Elektromobilität Made in China

  • Diese Technik ist nicht gerade neu. Als microturbine wird ein kleiner Dieselgenerator verstanden, wobei man den Begriff eher für hoch drehende Turbinen verwendet, also vergleichbar mit einem (Gas)Triebwerk wie es bei Flugzeugen eingesetzt wird. Diese Art von Turbine ist schon seit langem beim Milität im Einsatz, während man bei Lokomotiven eher auf die traditionellen Dieselmotoren als Antrieb für die Generatoren setzt.
    Die Turbine hat den Vorteil, dass sie mit relativ wenigen Bauteilen auskommt, damit sehr leicht ist, und relativ viel Leistung produziert. Zudem spielt die Qualität des Sprit keine so große Rolle (Stichwort Biodiesel usw). Nachteil, die Bauteile sind durch die hohen Drehzahlen und Temperaturen auch einer hohen Belastung ausgesetzt. Weiterer Nachteil, die Geräuschentwicklung, wobei hier weniger die Lautstärke als vielmehr die Geräuschcharakteristik das Problem sein dürfte.


    Der Verbrauch von 5l/100km bzw,. 7l/100km (80kW Turbine) ist sicherlich noch verbesserungsbedürftig, doch das sind "Probleme" die man lösen kann.


    Das ist halt eine Frage der Strategie die man verfolgt, ob man auf riesige Akkupacks setzt um auch leistungsstarke E-Motoren über einen längeren Zeitraum antreiben zu können, oder die Kapazität des Akkus reduziert um Gewicht zu sparen, und das gesparte Gewicht in eine Turbine + Tank (+Tankinhalt) investiert.


    Möchte man mit leistungsstarken E-Fahrzeugen lange Strecken zurücklegen, dann muss man sich etwas einfallen lassen, denn ein Ferrari mit einem Anhänger voller Batterien ist nicht so der Brüller. ;)
    Woher also soll die Energie kommen? Mit Solarmodulen kann man bestenfalls kleine Motoren versorgen, und das in unserer Klimazone auch nicht besonders zuverlässig. Brennstoffzellen haben auch Vor-und Nachteile. Da ist so ein kleiner Diesel"motor" vielleicht der richtige Weg, denn mit der heutigen Technik lassen sich die Dinger deutlich kleiner bauen, sie sind viel effizienter, als noch vor 100 Jahren.


    Wenn E-Fahrzeuge salonfähig werden sollen, dann darf man nicht nur die Technik in´s Visier nehmen, sondern man muss auch die Ansprüche und Wünsche der späteren Kunden betrachten. Nicht jeder kann/möchte damit leben, wenn sein E-Fahrzeug im tiefsten Winter gerade mal eine Reichweite von 60km hat, oder wenn er wie vor 100 Jahren im Winter mit dicker Jacke, Mütze, Stiefel und Handschuhe in´s Auto sitzen muss, damit er nicht erfriert. Dafür wird kaum jemand Geld ausgeben.

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  • Also wird die Energie so erzeugt:
    Diesel -> Turbine -> Generator -> Strom -> Elektromotor


    Dann kann ich auch gleich einen Verbrennungsmotor nehmen.


    Das Reichweitenproblem bei reinen Elektrofahrzeugen ist m.E. weitestgehend gelöst und nur noch eine Frage des Preises (siehe Tesla).
    Nicht gelöst sind dagegen Infrastrukturfragen (wer kann wann wo laden).

  • Also wird die Energie so erzeugt:
    Diesel -> Turbine -> Generator -> Strom -> Elektromotor


    Dann kann ich auch gleich einen Verbrennungsmotor nehmen.


    Nein, bei einem Vergleich mit einem reinen Verbrennungsmotor schneidet die obige Variante besser ab. Das liegt daran, dass die Turbine auf einen Punkt hin optimiert werden kann, also das Laden der Akkus, und der E-Motor seine Vorteile im Fahrbetrieb (Lastwechsel, Standphase etc.) ausspielt. Gegenüber einem reinen E-Antrieb wird die Effizienz aber etwas schlechter, das ist richtig. Beim reinen E-Betrieb zahlt man die Effizienz der Erzeugung halt über den Strompreis, respektive Investitionskosten bei Eigenerzeugung.




    Das Reichweitenproblem bei reinen Elektrofahrzeugen ist m.E. weitestgehend gelöst und nur noch eine Frage des Preises (siehe Tesla).


    Jaein. Der Tesla schafft mit seiner 85kWh "Batterie" um die 350km, im Winter bei entsprechender Fahrweise wohl weniger als 300km, und wenn man ihn stramm fährt, ist auch schon mal nach 200km Schluss. Damit komme ich von hier aus weder nach München noch nach Berlin oder Hamburg.
    Die angeblich möglichen 490km schafft man im Alltagsbetrieb wohl kaum, selbst nicht bei vorsichtiger Fahrweise, und schon gar nicht im Winter bei -10°C Außentemperatur, mit Heizung, Sitzheizung, und halt dem üblichen Komfort den man bei einem Auto in der 100T€ Klasse haben möchte.


    Trotzdem ist es beeindruckend, was man mit einem nur "85kWh" Akku veranstalten kann, die 500kW "Motorleistung" sind ja kein Pappenstiel.


    Bei dem obigen Konzept reden wir aber von Reichweiten von 1.000km oder 2.000km, und das egal ob Sommer oder Winter.


    Ich denke in Zukunft wird es 3 oder 4 Kategorieren von E-Fahrzeugen geben. Reine E-Fahrzeuge die ausschließlich auf Kurzstrecken bewegt werden, klein handlich, günstig, dann die Familienautos mit denen man auch einmal eine längere Strecke bewältigen kann (größere Akkus, etwas mehr Leistung), dann halt mit Nachladen, und Autos mit entsprechender Systemleistung, für die es ja einen nicht gerade kleinen Markt gibt.
    Darüber angesiedelt dann das Segment der Nutzfahrzeuge, bei denen Last (Leistung, Transport) und Reichweite die wichtigsten Kriterien sind.


    Wenn ich mal "meine" Nutzung betrachtet, dann würde mir die meiste Zeit ein kleineres Fahrzeug für Kurzstrecken genügen. zwischendurch bräuchte ich aber ein Fahrzeug für längere Strecken, und da habe ich absolut keine Lust, alle 1-2h für 30 Minuten bis zu 1h zu warten, bis ich an einer "Tankstelle" die Akkus geladen habe. Da soll sich das Auto nach mir richten, und nicht ich nach meinem Auto.


    Ich könnte mir beispielsweise vorstellen, dass man ein E-Auto konstruiert, das primär mit Akkus betrieben wird, und in das man dann eine Turbine nachrüsten/einstecken kann. Die Dinger kann man ja relativ kompakt bauen, und dann setze ich halt morgens 2 Schuhkartons in´s Auto, und schon habe ich meinen range extender. Klar, das kostet ein paar Euro, aber heute geben die Menschen auch schon eine Menge Geld für ihr Auto aus.


    ---------- 24. März 2017, 10:04 ----------


    Noch als Ergänzung:
    Ich habe gerade gelesen, dass Tesla im letzten Jahr einen 100kWh Akku präsentiert hat, mit dem sich die Reichweite laut Werksangabe auf 600km erhöhen lässt. Wieviel davon im Praxisbetrieb übrig bleibt, das muss man sehen. Mit gut 120T€ aber nicht gerade ein Schnäppchen.


    Ich habe jetzt noch keine Info dazu gefunden, wie schnell man diesen neuen Akku laden kann, ohne dass er einem um die Ohren fliegt. Ich schätze mal, dass man den unter 1h nicht geladen bekommt, so war es zumindest bei den bisher verbauten Akkus, das wären dann über 100kW an el. Leistung die die Ladestation zur Verfügung stellen muss. Die bisherigen Supercharger sind für 120kW ausgeleg, für eine komplette Ladung ca. 1h 15Minuten. Ein normaler Hausanschluss mit 63A liefert gerade mal 43kW, aber zuhause sollte man nicht unter Zeitdruck stehen, was das Laden betrifft.


    ---------- 17. Mai 2017, 09:42 ----------


    Die Chinesen lernen schnell. Rekordhalter auf der Nordschleife, Made in China.


    Neuer König der Nordschleife: China erobert die grüne Hölle

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  • Die Chinesen lernen schnell. ...

    nicht nur in der Spitze, sondern vor allem auch in der Breite und bei den Produktionsmöglichkeiten.
    Allein in China fahren zur Zeit ca. 200 Mio Elektroroller auf den Straßen...200 Mio...das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen.
    Mehrere 10 Mio kommen jedes Jahr dazu, die muss man erst mal bauen können.
    ca. 60 km/h schnell, irgendwas um die 80km Reichweite, Preis: umgerechnet wenige hundert € (hab irgendwo gelesen, unter 300€)


    Firmen wie BYD verkaufen heute schon mehr E-Autos als Tesla und sind die größten Batterieproduzenten. E-Mobilität ist wie Popcorn...erst macht es nur einzelne "plops", dann gehts aber ganz schnell..

  • ca. 60 km/h schnell, irgendwas um die 80km Reichweite, Preis: umgerechnet wenige hundert € (hab irgendwo gelesen, unter 300€)


    Jepp. Habe ich vor ein paar Jahren mal "zugelassen". Das Teil schaffte je nach Reglerprogrammierung auch knapp über 100km/h und bei moderater Fahrweise auch über 100km Reichweite. Zu Beginn wurden die Umrichter etc. noch aus den USA zugekauft, zwischenzeitlich werden die wohl auch selbst gebaut.


    Die hier in DE zulassungsfähigen Modelle waren zwar deutlich teurer, aber wir wissen ja, wie schnell die Preise fallen können.


    Solche Rekorde wie oben genannt sind sicherlich nicht für die Masse gedacht, aber sie zeigen was heute schon möglich ist, und die Erfahrungen fließen dann (mit Abstrichen) auch in die Massenproduktion mit ein.


    Die Strategie der Chinesen ist altbekannt und bewährt (siehe Japan etc. vor vielen Jahrzehnten). Man plant ein Produkt, kauft alle notwendigen Komponenten hinzu, und produziert es Dank niedrigerer Produktionskosten zu einem attraktiven Preis. Dann beginnt man eine Komponenten nach der anderen durch Eigenentwicklungen zu ersetzen um die Marge zu steigern, denn schließlich steigen auch in China die Produktionskosten, insbesondere die Lohnkosten.


    Ich hatte mal vor 10 Jahren eine WP zwischen den Fingern. Bis auf das Blechgehäuse waren alle Komponenten hinzugekauft, vorwiegend aus Japan und den USA, in geringerem Umfang aus Europa. Heute besteht die WP zu gut 90% aus Teilen die in China selbst produziert werden.

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  • Mehrere 10 Mio kommen jedes Jahr dazu, die muss man erst mal bauen können.


    na ja, wenn ca. 80 Millionen in D etliche Millionen Autos bauen können, dann wird über eine Milliarde Chinesen auch ein Paar Millionen Elektroroller bauen können ...


    Aber so richtig viele E-Autos auf den Straßen in D wird es wahrscheinlich erst so 2025-2035 geben, das ist wahrscheinlich ähnlich wie mit diesen selbstfahrenden Autos, oder?

  • Ich glaube, diese Elektroautoentwicklung läuft ungefähr parallel zu der Entwicklung selbstfahrender Autos. Da selbstfahrende Autos aber eine eigene Infrastruktur benötigen und die Entwicklung wahrscheinlich in Richtung Mietauto Pools geht, dürfte irgend wann keiner mehr selbst ein Auto kaufen. Wenn das Elektroauto voll ausentwickelt ist, ist auch die KI der selbstfahrenden Autos ausentwickelt. Das kann auch nicht anders gehen als mit den Pools. Weil stellt euch mal vor, jeder im Wohngebiet lädt sein Auto über Nacht auf und nutzt die volle Leistung seines Stromnetzes, dann bricht das gesamte Stromnetz zusammen, denn die Leistung bringt es gar nicht in der Summe. Die Betreiber eines Pools können entsprechende Einrichtungen zentral vorhalten, mit entsprechender Energieanbindung.


    Die Infrastruktur wird sich komplett ändern. Dann besitzt man kein Auto mehr. In der früh wird nur per App ein Auto bestellt, das kommt dann vor die Tür angefahren und man fährt weg und unterwegs wird noch der eine oder andere mitgenommen und wer das nicht will, zahlt eben für alle Sitzplätze im Fahrzeug. Das mag heute zwar der eine oder andere nicht so gerne, aber es wächst ja eine neue Generation heran, die mit diesen Bedingungen aufwächst und für sie wird dieser Zustand dann normal sein.

    Du musst immer einen Plan haben. Denn wenn Du keinen hast, dann wirst Du Teil eines anderen Planes...

  • dann versuch mal diesen:
    Neuer König der Nordschleife: China erobert die grüne Hölle


    Hab ich grad ein Déjà-vu? ;)


    ---------- 17. Mai 2017, 14:27 ----------


    Weil stellt euch mal vor, jeder im Wohngebiet lädt sein Auto über Nacht auf und nutzt die volle Leistung seines Stromnetzes, dann bricht das gesamte Stromnetz zusammen, denn die Leistung bringt es gar nicht in der Summe.

    was wenn es gar nicht über stationäre Batterien geht, sondern über Flußzellen, also austauschbare Elektrolyte? Nichts anderes als das heutige tanken. Netz ist vorhanden...
    NanoFlowCell Quantino: Die erste Fahrt im Salzwasser-Elektroauto - WELT

  • Dann besitzt man kein Auto mehr. In der früh wird nur per App ein Auto bestellt, das kommt dann vor die Tür angefahren und man fährt weg


    ich höre aber schon - ich will aber nicht in einem Auto fahren, wo jeden Tag jemand anderes fährt und dort seine Spuren hinterlässt in Form von Schmutz, Gerüchen, Kratzern, Müll usw. ;-)

  • Dann kann er sein eigenes Auto kaufen, aber das Auto wird sich in einem automatisierten System immer am Verkehrsfluss orientieren müssen. Kann sein, dass man gar nicht zu der Minute losfahren kann wenn man will, weil das System Überlastung der Fahrstrecke anzeigt. Was bringt mir ein eigenes Auto, wenn ich gar nicht mehr die Freiheiten habe, die ich heute habe? Aber wenn es soweit ist, dann ist die jetzige Generation sowieso kein Kunde mehr, dann gibt es eine neue Generation, die damit ganz anders umgeht und andere Prioritäten hat, als das eigene Auto.

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  • das Auto wird sich in einem automatisierten System immer am Verkehrsfluss orientieren müssen. Kann sein, dass man gar nicht zu der Minute losfahren kann wenn man will, weil das System Überlastung der Fahrstrecke anzeigt.


    da habe ich aber nicht verstanden, was der Unterschied zu heute ist - das gibt es doch schon heute, bei uns auf dem Dorf kann ich fast immer pünktlich los fahren, wann ich will, in Ballungsgebieten sind die Autobahnen oft verstopft


    Bei autonom fahrenden Autos wird das genauso sein, denke ich ... Auch für die, die dann immer noch ein eigenes Auto haben werden ...

  • Die Infrastruktur wird sich komplett ändern. Dann besitzt man kein Auto mehr. In der früh wird nur per App ein Auto bestellt, das kommt dann vor die Tür angefahren und man fährt weg und unterwegs wird noch der eine oder andere mitgenommen und wer das nicht will, zahlt eben für alle Sitzplätze im Fahrzeug.

    Da bin ich mir nicht so sicher, und ich sage Dir auch warum.


    Überlegen wir mal, wo stehen die Autos tagsüber meist rum? Wo in der Nacht? und welche Menge an "Strom" verbraucht so ein Auto bei typischer Nutzung pro Tag? Nicht jeder spult täglich hunderte Kilometer auf der Autobahn ab, ganz im Gegenteil, die meisten Fahrzeuge werden täglich nur kurzzeitig auf Kurzstrecken bewegt. Die wenigsten fahren jedenTag hundert Kilometer zur Arbeit und Abends wieder 100km zurück.


    Wir machen vielleicht einen Denkfehler, wenn wir glauben, das Tanken müsste genau so schnell gehen wie heute mit "Benzin". Das mag zwar richtig sein wenn ich auf der Autobahn unterwegs bin und schnell weiter möchte, aber wenn das Auto bei mir zuhause oder hier im Betrieb auf dem Hof steht, da kann es stundenlang laden. Steht doch sowieso nur rum.


    So ein Elektroauto "verbraucht" im Sommer typ. um die 150Wh/km, im Winter können es auch mal 250Wh/km sein. Wenn ich nun im Winter sagen wir mal 50km zur Arbeit fahre, dann kostet mich das etwa 12,5kWh. Kann ich im Betrieb nicht nachladen, dann habe ich Abends wenn ich nach Hause komme den Akku meines Fahrzeugs um 25kWh entladen. Nun steht die Kiste in der Garage bis zum nächsten Morgen, ich hätte also sagen wir mal 12h Zeit um die 25kWh nachzuladen. Das wäre mit einer Leistung von ca. 2kW problemlos möglich. Diese Leistungsaufnahme hatte früher jeder Staubsauger, auch wenn der sicherlich nicht mehrere Stunden am Stück in Betrieb war. Mein Hausanschluss ist für 25kW ausgelegt, Backofen, Herdplatten haben auch eine entsprechende Leistungsaufnahme.


    Was wahrscheinlicher ist, und da denke ich jetzt wieder an das Thema smart metering, dass das Laden intelligent gesteuert wird, abhängig von der Verfügbarkeit im Netz. So variiert dann die Ladeleistung zwischen vielleicht 2kW und 20kW, wer sein Auto schnell laden muss, zahlt mehr, genau so wie wenn er sein Auto irgendwo an einer Raststätte auf der Autobahn schnell laden möchte.


    Einen Mietfahrzeug Pool zu koordinieren wird verdammt schwer, und das führt dann entweder zu einer Unmenge an Fahrzeugen mit einer Menge an Leerstrecken, oder die Leute müssen unnötig warten.

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  • Einen Mietfahrzeug Pool zu koordinieren wird verdammt schwer, und das führt dann entweder zu einer Unmenge an Fahrzeugen mit einer Menge an Leerstrecken, oder die Leute müssen unnötig warten.

    eben, ich weiß vielleicht noch nicht, dass ich heute abends um 18:30 losfahren will. Das fällt mir vielleicht erst um 18:15 ein ... Und da wird zufällig ein entsprechendes Fahrzeug in der Nähe verfügbar sein?
    ok mal sehen ...

  • Es ist doch heute schon so, dass das Auto bei der Jugend nicht mehr die Priorität hat wie zu meiner Zeit damals. Und dieser Trend setzt sich fort. Da bin ich mir sicher. Das Smart Auto der Zukunft wird eh vernetzt sein und eine gewisse Schwarmintelligenz haben, zusätzlich zu einer zentralen Steuerung. Man kann die Autos dann auf Parkplätzen so verteilen, dass sie relativ schnell da sind und eine KI berechnet die Wahrscheinlichkeit wo zu welcher zeit die meisten Autos benötigt werden und steuert die Wege so, dass ohne viel Leerfahrt genug Autos in einem Bereich vorhanden sind. Eigentlich alles kein großes Ding. Fährt das Auto zu dir nach Hause, wird es dann auf einem nahen Parkplatz warten, bis ein neuer Auftrag paar Häuser weiter kommt. Eigentlich alles ganz logisch.

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  • eben, ich weiß vielleicht noch nicht, dass ich heute abends um 18:30 losfahren will. Das fällt mir vielleicht erst um 18:15 ein ... Und da wird zufällig ein entsprechendes Fahrzeug in der Nähe verfügbar sein?ok mal sehen ...

    Genau das ist das Problem. Was ist, wenn ich erst Abends um 23:00 Uhr weg muss? Dann fährt ein Auto 15km zu mir, um mich 5km zu fahren, und dann fährt es wieder 15km zurück, oder es steht die ganze Nacht hier rum.

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  • deshalb sind auch die enstprechenden Vorhersagen immer in fernen Zeiträumen - also autonomes Fahren in D so 2025-2035 ...


    so um 1960 dachte man auch, im Jahre 2000 hat jeder ein kleines Atomkraftwerk bei sich im Keller und den Haushalt machen die Roboter ... ja, ich kann mir einen "automatischen" Staubsager kaufen, aber bevor der loslegen kann, dann muss ich die Flächen entsprechend vorbereiten, Stühle, Tische und andere Sachen wegräumen usw. ... Auch in den Büros sind immer die Putzfrauen unterwegs, komisch, das könnte man doch alles autonom erledigen lassen ;-) nur wenn da mal heute zwei Kisten im Weg stehen, dann weiß der Roboter nicht weiter, die Putzfrau stellt die Kisten zur Seite usw. ;-)

  • Genau das ist das Problem. Was ist, wenn ich erst Abends um 23:00 Uhr weg muss? Dann fährt ein Auto 15km zu mir, um mich 5km zu fahren, und dann fährt es wieder 15km zurück, oder es steht die ganze Nacht hier rum.

    Du wirst nicht der einzige sein, der um die Zeit unterwegs ist. ;)

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  • Es ist doch heute schon so, dass das Auto bei der Jugend nicht mehr die Priorität hat wie zu meiner Zeit damals. Und dieser Trend setzt sich fort. Da bin ich mir sicher. Das Smart Auto der Zukunft wird eh vernetzt sein und eine gewisse Schwarmintelligenz haben, zusätzlich zu einer zentralen Steuerung. Man kann die Autos dann auf Parkplätzen so verteilen, dass sie relativ schnell da sind und eine KI berechnet die Wahrscheinlichkeit wo zu welcher zeit die meisten Autos benötigt werden und steuert die Wege so, dass ohne viel Leerfahrt genug Autos in einem Bereich vorhanden sind. Eigentlich alles kein großes Ding. Fährt das Auto zu dir nach Hause, wird es dann auf einem nahen Parkplatz warten, bis ein neuer Auftrag paar Häuser weiter kommt. Eigentlich alles ganz logisch.

    Logisch JA, Technisch sicherlich auch kein Problem, aber wenn das Auto hier rum steht, weil es sich nicht lohnt weite Strecken zu einem anderen Kunden zu fahren, dann muss ja ein anderes Fahrzeug da sein, das den Kunden dann abholt. Also muss man schon einmal 2 Autos vorhalten.
    Nun ist es so, dass die Menschen zu bestimmten Zeiten vermehrt mobil sein müssen, also beispielsweise am frühen Morgen (Fahrt zur Arbeit). Danach wäre ein Bruchteil der Fahrzeuge ausreichend, der Rest steht rum. Die müssen aber bezahlt werden, und der Betreiber macht das auch nicht gratis, d.h. der Nutzer wird diesen Anteil mitbezahlen müssen. Ob dieser Anteil dann günstiger ist als die Abschreibung des eigenen Fahrzeugs? ich weiß nicht.

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  • Es wird genug Autos geben, die verteilt genug sind, dass jeder zu jeder Zeit ein Auto bekommt. Guck doch mal aus dem Fenster, wie viele Autos herum stehen. Stell dir vor, die wären alle automatisiert. Da ist zu jeder Zeit genug da für jeden. Und wie gesagt, man wird auch unterwegs andere mitnehmen, wenn es auf dem Weg liegt. Das wird für den Menschen in der Zukunft eine Selbstverständlichkeit sein.

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  • Du wirst nicht der einzige sein, der um die Zeit unterwegs ist. ;)

    Na ja, je nach Region könnte es schon sein, dass ich der einzige bin.


    Nebenbei bemerkt, die Bahn kennt ja diese Problematik sehr genau, und es hat schon seinen Grund, warum es Zeiten gibt zu denen manche Strecken nicht oder kaum bedient werden.
    Morgens zwischen 06:00 Uhr und 09:00 Uhr sind die S-Bahnen brechend voll, aber bereits nach 09:00 Uhr herrscht gähnende Leere. Dann wird der Takt reduziert, und man kann unter Umständen 1h und länger warten, bis man fahren kann.
    Warum sollte das mit individuellen Fahren mit E-Autos anders sein? Entweder im Pool stehen Fahrzeuge für 99,999% der Nutzer, dann wird das unbezahlbar, oder es befinden sich nur eine deutlich geringere Anzahl an Fahrzeugen im Pool, dann muss man während der Rush Hour warten.

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  • Du beschreibst jetzt zwei Extreme, entweder zu viel oder zu wenig. Wie wärs mit einem vernünftigen Mittelmaß? Man kann sich auch auf unerwartetes einstellen. Ist alles kein Problem. Es ist nur eine Sache der vernünftigen Dislozierung und Verteilung der Fahrzeuge und während der rush hour auch eine Frage der intelligenten Auslastung der vorhandenen Fahrzeuge. Alles machbar. Außerdem kann man auch mal ein paar Minuten warten. Vielleicht wird es sogar in Zukunft ein Fahrverbot für private Autos in Innenstädten geben, um den Verkehrsinfarkt zu verhindern. Die, die zu faul sind für alles, außer eigenem Auto, dürften dann erheblich tiefer in die Tasche greifen oder haben Pech gehabt und müssen sich anpassen.


    Die Autoindustrie arbeitet schon lange an solchen Lösungen und weiß, dass sie in Zukunft mehr zum Anbieter als zum Verkäufer von Autos wird.

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  • Du beschreibst jetzt zwei Extreme, entweder zu viel oder zu wenig. Wie wärs mit einem vernünftigen Mittelmaß?

    Wo bzw. wer ist das Mittelmaß?


    Es heißt ja nicht umsonst "Individualverkehr" weil damit die individuellen Bedürfnisse abgedeckt werden. Wenn man alles gleichschalten möchte, dann könnte man das bereits heute machen, dazu bräuchte man keine E-Fahrzeuge und auch keine Schwarmintelligenz. Aber nicht einmal das car sharing funktioniert, und die Öffis werden auch nicht so genutzt wie man sie nutzen könnte, nicht einmal im Stadt- oder stadtnahen Bereich.


    Mag ja sein, dass Wunschträume irgendwann in Erfüllung gehen, in 100 oder 200 oder was weiß ich Jahren, aber bis dahin sehe ich diese heile Welt noch lange nicht. Zukunftskonzepte gibt es immer wieder, was davon übrig bleibt ist auch bekannt. Das braucht alles seine Zeit, und bis dahin kommen vermutlich noch ganz andere Ideen auf die Tagesordnung. Wer weiß, vielleicht bewegen wir uns dann in x Ebenen, mit Luftfahrzeugen, Drohnen, oder was weiß ich.

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  • ich höre aber schon - ich will aber nicht in einem Auto fahren, wo jeden Tag jemand anderes fährt und dort seine Spuren hinterlässt in Form von Schmutz, Gerüchen, Kratzern, Müll usw. ;-)

    Ja, aber das sagen nur wie Deutschen.
    Wenn ich meine ausländischen Kollegen sehe, dann ist das kein Thema mehr.
    Stehst in Amsterdam vor dem Hotel und buchst dir über Uber ein "Taxi",
    das ist da völlig normal.


    Finde das Konzept des Pools auch nicht schlecht,
    wenn ich überlege wieviel Stunden unsere Autos einfach nur sinnfrei herumstehen.


    Grüße

  • Thomas - ja klar, in D werden auch Taxis gebucht ...


    Ich meine jetzt wenn jemand auf Dauer auf Auto angewiesen ist, dann will eher eher seine "private" Unordnung haben ;_)

  • Es macht schon einen Unterschied ob ich alle Schaltjahre am Flughafen ein Taxi buche oder ständig ein Auto benötige.


    Abgesehen davon, so ein Poolbetreiber wird eine Menge Arbeit mit den Fahrzeugen haben, und diese wird er sich natürlich bezahlen lassen. Ob dann letztendlich für die Benutzer der Preis pro Kilometer günstiger wird, das wage ich zu bezweifeln. Dann rechnet es sich nur, wenn man ein Fahrzeug nur selten benötigt weil die Investitionskosten entfallen. Das ist auch heute schon der Fall. Wenn jemand nur 1000km im Jahr fährt, dann ist es günstiger sich fahren zu lassen. Wer aber 20.000 oder 30.000 oder 50.000km im Jahr unterwegs ist, der muss ganz anders rechnen.

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  • Ich weiß was du meintest.
    Aber mein Beispiel diente einfach nur der Verdeutlichung dass der Markt bereits in Bewegung ist.
    Wenn man sich hier beispielhaft Amsterdam anschaut dann wird das sehr deutlich.


    In der Regel braucht man da kein Auto da man weder einen Stellplatz noch den bedarf hat.
    Wenn man dann doch mal Mobil sein muss, dann geht das sehr unverbindlich und schnell über Uber.


    Das Gleiche wäre es dann auch mit dem Car-Sharing und Pool.
    Ich bestelle mir ein Fahrzeug, mit Fahrer oder selbstfahrend und dann ist der Drops gelutscht.



    Welche Personen sind denn dauerhaft auf ein Auto angewiesen?
    Normal brauchst du ein Auto doch vielleicht 2-3 Stunden am Tag.
    Das ist für mich nicht dauerhaft.
    Ich glaube wenn ich mal berechnen würde was mich mein Auto in der Anschaffung, Versicherung, Steuer, Wartung ... kostet,
    dann wäre es für mich wohl günstiger wenn ich mir statt ein Auto zu kaufen, jedesmal ein Taxi gemietet hätte ;-)


    BTT;
    Wenn man sich das ganze Thema Elektromobilität anschaut dann wird es wohl auf Kurzstreckenpendler (was ja 90% aller Fahrten sind) hinauslaufen
    oder es muss etwas mit den Speichermedien passieren. Batterien laden wird meiner Meinung nach auf Dauer nicht funktionieren.
    Die Energie muss schneller transportiert werden, niemand will lange auf einem Rasthof stehen dass die Kiste wieder Saft bekommt.


    Grüße

  • Da des hier ja ein Bauexperten Forum ist...
    Könnt Ihr evtl. ein paar Thesen mit einschmeißen wie sich das ganze mit den Handwerkern verhalten könnte.
    Da wäre ja dann doof mit Autos Teilen oder Leute mitnehmen. Zumal auch Große Sachen und Anhänger transportiert werden müssten, die auch nicht jeden Tag benötigt werden.