Lebensdauer Innenputz

  • Hello again,


    uns treibt aktuell die Frage um, ob wir im Zuge der Sanierung auch den Innenputz erneuern sollten. Sucht man im Netz nach der Haltbarkeit/Lebensdauer erhält man als Antwort "um die 80 Jahre" - die wären ziemlich genau erreicht. Unser Architekt sagt "Ausbessern wo nötig, ansonsten so belassen". Wir sind nun ein wenig unsicher; einerseits wäre es natürlich schön sich die Arbeit und Kosten für die komplette Erneuerung des Innenputzes sparen zu können, andererseits wollen wir aber natürlich nicht in 15 Jahren wieder alles kaputt machen, um dann den Putz auszutauschen.


    Was meinen die Profis?

  • Sorry, berechtigte Fragen.


    Ich kenne mich mit Putz nicht aus, sieht ein bisschen wie Estrich/Zement aus (Kalk-Zement?), mir ist in meinem Leben noch kein anderer untergekommen. Sichtbare Schäden sind Abplatzungen im Boden- und Türzargen bereich nach Entfernung derselbigen. Wände sollen im Prinzip später nur gestrichen werden (keine Tapeten/Fliesen).

  • 80 Jahre alter Zementputz ist unwahrscheinlich. Zeitgemäß wäre ein Kalkputz, Farbe in Richtung sandig hellocker. Putz ist weich.


    Grau wie Estrich könnte Zementputz sein, dann wäre der bloß keine 80 Jahre alt, sondern eher 30- 50 Jahre.


    Für Streichen muss in jedem Fall gespachtelt werden. Wenn der Putz nicht hohl liegt, lassen.

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • Sorry, berechtigte Fragen.


    [...] Wände sollen im Prinzip später nur gestrichen werden (keine Tapeten/Fliesen).

    Dann wirst Du u.U. und je nach Licht jede Riefe, Unebenheit, Fehlstelle, Instandsetzungsstelle später sehen. Bei nur streichen kann der Putz zwar rauh sein, muss aber eine gleichmäßige Oberfläche habe.
    ich hatte auch mal eine Wohnung mit nur Farbe an den Wänden. Habe dann im Wohnzimmer Terracotta als Farbton gewählt, mit matter Oberfläche und mit einem zweiten ähnlichen Farbton in seidenmatt eine marmorierte Struktur erzeugt. Glatt weiß habe ich nur dort gelassen wo Schranke, Regale, Bilder u.ä. Abdeckungen an der Wand waren.


    Meine Empfehlung (ohne es gesehen zu haben) ginge in die Richtung: um die Fenster und an Wänden mit Schränken, Regalen & Co nur ausbessern, an großen Sichtflächen neu verputzen oder überputzen lassen und dann Ebenheitsanforderungen und Qualitätsstufen vorgeben. Da gibt es auch Broschüren zum Thema "Putzoberflächen im Innenbereich". Verträglichkeiten (Gips/Zement) prüfen!

    Gruß
    Holger
    --
    Früher, da war vieles gut. Heute ist alles besser.
    Manchmal wäre ich froh, es wäre wieder gut.
    (Andreas Marti; Schweizer)

  • @Ralf Dühlmeyer
    Habe gerade nochmal ein Foto genauer betrachtet. Es sieht so aus, als wäre der Putz in den angesprochenen Bereichen irgendwann einmal repariert worden und dabei dann ein zementhaltiger (grauer) verwendet worden. Wenn man genau hinguckt, sieht man teilweise Übergange und diese sichtbaren Stellen des Originalputzes entsprechen exakt deiner Beschreibung.


    Wie sieht es denn mit der Lebensdauer eines solchen Kalkputzes aus?


    @OLger MD
    Wir finden eigentlich gerade die Unebenheiten schön und verzichten nicht zuletzt deshalb auf Tapeten. Gerade die (zwangsläufig) ausbleibende Perfektion macht imho einen nicht unerheblichen Teil des Reizes eines Altbaus aus. Trotzdem auch dir vielen Dank für den gutgemeinten Ratschlag!

  • Ausbessern wo nötig, ansonsten so belassen

    +1


    80 jähriger kalkputz (wenn er es denn ist - kann gut sein) ist nix einzuwenden .. im gegenteil.
    ok, der putz muss nicht 80 jahre alt sein, aber kalkputz - jooo. passt meistens auch sehr gut zu alten, eher weichen untergründen und macht bewegungen mit, ohne reisserisch beleidigt zu sein.
    kalkputz kann halt kaum noch jemand, deswegen wundern mich auch nicht unbedingt "graue ausbesserungen", weil zementös geht schnell..


    "wo nötig" ist der interessante teil - habt ihr keine neuen leitungen unter putz gelegt? da könnte "nötig" nötig werden ;)

  • stell mal ein foto mit den schadensstellen ein.

  • So, entschuldigt bitte, aber ich musste erst brauchbare(re) Fotos machen:


    1) Decke


    2) Wand (im oberen Bereich noch etwas nass vom Tapeten ablösen)


    3) Wand, näher dran, seitlich (ohne Blitz)


    4) Wand, näher dran, seitlich (mit Blitz)


    5) Übergang zur nächsten Wand, diese ist scheinbar mal gespachtelt worden (Gips?)


    6) Tür (irgendwann nach den 60ern eingefügt), rechts davon Wand im Original, rechts davon zugemauerte ursprüngliche Tür.




    Entschuldigt bitte die Qualität, meine Smartphonekamera ist leider nicht die Beste. Hoffe man kann auf der Basis was erkennen. Auf Schadstellen habe ich Dödel jetzt nicht explizit geachtet, eventuell kann man auf Foto 2) und 6) etwas erkennen. Die halten sich bisher aber glücklicherweise in Grenzen und treten überwiegend im direkten Zargenbereich, bzw. unterhalb der Oberkante Fußbodenaufbau auf.

  • das halte ich für reparabel, auf eine überarbeitung mehr kommt es nicht an.


    nicht tragfähiges muss trotzdem runter!

  • Ich glaube das geht in Richtung :glaskugel: ich hab auch schon viel gesehen, auf Fotos wie diesen sahen sie alle gleich aus. Ich hab nicht alles gelesen, wie alt ungefähr?

  • Wir sind noch dabei (etwas umfangreicheres Projekt), es ist also prinzipiell weiterhin alles möglich. Aktueller Stand ist aber nachwievor: Guter Zustand und kann bleiben. Wir möchten aber auch, anders als ihr, keine glatten Wände haben - das ergäbe dann für unseren Geschmack zu viel "Neubau-feeling" in Kombination mit den neuen Fenstern, Böden, Schaltern, Türen etc.. Wir werden wohl im Gegenteil, sogar stellenweise an den Giebelseiten das Ziegelmauerwerk freilegen und im neuen Anbau mal Lehmputz in Eigenleistung ausprobieren ;-)


    Sorry, dass ich dir nicht weiterhelfen kann.