Feuchte Wände in teilunterkellertem Altbau

  • Hallo zusammen,


    folgende Geschichte:
    Wir sind nach dem Tod meiner Oma 2014 in ihr Haus, BJ 1954, gezogen. Nach einiger Zeit haben wir festgestellt, dass eine Wand nass ist. Als Ursache wurde die Dusche auf der anderen Wandseite ausgemacht, also die neu versiegelt, Putz über etliche Meter neu gemacht und tapeziert. Ca. ein Jahr später: Unter der Tapete schimmelt es, die Tapete selber ist klatschnass. Diesmal Leckageorter geholt, der hat einen undichten Übergang im Abwasser-Rohr gefunden. Wollte die Versicherung nicht beheben, haben lieber so die Wand trocknen lassen, die Wand aufgehauen, um zu sehen, dass die Leitungen da in Ordnung sind, Dusche wieder neu versiegelt usw. Hat nix gebracht, worauf hin der Rohrbruch behoben wurde.
    In der Zwischenzeit haben wir eine BAFA Vor-Ort-Beratung machen lassen. Dach und Fenster müssen neu und eine Außenwanddämmung ran.
    Und jetzt haben wir schon wieder Schimmel an der Stelle und die Tapete war auch wieder komplett nass.
    Ich habe das mal mit einem einfachen Widerstands-Feuchtigkeitsmessgerät überprüft. Im unteren Bereich haben alle Wände im EG höhere Werte als weiter oben, im Keller auch so, bloß mit natürlich noch höheren Werten, da ist auch recht viel Salpeter. Die Innenwände vom Keller haben übrigens recht niedrige Werte. Da ist wohl anzunehmen, dass das aufsteigende Feuchtigkeit aus der Erde ist? Horizontal- oder Vertikalsperre gibt es wohl keine.
    Außerdem ist das Haus nur teilunterkellert, also Außenwände freigraben ist auch nicht drin...
    Nachdem der TÜV nun auch die Öltanks bemängelt und ausgetauscht haben will und sowieso die Sanierung (Dach, Fenster, Dämmung) ansteht, fragen wir uns, ob es da eine wirschaftliche Lösung gibt, die Feuchtigkeit in den Griff zu bekommen. Jemand einen Vorschlag?
    Im Moment tendieren wir eher dazu, das Ding platt zu machen und ein Fertighaus dahin zu setzen...


    Vielen Dank
    Björn

  • ... fragen wir uns, ob es da eine wirschaftliche Lösung gibt,
    ...
    Im Moment tendieren wir eher dazu, das Ding platt zu machen ...

    Das wäre auch mein erster Gedanke. Hast Du denn schon jemanden befragt, der sich auf Altbausanierung spezialisiert hat?
    Klären sollte man auch vor dem Abriss, was und wie man dann da neu bauen darf.


    Evtl ein Bodengutachten? Das würde für einen Neubau eh sinn machen und dann kann man evtl. abschätzen, ob u.U. eine Drainung um den nicht unterkellerten Anbau die Situation verbessern kann - falls man denn das Wasser irgendwo hinleiten kann und darf.

  • Eine wirklich hilfreiche Antwort kann man nur geben, wenn Du mal eine Skizze des Hauses (unterkellerter / nicht unterkellerter Bereich)mit ungefährer Bemaßung beifügst und die feuchten Stellen des Mauerwerks markierst.


    Grundsätzlich:
    Die Mauerbereiche des nicht-unterkellerten Bereiches können mit einer nachträglichen horizontalen Sperre versehen werden (Injektion).
    Die Mauerbereiche des Kellers können nass bleiben, es wird eine Innenabdichtung aufgebracht, mit horizontaler Sperre unterhalb der Kellerdecke.


    Netto-Kosten (sehr grob) bei uns in Franken:
    Hori Mauerwerk bis 30 cm Dicke ca. 140 Euro / lfdm
    Innenabdichtung ca. 200 -350 Euro / m2 (Abschlagen des alten Putzes kann in Eigenleistung erfolgen, bei untergeordneter Kellernutzung muß kein Oberputz aufgebracht werden).


    Wegen des Öltanks sollte abgeklärt werden, ob eine Innenverkleidung angebracht werden kann.

  • Ich hab da noch keinen drauf gucken lassen, der sich mit Altbausanierung auskennt. Kenne da auch keinen, dem ich jetzt vertrauen würde und der unabhängig ist und einem nix andrehen will. Der Gutachter von der Versicherung hat ja nicht einmal die aufsteigende Feuchtigkeit erkannt...
    Wegen Neubau haben wir aus Spaß mal bei der Gemeinde gefragt. Solange das neue Haus dahin kommt, wo das alte steht, sehen die da kein Problem. Zur Sicherheit könnten wir einen Bauvorantrag stellen, aber der Fachdienstleiter sieht das als unnötig an.


    Das Bodengutachten wäre ja so oder so erforderlich, haben uns schon mal bei einem Fertighausanbieter informiert. Wobei ich bei einer Drainage auch eher skeptisch bin - die schlimmste Wand ist eine Innenwand, die im Keller eben teils eine Außenwand und teils im nicht unterkellerten Bereich liegt. An die kommt man von außen nicht ran. Aber wieso die Drainung (nur) um den nicht unterkellerten Bereich?


    Eine Skizze kann ich heute abend sonst mal hochladen.


    Injektionsverfahren haben wir auch schon überlegt, aber finde dazu auch nicht viel positives im Internet. Und wenn, macht es eher den Eindruck von Werbung. Habe schon gehört, dass das nur relativ kurz hält usw. Wir haben keine Lust, das Haus teuer sanieren zu lassen, um nach einem Jahr wieder mit nassen Wänden da zu stehen. Und da sehe ich das Risiko als eher hoch an.


    Die Öltanks habe ich nur so beiläufig erwähnt, die müssen halt neu, sind schon aus den 70ern und da wir im Wasserschutzgebiet wohnen, finden die Behören das nicht so lustig.

  • Die Frage die sich mir stellt. Wie wurde die Dusche versiegelt?
    Habt Ihr das selber gemacht.

    Durch Nutzung der üblichen Rechtschreibregeln wertschätze ich mein Gegenüber und es liest sich viel angenehmer.

  • Der Gedanke mnuit dem Ersatzneubau ist gar nicht der schlechteste , ich würde Dir das auch raten , Du musst halt eben in der Übergangszeit umziehen. Der große Vorteil ist halt dann , Du kannst es alles so machen wie es Dir gefällt vom Grundriss her .
    Diese Baujahre waren auch sehr ungünstig , weil ja sicher das Baumaterial durch den Krieg noch rar war .

    Wer aufhört besser zu werden, hört auf ,gut zu sein

  • Neubauten sind nicht mein Fachgebiet.


    Sehr wohl aber horizontale Sperren.


    Es steht außer Zweifel, daß im Bereich der nachträglichen Abdichtungen durchaus unseriöse Firmen existieren.
    (Diese gibt es aber auch in anderen Gewerken, wie z.B. der Dachabdichtung und v.a. im WDVS-Bereich der Fall = mein subjektiver Erfahrungshorizont)


    Im Bereich der horizontalen Sperren läßt sich relativ einfach die Spreu vom Weizen trennen, wenn man nach der absoluten Feuchtigkeit des Mauerwerks nach dem "DARR-Verfahren" (= gravimetrische Messung) fragt (dazu werden Proben über den gesamten Wandquerschnitt genommen).


    Bei den eingesetzten "Wundermitteln" sollte einfach der PRÜFBERICHT angefragt werden (nicht das "WTA-Hochglanz-Zeugnis) der Prüfbericht ist i.d.R min. 4 Seiten stark.


    Weitere Fragen gerne per P.N. an mich.

  • Der Gedanke mnuit dem Ersatzneubau ist gar nicht der schlechteste , ich würde Dir das auch raten , Du musst halt eben in der Übergangszeit umziehen. Der große Vorteil ist halt dann , Du kannst es alles so machen wie es Dir gefällt vom Grundriss her .
    Diese Baujahre waren auch sehr ungünstig , weil ja sicher das Baumaterial durch den Krieg noch rar war .

    Das möchte ich nicht immer bestätigen. Unser Haus ist auch ein ähnliches BJ und hat einen fast modernen Grundriss. Die Ausführungsqualität ist oft sehr hochwertig. Da würde ich immer sagen, es kommt darauf.
    Zumal ich den Charme eines modernisierten Altbaus aus diesen Jahren besonders finde, im Gegensatz zu manchen seelenlosen Neubauten. Da muß ich an den Bunkercharme eines Neubaus in der Straße denken.

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