Duschen während Rückstau

  • Hallo,


    bei einem Altbau aus 1964 liegt der Keller unter der Rückstauebene. Es ist dort nur eine Waschmaschine angeschlossen, die in einem Bodeneinlauf mit Rückstauklappe versehen ist.


    Oberhalb der Rückstauebene also EG: Beim produzieren von Abwasser läuft die entsprechende Leitung voll...


    ist das normal während eines Rückstaus, das man möglichst kein Abwasser produziert?


    Gruß und schönen Feiertag

  • Ist eventuell Deine Schmutzwasserleitung aus dem EG mit an die Rückstausicherung angeschlossen?
    Das wäre falsch.




    Wenn Dich ein Laie nicht versteht, so heißt das noch lange nicht, dass du ein Fachmann bist.



    M.G.Wetrow

  • Nein, diese sitzt vor der Rückstausicherung.
    Die Rückstauklappe ist quasi am ende der Leitung, die Leitung endet im Waschkeller, 3 M davor (Richtung Kanal) kommt das Schmutzwasserrohr von der Küche herunter, ist aber sehr wahrscheinlich mit an der Leitung angebunden, jedoch wie gesagt vor der Sicherung.


    Ich kann nicht verstehen wie das Wasser auch abfließen soll wenn ein Rückstau besteht und die Grundleitung sowieso zu ist, wie soll dann das Wasser von der EG Leitung dadurch finden? Es kann sich ja logischerweise nur weiter nach oben aufstauen?

  • Nein. Bei einem Rüclstau, der nicht auf einen Rohrverschluß zwischen Haus und Strassenkanal zurückzuführen ist, staut zunächst der Strassenkanal voll.


    Voll heisst, bis zum nächsten Kanaldeckel in der Strasse.


    Läuft dann noch mehr Wasser in den Kanal, sprudelt es aus dem Kanaldeckel.


    Wenn Deine Dusche also höher als die Kanaldeckel der Strasse liegt, läuft das Wasser aus der Dusche ab. Nicht so schnell wie sonst, aber es läuft ab.
    Stichwort für die Suche "kommunizierende Röhren"

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • Wenn Deine Dusche also höher als die Kanaldeckel der Strasse liegt, läuft das Wasser aus der Dusche ab.

    tut es aber nicht


    bei einem Altbau aus 1964 liegt der Keller unter der Rückstauebene.

    sonst würde man ja auch keine Rückstauklappe einbauen.


    Und JA, das Wasser fließt nicht ab. Die Rückstauklappe verhindert nur, dass Wasser aus dem Kanal ins Haus kommt.


    Willst du während dem Hochwasser im Keller duschen, brauchst du eine Hebeanlage.

  • tut es aber nicht

    sonst würde man ja auch keine Rückstauklappe einbauen.
    Und JA, das Wasser fließt nicht ab. Die Rückstauklappe verhindert nur, dass Wasser aus dem Kanal ins Haus kommt.


    Willst du während dem Hochwasser im Keller duschen, brauchst du eine Hebeanlage.

    wieso soll es nicht ablaufen beim duschen. Im Keller ist laut TE nur die Waschmaschine. Also somit ist die Dusche oberhalb der Rückstauebene.

  • Um es mal klarer zu formulieren..


    Alles, was während eines Rückstaues =>(Starkregen od andere eEeignisse im Strassenkanal)
    oberhalb der Rückstauebene =>(das ist in der Regel der Kontrollschacht deines Kanalanschlusses im Hof od Garten)
    an Abwassergegenständen benutzt wird,
    kann bei einer sachgemäßen Abwasserinstallation, diese auch nutzen. (*1)
    Alles was unterhalb der Rückstauebene sich befindet, kann in dieser Zeit nicht benutzt werden, da der Kanal-Wasserstand die eigenbaute Rückstausicherung blokiert.


    Sollte also während eines Rückstaues deine im Keller stehende Waschmaschine abpumpen, so wird diese entweder auf Störung gehen oder das Schmutzwasser die verbunden Gegenstände (WC-Duschtasse, Waschbecken) in der Kellerinstallation damit füllen. (Aber das Volumen der Wassermenge ist begrenzt was eine WAMA von sich gibt. Schäden, äußerst selten.


    Wenn ich das richtig rausgelesen habe, dann hat der Bodenablauf im Keller eine Rückstauklappe.
    Je nach damaliger Einbausituation, kann es sein, das man von diesem Bodenablauf aus ein Ablaufrohr zu deine Waschmaschine gezogen hat. Somit ist zwar der Bodenablauf davor geschützt auszutrocknen, aber im Falle eines Rückstaues und des Abpumpen der Waschmaschine, würde sich dann ein kleiner See im Raum Bilden.


    (*1 = Ist der Rückstau (oder eher Hochwasser, höher als der Kanaldeckel, gilt natürlich Oberkante Wasserspiegel. ;)
    und, was auch den akteullen Rückstaulevel beeinflusst, ist der Strömungsdruck des Rückstaues)

    You do what you have to do, man. :bier::yeah:

  • Danke für die Antworten


    ---------- 19. Juni 2017, 15:52 ----------


    Ich werde einen einen neuen Bodenablauf mit einem Rückstauverschluss einsetzen lassen.
    Hierfür muss der Kellerboden aufgestemmt werden, u.a. werden auch 2 Zuläufe gelegt vom Waschbecken und Waschmaschine die zuvor mit Schlauch an dem im normal immer verschlossenen Rückstaudeckel geführt waren und bei bedarf wurde dann der Deckel geöffnet um Wasser abführen zu können.


    Nun leider existieren keine Pläne über den Bodenaufbau.
    Kann man ohne Ängste denn Boden aufstemmen ? ( Drückende Feuchtigkeit)

  • nehmen wir mal an, dass mit "drückende Feuchtigkeit" drückendes Wasser gemeint ist dann lautet die Antwort zur letzten Frage "nein".


    Verwirrungen bei solchen textlichen Beschreibung kann man vermeiden, indem man sich immer auf die Fließrichtung im Normalbetrieb bezieht. Vor dem Rückschlagverschluss ist also geschützter Bereich, hinter dem Rückstauverschluss ist ungeschützter Bereich. Noch besser sind Skizzen.

    Es grüßt


    Manfred Abt
    Ingenieurbüro AQUA-Bautechnik GmbH

  • Ich hole den Thread mal wieder hoch, da das Thema bei uns gerade auch ansteht.


    Niveau unseres Kellers wird geplant bei +540,10 müNN liegen, darin befinden sich Waschmaschine, der Hobby/Partyraum mit kleiner Küchenzeile und ein Gäste-WC.


    Die Sohle des Schmutzwasserkanals, an den wir angeschlossen werden, wird bei +538,92 müNN liegen und ist ungefähr ca. 6m entfernt.
    Wir liegen also ca. 1,18m über dem Schmutzwasserkanal. Unser Architekt meint daher, dass wir keine Hebeanlage brauchen. Auch ein Rohbauer, mit dem ich wegen dem Keller in Verbindung stehe, stimmt dem zu.


    So richtig überzeugt bin ich derweil nicht. Unser Baugebiet ist ganz leicht abschüssig und der Schmutzwasser Kanalschacht oberhalb unseres Grundstücks hat die Sohle bei +539,96 müNN, nur noch 14cm unterhalb unseres Kellerniveaus.


    Ist es wirklich so eindeutig, dass wir keine Hebeanlage brauchen werden, wenn wir bei Starkregen und anderen Hochwasserereignissen nicht auf die Nutzung der besagten Gerätschaften verzichten möchten?


    Nächste Frage: Ist die Installation/Planung einer Hebeanlage bei einem Neubau derart kompliziert und kostspielig, oder warum scheinen alle (mit denen ich bisher gesprochen habe) das zu scheuen, wie der Teufel das Weihwasser?


  • Nächste Frage: Ist die Installation/Planung einer Hebeanlage bei einem Neubau derart kompliziert und kostspielig, oder warum scheinen alle (mit denen ich bisher gesprochen habe) das zu scheuen, wie der Teufel das Weihwasser?

    Eigentlich kein Hexenwerk, Manfred Abts Link sagt auch darüber alles aus. Großer Nachteil ist halt die Wartungsintensität!

  • Eigentlich kein Hexenwerk, Manfred Abts Link sagt auch darüber alles aus. Großer Nachteil ist halt die Wartungsintensität!

    wobei die ordnungsgemäße Wartung der marktbeherrschenden automatischen Rückstauverschlüsse auch eine Sache für sich ist. Die Anleitung von K. zur Wartung ist eigentlich idiotensicher, aber die konkrete Durchführung ist nicht ganz so einfach.


    Da ist mir doch eine das System klar trennende Pumpe tausendmal lieber.

    Es grüßt


    Manfred Abt
    Ingenieurbüro AQUA-Bautechnik GmbH

  • wobei die ordnungsgemäße Wartung der marktbeherrschenden automatischen Rückstauverschlüsse auch eine Sache für sich ist. Die Anleitung von K. zur Wartung ist eigentlich idiotensicher, aber die konkrete Durchführung ist nicht ganz so einfach.

    Und wird von den Jungs gehasst wie die Pest...

  • Gib den Beteiligten mal mein Rückstauhandbuch, steht eigentlich alles drin was man braucht:


    :: AQUA-Bautechnik - Schutz vor Rückstau ::

    Hab da eben mal reingeschaut.
    Das ist der Wahnsinn, was du hier veröffentlichst.


    Wenn man bedenkt, dass es viele Baubeteiligte gibt, die keine Ahnung davon haben,
    ist es tatsächlich sehr verwunderlich dass du das alles kostenlos zur Verfügung stellst.


    Jeder "normale" Mensch hätte versucht das als Buch zu vermarkten.
    Schön, dass es noch Menschen gibt, die nicht nur eigennütig handeln!


    Grüße

  • Na ja, Hebeanlagen sind nicht gerade des Installateurs liebstes Kind, obwohl es dafür eigentlich keinen Grund gibt.
    Aber man sollte sich schon einen Kopp machen, was man da tut.

  • wie im Handbuch und oben ausgeführt: man muss das planen, sonst kann es auch nach hinten losgehen.

    Was willst Du groß an einer Hebeanlage planen?

    Durch Nutzung der üblichen Rechtschreibregeln wertschätze ich mein Gegenüber und es liest sich viel angenehmer.

  • Na ja, da gibt's die tollste Dinge...
    Du und ich vielleicht nicht, aber...

  • Aktuell: Innenhof tiefer gelegen. Regenwasser geht mit rein.
    Meine Nachfrage - wie sieht es mit dem Gelände aus - Oberflächen Wasser?
    Ähm ja, ist im Moment so geplant, dass eine Böschung mit in den Innenhof entwässert....
    -> mal zurück in die Maschinerie und klären, wieviel Regenwasser zu erwarten, Außenanlage umplanen und ob Regenwasser prinzipiell überhaupt ne 2. Hebeanlage bekommen muss.


    Im Handbuch ist der Hinweis, dass man mal ein paar Gedanken daran verschwendet welches Wasser woher, wohin und worst case...


    Andererseits lebe ich wohl auch eher in einem anderen Projekt+Planungsuniversum.

    Nachdenken kostet extra!

  • Im Handbuch ist der Hinweis, dass man mal ein paar Gedanken daran verschwendet welches Wasser woher, wohin und worst case...

    Ja aber hier ging es um ein WC eine Dusche und eine Waschmaschine, was willst Du da planen. Das schafft einne Kompakthebeanlage(ich nenn die immer Kackehacker :D )

    Durch Nutzung der üblichen Rechtschreibregeln wertschätze ich mein Gegenüber und es liest sich viel angenehmer.

  • Ich hab das DIY selbst gemacht - außer den Häcksler, da was separates, fertiges :D

  • Vielen Dank für den informativen Thread.


    Durch das Lesen habe ich mir noch einmal die Situation bei uns genauer angeguckt und bin mir gerade ziemlich sicher, dass der aktuelle Zustand bei uns nicht ok ist.


    Aktuelle Situation:


    Das EG liegt unter der Rückstauebene, das heißt Gäste-WC inkl. Waschbecken und Dusche, Küchenabfluss sowie Hebeanlage im Keller (nur Waschmaschine/Ausgussbecken) sollten hinter einer Rückstauklappe verbaut sein. Gleichzeitig sollten alle Abflüsse aus der 1. Etage (Toilette, Waschbecken, Dusche, Wanne) vor der Rückstauklappe sein.


    Nun gab es bei unserem Doppelhaus in der Bauphase einen Planungsfehler: Ursprünglich war mittig vor den beiden aneinander grenzenden Doppelhaushälften eine Rückstauklappe in einem Kanalschacht vor dem Haus eingebaut. Dem Bauträger (oder wem auch immer) ist dann aufgefallen, dass dieser Zustand nicht ok ist (weil eben alles und damit auch die 1. Etage hinter der Rückstauklappe sitzt) und die Rückstauklappe dort wurde entfernt. Dafür wurde im Kellerraum, in dem die Abwasserleitung das Haus verlässt eine elektronische Rückstauklappe eingebaut. Dass sich der Sanitärinstallateur bei seinem Velegeplan (zurecht? er konnte ja nur bedingt wissen, dass er seine Installation später noch einmal anpassen muss) keine Gedanken über den Einbau einer möglichen Rückstauklappe gemacht hat, erkennt man bereits daran, dass die Rückstauklappe nun im HAR auf engstem Raum irgendwie in das bestehende Rohrsystem integriert wurde...


    Das eigentliche Problem ist meiner Meinung nach aber, dass die Dusche im EG, die Dusche in der 1. Etage und die Badewanne in der 1. Etage alle über das selbe Rohr entwässert werden, was nun hinter der Rückstauklappe liegt. Somit sind aus der 1. Etage (liegt deutlich über der Rückstauebene) nur die Toilette und das Waschbecken vor der Rückstauklappe angeschlossen. Sehe ich das richtig, dass dieser Zustand nicht DIN-konform ist? Und was hat das für Auswirkungen (bezüglich eines Anspruchs auf Mängelbeseitigung - dass die Dusche/Wanne in der 1. Etage bei geschlossener Klappe aktuell nicht nutzbar ist, ist selbstverständlich)?


    Eine Lösung dieses Problems erscheint mir ziemlich schwierig, hierzu müsste ein Großteil der Rohrinstallation ja angepasst werden. Normalerweise baut der Bauträger diesen Haustyp anscheinend oberhalb der Rückstauebene und dementsprechend sind die Abwasserleitungen so verlegt, dass möglichst viele Synergien genutzt werden können...

  • Das EG liegt unter der Rückstauebene, das heißt Gäste-WC inkl. Waschbecken und Dusche, Küchenabfluss sowie Hebeanlage im Keller (nur Waschmaschine/Ausgussbecken) sollten hinter einer Rückstauklappe verbaut sein.

    Die Hebeanlage hebt sinnvollerweise mit ihrer Druckleitung über die Rückstauebene in eine Freispiegelleitung, die bis zum Kanal keine Öffnungen hat. Insofern braucht sie natürlich nicht hinter der Rückstauklappe sitzen. (Den Rest habe ich als Abeasser-Laie nicht verstanden.)

    mit Gruß aus Berlin vom Skeptiker


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  • Die Hebeanlage hebt sinnvollerweise mit ihrer Druckleitung über die Rückstauebene in eine Freispiegelleitung, die bis zum Kanal keine Öffnungen hat. Insofern braucht sie natürlich nicht hinter der Rückstauklappe sitzen. (Den Rest habe ich als Abeasser-Laie nicht verstanden.)

    Danke für den Vorschlag. Wenn die Hebeanlage über die Rückstauebene heben soll, hieße das, dass aus dem HAR ein Rohr bis ungefähr zur Mitte des EGs (etwas über die Rückstauebene) geführt werden müsste. Das wäre sicher vom Prinzip her optimal, allerdings weiß ich nicht, ob man dann nicht eine stärkere Hebeanlage bräuchte (haben ein ****fix von J) und eine solche Rohrinstallation durchzuführen wäre aktuell vermutlich nicht mehr ohne weiteres möglich.

    Einmal editiert, zuletzt von Skeptiker ()