Fertighaus Baujahr 1971 - Wandaufbau

  • Hallo zusammen,


    Ich habe hier auch ein Fertighaus aus den 70ern vorliegen. Leider gibts nur Nachweise bzgl. Brandschutz. Bzgl. Wärmeschutz habe ich nichts gefunden. Den zuständigen Sachbearbeiter habe ich noch nicht erreicht. Die Firma gibt es immer noch. Zumeist ist ja in den Unterlagen ein lambda-Wert oder ähnliches hinterlegt, hier leider nicht.


    Wandaufbau aussen


    Wandaufbau innen


    Decke


    Feuerwiderstandsnachweis


    Sowohl eine "bitumierte Dämmplatte" wie auch "Perlit-Beton" ist mir noch nicht untergekommen. Ich vermutete zuerst eine Schüttung, ein Tip war jedoch eine Art Leichtbeton.


    Eventuell könnt ihr mir hier weiterhelfen?

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  • Perlit ist ein Mineral, wird heute noch als Schüttung verarbeitet. Als Beton kenne ich das nicht, aber es dürfte eine Art Leichtbeton mit minimaler Dämmwirkung sein.
    Dämmtechnisch wirst Du da nix finden, 1971 war noch vor der Ölkrise. Da wurde nicht gedämmt, da wurde geheizt bis der Kessel glüht.


    Auf jeden Fall werden die Werte schlechter als vergleichbarer Porenbeton sein.

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • Hmmm....schöne Zeichnungen

    Off-Topic:

    WErde evtl. heute nachmittag mehr erfahren und dann natürlich posten.


    Dass da evtl. ein schönerer Wert rauskommt - den Zahn hat mir Alfons F. schon gezogen.

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  • Bituminierte Dämmplatte kenne ich nicht, tippe auf Kokos- oder Holzweichfaser mit bituminösen Bindemitteln. Achtung - könnte PAK haltig sein.

    Jepp, aber für den Ausweis nicht so interessant.
    Bislang hatte ich nur Fertighäuser als HRB mit Dämmung drin, die waren natürlich besser als vergleichbare aus dem Baujahr. Auch wenn der ganze Rest wie Luftdichtigkeit etc. nicht heutigen Standards entspricht.
    Oder mit Porenbeton, da habe ich mittlerweile die Kenndaten.

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  • Hallo,


    wir hatten letztes Jahr eine Sanierung/Umbau eines solchen Hauses. Das ist rohbautechnisch ziemlich blöd. Türen verschieben oder so etwas ist meist nur mit großem Aufwand möglich. Welcher Hersteller ist das denn? Ich hatte vorher noch nie eine solche Konstruktion gesehen. Bauen die heute noch mit diesem System?
    Jochen


  • Bauen die heute noch mit diesem System?

    Das glaube ich weniger, denn damit wären die U-Werte der EnEV wohl kaum zu erreichen. Keine Ahnung wie sich das mit der Statik verhält, bei den dünnen Betonschalen und dann deutlich dickerer Dämmung, die zudem noch außen angeordnet sein sollte. Der obige Wandaufbau liegt grob geschätzt deutlich über 1W/m²K, vermutlich auch über 1,5W/m²K. 14cm Dämmung im Wandaufbau verteilen, damit man in Richtung EnEV kommt, ein Bekannter hat das mal mit Fertigbetonteilen gemacht, aber wenn ich mich richtig erinnere, dann waren die Betonschalen aus irgendwelchen Gründen unterschiedlich dick. Deswegen meine Vermutung, dass das irgendwas mit der Statik zu tun hatte.

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  • Also, hatte Kontakt. Das System wurde so bis 1975 verwendet. Lt. Aussage des dort Zuständigen wurden Perlite eingefüllt und diese dann angefeuchtet (?)
    Kennwerte für Wärmeschutz - Fehlanzeige. :(


    Also den hier:


    :glaskugel:

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  • Also den hier:


    :glaskugel:


    Da bin ich mal gespannt. ;)


    Keiner weiß, wieviel Perlite die rein geschüttet haben, macht einen Beton mit 1W/mK oder 1,5W/mK, viel besser wird das wohl kaum.

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  • Lt. Aussage des dort Zuständigen wurden Perlite eingefüllt und diese dann angefeuchtet (?)

    da wäre ich am telefon wahrscheinlich vor lachen zusammengebrochen!

  • Nach dem auseinander nehmen mehrere solcher Hütten, kann ich jetzt sagen > der Mann hat wohl Recht. Wir haben uns immer gefragt, was das sein könnte, was wir da vorgefunden haben. War wohl nicht der einzige Erbauer, der das so gemacht hat... ;(

  • Alfred: Oh, interessant!
    Wie fest war das Material denn? Eher bröselig/verklebte Perlite oder eher betonartig mit Zuschlagstoffen?

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  • War eine Mischung aus beidem, Besch... zum rauskratzen, die Jungs haben geschimpft wie die Rohrspatzen... Und ich mich natürlich verkalkuliert :cursing: kannte ich damals leider noch nicht.

  • Also evtl tatsächlich so, wie es geschildert wurde: Perlite rein, Wasser rein und es hat sich mehr oder minder verbunden?


    ---------- 16. März 2017, 21:00 ----------


    8| :eek:

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  • na ja, ich war nicht dabei (zu jung), aber gefühlsmäßig könnte es so gewesen sein.

  • gern, ich kann nur jedem raten, fasst die Sch.... nicht an. :bomb: (jedenfalls was mein Gewerk betrifft)

  • Hallo Anda,


    das Haus das wir gemacht haben, das war Leichtbeton. Die Wände waren zwischen den Ständern betoniert mit Perlite oder Liapor Zuschlag. Es ging relativ leicht rauszumachen, aber sobald man an einem Feld irgendas gemacht hat, war alles locker. Also alles raus, neu aufmauern.
    Jochen

  • Eigentlich ganz einfach: Perlite = Bims.
    Perlite mit Zement gemischt, eingefüllt, genässt -> nicht tragender Leichtbeton. Dämmwerte kann man entsprechend ansetzen.
    Das wird heute im Estrichbereich noch genauso gemacht.


    Wärmeschutztechnische Bemessungswerte nach [definition=25,0]DIN[/definition] 4108-4:
    Leichtbeton mit haufwerksporigem Gefüge ausschließlich unter Verwendung von Naturbims: 400 kg/m³ = 0,12 W/(mK) bis 1300 kg/m³ = 0,47 W/(mK)
    Man kann mal mit 500 in die Schlacht ziehen: 500 kg/m³ = 0,15 W/(mK)


    Bituminierte Faserplatten - hatte ich dem anderen Fertighausthread mal nicht erwähnt, bevor man die Augen rollt. Das Zeug war Standard und kommt aus jeder alten Hütte irgendwo raus. Warum - feuchtigkeitsabweisend, verrottungsfester. und die PAK waren ein natürlicher Begleiter....

    Nachdenken kostet extra!

  • ich hatte es Anda schon am Telefon gesagt: so was ähnliches ist mir mal untergekommen, als ich schon vor Jahren nach dem Begriff "Tavellon-Bauweise" recherchiert habe.


    Wir hatten in der Nähe auch einen Hersteller, der so was ähnliches verwendet hatte. Ich vermute auch eine Art Leichtbeton bzw. mit Zement versetzte Perlitemasse.
    die bituminierte Platte wird wohl Holzweichfaser sein, ähnlich wie es in der Zeit auch schon unter Gußasphalt verwendet wurde...


  • Bituminierte Faserplatten - hatte ich dem anderen Fertighausthread mal nicht erwähnt, bevor man die Augen rollt. Das Zeug war Standard und kommt aus jeder alten Hütte irgendwo raus. Warum - feuchtigkeitsabweisend, verrottungsfester. und die PAK waren ein natürlicher Begleiter....

    Hatte grad 400 m2 solcher Trittschalldämmung zu entsorgen, bäh! Jetzt müssen nur noch der abesthaltige Kitt und der bleihaltige Lack von den Stahlfenstern runter.

    mit Gruß aus Berlin vom Skeptiker


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  • hallo
    bituminierte weichfaserplatten gibts heute noch von allen plattenherstellern.
    perlite hat wenig mit bims zu tun und wird heute auch noch eingesetzt z.b. als plattenware unter gusssaphalt, dämmung im kältebereich, früher war die dämmung von schornsteinen perlite-schüttung zwischen rohr und mantelstein ( von den maurern als haferflocken bezeichnet )
    u-wert zwischen 0,04 und 0,07 im geblähten zustand. durch zugabe von wasser kann eine kompakte struktur erreicht werden.
    usw.


    gruss aus de palz