Software Kalkulationsprogramm

  • Hallo wir sind ein kleines Familienunternehmen.
    Ich bin auf der Suche nach einem Kalkulationsprogramm, habe schon einiges im Netz gefunden, weiß aber nicht ob es so die richtigen für uns sind.
    Wir machen sehr viel vom Trockenbau, Abbruch, Fliesen, Renovierung, Sanierung, Bodenbeläge..
    Bislang hat mein Vater nach alter Weise die Kalkulation pie mal Daumen gemacht, es ging auch die Jahre immer irgendwie gut.
    Jedoch bin ich eher der andere Typ und da ich nach und nach alles Übernehme möchte ich nun eine saubere Möglichkeit einführen um die Verrechnungssätze zu errechnen und dachte eine solche Software wäre eine Hilfe.
    Ich hoffe auf eure Erfahrungsberichte. Ich als muss mich in dem Bereich erst mal neu Finden da ich aus einer ganz anderen Schiene kommen.
    Danke im Voraus für jegliche Unterstützung.

  • Ich bin mir sicher , das da ein Softwareprogramm alleine nicht ausreichen wird .


    Es kann Dir vielleicht etwas helfen , aber Du musst denoch genug Ahnung haben , um das Abschätzen zu können was das Programm so auswirft . Es kann ja sein , das Dir das Programm zB QM Ständerwand , eine Arbeitszeit von 3,00 Std auswirft ,Du aber 5 Std benötigst , dann wirst Du wohl 2 Std umsonst gearbeitet haben .


    So ein Programm muss auch "gepflegt" werden.

    Wer aufhört besser zu werden, hört auf ,gut zu sein

  • Hallo Andy,


    danke für die Info. Das ist natürlich klar. Dafür habe ich meinen Vater der am Bau ist und mit mir alles rechnet.
    Aber ich glaub er bedenkt nicht alles:-( und es geht ihm Geld flöten. Ich sehe es er arbeite sich fix und alle Aufträge sind auch da aber am Ende bleib nur wenig übrig. Das war der Grund warum ich nach einer Hilfe suche bezüglich Kalkulationen speziell für Bau.
    Ich selbst mache Kalkulationen in meinem Hauptberuf, jedoch ist es eine ganz andere Schiene und hier mit dem Bau naja da bin ich noch keine Profi:-)
    Ich frage mich wie es kleine Betriebe so Kalkulieren.
    Wahrscheinlich gibt es immer festgelegte Preise pro m² oder die einmal berechnet wurde. Aber wie wurden Sie berechnet?:-)

  • Ich geb mal weiter, was ein junger Bauunternehmer (Juniorchef) mir mal erzählt hat über Kalkulation:


    Der (sein Vater) hat für alles seine Preise, m³ Mauerwerk, m³ Beton, m² Schalung usw.
    Mit denen füllt er das [definition=41,0]LV[/definition] aus, rechnet alles zusammen, weiß, das er dafür den Auftrag niemals bekommen wird, überschlägt, was er max. nehmen darf, um noch den Auftrag zu kriegen und danach schreibt er dann das Angebot.
    Seriöses Unternehmen, in zweiter oder dritter Generation noch immer am Markt und nicht ganz klein.


    Ich fand diese Beschreibung von "Kalkulation" herrlich treffend!


    Von daher halte ich solche Kalkulationsprogramme für gewinnbringend. Für die Softwarebranche. Für den Anwender absolut sinnfrei, weil eben die weichen Faktoren nicht einflechtbar sind.
    Weiche Faktoren wie Marktlage, unterschiedliche Arbeitsgeschwindgkeit von Trupp A und Trupp B, Wissen um den Organisationsgrad der Baustelle usw, usw.

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • Tag und Nacht arbeiten, und es bleibt nichts übrig, ist ein bekanntes Problem. Meist ist eine fehlerhafte Kalkulation ursächlich. Auch die "vielen Aufträge " deuten in die Richtung. Die eigenen Kosten werden unterschätzt, es wird zu billig angeboten, Kunden freuen sich über den bilkigen Preis, und am Ende legt man noch drauf.


    Da hilft eine Software nur bedingt, denn das Problem liegt in der eigenen Fehleinschätzung. Mit diesem Risiko leben alle Unternehmer, und so mancher hat dabei schon die Grätsche gemacht.


    Ihr solltet mal Eure Kalkulationsgrundlagen hinterfragen, ob da nicht vielleicht die Hälfte fehlt. Dafür genügt jedes Standardprogramm, zur Not halt Bleistift,Papier und Taschenrechner.


    Nicht die Software macht Eure Kalkulation besser, sondern ausschließlich ihr.

    Der Betreiberverein dieses Forums freut sich über Spenden von Fragestellern, die hier kostenlos Hilfe bekommen haben. Kurze Wege führen über Paypal oder eine Banküberweisung

    .

  • ich kann nur für den Trockenbau sprechen / schreiben, es gibt von einem großen Hersteller (irgendwas mit Rehen oder so) ein kostenloses Kalkulationsprogramm,
    du meldest dich an und bekommst eine PIN.
    In dem Programm sind alle gängigen Arbeiten hinterlegt, man sucht die Systemnummer und gibt die ein, dann erscheint die komplette Materialliste, allerdings mit
    Listenpreisen, dann gibst du deine EK´s ein, deinen Stundensatz, etwaige Zusätze, wie Materialtransport o.ä.
    und schwupp die wupp erscheint der Preis.
    Auf Großbaustellen oder bei öffentlichen wirst du keinen Blumentopf gewinnen, aber im privaten Bereich kann man damit klarkommen.
    Bei größeren Aufträgen kann man heute nicht mehr kalkulieren, so wie man es mal gelernt hat, da musst du schauen ob du mit dem "handelsüblichen Preis" auskommen kannst
    oder besser auf den Auftrag verzichtest.

  • Ich danke euch für eure Antworten und Hilfestellungen.
    Ich sehe es ähnlich. Unsere Firma besteht seit 15 Jahren und es läuft immer irgendwie, jedoch wäre es schön wenn ich mal alle irgendwie absichern könnte und nicht nur auf Risiko lebe. Ich verstehe was ihr meint mit dem Bleistif und Papier, jedoch wird es hier schwer für mich mit meinem Vater, er ist der altmodische Typ "passt schon". Und ich möchte richtige Kalkulationen erstellen um zu sehen welche Kosten auffallen. Ist jedoch für mich schwer ohne Unterstützung im Büro bekomme ich zu wenig mit, da sitzt dann mein Vater neben mir und diktiert mir Positionen und Preise und ich schreibe nur noch die Rechnungen / Angebote.
    Ich müsste wohl mehr auf der Baustelle sein um mich vor Ort besser in alles einfinden zu können. Aber mit Baby ist das auch schwer. Egal wie ich es versuche ist es schwierig für mich anzusetzen, da wir so viele verschiedene Tätigkeiten ausführen. Bei meiner Haupttätigkeit welche ich seit 10 Jahren am Flughafen tätige fält es mir dagegen sehr einfach alles zu kalkulieren, da ich auch immer von Anfang an in der Thematik dabei war es ist aber eine ganz andere Spalte und hiermit nicht vergleichbar. Ich weiß nicht wie lange und was für Materialien ich für 1 m² Fliesenverlegung brauche. Bedeutet ich muss es meien Vater ausfragen, der sagt mir dann die ungefähre Zeit und die Materialien die Preise muss ich mir dann einholen. So müsste ich es wohl für alles machen. Aber dann kommen ja noch Werkzeuge und und und dazu. Die Lohnkosten sind das geringste Problem. Wenigstens versteht ihr mich. Ich hätte ein Mann werden sollen und selbst auf der Baustelle mich bewegen, dann wäre es für mich einfacher:-)


    ---------- 1. Juni 2017, 16:52 ----------


    Danke das schaue ich mir mal an. Um einfach das Gefühl für diese Branche zu bekommen:-)Herzlichen Dank!

  • Und ich möchte richtige Kalkulationen erstellen um zu sehen welche Kosten auffallen.

    Das löst Du aber nicht mit einem Kalkulationsprogramm, sondern nur mit einer (aufwändigen) Nachkalkulation der Baustelle(n).
    Wie viel Material ist da hingegangen, wie viel Verschnitt, Bruch, Schlamperei ist da passiert, wie lange haben die Leute wofür gebraucht, was ist zurückgekommen? Usw.


    Dann hast Du erstmal eine Übersicht über Eure Kosten. Auf der Basis kann man dann sehen, wo es Optimierungsmöglichkeiten gibt und wo ihr einfach zu billig wart und wo die Kalkulation gepasst hat.


    ---------- 1. Juni 2017, 17:04 ----------


    Bau muss man lernen. Von der Pike auf. Studieren ist der falsche Weg. Sonst ist man immer zu weit weg von der Arbeit.

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  • Der Ralf hat das eigentlich sehr passend formuliert , was ein sehr wichtiger Baustein für Dich werden sollte , ist die Nachkalkulation, das kann man am deutlichsten sehen ob´s gepasst hat .
    Du musst auch auf alle Fälle auch Eure Kosten kennen , Fixe und variable und den ganzen anderen Aufwand etc.pp. um einen realen Stundensatz zu berechnen .
    Dann kommst Du der Sache auch schon näher .

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  • Kalkulation ist doch am Ende nur die Feststellung der Fixkosten in Abhängigkeit der variablen Kosten. Fixkosten dürften bei 15 Jahren mehr als ausreichend vorliegen um dort einen brauchbaren Schnitt für einen Verrechnungssatz hinzu zu ziehen.


    Variable Kosten sind schon ein wenig schwerer raus zu bekommen. Da hat Ralf nicht unrecht, es ist von Vorteil im groben zu wissen wie lange eine Arbeit unter welchen Bedingungen dauern sollte. Bringt nur nichts, wenn der gebrauchte Preis am Markt nicht erzielbar ist. Also kommt die Marktlage noch dazu. Wo bekommt man die her? Statis, Innungen, Meinungsumfragen etc.


    Oder der Klassiker in der Meisterausbildung: Frag die Handwerkskammer. Die wird dir zwar nicht deine Kalkulation machen können, könnte aber Infos zur besseren Einschätzung liefern. Bei uns im Dachdeckerhandwerk ist es üblich, dass der ZVDH ein Branchenresümee heraus gibt. Da stehen etliche branchenspezifische Infos drin. Nicht unmittelbar Regionsbezogen aber kalkulieren ist irgendwo auch immer etwas Schätzung.


    Wo das Geld hinrennt, sollte man aber eigentlich mit den eigens erhobenen Daten feststellen können. Also, wie kalkuliert Ihr nach? Es gibt einige Handwerkerprogramme, die braucht man aber nicht ausschließlich zur Kalkulation. Wenn es wirklich nur um kalkulieren geht, dann reicht das kostenlose Openoffice und dort die Tabellenfunktion (Calculator)

    Dachdecker [ˈdaχˌdɛkɐ] - Jemand der basierend auf ungenauen Daten, die von Leuten mit fragwürdigem Wissen zur Verfügung gestellt werden, präzise Rätselraten kann. Siehe auch; Zauberer, Magier

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  • 1. Kein kalk.-programm kann Erfahrung ersetzen.
    2. Du musst zwingend eure Gemeinkosten ermitteln
    3. Geh Mal ein paar Wochen mit raus, damit du ein Gefühl für die Materie bekommst, nur als Helfer, reicht schon.
    Nimm ein [definition=41,0]LV[/definition] mit und schaue (heimlich), wie lange eure Jungs für bestimmte Dinge brauchen.
    4. In eurer Branche gibt's bestimmt auch ein Kalkulationshandbuch, nimm das auch Mal zur Hand


    Bei einer Betriebskalkulation muss man viele Dinge beachten, das kennst du aber wahrscheinlich aus deinem bisherigen Job.

  • Ich bin auf der Suche nach einem Kalkulationsprogramm, habe schon einiges im Netz gefunden, weiß aber nicht ob es so die richtigen für uns sind.
    Wir machen sehr viel vom Trockenbau, Abbruch, Fliesen, Renovierung, Sanierung, Bodenbeläge..


    Also zunächst mal Bestandsanalyse bzw. ein paar "Arbeitsvermutungen", die vielleicht auch falsch sind, aber bitte völlig wertfrei zu verstehen:
    1. Ihr habt einen Bauchlanden an verschiedenen Tätigkeiten- das Unternehmen ist eine Art Handwerkerservice, der diverse Arbeiten für Private macht und ansonsten als Sub für diverse Fachfirmen auftritt. Meister max. 1-2, ansonsten Gesellen und relativ viele Ungelernte.
    2. Preislich eher am unteren Spektrum angesiedelt
    3. Relativ geringer Kapitaleinsatz, größter Kostenfaktor ist das Personal
    4. Schriftliche Bauverträge und detaillierte LVs kommen eher nicht so häufig ins Büro geflattert.


    Zum Programm:
    Für viele der Tätigkeiten gibt es spezialisierte Programme. Für alles in einem eigentlich nur noch Excel.


    Mein Tipp: Erstmal anfangen, auftragsbezogene Nachkalkulation zu machen. Dazu die Stundenzettel der Leute nicht einfach nur sammeln, sondern am besten jede Woche auswerten. Materialkosten zuordnen und Personalkosten zum Auftrag zuordnen. Damit weißt Du erstmal ob überhaupt ein positiver Deckungsbeitrag erwirtschaftet wurde. Im zweiten Schritt: die Buchhaltung durch den Steuerberater (oder wer auch immer das macht) so aufbereiten lassen, dass eine Tätigkeitsbezogene Umlage der Gemeinkosten möglich ist. Wenn das steht, dann weißt Du ob ein Auftrag nicht nur seine eigenen Kosten gedeckt hat, sondern auch, ob er etwas für die Allgemeinheit und den Gewinn beigetragen hat. In dieser Kalkulation bitte auch einen Unternehmerlohn einberechnen.


    Wenn das alles steht, regelmäßig pflegen und konsequent die Tätigkeiten einstellen, die dauerhaft nicht gewinnbringend sind oder zu wenig Gewinn bringen.

    The avoidance of taxes is the only intellectual pursuit that still carries any reward.
    - John Maynard Keynes -

  • Wow ich danke euch allen für eure Tipps und Infos und Hilfestellungen, dann versuche ich mal langsam los zulegen um alles in Erfahrung zu bringen. Gut das ich mich hier angemeldet habe, komme bestimmt noch mit anderen Fragen:-) Habe noch so viele :-)

  • ... dass eine Tätigkeitsbezogene Umlage der Gemeinkosten möglich ist....

    das ist ganz schwierig. Wir arbeiten mit DATEV, aber eine gute Umlage der Gemeinkosten auf die Baustelle ist mir noch nicht gelungen. Die Baustellen sind so verschieden, Winter oder Sommer spielt eine große Rolle etc. Ich versuche übersichtliche Baustellen komplett nachzukalkulieren und daraus meine Schlüsse zu ziehen. Stundensätze kann man anhand der BWA über größere Zeiträume überprüfen, meist kann man diese jedoch nicht in den Markt übernehmen, da zu hoch.
    Jochen

  • das ist ganz schwierig. Wir arbeiten mit DATEV, aber eine gute Umlage der Gemeinkosten auf die Baustelle ist mir noch nicht gelungen. Die Baustellen sind so verschieden, Winter oder Sommer spielt eine große Rolle etc. Ich versuche übersichtliche Baustellen komplett nachzukalkulieren und daraus meine Schlüsse zu ziehen. Stundensätze kann man anhand der BWA über größere Zeiträume überprüfen, meist kann man diese jedoch nicht in den Markt übernehmen, da zu hoch.Jochen

    Kurze Frage: nutzt Ihr das Branchenpaket Bau von der DATEV und die Kostenstellenrechnung?

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  • ja, wir nutzen Datev Mittelstand pro/LODAS für die BWA und den Lohn.
    Jochen

    Das war aber nicht die Frage :-)


    Zum Mittelstand pro kann man noch das Branchenpaket Bau für die FiBu hinzubuchen, was eine andere BWA-Struktur mitbringt, bauspezifische Konten und Aufzeichnungen zulässt und auch einen Branchenvergleich von verschiedenen Kennzahlen ermöglicht. Die Kostenstellenrechnung ist ein weiteres, zubuchbares Paket, welches (oh Wunder) die Kostenstellenrechnung ermöglicht. Dann sollte aber jemand etwas Ahnung von dem Thema Kostenstellenrechnung haben, wenn das eingerichtet werden soll.


    Nutzt Ihr auch den Personalreport aus LODAS?


    ---------- 7. Juni 2017, 09:43 ----------


    Falls Ihr den Personalreport nicht nutzt, würde ich das schon mal empfehlen, gibt's kostenlos seit dem vorletzten Update, man muss nur ein bisschen suchen (oder auf der DATEV-Seite nachlesen).

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  • Sind die Gemeinkosten nicht Jene Kosten in der Leistungsrechnung die gemeinerweise immer da sind?

    Dachdecker [ˈdaχˌdɛkɐ] - Jemand der basierend auf ungenauen Daten, die von Leuten mit fragwürdigem Wissen zur Verfügung gestellt werden, präzise Rätselraten kann. Siehe auch; Zauberer, Magier

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  • Sind die Gemeinkosten nicht Jene Kosten in der Leistungsrechnung die gemeinerweise immer da sind?

    Nein, auch Gemeinkosten können variabel sein - es kommt immer auf den Betrachtungszeitraum an, meistens sind das sog. sprungfixe Kosten, d.h. sie bleiben in einem bestimmten "Kanal" an Produktionsvolumen konstant, ändern sich aber "sprunghaft", wenn dieser unter- oder überschritten wird.

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  • Schön das man es uns anders beibringt...


    Kann man darunter so etwas wie Materiallieferung verstehen? Die ist ja eigentlich nur variable - dem Auftrag direkt zu zuordnen. Dennoch hat man ja über das ganze Jahr Materiallieferungen. Ohne Material keine Arbeit.

    Dachdecker [ˈdaχˌdɛkɐ] - Jemand der basierend auf ungenauen Daten, die von Leuten mit fragwürdigem Wissen zur Verfügung gestellt werden, präzise Rätselraten kann. Siehe auch; Zauberer, Magier

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  • Mir ist schon klar was Gemeinkosten sind. Bin ja nicht von Vorgestern. Mir ging es darum, dass Gemeinkosten sehr wohl - entgegen der Definition in deinem Link - direkt einem Auftrag zuzuordnen sein können. Denn nichts anderes Schrieb @Der Bauamateur ja.

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  • Schön das man es uns anders beibringt...


    Kann man darunter so etwas wie Materiallieferung verstehen? Die ist ja eigentlich nur variable - dem Auftrag direkt zu zuordnen. Dennoch hat man ja über das ganze Jahr Materiallieferungen. Ohne Material keine Arbeit.

    Materiallieferungen würde ich als variable Einzelkosten betrachten, die werden aus dem Auftrag heraus direkt generiert und können auch direkt zugeordnet werden.


    Beispiel für sprungfixe Gemeinkosten
    - Abschreibung für einen Transporter: solange die Auftragslage konstant bleibt, brauche ich nur einen Transporter, die Kosten dafür muss ich irgendwie umlegen (Gemeinkosten). Die Spritkosten schwanken mit der tatsächlichen Nutzung, die Abschreibung bleibt aber fix, d.h. je mehr Aufträge ich mit einem abwickeln kann, desto günstiger die Kostenstruktur. Wenn ich aber plötzlich mehr Aufträge bekomme, als ich mit einem abwickeln kann, brauche ich einen zweiten Transporter: plötzlich habe ich meine Abschreibung bspw. verdoppelt - das ist der Sprung. Wenn ich aber nicht doppelt so viele Aufträge habe, sondern nur den Faktor 1,6 dann ändert sich meine Kostenstruktur natürlich (zum negativen).


    Oder


    Buchhaltungskosten: klassische Gemeinkosten, die man umlegen muss. Mache ich mehr, fällt mehr Papier an und die Buchhaltung wird teurer / zeitintensiver. Aber wenn ich z.B. 30 Kleinstaufträge habe, ist der Aufwand unter Umständen größer, als bei nur 3 Großaufträgen obwohl ich mehr Umsatz habe. Irgendwann habe ich vielleicht so viel Volumen, dass ich eine eigene Buchhalterin einstelle - da springt die Kostenstruktur ggfs. nach unten (oder nach oben, je nach dem...).


    Das heißt: Gemeinkosten sind immer nur für einen gewissen Zeitraum fix und die Umlage muss regelmäßig überprüft und angepasst werden.


    ---------- 7. Juni 2017, 12:16 ----------


    Mir ist schon klar was Gemeinkosten sind. Bin ja nicht von Vorgestern. Mir ging es darum, dass Gemeinkosten sehr wohl - entgegen der Definition in deinem Link - direkt einem Auftrag zuzuordnen sein können. Denn nichts anderes Schrieb @Der Bauamateur ja.

    Nein, das habe ich nicht geschrieben, ich habe nur gesagt, dass Gemeinkosten nicht "immer da" sind, sondern auch variabel sein können. Sie können zwar nicht direkt einem Auftrag zugeordnet werden, schwanken aber trotzdem mit Auftragsvolumen und Auftragsstruktur.


    Es gibt auch Gemeinkosten, die man in variable Einzelkosten "umwandeln" kann, bspw. bei Baumaschinen (Bagger, Kran etc.): da werden die Kosten der Maschine in einen Betriebsstundensatz umgewandelt, der dann über den Betriebsstundenzähler direkt einem einzelnen Auftrag zugeordnet werden kann. Da errechnet man für die Kalkulation meist einen Planwert (aus der Vergangenheit), der dann regelmäßig überprüft wird.

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  • Das heißt: Gemeinkosten sind immer nur für einen gewissen Zeitraum fix und die Umlage muss regelmäßig überprüft und angepasst werden.

    Dann haben wir uns missverstanden ;) Mir ging es mit dem Satz nicht darum dass Gemeinkosten generell im Wert gleich bleiben. Danke für die Erklärung der sprungfixe Gemeinkosten. Klingt logisch. Ob das aber in der Art jeder Betrieb macht?

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  • Theoretisch könnte man auch bei der Büroarbeit eine auftragsbezogene Zeiterfassung einrichten, die die Bürostunden von Gemeinkosten in direkt zuordenbare Einzelkosten umwandelt (wir machen das: jede Tätigkeit wird einem Auftrag zugeordnet, so dass ich genau sehen kann, welche Tätigkeiten wie lange gedauert haben).


    EDIT:
    Nein, das machen die wenigsten.

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