Doppelhaus Aufstockung

  • Hallo allerseits,


    wir sind gerade in der Planung der Erweiterung eines Doppelhauses im RheinMain Gebiet. In einem anderen Thread habe ich bereits die Möglichkeit der Erweiterung in Richtung Garten besprochen.


    Jetzt wollte ich nochmal fragen, weil ich da sehr widersprüchliche Aussagen gefunden habe. Kann man ein Doppelhaus einseitig aufstocken, ohne die Nachbarschaft um Zustimmung bitten zu müssen? Was ich gefunden habe reicht von, ja man muss bis zu nein, man muss nicht. Auch dass die Bauaufsicht die Zustmmung nur möchte damit sie aus der "Schusslinie" sind, aber eigentlich die das selbst entscheiden können. Ich kann momentan einfach noch nicht sagen, ob die Nachbarn cool sind, und einfach zustimmen oder ob sie sie einfach aus Prinzip sich querstellen -


    Kann mir jemand etwas konkreteres, vlt. aus eigener Erfahrung, dazu sagen?


    Vielen Dank und Grüße

  • Bei uns brauchts für jeden Sch.... die Zustimmung der Nachbarn. Warum fragt ihr nicht das Bauamt? Die oft sehr kooperativ.

  • Ja das Bauamt hat bereits gesagt, dass es für sie ok wäre, aber man die Zustimmung will. Aber braucht man die unbedingt oder geht das auch ohne? Was sagt denn das Baurecht dazu, ich konnte dazu nichts konkretes finden. Die Brandmauer kann man ja aufstocken, daran kann es nicht liegen, es gibt ja in der Stadt gerade überall Häuser, die unterschiedlich hoch sind. Kann der Nachbar Veto einlegen?

  • du benötigst garantiert die zustimmung der coolen oder uncoolen nachbarn, besonders wenn grenzwand höher als nachbars dach wird und du die enev-auflagen erfüllen musst.

  • Aber warum benöigt man die Zustimmung, was sagt das Gesetz dazu? Der Nachbar hat doch keinen Nachteil dadurch wenn man in die Höhe baut. Die Höhe ist ja durch den Bebauungsplan festgelegt, natrülich kann ich da keine 22 Stockwerke drauflegen. Gibt es dazu eine konkrete Regelung im Baurecht?

  • die dämmung, die du aufbringen musst, kann die grenze überschreiten, dazu benötigst du dann seine zustimmung.

  • gibt es was konkreteres?

    ja, natürlich! :) Wir sind ja hier im Expertenforum, da wird's immer konkret! Die von Dir gesuchten Regeln finden sich in den meisten dt. Bundesländern im jeweiligen Nachbarrecht, in Hessen im dortigen Nachbarrechtsgesetz: Hessischen Nachbarrechtsgesetz. Demnach ist Norberts Aussage falsch.

    mit Gruß aus Berlin vom Skeptiker


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  • aargl !!! aber deshalb frage ich ja, der gesetzestext ist zumindest für einen laien wie ich es bin schwer zu interpretieren. was heißt das konkret??

  • egal was jetzt im nachbarschaftsrecht steht, ich würde immer mit dem nachbarn kommunizieren und anhand der details des planers mit ihm die veränderungen am bauwerk abstimmen, ihm anhand der detailzeichnungen erklären, welche konstruktiven und geometrischen veränderungen zu erwarten sind und wie diese gelöst werden. eine kopie der zeichnungen sollte der nachbar erhalten. wenn er das aufklärungsgespräch schriftlich bestätigt, kann man diese kopie dem bauamt vorlegen.


    allein schon der eingriff in des nachbars dachaufbau um einen dichten anschluss herzustellen, sollte die abstimmung vorschreiben. treten später undichtigkeiten beim nachbarn auf, wird es sowieso auf die veränderungen geschoben. dann kann er wenigstens nicht sagen, er habe von nichts gewusst.

  • Ich kann momentan einfach noch nicht sagen, ob die Nachbarn cool sind, und einfach zustimmen oder ob sie sie einfach aus Prinzip sich querstellen

    aha.
    nachbarn, die zustimmen sind cool.
    nachbarn, die nein sagen, sind prinzipienreiter.
    wie reagierst du, wenn du von 1, 2 oder 3 nachbarn grenzabstände übernehmen sollst?
    bestimmt cool ..

  • Der Nachbar hat doch keinen Nachteil dadurch wenn man in die Höhe baut.

    alternative fakten ?


    veräderte beschattung seines grundstücks .


    verändertes mikroklima durch


    luftsromverschiebungen,
    (regen)wasserverteilung


    und und und

    die vernunft könnte einem schon leid tun....

    sie verliert eigentlich immer

  • Ich vermute, hier greift Paragraph 62 HBO, und das Bauamt tut gut daran, sich entsprechend abzusichern.
    Ohne Zustimmung der Angrenzer könnte jede Kleinigkeit das Vorhaben erst einmal kippen, selbst wenn das Bauamt dem zugestimmt hat (egal ob "Genehmigung" oder genehmigungsfrei,also Kenntnisnahme ).


    Hat der Angrenzer zugestimmt, dann hat er später kaum noch eine Chance gegen das Vorhaben anzugehen. Ohne Zustimmung genügt es, wenn der Nachbar mal einen schlechten Tag hat, und sich oder sein Eigentum bedroht oder beeinträchtigt sieht. Ein Schreiben genügt und das Vorhaben hängt in der Luft, sofortiger Baustop bis zur rechtlichen Klärung, was bekanntermaßen Jahre dauern kann.


    Bei einer DHH is es so gut wie unmöglich, dass bei einer Baumaßnahme die Interessen des Nachbarn nicht berührt werden. Folglich sollte man sich unbedingt absichern, und selbst dann verbleibt noch genügend Streitpotenzial.

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  • wir hatten Mal eine scheddrige Terrassenüberdachung geplant (Reihenhaus), wir habens gelassen (Nachbarn, nicht Bauamt)

  • Ich habe auch schon mehrfach unterschrieben, selbst wenn nur eine größere Gaube gebaut wurde.

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  • tja , ralf , nicht alle sind ausreichend entspannt .

    Und genau deswegen ist es wichtig, dass man solche Dinge absichert. Stimmt der Nachbar nicht zu, dann kann man die Sache vorher ausfechten, bevor eine Menge Geld investiert wurde.
    Nur weil ein Nachbar nicht zustimmt, bedeutet das noch lange nicht das Aus für ein Vorhaben. Man wird dann aber genauer hinschauen müssen, um dem Nachbarn keinen Angriffspunkt zu liefern.

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  • genauer hinschauen

    ja. ganz einfach ;)

    • architekten beauftragen
    • abstandsflächen ermitteln und darstellen
    • genehmigungsfähige planung erstellen lassen
    • bauantrag
    • nachbar bezirzen
    • nachbarunterschrift

    und wenn der nachbar nicht unterschreibt - pech.
    dessen einverständnis ist nämlich nicht substituierbar.

  • Vielen Dank für die vielen Beiträge. Natürlich werde ich das mit dem Nachbarn besprechen, ansonsten ist der Streit ja vorprogrammiert. Das mit dem "cool" habe ich nur so flapsig dahingeschrieben, damit meinte ich lediglich, ob man mit ihm reden kann oder gleich alles grundsätzlich ablehnt.

  • Demnach ist Norberts Aussage falsch.

    Das würde ich so nicht sehen, Wolfgang.


    Ich verstehe das so, dass bestehende Gebäude bzw. Gebäudeteile, die nun im Nachgang gedämmt werden (müssen).


    "...es sich bei den übergreifenden Bauteilen um eine Wärmedämmung handelt, ....für bestehende Gebäude nicht hinausgeht,...."


    Hier aber soll ja etwas neu errichtet werden. Hier kann planerisch noch etwas getan werden um eine Überbauung zu vermeiden., was bei einem bestehenden, grenzständigen Bauteil natürlich nicht mehr möglich ist. Die Aufstockung verstehe ich als "Neubau". Bei einem Neubau muss eine Überbauung sicherlich nicht geduldet werden, oder?

  • Ich verstehe das so, dass bestehende Gebäude bzw. Gebäudeteile, die nun im Nachgang gedämmt werden (müssen). "...es sich bei den übergreifenden Bauteilen um eine Wärmedämmung handelt, ....für bestehende Gebäude nicht hinausgeht,...."

    ja, stimmt. Ich die Betonung auf den kursiv gesetzten Teil unter 1. gelegt und übersehen, dass diese auch noch an die Bedingungen nach 2. und vor allem 3. gebunden ist:

    • die übergreifenden Bauteile... es sich bei den übergreifenden Bauteilen um eine Wärmedämmung handelt, die über die Anforderungen der Energieeinsparverordnung vom 24. Juli 2007 ... in der jeweils geltenden Fassung für bestehende Gebäude nicht hinausgeht,
    • eine vergleichbare Wärmedämmung auf andere Weise mit vertretbarem Aufwand nicht vorgenommen werden kann und
    • die übergreifenden Bauteilea) an einer vorhandenen einseitigen Grenzwand auf dem Nachbargrundstück angebracht werden.

    mit Gruß aus Berlin vom Skeptiker


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  • Weitere Fragen wären:


    -wie alt ist das Gebäude? Viele alte DH haben nur eine gemeinsame Trennwand. Diese sind dann in der Regel 24cm stark, es gehört jedem dann 12cm dieser gemeinsamen Trennwand. Bei Häuser neuern Datums hat natürlich jeder seine eigene Haustrennwand.


    - Wie will man die Dachanschlüsse gestalten? Nehmen wir also an, dass der Nachbar die Überbauung mit Wärmedämmung duldet. Wie aber führt man diese Überbauung aus? Die nachbarliche Dacheindeckung muss rückgebaut werden, es müssen neue Anschlüsse (Blechverwahrungen) hergestellt werden. Die Dachlatten des Nachbarn, die mutmaßlich auf dessen Haustrennwand aufliegen kann man auch nicht einfach um X cm kürzen.... Also selbst wenn der Nachbar da mitgehen sollte, so ist es rein technisch gar nicht so einfach!


    Btw: In Bayern werden Doppelhäuser bzw. Doppelhaushälften als ein Gebäude betrachtet. Diese sind aufeinander abzustimmen (Dachneigung, Höhe usw.). Mag in Hessen natürlich anders sein.


    Hier mal örtliche Gestaltungssatzungen/ Ortsbildsatzung durchforsten.

  • Wärmedämmung ist kein Argument! Ich kann die Wand als HRB bauen (auch mit Brandschutz!!), ich kann dämmendes Mauerwerk nehmen, ich kann Innendämmung planen, ich kann.....


    Das Thema werden die Abstandsregelungen sein. Ich kenne das Baurecht der Hessen nicht, von daher keine Aussage dazu.


    Was ich aber arg schräg finde, das man, bevor man überhaupt mit dem Nachbar gesprochen hat, schon Überlegungen anstellt, wie dessen vielleicht ja gut begründetes NEIN aushebeln kann.
    SOLCHE Nachbarn braucht man gar nicht. Du bist mir egal, ICH WILL!
      <X

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • Was ich aber arg schräg finde, das man, bevor man überhaupt mit dem Nachbar gesprochen hat, schon Überlegungen anstellt,...

    Also ich finde es in Ordnung das man sich vorab über die rechtliche Situation informiert. Kann ja sein, dass des Nachbarn "Nein!" gar nicht begründet ist, sondern dass er das eben nicht will, weil er es nicht will. Da ist es dann schon nicht verkehrt zu wissen wie die rechtliche Lage ist, wie man argumentieren kann usw.


    Ganz so einfach jedenfalls dürfte es nicht werden...

  • Thomas, entweder hab ich einen Nachbarn, den das nicht stört und der bei guter Begründung, warum die Aufstockung nötig ist, auch kulant ist, dann brauch keine Einschätzung vorher.


    Oder der Nachbar hat gute Gründe, nein zu sagen. Dann machts ein "ich kann aber auch ohne Dich, weil §§§§..." nicht wirklich besser.


    Oder es ist ein notorischer Querkopf, den macht man mit " Ich darf aber...." nur kopfscheu. Dann hab ich schon einen Widerspruch vor dem Antrag beim Amt liegen. Sehr hilfreich :sarkasmus:

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • Oder der Nachbar hat gute Gründe, nein zu sagen.

    ich stell mir grad vor, mein Nachbar kommt mit dem "guten" Grund


    luftsromverschiebungen,

    als Argument... :lol:



    Wärmedämmung ist kein Argument! Ich kann die Wand als HRB bauen (auch mit Brandschutz!!), ich kann dämmendes Mauerwerk nehmen, ich kann Innendämmung planen, ich kann.....

    genau das hab ich mir auch gedacht, als ich Norberts Beitrag gelesen habe, dass es deswegen eine Zustimmung geben müsste.