Mangelbeseitigung, Mehrarbeit Architekt, Rechnungsübernahme

  • Hallo,


    Da mein Eintrag geshanghait wurde (http://www.expertenforum-bau.d…suche-seit-2013/?pageNo=1) und viele bestimmt den Vorgang nicht mehr nachvollziehen können bzw. Lust haben, alles durchzulesen, mache ich einen neuen Eintrag auf.



    Also mittlerweile hat das Gewerk mit den Mangelbeseitigungsarbeiten (Vertrag [definition=48,0]VOB[/definition]) begonnen. Diese ziehen sich aber in die Länge, weil entweder die Termine nicht eingehalten werden oder es werden falsche Materialen eingesetzt…z.B. wurde falscher Kleber verwendet, der wieder ab musste oder es wurde über die Ausführung des Putzes diskutiert, so dass erstmal der Hersteller des Putzes vorbei kommen musste. Der Putz musste dann auch erneuert werden.


    Mir war schon klar, dass die nicht in die Potte kommen (ist ja alles Extra-Arbeit für die). Was mich aber ärgert ist, dass meine Architekten durch die Verzögerungen mehr Stunden als vorgesehen arbeiten muss und sie mir natürlich die Mehrarbeit in Rechnung stellt. Kann ich diese Mehrstunden (aufgrund des Einsatzes falscher Materialen, falsche Ausführungen) dem Gewerk in Rechnung stellen? Was muss ich da beachten?


    Es wird wohl auf einen Extrabetrag um die 1000€ bis 1200€ hinauslaufen. Also keine Summe, für die sich unbedingt ein Anwalt lohnt.

  • Wieso stellt Dir der Architekt das in Rechnung?
    In der HOAI Anlage 10 steht unter Pkt. p der LP 8


    Zitat

    Überwachen der Beseitigung der bei der Abnahme festgestellten Mängel

    Wenn die Mängel erst nach der Abnahme festgestellt wurden, wäre die Überwachung der Beseitigung eine besondere Leistung der LP 9 und damit VOLL zu vergüten.
    Und dann natürlich ein Schaden, den Du vom Mangelverursacher erstattet bekommen musst

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • Es geht um den Sockel, der verspätet fertiggestellt wurde ?
    Der Architekt war an der Abnahme beteiligt / hat die Mängelrüge geschrieben (Oktober 2015) ?
    Die Sockelarbeiten waren preislich anteilig in dem Honorar des Architekten inkludiert (Architektenhonorar auf Basis Haus mit Sockelputz) ?


    Damit hat sich aus meiner Sicht die Abnahme und die Überwachung der Abnahme erst mal nur in die Länge gezogen.


    Jetzt muss der Architekt erst mal aufschlüsseln, welche Mehrkosten und welche zusätzlichen Kosten entstanden sind. Liegen die mehrkosten im üblichen Rahmen gibt es keine Kostenerstattung. Fallen zusätzliche Kosten an, die über den Aufwand auch bei ungünstigem Bauablauf und regelmäßig eintretenden Verzögerungen deutlich hinausgehen, dann kann der Architekt die zusätzlichen Kosten aufschlüsseln und in Rechnung stellen.


    Würden beispielsweise sagenwirmal 5 Fahrten zur Baustelle zwecks Mängelbeseitigungsüberwachung anstehen und 3 davon in 2013/14 und 2 nochmal in 2015, dann sehe ich hier erst mal noch keine Mehrkosten und schon gar keine zusätzlichen Kosten. Hier muss der Architekt nachweisen, welche zusätzlichen Kosten angefallen sind, weil der Sockelputz erst 2015 fertiggestellt wurde, anstatt 2014.


    Mit dieser Aufstellung hast Du dann auch eine Grundlage, diesen finanziellen Schaden, der ja nur aufgrund der Mängel entstanden ist, gegenüber dem Auftragnehmer geltend zu machen.


    Recherchestart bei einer Internetsuchmaschine mit den folgenden Begriffen (in der Reihenfolge): zusätzliche Kosten Mehrkosten Bauüberwachung

    Gruß
    Holger
    --
    Früher, da war vieles gut. Heute ist alles besser.
    Manchmal wäre ich froh, es wäre wieder gut.
    (Andreas Marti; Schweizer)

  • Jetzt muss der Architekt erst mal aufschlüsseln, welche Mehrkosten und welche zusätzlichen Kosten entstanden sind.

    Holger, ich halte die HOAI da für sehr eindeutig.
    Mangel vor/bei der Abnahme festgestellt = kein zusätzliches Honorar für die Überwachung der Mangelbeseitigung.
    Mangel nach der Abnahme festgestellt = aller Aufwand zur Überwachung abrechenbar.


    Wenn der [definition=22,0]BU[/definition] während der Mangelbeseitgung regelmäßig unangekündigt nicht/nur schleppend gearbeitet hat und der Architekt meint, das dadurch sein Überwachungsaufwand deutlich über Gebühr vermehrt wird (ständige "Leerfahrten" z.B.), dann hätte er dem TE androhen müssen, diesen Mehraufwand geltend zu machen, damit der diese Anmeldung einer Behinderung (nix anderes ist es) samt Kostenandrohung rechtswirksam dem [definition=22,0]BU[/definition] gegenüber hätte ankündigen können.
    Wenn sie weiterhin so schleppend arbeiten, macht der Architekt Mehrkosten geltend, die ich Ihnen in Rechnung stellen werde.


    Einfach hinterher angeschlappt kommen und Geld wollen geht mMn nicht.

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • dann sollte der architekt lieber den auftragnehmer mit den erforderlichen schreiben nach vob/b - verzug, mängel etc. - entsprechend eindecken, anstatt auf mehrhonorar zu hoffen. mängelbeseitigung vor der rechtsgeschäftlichen abnahme eines gewerks ist in der phase 8 enthalten, erst in der phase 9 löst die mängelbeseitigung einen vergütungsanspruch aus.

  • Es ist ja ein neuer Architekt vorhanden. Kurze Zusammenfassung: Die neue Architekten hatte ich eigentlich geholt, um die Arbeiten am Sockel mit einem neuen Unternehmer fertigzustellen. Sie sollte nur korrdinieren und überwachen. Sie sagte, wir müssen erst dem ursprünglichen Unternehmer den Vertrag entziehen. Das wurde auch gemacht. Nach Fristablauf hat er sich nochmal gemeldet, wir haben uns zusammengesetzt und entschieden, dass er die Mängel doch noch beseitigt.
    Zum ursprünglichen Architekten besteht kein Kontakt mehr.