Beleidigung durch Handwerker?

  • Ist so etwas eine Beleidigung?
    Würdet Ihr Euch sowas gefallen lassen?


    Es ging darum dass ein Handwerker etwa 5% eines Auftrages lt. Angebot nicht erledigt hatte, dennoch aber voll berechnet hatte (€ 1800), und ich daher ca. 2,5% (€ 50.-) von der Rechnung abgezogen habe (kulanterweise also nur die Hälfte dessen, was eigentlich zu rechtfertigen gewesen wäre), was ich sehr freundlich und völlig sachlich schriftlich begründet hatte, zusammen mit der Formulierung, dass dies hoffentlich so für ihn in Ordnung sei. Ich ließ dabei also bewusst Platz für gegenteilige Argumentation oder Nachbesserung.
    Nun erhielt ich folgendes Mail:


    "Wie ich feststelle sind Sie an Charakterlosigkeit und Dreistigkeit nicht zu überbieten. ...
    Ja es gibt solche Leute die so dreist sind und Beträge einfach von einer Rechnung abziehen ohne Absprache und Sie sind einer davon.
    Wenn Sie mit dem Gefühl wieder einen übers Ohr gehaut zu haben besser schlafen können dann werde ich in der Sache nichts mehr unternehmen.
    Ich hätte nur eine Bitte
    Empfehlen Sie mich NICHT weiter ich kann meine Geschäfte auch mit Ehrlichen Kunden machen und möchte nicht mit Ihnen in Verbindung gebracht werden."


    Würdet Ihr so etwas hinnehmen?

  • Die Reaktion halte ich jetzt für sehr überzogen, vorrausgesetzt dass auch wirklich nicht alles erledigt wurde.
    Allerdings wäre hier der richtige Weg gewesen VORHER einfach mal mit dem Herrn sprechen wann er gedenkt die letzten 5% zu erledigen. Einfach die Rechnung kürzen OHNE vorher gesprochen zu haben hat immer einen etwas faden Beigeschmack. Ich habe es immer so gehandhabt dass ich so etwas vorher in einem persönlichen Gespräch angesprochen habe. Vorteil ist das eventuelle Missverständnisse z.B. bezüglich der zu erbringenden Leistung o.ä. direkt ans Licht kommen bevor der ganze Papierkrieg losgeht

    Es gibt keine Probleme - nur Herausforderungen!!

  • Ich hätte vermutlich vorher mit dem Handwerker gesprochen.
    Aber eine Beleidigung kann ich so nicht erkennen.
    Da du vermutlich dem Handwerker keinen weiteren Auftrag erteilen wirst, würde ich es einfach dabei belassen.
    Man regt sich im Alltag schon genügend über andere Dinge auf.

  • Und wer erledigt die noch ausstehenden 5% nun für 50 Euro?

    Entweder mach ich das dann in Eigenleistung, oder ich lass es nun einfach so. Die Funktion ist nicht betroffen, aber die Optik halt schon, und um die ging es halt in dieser Position des Auftrages zumindest zur Hälfte.
    Und von dieser Hälfte habe ich widerum nur die Hälfte abgezogen, da wollte ich kulant sein, weil ich dachte, dann gibts wenigstens sicher keinen Streit.
    Und dann sowas...

  • ich kann eine beleidigung auch nicht erkennen .


    und wenn man bei jeder zweiten rechnung mit fadenscheinigen begründungen 5 , 10 oder 20 % abgezogen bekommt , ohne dass über eventuelle fehler gesprochen wurde , bekommt man schon eine kravatte .
    dafür sind die formulierungen durchaus moderat.


    Allerdings wäre hier der richtige Weg gewesen VORHER einfach mal mit dem Herrn sprechen wann er gedenkt die letzten 5% zu erledigen.

    das hätte etwas von vernünftig ....

    Einfach die Rechnung kürzen OHNE vorher gesprochen zu haben hat immer einen etwas faden Beigeschmack.

    und so was schmeckt man mittlerweile viel zu oft .


    bei etwas fader beigeschmack ist das wort etwas auch seeeehr moderat


    ---------- 17. März 2017, 13:35 ----------


    oder ich lass es nun einfach so.

    ?????

    Die Funktion ist nicht betroffen,

    und woher soll er wissen , dass dir die optik nicht zusagt , wenn du es ihm nicht direkt sagst ?

    die vernunft könnte einem schon leid tun....

    sie verliert eigentlich immer


  • Es ging darum dass ein Handwerker etwa 5% eines Auftrages lt. Angebot nicht erledigt hatte,

    Wer hat das wie festgestellt?



    Entweder mach ich das dann in Eigenleistung, oder ich lass es nun einfach so. Die Funktion ist nicht betroffen, aber die Optik halt schon, und um die ging es halt in dieser Position des Auftrages zumindest zur Hälfte.

    Was ist denn das für ein Argument. Scheint ja irgendwie nicht wichtig zu sein, aber doch so wichtig, dass man ein paar Euro kürzt? Also entweder Mangel oder kein Mangel, und wenn Mangel, dann hat erst einmal der Handwerker die Möglichkeit das nachzubessern.


    Was für ein Mangel ist "50,- €" wert?

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    .

  • "Eine Aussage ist beleidigend, wenn sie dem Opfer den Respekt als gleichwertige Rechtsperson aberkennt. Der ethische oder soziale Wert des Beleidigten muss geringer dargestellt werden, als er tatsächlich ist. Für die Beurteilung, ob eine Äußerung eine Beleidigung darstellt, ist der Zusammenhang, in dem sie erfolgte, maßgeblich ... Zu beachten ist dabei, dass nicht nur die Verwendung bekannter Fäkalbegriffe eine Beleidigung darstellen kann, sondern prinzipiell jede Äußerung, die geeignet ist, die Ehre eines Menschen zu verletzen. Eine Beleidigung kann etwa dann vorliegen, wenn man jemanden herabwertend mit „Du“ anspricht oder wenn man dessen gesellschaftlichen Status in ehrverletzender Weise herabsetzt. Hierbei ist ein objektiver Maßstab anzulegen. Entscheidend ist, wie eine Durchschnittsperson die Aussage verstanden hätte. Der Täter muss durch die Aussage seine eigene Missachtung oder Geringschätzung zum Ausdruck bringen."


    Oder ab zum Fachanwalt und sich die restlichen 1750,- Euro wiederholen ;)


    Mal ehrlich.. ist doch egal. Nächstes mal... direkte Ansage. Selbstreflektive Feingeister wirst du kaum aufm Bau erwarten können.

  • @R.B. Es geht doch gar nicht um einen Mangel sondern um eine nicht erbrachte Leistung. Diese hat der TE sogar zu 50% vergütet.


    Das alles natürlich nur entsprechend der Darstellung des TE. Es gab sicher schon vorher Zündstoff, der zur Explosion des Handwerkers führte.


    Aber egal - bei dieser Bagatelle - belass es einfach dabei.

  • @R.B. Es geht doch gar nicht um einen Mangel sondern um eine nicht erbrachte Leistung. Diese hat der TE sogar zu 50% vergütet.

    Genau so ist es. Aber darum geht es mir gar nicht.
    Mich hat eigentlich nur interessiert, ob Ihr das als Beleidigung werten würdet.


    @Moderator: Der Thread kann von mir aus gerne geschlossen werden.

  • @R.B. Es geht doch gar nicht um einen Mangel sondern um eine nicht erbrachte Leistung. Diese hat der TE sogar zu 50% vergütet.

    Eine nicht erbrachte Leistung, obwohl vertraglich vereinbart, ist somit kein Mangel? Ich betrachte das als mangelhafte Auftragserfüllung. Also wird der AN darauf hingewiesen, den Auftrag so zu erfüllen wie vereinbart.

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    .

  • Ähm, es wird ja nichts unanständiges sein.


    Bevor hier weiter großes Rätselraten herrscht:
    Was war denn beauftragt, was wurde nicht erfüllt?
    Wurde der Handwerker darauf hingewiesen? mündlich, schriftlich?
    Wurde die Rechnung dem Handwerker zugeschickt mit Korrektur ( beispielsweise: Fugen wurden nicht gezogen, daher 50,- Euro Abzug)


    Wenn ohne Kommentar ne Rechnung gekürzt wird, der Handwerker evtl. das Fehlende gar nicht mehr auf dem Schirm hatte- dann versteh ich das.


    War die Kommunikation schon vorher angeknackst? Liest sich so.

    Nothing is forever, except death, taxes and bad design


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  • beleidigung...... :lol:


    betrachte es mal von der anderen seite.
    der handwerker hat mit sicherheit mit mehr AG
    zu tun, als du mit handwerkern.


    ohne dir was unterstellen zu wollen, aber er
    wird seine pappenheimer kennen.


    wenn er seine arbeit nicht ordentlich zu ende
    geführt hat, kann man das auch (erstmal) mündlich lösen.
    aber 50€ einbehalt, hört sich auch für mich nach nickeligkeit an.


    stell dir mal vor, der handwerker hat 12 aufträge im monat.
    jeder kunde zieht ihm kommentarlos 50€ ab?

  • Also ich seh das anders und anscheinend hat keiner den Satz im ersten Thread gelesen.



    Es ging darum dass ein Handwerker etwa 5% eines Auftrages lt. Angebot nicht erledigt hatte, dennoch aber voll berechnet hatte (€ 1800), und ich daher ca. 2,5% (€ 50.-) von der Rechnung abgezogen habe (kulanterweise also nur die Hälfte dessen, was eigentlich zu rechtfertigen gewesen wäre), was ich sehr freundlich und völlig sachlich schriftlich begründet hatte, zusammen mit der Formulierung, dass dies hoffentlich so für ihn in Ordnung sei. Ich ließ dabei also bewusst Platz für gegenteilige Argumentation oder Nachbesserung.


    Also wenn der Auftragnehmer seinen Auftrag nicht zu Ende ausführt, warum soll er den vollen Rechnungsbetrag erhalten?


    Ich verhalte mich so:


    Bei Auftragserteilung teile ich dem Auftraggeber immer schriftlich mit uns laß mir dies bestätigen, daß
    er sein Geld sofort erhält, wenn der Auftrag voll erfüllt und die Leistung abgenommen ist.


    Ist er damit nicht einverstanden, erhält er den Auftrag nicht.


    Wenn man ein paar Groschen abzieht, juckt dies doch nicht und ich stehe mit nicht vollendeter Arbeit da.


    Mir ist dies so nur einmal passiert und nie mehr wieder.


    Dies wir aber im Vorfeld so besprochen, schriftlich festgehalten.


    Aber ich habe auch noch niemaden in seinem Angebot gedrückt.


    Wenn einer zuverläßig arbeitet, hat er doch keine Problem, die Rechnung


    zu stellen , wenn er fertig ist.


    mfg
    Helmut

  • In jedem Fall hat der TS den Einbehalt in doppelter Höhe der Mangelbeseitigungskosten nach Paragraph 641 [definition=19,0]BGB[/definition] insofern nicht verstanden, als dass dieser nur dazu dient, der Aufforderung zur Mangelbeseitigung Nachdruck verleihen zu können. Das ist hier offensichtlich nicht der Fall. Rechtliche Konsequenzen: Keine Ahnung.


    Die moralische Haltung des Handwerkers kann man so vielleicht verstehen, die Wortwahl nicht.


    @Helmut, auch für Dich gelten die Regelungen des [definition=19,0]BGB[/definition]. Ob man die einfach so umgehen kann?

    mit Gruß aus Berlin vom Skeptiker


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  • Also, mal ehrlich:
    Ich finde die Reaktion des Handwerkers mehr als unverschämt. Beleidigend ist das flasche Wort, aber unverschämt ist sie allemal.
    Klar wäre es vermutlich taktisch klüger gewesen, zum Hörer zu greifen und zu versuchen, die Sache mündlich zu klären.
    So eine pampige mail würde ich mir aber auch nicht bieten lassen.

  • ....So eine pampige mail würde ich mir aber auch nicht bieten lassen.

    würdest du den handwerker vor den kadi zerren, wegen einer pampigen mail wo es um 50€ geht?


    "Empfehlen Sie mich NICHT weiter ich kann meine Geschäfte auch mit Ehrlichen Kunden machen und möchte nicht mit Ihnen in Verbindung gebracht werden."


    damit war doch alles gesagt vom handwerker.....
    weshalb sollte man(n) noch herumstreiten?

  • dem grunde nach hat er recht, änderungen in der schlussrechnung gehören besprochen. der tonfall ist absolut daneben.


    versuch ihn in ein paar tagen ruhig und sachlich anzusprechen und klär das thema mit ihm. wenn noch ein gewährleistungsmangel anfallen sollte, brauchst du den kerl noch. versuch die sache zu bereinigen!


    viel glück!

  • Sorry, aber so eine Mail ist hochgradig unprofessionell und dämlich.
    Damit bekommt man mich richtig sauer, dann würde ich nämlich mal nachgucken wie ich den Vertrag abgeschlossen habe und wo die Wiederrufsbelehrung ist...
    Sorry, aber sowas wie der Handwerker da Oben, das macht man schlicht nicht. Und ich habe keinerlei Verständniss dafür. Auch wenn man 10 mal solche Fälle im Monat hat, da sollte man dann mal lieber drüber nachdenken wieso man die Rechnungen gekürzt bekommt!
    und ja, es wäre korrekt gewesen, das vorher anzusprechen vom Kunden. Ändert aber nix an der Tatsache, das die Art schlicht völlig daneben ist

  • Ich bin eher etwas zwiegespalten. Natürlich gehört es sich nicht einfach mal die Rechnung zu kürzen, da geht mir auch die Hutschnur hoch. Ein einfacher Anruf genügt um ein eventuelles Mißverständnis zu klären, so macht es nur Arbeit und die Buchhaltung hat die doppelte Arbeit, es entstehen der Firma wegen einem kleinen Einbehalt Kosten die in keinem Verhältnis stehen.
    Sollten wir mal etwas vergessen haben, so schicken wir sofort einen Gesellen raus und das Thema ist vom Tisch. Auf der anderen Seite führen viele Handwerker sehr viele Kleinigkeiten einfach so mit aus, weil sich dadurch Ihre Arbeitsabläufe vereinfachen oder einfach mal aus Nettigkeit. Unentgeldlich.
    Bei mir haben auch schon Kunden Rechnungen gekürzt. Beträge bis zu 30000€ waren dabei. Gelacht habe ich nicht und nach freundlichkeiten war mir auch nicht mehr.
    Wer eine Leistung beauftragt, der bezahlt. Wer einen Mangel feststellt, der wird diesen bei der Abnahme auch erwähnen. Rechnungszahlung erfolgt nach der Bauabnahme, hier spätestens weiß ich nicht worum es dann noch gehen kann

  • Man ist ja auch zwiegespalten, einerseits bin ich auch Kunde, andererseits auch AN. Mir würde das was beide Seiten getan haben nicht in den Sinn kommen. Kommunikation ist immer noch der beste Weg. Wo ist das Problem. Ihr habt euch beide FALSCH verhalten!!!!!

  • was ich sehr freundlich und völlig sachlich schriftlich begründet hatte, zusammen mit der Formulierung, dass dies hoffentlich so für ihn in Ordnung sei. Ich ließ dabei also bewusst Platz für gegenteilige Argumentation oder Nachbesserung.

    In der Zeit, die sich der Handwerker genommen hat um die Anwortmail so hinzuknallen, hätte er auch ganz einfach nachfragen können, wann er nachbessern kann bzw. warum er der Meinung ist, dass er die Arbeiten vollständig erledigt hat.


    Diese Ausdrucksweise/der Tonfall ist ein absolutes No-Go! Egal wie berechtigt oder nicht berechtigt es in der Sache ist.

  • gelassen bleiben - operative lautstärke ersetzt in vielen fällen eine geistige windstille!

  • Ich lese weder, dass der AN angemahnt wurde, noch dass bei der Abnahme ein entsprechender Mangel schriftlich dargelegt wurde. Ich lese nur, dass die Rechnung gekürzt wurde und so dann eine Begründung angefügt wurde.


    Die Wortwahl kann ich zwar nicht nachvollziehen - die Handlung die dazu geführt hat aber genau so wenig. Klar, keiner wird deswegen Rechtsstreitigkeiten anstreben. Aber einfach machen, weil man es kann?

    Dachdecker [ˈdaχˌdɛkɐ] - Jemand der basierend auf ungenauen Daten, die von Leuten mit fragwürdigem Wissen zur Verfügung gestellt werden, präzise Rätselraten kann. Siehe auch; Zauberer, Magier

    * Administrative oder moderative Beiträge in rot

  • und genau da ist der hase im pfeffer


    Wir haben eine (für mich) schon etwas verdächtige einseitige und mit sicherheit unvollständige beschreibung eines vorgangs .


    Und eine (nicht gerade nette )reaktion ,welche den verdacht erweckt ,dass es im vorfeld schon ärger gegeben hat .warum erfahren wir dazu nichts?
    Und warum werden Andas fragen ,die zum besseren verständnid des ganzen beitrügen nicht beantwortet ?


    Und dann der schliessungwunsch ,als hinterfragt wurde ,anstatt uneingeschränkt zustimmung zu zollen.........


    Es wäre nicht das erste mal .......


    Und welche optische einschränkung bei welchem gewerk ist für 50€ nicht so schlimm ,dass sie 100€ nicht wert ist und so bleiben kann ?

    die vernunft könnte einem schon leid tun....

    sie verliert eigentlich immer

  • Mich hat eigentlich nur interessiert, ob Ihr das als Beleidigung werten würdet.
    @Moderator: Der Thread kann von mir aus gerne geschlossen werden.

    beleidigung - nein, harscher tonfall - ja.


    thread schließen - aus meiner sicht - nein.

  • Was nützt das aber, wenn der TE nicht mehr antwortet (er wird wissen warum)

  • Vielleicht laeuft's ja auch nur auf Handwerkerschelte hinaus...
    Mein Verdacht jedenfalls.