Wandaufbau KFW55 Haus

  • Hallo zusammen,


    bin durch Zufall auf euer Forum gestoßen und da dachte ich mir ich stell mal den Experten unter euch ein zwei Fragen.


    Wir Planen momentan ein 2 Familien Holzständer-haus zu bauen. Am Anfang meinte unser Energieberater ich brauche eine
    36cm dicke Wand um ein 55er Haus zu bauen. Zwischenzeitlich steht in seinem "Bericht" das es ausreicht eine 20 cm dicke
    Wand zu haben um die Vorgaben zu erreichen.


    Kann mir jemand von euch sagen wie Ihr die Wand bei so einem Haus aufbauen würdet? Ich will nach Möglichkeit auf Styropor
    verzichten. Lieber wäre mir da Mineral-wolle oder ähnliches.


    Gruß aus dem Schwabenländle

  • [definition=36,0]KfW[/definition] xx umfasst immer ein gesamtes Konzept, bestehend aus mehrere Komponenten. Der Wandaufbau ist nur eine Komponenten von vielen, und es ist daher nicht möglich zu sagen, die Wand muss xx cm dick werden.
    Vereinfacht gesagt, wenn beispielsweise Bodenplatte und Dach deutlich besser ausfallen, darf die Wand auch etwas schlechter werden. ;)


    Nehmen wir mal an, die Wand müsste einen U-Wert von 0,15W/m²K erreichen, dann ist das mit 20cm Wandaufbau nicht zu schaffen, denn die Wand besteht ja nicht nur aus Dämmmaterial. Man muss die Holzständer berücksichtigen, außen braucht´s eine Verkleidung, evtl. einen passenden Putzgrund, innen noch Beplankung, evtl. Installationsebene, da kommen noch einige Schichten hinzu. Ohne jetzt gerechnet zu haben, würde ich davon ausgehen, dass eine Wandstärke im Bereich 30cm und mehr erforderlich wird, wenn man wirklich alle Schichten berücksichtigt.


    Ja ich weiß, es gibt auch Referenzwerte (Mindestanforderungen), aber ob die hier ausreichen?


    Ich will nach Möglichkeit auf Styropor
    verzichten. Lieber wäre mir da Mineral-wolle oder ähnliches.


    Das ist kein Problem, MiWo, Zellulose einblasen, Holzfaser, alles auch eine Frage des Geldbeutels.

    Der Betreiberverein dieses Forums freut sich über Spenden von Fragestellern, die hier kostenlos Hilfe bekommen haben. Kurze Wege führen über Paypal oder eine Banküberweisung

    .

  • architekt? twp? holzbauer? was sagen die?


    einer der quasistandards ist 20er stiele, innen 6cm (dämmtechn. eher ineffiziente) installationsebene, aussen vhf oder 6cm hwf-wdvs (oder 4cm lattung+6cm hwf-wdvs). das entspricht, je nachdem, etwa min. 23cm reiner dämmung (holzstöranteil rausgerechnet).


  • das entspricht, je nachdem, etwa min. 23cm reiner dämmung (holzstöranteil rausgerechnet).


    und ca. 30cm Wandstärke. So hatte ich das auch im Gedächtnis.

    Der Betreiberverein dieses Forums freut sich über Spenden von Fragestellern, die hier kostenlos Hilfe bekommen haben. Kurze Wege führen über Paypal oder eine Banküberweisung

    .

  • nö. 36,5. ist jedenfalls in eingabeplänen, für holzhäuser, gemalt ..da das gebäude in der signatur hoffentlich keine probleme mit grenzabständen hat, soll das mal egal sein :bier:

    :thumbsup:

    Der Betreiberverein dieses Forums freut sich über Spenden von Fragestellern, die hier kostenlos Hilfe bekommen haben. Kurze Wege führen über Paypal oder eine Banküberweisung

    .

  • unser Energieberater
    ......


    wie Ihr die Wand bei so einem Haus aufbauen würdet?

    Du zäumst den Gaul nicht von hinten auf, sondern eher schon von unten.


    Dein Planer und Dein Energieberater und Dein Tragwerksplaner entwickeln ZUSAMMMEN das Konzept für das Haus. Auch und gerade nach Deinen Gestaltungswünschen und nach den Vorgaben des B-PLans (so existent).


    Denn der Aufbau einer Fassade mit Blechbekleidung ist "unwesentlich" anders als der einer hinterlüfteten Stülpschalung und der wieder ebenso "unwesentlich" anders als der eines verputzten HRB.


    Dämmdicke ist auch nicht alles. Die will ja auch sinnvoll verteilt werden. Ist es sinnvoll, eine Installationsebene zu dämmen? Hitzeschutz wie ? Statik? Optik!
    Erst wird ein Planungskonzept erstellt, dann wird das materialisiert!

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • Am Anfang meinte unser Energieberater ich brauche eine
    36cm dicke Wand um ein 55er Haus zu bauen. Zwischenzeitlich steht in seinem "Bericht" das es ausreicht eine 20 cm dicke
    Wand zu haben um die Vorgaben zu erreichen.

    Inwieweit ist die Fragestellung für den Bau wichtig? Geht es einfach nur darum zu verstehen wer Recht hat (die anfängliche Einschätzung o. der endgültige Bericht), oder geht es um Details, auf die das Ganze Einfluss haben kann.


    Letztendlich ist es doch (fast!) egal ob nun 20 o. 36,5cm. Außer dem Geldbeutel.


    An 20cm all inclusive mag ich allerdings nicht glauben. Weder bei KfW55 oder selbst bei "schlechterem" Standard.

  • An 20cm all inclusive mag ich allerdings nicht glauben. Weder bei KfW55 oder selbst bei "schlechterem" Standard.


    Da kann es sich nur um ein Missverständnis handeln. 20cm Dämmung in WLG032 mit 10% Holzanteil (für meinen Geschmack ist das zu wenig) kommen mit viel Glück auf einen U-Wert von 0,2W/m²K. Das wäre gerade mal die Mindestanforderung/Referenzwert. Selbst bei Verzicht auf eine Installationsebene (wer macht so etwas) braucht es innen noch eine Beplankung, dafür gehen problemlos 3cm(OSB+GKP) drauf, und außen sind auch schnell 4cm und mehr fällig. Selbst wenn man einen Anteil der Dämmung in die Putzgrundebene verlegen würde, und die Ständer auf 18cm oder 16cm reduzieren könnte, klappt es mit 20cm Wandstärke nicht.
    Ab diesem Punkt sind dann Rechenkünstler gefragt.

    Der Betreiberverein dieses Forums freut sich über Spenden von Fragestellern, die hier kostenlos Hilfe bekommen haben. Kurze Wege führen über Paypal oder eine Banküberweisung

    .

  • entsteht das Problem nicht noch früher?
    die Häuslebauer glauben, dass man heute einfach ein "KfW-Haus" bauen muss, um energetisch up-to-date zu sein.


    Ich sag's immer ein bisschen provokativ:
    "Geh Du doch heute mal abends an den Stammtisch, wenn die Leute schon zwei, drei Bier getrunken haben und erzähle denen, dass Du in Deinen Neubau eine Ölheizung einbauen willst... Du wirst sicherlich in der Luft zerrissen!


    Erzählst Du denen aber, Du baust ein KfW-Haus mit Wärmepumpe, dann wirst Du wohlwollend in deren Kreis aufgenommen. Ungefragt, ob dieses Konzept zu Dir passt und dass es möglicherweise für Dich und Dein Haus das falsche System ist..."



    Ich versuch das daher immer andersrum anzugehen: zuerst frage ich den Bauherrn, wie er sich sein Häuschen vorstellen würde, wenn es die [definition=36,0]KfW[/definition] nicht gäbe, welches Heizsystem ihm sympathisch wäre, welcher Brennstoff, ob es eine Rolle spielt, ob das Haus jetzt 50 oder 100 Euro pro Jahr mehr an Energiekosten hat oder nicht (was nutzt schon Energiesparen im Haus, wenn's das dicke Auto in der Garage wieder verbrät)?


    Und dann schau ich mal, ob dies mit KfW-Ergebnisvorgaben zusammenpasst und ob er überhaupt eine Chance hat, dort hin zu kommen.
    Auf dieser Grundlage kann man sehen, was man tun müsste, um auf den gewünschten KfW-Standard zu kommen. Man kann also den KfW-bedingten Mehraufwand darstellen.


    Und dann bin ich wieder bei meinen beliebten zwei Fragen, die oftmals das wesentliche Entscheidungskriterien sind:
    1. Was bringt es?
    2. Was kostet es?

  • Alfons, :thumbsup:


    Das Problem ist jedoch, der Deutsche fährt auf alles ab, was augenscheinlich billig oder gar umsonst ist. Da wird das Rechenzentrum zwischen den Ohren einfach auf standby gesetzt.
    Ob Rabattmarken, Treuepunkte, Fördermittel, Hauptsache man ist vorne mit dabei, schließlich hat man ja nichts zu verschenken.


    Was glaubst Du, wieviele Menschen im Supermarkt Dinge kaufen, weil es die gerade im "Sonderangebot" gibt, obwohl sie diese an sich gar nicht brauchen.
    Bei Fördermitteln für größere Investitionen ist es ähnlich, da wird nicht mehr hinterfragt.


    So wird der Markt gesteuert, denn ohne EnEV oder [definition=36,0]KfW[/definition] würde heute noch so gebaut wie vor 100 Jahren. Nur die wenigsten würden freiwillig diese Anforderungen erfüllen, schon gar nicht wenn sie Geld kosten.


    Die Rechnung ist ganz einfach. [definition=36,0]KfW[/definition] 55 klingt besser als [definition=36,0]KfW[/definition] 100, und wenn man das gratis bekommt, dann wird zugegriffen.

    Der Betreiberverein dieses Forums freut sich über Spenden von Fragestellern, die hier kostenlos Hilfe bekommen haben. Kurze Wege führen über Paypal oder eine Banküberweisung

    .

  • wenn man das gratis bekommt, dann wird zugegriffen

    kann ich -zumal bei einem hrb- verstehen :P
    die im bau und in der nutzung robuste minimallösung führt fast zwingend zu einer kfw55-aussenwand.

    Off-Topic:

    und: man muss ein gebäude ja nicht mit gewalt schlecht bauen.
    ob man sich allerdings das kfw-theater deswegen antun muss, steht woanders ..


    einfach richtig bauen - das wär mal was. meinetwegen auch richtig einfach.

  • Ob Rabattmarken, Treuepunkte, Fördermittel, Hauptsache man ist vorne mit dabei, schließlich hat man ja nichts zu verschenken.

    nach dem motto , wir sparen , koste es was es wolle .
    ( ein beispiel : die freundin eines bekannten tankt grundsätzlich an der tanke , wo es payback gibt. 1 p. für 2 liter spritt [gewaltigen 1 cent wert] . an der billigtanke , die immer 3 - 4 cent drunter liegt fährt sie vorbei , weil es am weg zu den punkten ist , nur gibt es sie da nicht . gefühlt 20 x habe ich es versucht ihr zu erklären , ..... geholfen hat es nicht )

    Die Rechnung ist ganz einfach. [definition=36,0]KfW[/definition] 55 klingt besser als [definition=36,0]KfW[/definition] 100, und wenn man das gratis bekommt, dann wird zugegriffen.

    nur ist dieses gratis oft richtig teuer , zählt aber nicht , man kriegt ja irgendwo was geschenkt...

    die vernunft könnte einem schon leid tun....

    sie verliert eigentlich immer

  • Da bin ich ganz bei Dir.


    Wenn ich halt Überlegungen lese, [definition=36,0]KfW[/definition] 55 könnte man doch vielleicht auch mit 20cm Wandstärke erreichen, dann fällt es mir schwer daran zu glauben, dass "richtig bauen " wirklich Priorität hat.


    Als nächstes kommt dann, EnEV erreiche ich doch auch mit 14cm Wandstärke, und dann kommen mir automatisch Wandaufbauten aus den 70er und 80er Jahren in den Sinn.

    Der Betreiberverein dieses Forums freut sich über Spenden von Fragestellern, die hier kostenlos Hilfe bekommen haben. Kurze Wege führen über Paypal oder eine Banküberweisung

    .

  • Und dann bin ich wieder bei meinen beliebten zwei Fragen, die oftmals das wesentliche Entscheidungskriterien sind:
    1. Was bringt es?
    2. Was kostet es?

    Richtig, wurde hier und im Grünen ja schon gefühlte 1000x gesagt. Letztlich ist es immer eine Prognose und Wette auf die Zukunft, weil keiner weis wie sich die Energiekosten entwickeln werden und diese eben einen entscheidenen Faktor darstellen. Selbst in eher Worst-Case-Szenarien rechnet es sich für mich auf ÖL und Effizienzhaus 85 zu gehen. Auch wenn ich immer wieder im HTD-Forum dafür von den Luftpumpen-Fanboys niedergeschrieben werde.

  • WP haben aktuell einen schweren Stand, vor allen Dingen LWP mit ihren in der Praxis eher mageren Arbeitszahlen. Natürlich kann man sich alles irgendwie schönrechnen, und in manchen (wenigen) Fällen mag das auch passen, aber das bedeutet nicht, dass man hiermit die beste Lösung für die breite Masse hat.


    Die Älteren werden sich unweigerlich an die 80er Jahre erinnern, Parallelen sind ja unverkennbar.


    Die Öl- und Gaspreise werden wieder ansteigen, das ist sicher, aber die Strompreise werden sich auch nicht moderater bewegen, ganz im Gegenteil. Der Trend, die Strompreise auf über 30Ct./[definition=38,0]kWh[/definition] zu treiben, ist ungebrochen. Da kann man den Versorger wechseln so oft man will. Das bedeutet für die LWP einen Preis von deutlich über 8Ct./[definition=38,0]kWh[/definition] thermisch. Je nach Betriebsbedingungen der Anlage sind auch 9Ct./[definition=38,0]kWh[/definition] und mehr möglich. Das entspricht in etwa dem Höchstpreis von Öl und Gas in den letzten Jahren.


    Was also in 10 oder 20 Jahren sein wird, da kann man nur spekulieren.

    Der Betreiberverein dieses Forums freut sich über Spenden von Fragestellern, die hier kostenlos Hilfe bekommen haben. Kurze Wege führen über Paypal oder eine Banküberweisung

    .

  • Auch wenn ich immer wieder im HTD-Forum dafür von den Luftpumpen-Fanboys niedergeschrieben werde.

    Kein Wunder, zeigt blos dass Masse keine Klasse hat ....
    und sich dort die wirklichen Fachleute schon lange verabschiedet haben !


    Auch da zeigt sich : Zeitgeist und Schnäppchenjäger machen noch lange keine gute Lösung aus ...
    Sie wissens halt nicht besser.


    Der Lemmingeffekt kombiniert mit pseudomoderner Vorzeigetechnik und bapperlgestützter Argumentationsphrasen fordert dann schon aich irgendwann seinen Tribut - meistens jährlich, wenn die Rechnung kommt.
    Da gabs schon öfters dann große Augen und die Speiseluke klappte nach unten ....


    Gruß
    Achim Kaiser