Schadstoffe Nachtspeicheröfen

  • Servus,


    wir haben es aktuell mit insgesamt 7 Nachtspeicheröfen zu tun und versuchen herauszufinden, inwiefern diese schadstoffbelastet sind. Das einzige lokale Entsorgungsunternehmen (TRGS 519) war bereits vor Ort und hat sich die Geräte angeschaut, wollte sich allerdings nicht wirklich "in die Karten schauen" lassen. Wir erhalten zwar ein Angebot für den Abtransport und die Entsorgung, werden aber wohl nicht erfahren, inwiefern die Geräte tatsächlich belastet waren.
    Erschwerend hinzu kommt, dass der Außendienstler auf uns den Eindruck machte, dass das Unternehmen nicht wirklich oft mit Nachtspeicheröfen zu tun hat. So wurde beispielsweise angekündigt, ein Gerät vor Ort demontieren zu müssen, weil es keine Möglichkeit gäbe dieses in Gänze (265 kg) 3 Treppenstufen hinauf zu befördern.


    Meine Fragen wäre nun:


    1) Wohin kann man sich bzgl. der Entsorgung grundsätzlich wenden. Lokaler Energieversorger, irgendwelche Verbände, oder gibt es überregional tätige Firmen, die sich darauf spezialisiert haben?
    2) Gibt es, abgesehen vom Asbest, weitere bedenkliche Schadstoffe, die es unbedingt zu berücksichtigen gilt (im Netz liest man von Chrom VI ?!)
    3) Verfügt hier jemand über eine Auflistung belasteter Geräte und kann mir vielleicht Auskunft auf Basis "Hersteller" und "Type" geben?


    Es handelt sich um:


    2x "Olsberger Hütte", Typ: 14/296-9
    2x "Olsberger Hütte", Typ: 14/294-9
    2x "Olsberger Hütte", Typ: E 875
    1x Neff, Type: 1211061001, Fabr.Nr.: 1S0011997 J



    Besten Dank im Voraus!

  • Diese Listen habe ich schon gesichtet, allerdings verunsichern mich die teils unklaren, mitunter widersprüchlichen Aussagen. Da heißt es mal Modell X hat Asbest verbaut, dann wieder "aber nur bis Baujahr Y" und dann wieder "Alle von Hersteller Z haben Asbest". Es sind eben auch zumeist Seiten die nicht unbedingt sehr seriös daherkommen - dein Link führt z.B. zu einer Seite, die offenbar Geld damit verdient Kunden an entsprechende Firmen zu vermitteln.


    Wenn eine Demontage vor Ort, gerade bei Asbest-belasteten Geräten, nicht angeraten wäre - wann wird dann überhaupt vor Ort demontiert? Gibt es weitere, mögliche Schadstoffe? Andernfalls stellt sich ja die Frage, wieso ich die Steine nicht selbst entnehmen und abtransportieren sollte.

  • anhand des typenschildes kann dir auch dein energieversorger auskunft geben.


    ist dein entsorgungsunternehmen ein zertifizierter fachbetrieb (TRGS) sollte es
    keine probleme geben, auch wenn die schadstoffbelastung im unklaren bleibt.
    denn auch dann müssen sie vom worst case ausgehen, also schadstoffbelastet.


    Neff bis ca. 1971 asbestbelastet.
    Olsberg bis ca. 1975 asbestbelastet.


    speichersteine selbst ausbauen würde ich tunlichst unterlassen.
    die sind oftmals chromathaltig. das ist alles andere, als gesund.

  • Danke für eure Antworten. Der Energieversorger hatte leider überhaupt keine Ahnung von dem Thema. Den Hersteller zu fragen, war hingegen wohl eine derart naheliegende Lösung, dass ich nicht drauf gekommen bin :rolleyes:


    Der Neff ist lt. Auskunft von Neff leider Asbest-belastet.


    Bei Olsberger hat man mir, kurioserweise, die Privatnummer eines mittlerweile verrenteten Außendienstlers gegeben, der sich damit auskenne. Lt. dem sind die beiden "E 875" belastet, die übrigen unbedenklich.
    Beide Stellen waren allerdings der Meinung, dass es abgesehen vom Asbest keine gefährlichen Stoffe gäbe. Was stimmt denn nun?

  • Was stimmt denn nun?

    eigentlich sollte dein entsorger fit in dem thema sein,
    er muss ja auch nachweislich entsorgen.


    der wird ja nicht mal eben 7 nachtspeicheröfen beim
    wertstoffhof um die ecke, in die tonne kloppen.

  • Ich denke schon, dass er da fit ist, aber wie schon geschrieben, wirkt die ganze Geschichte ziemlich intransparent. Der Außendienstler hat mir den Eindruck vermittelt, die Geräte würden alle gleich behandelt. Und das obwohl anhand der vorhandenen Typenschilder erkennbar zwischen "mit" und "ohne" Asbest differenziert werden kann - das sollte sich dann m.E. auch im Preis widerspiegeln.


    Wenn das nun daran liegt, dass es nebst Asbest auch andere Schadstoffe gibt, die analog behandelt werden müssen, würde das die pauschale Einordnung relativieren. Falls dem aber nicht so ist, zahle ich am Ende 4x den "mit Asbest-Preis" für unbelastete Öfen....und das ist in diesem Fall leider nicht gerade wenig Geld ;-)


    Um das folgende Angebot einordnen zu können, müsste ich also wissen, ob anderweitige Schadstoffe (z.B. Chrom(VI)-oxid) den gleichen Aufwand/die gleichen Kosten mit sich bringen.

  • ich habe nun auch nicht jeden tag mit nachtspeicheröfen zu tun.


    meine erfahrung:


    selbst wenn die öfen nicht asbestbelastet sind, die speichersteine
    sind fast immer chromathaltig. von einem zertifizierten entsorgungsbetrieb
    werden sie auch als chromathaltig angenommen, weil es in, sag ich mal, 90% der fälle halt so ist.


    deshalb verabschiede dich tunlichst von dem gedanken, die speichersteine selbst
    auszubauen. das ist nicht gesund!


    es gibt entsorgungsfirmen, die hieven nachtspeicheröfen mit dem kran aus dem fenster,
    wenn sie wegen den speichersteinen zu schwer sind, um sie nicht in der wohnung zerlegen zu müssen.



    ---------- 4. April 2017, 07:45 ----------


    So wurde beispielsweise angekündigt, ein Gerät vor Ort demontieren zu müssen, weil es keine Möglichkeit gäbe dieses in Gänze (265 kg) 3 Treppenstufen hinauf zu befördern.

    265 kg und 3 treppenstufen hinauf?


    ..... das schaffe ich fast schon alleine. :D
    lass dir das gelumpe nicht in der wohnung zerlegen.
    safety first.

  • das sollen wohl drei Treppenläufe und nicht -stufen sein, sonst wäre die Sache lächerlich.
    Tresore z.B. kann man in den seltensten Fällen zerlegen und die werden auch transportiert.

    Grüsse Peter

  • @PeterB Nein, es sind tatsächlich 3 Stufen gemeint.



    Mittlerweile liegen auch erste Angebote vor (2 stehen noch aus).


    #1 möchte 3.700 Euro, wobei weitere 400 hinzukommen, sollten einzelne Öfen aufgrund des Gewichts vor Ort demontiert werden (war der Einzige, der sich das vor Ort angesehen hat)


    #2 möchte 3.800 Euro, wobei eine etwaige Vor-Ort-Demontage bereits inkludiert wäre


    #3 möchte 1.100 Euro (auf telefonische Nachfrage wurde mir versichert, dass dieses Angebot die gleichen Leistungen umfasst, wie die der Mitbewerber)



    Gibts Meinungen/Erfahrungswerte zu den Preisen?



    Edit: Alles nach TRGS 519

  • Beitrag von Gast6678 ()

    Dieser Beitrag wurde gelöscht, Informationen über den Löschvorgang sind nicht verfügbar.
  • Fuer die Entsorgung von unbelasteten NSP waren hier in der Region Preise von 50-100 Euro/Stck nicht unueblich. Entsorgungskosten von 500 Euro / Stck kann ich mir nicht so recht erklaeren, Vielleicht beinhalten diese Kosten Volldemontage vor Ort, Einschweissen der Einzelteile und Endlagerung fuer 10000 Jahre im Salzbergwerk. Mit Entsorgungsnachweis...

  • #1 schlüsselt ziemlich detailliert nach Positionen auf, je nach Ofen werden 220, 275 bzw. 495 fällig, dazu kommen je 60 Euro pro Ofen im 1. OG ("Zulage 1. Etage") und weitere 143- Euro je Ofen, der zerlegt werden soll. Darauf gibts dann 7% "Mengennachlass" und abschließend eben zzgl. MwSt


    #2 veranschlagt pauschal 300 Euro für die Baustelleneinrichtung (Flatterband, Anzeige bei Behörden, Personen-Schleuse etc.), pauschal 410 je Ofen und zzgl. MwSt.


    #3 nimmt pauschal 130 je Ofen, zzgl. MwSt


    Alle 3 wollen für die Demontage eine Art Zelt aufstellen in dem Unterdruck herrscht und somit etwaig austretende Fasern direkt abgesaugt werden. Ob das "üblich" ist, oder wie zuverlässig das funktioniert - keine Ahnung.



    Eine Demontage vor Ort wäre mir persönlich auch nicht recht, aber das haben bisher alle 3 zumindest nicht ausgeschlossen - ob es da einfach am Gerät fehlt?! Ist halt leider ein Thema, mit dem man nicht so häufig zu tun hat, weshalb es mir schwer fällt die Preise/das Vorgehen einzuschätzen. Tendenziell würde ich sagen, schielt man schon nach unten rechts - entsorgt ist entsorgt. Aber die gewaltige Differenz zwischen #1 und #2 einerseits und #3 andererseits macht natürlich auch stutzig.


    Und ja, natürlich soll eine neue Heizungsanlage installiert werden. Mit etwaigen Zuschüssen habe ich mich noch nicht befasst, würde aber im Zweifel auch vermuten, dass die nicht mit KFW/BAFA kompatibel wären. Aber danke für den Hinweis, ich werde dem mal nachgehen.



    ---------- 11. April 2017, 10:51 ----------


    #4 hat heute geliefert: 700 für Baustelleneinrichtung, 485 je Ofen, 190 Behördenkram. Inklusive MwSt sind das satte 5100 Euro


    Von dem Geld kann ich mir doch eigentlich auch selbst Profiequipment anschaffen und die Teile an die Straße stellen.

  • Von dem Geld kann ich mir doch eigentlich auch selbst Profiequipment anschaffen und die Teile an die Straße stellen.


    Das equipment macht aus einem Laien aber noch lange keinen Profi.


    Es ist wie überall, es gibt Dinge, da meinen die Firmen man könnte damit Geld drucken. Da es sich bei allen Firmen um Fachbetriebe handelt, die diese Arbeit wohl ausführen dürfen, würde ich primär auf den Preis schauen. Man kann von Dir als Laie nicht verlangen, dass Du nun jeden Paragraph und jede Verordnung studierst. Mit Beauftragung einer Fachfirma, evtl. noch Kontrolle deren Qualifikation, hast Du Deine Sorgfaltspflicht erfüllt. Wichtig ist, dass Du dann einen Nachweis über die fachgerechte Entsorgung hast. Wie die Firma dann im Detail die Arbeiten ausführt, da solltest Du Dich auf die Firma verlassen können.

    Der Betreiberverein dieses Forums freut sich über Spenden von Fragestellern, die hier kostenlos Hilfe bekommen haben. Kurze Wege führen über Paypal oder eine Banküberweisung

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  • Natürlich macht das aus mir keinen Profi, aber einerseits scheint ein nicht unerheblicher Teil des aufgerufenen Preises den Transportschwierigkeiten geschuldet zu sein und andererseits könnte ich mit einem elektrischen Treppensteiger zumindest die 5 unbelasteten Geräte am Stück selbst zur Deponie schaffen. Anschließend könnte ich das Ding wieder verkaufen und hätte richtig Geld gespart, oder wäre für die nächsten Jahre DER Held im Freundes- und Bekanntekreis, wenn es um Umzüge geht :D


    Und ja, im Grunde hast du Recht, aber man möchte natürlich auch nicht riskieren, dass bei einer "Schnäppchen-Entsorgung" am Ende gepfuscht und die Hütte kontaminiert wird. Ein Angebot steht noch aus, ich bin gespannt wie ein Flitzebogen....


    Finde es übrigens interessant, dass es hier scheinbar niemanden gibt, der mit dem Thema schonmal selbst zu tun hatte. Sooo selten sind die Dinger doch nun auch nicht. ?(

  • Natürlich macht das aus mir keinen Profi, aber einerseits scheint ein nicht unerheblicher Teil des aufgerufenen Preises den Transportschwierigkeiten geschuldet zu sein und andererseits könnte ich mit einem elektrischen Treppensteiger zumindest die 5 unbelasteten Geräte am Stück selbst zur Deponie schaffen. Anschließend könnte ich das Ding wieder verkaufen und hätte richtig Geld gespart, oder wäre für die nächsten Jahre DER Held im Freundes- und Bekanntekreis, wenn es um Umzüge geht :D


    Solche Gerätschaften sollte es beim Baumaschinenverleih für erträgliche Tagespauschalen geben.


    Finde es übrigens interessant, dass es hier scheinbar niemanden gibt, der mit dem Thema schonmal selbst zu tun hatte. Sooo selten sind die Dinger doch nun auch nicht. ?(

    Im Osten der Republik wurde in den 90-er Jahren zumindest in den öffentlichen Objekten massiv saniert, damals wurden die NSP durch moderne Modelle ersetzt, da stellt sich das Problem mit Asbestbelastung nicht mehr. Wie die Entsorgung alter Öfen damals lief, möchtest du nicht wissen.

  • Ok, Punkt für dich ;-)


    Aber sofern dir nicht mehr einfällt, wie/über wen du die entsorgt/aus dem Gebäude bekommen hast und was das gekostet hat, hilft mir das leider nicht weiter. Nicht böse gemeint!

  • Das Chromat (Chrom VI) ist ja wohl gebunden und anders als Asbest nicht als Staub vorhanden.
    Man sollte die Steine also nicht mit bloßen Händen anpacken und auch nicht daran lutschen. Aber auch keine Panik schieben.

    Durch Nutzung der üblichen Rechtschreibregeln wertschätze ich mein Gegenüber und es liest sich viel angenehmer.

  • So lange ist das noch nicht her, das fällt mir noch ein.


    Es wurden an den Geräten alle Öffnungen verklebt. Die Geräte wurden auf 'ne Hubwagen gewuppt, welcher auf 1 Meter hochpumpbar war und dann mit einem Lupf per Autokran aus 'nem Fenster im 1ten OG gehievt. Im EG ging es etwas einfacher. An der Haustüre haben wir dann wieder den Autokran benutzt, somit waren die Stufen davor auch kein Problem


    Und wenn ich die Zuschüsse von BAFA/[definition=36,0]KfW[/definition] den Kosten gegen rechne, hat mich die ganze Aktion einschl. fachgerechter Entsorgung unterm Strich noch € 380,- gekostet.

  • Um das hier vielleicht für die Nachwelt festzuhalten:


    Entsorgt hat die Teile schlußendlich ein großer Entsorgungsbetrieb aus dem Ruhrgebiet, der wohl deutschlandweit tätig wird. Da kamen 3 kräftige Jungs mit nem LKW vorgefahren, haben die Öfen in Folie eingewickelt, auf ne Treppen-Sackkarre geladen und aus dem Haus gewuppt. Hat insgesamt ne knappe Stunde gedauert und am Ende 1.550 brutto gekostet. Die haben an dem Tag insgesamt 80 Öfen aus der Umgebung geholt - den Job möchte ich nicht machen.


    Aber mit Baustelleneinrichtung, Absperrung und dergleichen war nix - wäre vielleicht für den Fall einer Demontage vor Ort nötig geworden. Soll aber lt. den Jungs nur sehr sehr selten nötig werden. Aber gut, wer selbst 345kg Geräte rumschubst ohne dabei zu weinen, hat da vermutlich wirklich selten Probleme mit.


    Fazit: Unbedingt auf den Preis gucken. Ich hätte mich im Nachgang wohl schwarz geärgert, wenn ich für die Prozedur 5.000 Euro gelassen hätte.