion ist? Weist der Architekt in seiner Schlussrechnnung die relevanten Positionen gesondert aus, bzw. erstellt dafür eine separate Rechnung?

  • das entspricht 12 - 15 stunden zeitaufwand. ob es reicht, den papierkram zu bearbeiten für antrag, überwachung, berichte und zwischenberichte, zusammenstellen des dokugedöns, bezweifel ich. wenn man das KFW-gedöns nach realem aufwand berechnene würde, ist das für jeden bauherrn ein furchtbares drauflegegeschäft.

  • So schlimm ist das KFW-Gedöns nicht wirklich. Hat sich gut machen lassen.


    Wir hatten uns für für die Zuschussvarianten der KFW entschieden. Der Architekt hat nur einen kurzen Schlussbericht erstellt mit Rechnung, die sonstigen erforderlichen Berichte (selbst erstellt) und Rechnungen der ausführenden Firmen haben wir selbst bei der KFW eingereicht. Die KFW hat nach Prüfung alles als ok abgehakt und den Zuschuss ausbezahlt.


    Und draufgelegt haben wir mit dieser Variante absolut nicht.

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  • @Gast1234


    Ob das auskömmlich ist, habe ich nicht hinterfragt - ist ja Sache des Architekten. Aber um auf meine letzte Frage zurückzukommen: Habe ich in dieser Konstellation überhaupt mit dem Papierkram zu tun, oder läuft das alles über den Architekten?


    Und wie genau läuft das mit dem Zuschuss für die Bau-Begleitung. Separate Rechnung, oder gibts "pauschal" die 4.000, weil das Gesamthonorar des Architekten sowieso oberhalb von 8.000 Euro liegt?


    @Gast6678


    Wieso habt ihr den Zuschuss (statt Kredit) gewählt? Sind meine obigen Rechnungen korrekt und der fällt tatsächlich üppiger aus, oder gab es in eurem Fall andere Gründe?

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  • natürlich hast du mit dem papierkram zu tun, du bekommst das geld nicht der architekt. der füllt die formblätter aus und stellt die anlagen zusammen. der rest in deiner hand.

  • Ich habe mir das eben mal auf der Seite der KFW angesehen und konnte dabei auch meine Zwischenfrage beantworten: Die förderfähigen Leistungen des Experten müssen separat ausgewiesen werden.


    Der "Papierkram" beschränkt sich, nach Ausstellung sämtlicher Dokumente durch den Architekten/Sachverständigen, allerdings scheinbar auf eine Registrierung im KFW-Zuschussportal und ausfüllen einiger Online-Formulare zzgl. Hochladen/postalisches Versenden der Dokumente. Das ist jetzt auch nicht mehr Aufwand als ein Stromanbieterwechsel (für den Bauherren).


    Edit: Mag sein, dass unser Architekt das weit unter "Wert" anbietet, aber ein Draufzahlgeschäft kann ich da beim besten Willen nicht erkennen.


    - Wir erhalten mind. 2.000 Euro Zinsvorteil bzw. sogar bis zu 5.000 Euro Zuschuss im Zuge des [159] Altersgerecht Umbauen
    - Zusätzlich gibt es den Zinsvorteil in Höhe von rund 7.300 Euro zzgl. des Tilgungszuschusses von 12.500 für das Erreichen von KFW 115 beim Programm [151] Energieeffizient Sanieren
    - Zuschuss von bis zu 4.000 Euro auf "ausgewählte" Leistungen des Architekten/SV


    Das sollte unterm Strich doch selbst dann noch eine postive Bilanz ergeben, wenn der KFW-Sachverständige 10x so viel nimmt, wie in unserem Fall.

  • Wir hatten 2 Wohneinheiten und konnten je Wohneinheit den vollen Betrag geltend machen. Waren seinerzeit rd. 27000,- €. Und die KFW-Kredite waren mir seinerzeit zu teuer, konnte bei Banken bessere Konditionen aushandeln.

  • Und die KFW-Kredite waren mir seinerzeit zu teuer, konnte bei Banken bessere Konditionen aushandeln.


    Das ist ein dermaßen naheliegender Grund, das man hätte selbst drauf kommen können. Trotzdem Danke für die Antwort!


    Aber vielleicht nochmal zurück zur Eingangsfrage: Übersehe ich, abgesehen von der von Lawrence erwähnten Schwierigkeit Eigenleistungen geltend machen zu können, etwas Wesentliches? Oder ist der Zuschuss wirklich deutlich attraktiver als der Kredit beim Programm [159] Altersgerecht Umbauen?!



    ---------- 21. Juni 2017, 18:58 ----------


    Hat hier denn niemand mit der KFW zu tun und/oder sich mal mit dem Unterschied zwischen Kredit und Zuschuss auseinandergesetzt?!

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  • Bist du sicher dass in dem Barrierefrei/einbruchhemden Programm noch ausschöpfbare Töpfe vorliegen? Als wir uns mal Ende letzten Jahres dafür interessiert war alles ausgeschöpft.

  • Ich spreche vom [433] Altersgerecht Umbauen Investitionszuschuss. Sind das limitierte Mittel?!


    Übrigens noch ein Hinweis für interessierte Mitleser: Bei Eigenleistungen sind hierüber auch Materialkosten anrechenbar, sofern der Einbau durch den ausführenden Betrieb bestätigt wird. Nur die Arbeitsleistung selbst muss durch einen Fachbetrieb erfolgen.

  • Afaik beim Zuschuss kannst du keine Eigenleistungen und keine bauseits gestellten Baumaterialen in "Rechnung" stellen.

    das sehe ich anders.
    Siehe 6000003613_Liste_ff_Maßnahmen_151_152_430.pdf (Seite 1 unten)
    "Bei separatem Kauf des Materials können die Kosten angesetzt werden, wenn die Anbringung bzw. derEinbau durch ein Fachunternehmen erfolgt oder die fachgerechte Durchführung der Maßnahme und die hierfür angefallenen Materialkosten formlos zusätzlich zu den Angaben in der "Bestätigung nach Durchführung" (Kredit) oder im "Verwendungsnachweis" (Zuschuss) durch einen Sachverständigen gemäß Programmmerkblatt bestätigt werden."