Fensterbauer ist insolvent - Gewährleistung

  • Moin,


    durch einen Blog zum Hausbau bin ich auf ein Justizportal aufmerksam geworden welches Insolvenzbekanntmachungen zugänglich macht.
    Nun habe ich durch Zufall gesehen, dass mein Fensterbauer Insolvenz angemeldet hat.


    Das ist wirklich schade, da es in meinen Augen ein akkurates Unternehmen ist/war.


    Was mache ich nun, wenn z.B. eine Gewährleistungsfall auftritt? Muss ich mich dann an den Hersteller, welcher die Fenster im Auftrag gebaut, wenden oder habe ich Pech und muss damit leben keine Ansprüche gelten machen zu können?


    Gruß

  • Bei [definition=33,0]GÜ[/definition] - Problem des [definition=33,0]GÜ[/definition], wer die Gewährleistung erfüllt, wenn denn was ist


    Bei Einzelbeauftragung - leider verwachst. Da bist Du dann dran, irgendwen zu suchen und zu bezahlen

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  • Was mache ich nun, wenn z.B. eine Gewährleistungsfall auftritt? Muss ich mich dann an den Hersteller, welcher die Fenster im Auftrag gebaut, wenden oder habe ich Pech und muss damit leben keine Ansprüche gelten machen zu können?

    Meine Vorschreiber haben die Situation ja bereits geschildert.


    Auch wenn Du keine Ansprüche geltend machen kannst, würde ich im Gewährleistungsfall trotzdem versuchen, über den Hersteller etwas zu bewegen. Da gelten aber etwas andere Spielregeln. Zuerst mal wäre wichtig, worauf der Gewährleistungsfall basiert. Handelt es sich um Einbaufehler/-mangel dann wird der Hersteller dankend abwinken. Handelt es sich um das Fenster selbst das bemängelt wird, dann wäre denkbar, dass der Hersteller trotzdem hilft, wobei die Kulanz sicherlich Grenzen hat. Vielleicht hat der Hersteller ja einen anderen FB in der Nähe, dem er das Ersatzteil kostenfrei zur Verfügung stellt, so dass an Dir nur noch die Reparatur(Lohn)kosten hängen bleiben.


    Wie gesagt, ich würde es versuchen, mehr als Nein sagen kann er nicht.

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  • Was mache ich nun, wenn z.B. eine Gewährleistungsfall auftritt?

    Im Augenblick scheint ja kein Mangel vorzuliegen....alles in Butter.


    Es geht ja nur darum wer Ansprechpartner wäre, wenn denn der Fall eintreten würde.


    Wann wurden die Fenster denn eingebaut? Wie lange läuft die Gewährleistung noch?

  • Der Fensterbauer hat ja erst Insolvenz angemeldet. Das muss noch nicht sein Ende sein.
    Ich würde die Insolvenzbekanntmachungen beobachten, um zu sehen, wie es mit ihm weiter geht.

  • Macht es nicht evtl. Sinn, mal beim Insolvenzverwalter nachzufragen - so es denn einen gibt?
    Je nach Vertragswerk, das zwischen dem nun insolventen Fensterbauer und dem eigentlichen Hersteller besteht - wäre da nicht so was wie eine Übertragung der Garantieansprüche denkbar?

  • forget ist, kein Hersteller wird für die Arbeit einer Handwerkers irgendetwas übernehmen, es sei denn ein Materialfehler liegt vor, dann evtl. Kulanz. Auf dem Lohn bleibste aber in jedem Fall sitzen.
    Natürlich gibt es einen Insolvenzverwalter, der wird sich aber um DEIN Problem garantiert nicht kümmern!!!

  • So fern ein Anspruch in der Gewährleistungszeit entsteht und das Insolvenzverfahren nicht geschlossen ist (was ja gut mal ein paar Jahre geht) kann man sich an den Insolvenzverwalter wenden. Die Wahrscheinlichkeit am Ende Geld aus der Insolvenzmasse zu bekommen geht aber vermutlich gegen Null. Deine Forderung dürfte in der Reihenfolge ähnlich der Mitarbeiter sein (zu kleine Summe) und damit im Sande verlaufen.

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  • So fern ein Anspruch in der Gewährleistungszeit entsteht und das Insolvenzverfahren nicht geschlossen ist (was ja gut mal ein paar Jahre geht) kann man sich an den Insolvenzverwalter wenden. Die Wahrscheinlichkeit am Ende Geld aus der Insolvenzmasse zu bekommen geht aber vermutlich gegen Null. Deine Forderung dürfte in der Reihenfolge ähnlich der Mitarbeiter sein (zu kleine Summe) und damit im Sande verlaufen.

    Noch kleiner als das der Mitarbeiter...

  • Im Gegensatz zu den MA kannst Du Dich glaube ich mit Geschädigten Kurzschließen. Dann ist die Summe evtl. nicht mehr so klein, das weiß ich jetzt aber nicht genau.

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  • Im Gegensatz zu den MA kannst Du Dich glaube ich mit Geschädigten Kurzschließen. Dann ist die Summe evtl. nicht mehr so klein, das weiß ich jetzt aber nicht genau.

    eine intereesengemeinschaft der insolvenzgeschädigten bekommt am ende auch nur die 2%, die der insolvenzverwalter übrig hat, wenn noch etaws zu verteilen ist, wie einzelne geschädigte auch.


    anders ist es, wenn der TE noch eine bürgschaft oder einen einbehalt für gewährleistung hat. da darf der insolvenzverwalter erst rangehen, wenn die gewährleistungszeit abgelaufen ist.


    solange jedoch kein mangel festzustellen ist, dann gibt es auch keinen grund eines anspruchs.

  • Es ging mir nicht um die Frage, ob man evtl. direkt finanzielle Ansprüche geltend machen kann - da wird nix überbleiben.
    Mein Gedanke war der, ob evtl. aus den Vertragswerken die Garantieansprüche - die ja gewissermaßen einen Gegenwert nur im Schadenfalle haben - übertragbar sind und dafür eines formalen Aktes bedürfen.


    Das ist ja ein Posten, den den Insolvenzverwalter sowieso nicht als "Haben" verbuchen kann - er kann es also sowieso nicht in die zu verteilende Masse einrechnen.


    Das wäre wohl auch eher eine vertragsrechtliche bzw. insolvenzrechtliche Fragestellung.

  • Gewährleistungsansprüche bleiben bestehen, auch wenn sich die Firma in der Insolvenz befindet. Die Frage ist nur, ob die Firma diese bedienen kann.


    Es wird gerne vergessen, dass Insolvenz nicht automatisch das Aus der Firma bedeutet.


    Ist die Insolvenzphase abgeschlossen und die Firma erlischt, erst dann hat sich das Thema erledigt.


    Die Firma könnte die Bearbeitung der Gewährleistungsansprüche übertragen, beispielsweise an eine Nachfolgefirma. Das wird beispielsweise gemacht wenn auch der Kundenstamm übertragen wird, weil die Nachfolgefirma mit den Kunden weiterhin Geschäfte machen möchte.

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  • Mein Gedanke war der, ob evtl. aus den Vertragswerken die Garantieansprüche - die ja gewissermaßen einen Gegenwert nur im Schadenfalle haben - übertragbar sind und dafür eines formalen Aktes bedürfen.

    Dazu gehören ja immer zwei. Einer, der die Ansprüche abgibt (der Insolvente) und einer, der sie übernimmt.
    Warum sollte sich das Übernehmen jemand antun. Bei dem von R.B. beschriebenen Fall mag das für grosse Kunden (Kommune, Hausverwaltung) in Frage kommen, um mit der Salami nach dem Schinken zu werfen, aber bei einem EFH? Warum sollte sich das irgendwer antun?


    Und so lange die Insolvenz noch läuft, ist zwar theoretisch der Anspruch da, aber ob ein Insolvenzverwalter die auch "annimmt", ist fraglich.
    Gut, wenn ein Unternehmen knapp zu retten ist und ein weiterer EINDEUTIGER Anspruch, das Ding zum Kippen bringen würde, gleichzeitig der Aufwand für das Unternehmen klein ist, mags klappen.
    Aber in der Regel wird der IV versuchen, den Mangel zu ignorieren oder negieren - noch mehr als es ohnehin "üblich" ist.


    Wer hat schon mal versucht, mit einem IV zu verhandeln? Die haben gar keine Kapazität für sowas, geschweigen denn BOck.

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  • Warum sollte sich das Übernehmen jemand antun. Bei dem von R.B. beschriebenen Fall mag das für grosse Kunden (Kommune, Hausverwaltung) in Frage kommen, um mit der Salami nach dem Schinken zu werfen, aber bei einem EFH? Warum sollte sich das irgendwer antun?


    genau das ist der Knackpunkt. Im EFH Bereich geht die Wahrscheinlichkeit gegen Null, dass ein FB mit dem Kunden weitere Geschäfte tätigen kann. Dementsprechend ist auch die Motivation eines IV wenn es darum geht, Gewährleistungsansprüche zu bedienen. Man darf nicht vergessen, so manche Insolvenz wird nur deswegen beantragt, um sich bzw. die Firma von Lasten zu befreien. Trotzdem muss der IV solche Ansprüche zumindest zur Kenntnis nehmen und in die große Liste mit aufnehmen. Praktisch bedeutet das für den Kunden, dass er das Thema abhaken kann, zumindest wenn der IV das Ziel hat die Firma zu liquidieren.

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  • es gibt auch mängel beim gewerk fenster und verglasung. wenn sie auftreten, dann ist es sehr aufwendig, diese zu beseitigen. das kann auch sehr teuer werden. jedoch treten mängel bei fenster weniger häufiger auf, als bei anderen gewerken.

  • Fenster werden heutzutage doch mehr oder weniger voll automatisiert hergestellt, und die Produktionsverfahren und Maschinen haben sich bewährt.

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  • Häufig von Verschleiß oder Alterung betroffen sind Bänder, Oberflächen und das Rahmenmaterial.

    mit Gruß aus Berlin vom Skeptiker


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  • Ich hatte mal ein Fenster , da war das Profil unter der Schutzfolie beschädigt ,das muss schon beim Profilhersteller passiert sein , das ja die Schutzfolierung unbeschädigt war . das war aber bis Dato das einzige .

    Wer aufhört besser zu werden, hört auf ,gut zu sein