Was ist von Unterdeckplatten zu halten die ohne Unterdeckbahn, Abklebung der Stöße und Nageldichtstreifen auskommen?

  • Hallo zusammen,


    Ich kämpfe mich immer noch durch die Vor und Nachteile bei den verschiedenen Dachaufbauten.


    Nun habe ich eine Frage zu den Unterdeckplatten. Hier wird ja immer wieder damit geworben (von den verschiedenen Herstellern), dass die UDP (ab einer bestimmten Dachneigung) ohne zusätzliche Abdeckung durch eine Unterdeckbahn oder Verklebung der Stöße und ohne Nageldichtstreifen auskommt.


    Ist es sinnvoll dies ohne solche Abdeckungen (vor allem die Unterdeckbahn) auszuführen oder sind die Systeme so gut und auf lange Zeit haltbar, dass man auf diese Schicht ohne Bedenken verzichten kann? Unser Planer tendiert eher dazu trotzdem eine Unterdeckbahn zu verlegen und mich würde eure Meinung auch noch interessieren.


    Vielleicht gibt es ja auch Unterschiede zwischen den Herstellern? (da wir hier ja nicht über Hersteller sprechen, nehme ich auch gerne Tips per PN an)


    Hier ein beispielhafter Aufbau ohne die Bahn:



    Vielen Dank schon mal!


    Viele Grüße,


    Denis

  • Die Platten haben doch Nut und Feder , deshalb ist das abkleben und U-Bahn verlegen nicht notwendig , und Nageldichtband kann auch entfallen . Das Abkleben der Stöße bei Unterdeckbahnen ist für die Winddichtigkeit , welches bei den Unterdeckplatten ja durch N+F erreicht wird .
    Deine Wahl beim U wert Rechner mit der Gu**x ist schon OK , würde ich auch nehmen bzw habe immer genommen .

    Wer aufhört besser zu werden, hört auf ,gut zu sein

  • 1) Wo wird Winddichtigkeit gefordert und was soll sie bringen?#
    2) Abgeklebt werden Stellen und Übergänge, durch die (meist dank fehlender Nut-Feder) Wasser eindringen kann. Wandanschlüsse, Gaubenwangen usw.


    Ich habe schon Dächer erlebt, bei denen bei Verlegung gemäß Verlegevorschrift an verschiedenen Stellen Wasser durchgetropft hat - mitten in der Fläche.
    Ich würde NIE wieder ohne Unterdeckbahn arbeiten.


    Kosten und Risiko stehen in keinem Verhältnis.

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • Die ERFAHRUNG KANN ICH ZWAR NICHT TEILEN ; WÜRDE ABER GERNE WISSEN UM WELCHEN HERSTELLER ES SICH DA GEHANDELT HAT .

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  • Ich habe schon Dächer erlebt, bei denen bei Verlegung gemäß Verlegevorschrift an verschiedenen Stellen Wasser durchgetropft hat - mitten in der Fläche. Ich würde NIE wieder ohne Unterdeckbahn arbeiten.

    Kann ich bei bisher dreimaligem Einsatz so vehement nicht bestätigen. Durchtropfen unmittelbar nach Fertigstellung auf 400 m2 an einer Stelle, einmal ja, wurde aber problemlos vor Weiterbau beseitigt, da deutlich sichtbar.

    mit Gruß aus Berlin vom Skeptiker


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  • Ich würde NIE wieder ohne Unterdeckbahn arbeiten.


    Kosten und Risiko stehen in keinem Verhältnis.

    Sorry aber das ist doch absoluter Käse! Richtige beständige Unterdeckbahnen bekommst du doch in der Regel nicht unter 3 Euro/m². Der billige Käse kostet unweit weniger, halbwertszeit ist aber auch katastrophal... Wenn die UDB dann verschlissen ist, wird das Dach abgedeckt und die UDB ersetzt?


    Man sollte Verarbeitungsfehler nicht auf das Material schieben. Hast nachgesehen ob die Fugen vorschriftsmäßig verfüllt und abgedichtet wurden? Wo hat es denn getropft? Sicherlich nicht in mitten einer Platte die von oben intakt war... Meißt ist der Übeltäter doch eingezogene Bahnen in der Überlappung damit man nicht primern muss.


    Ein Nachteil ist sicherlich die Freibewitterung in kombi mit dem Primern. Der Klebstoff zieht in der Regel nicht so tief ein, dass nach Wochenlanger Regenphase es nicht zur Ablösung kommt. Wenn der eingezogene Foliennacken aber hoch genug führt, ist die Wahrscheinlichkeit von eindringendem Wasser relativ gering. Natürlich in Abhängigkeit der Dachneigung. Unter 15 Grad heilt das aber auch keine UDB mehr...

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  • Es hat in der Fläche getropft OHNE das Folien eingebaut waren! Hersteller müsste ich sehen, ob man den noch auf Fotos sieht.
    Es waren mehrere Stellen innerhalb der Fläche.


    Das ist dann über die GANZE Fläche eine UDB drauf gekommen. Nix mit in Fugen und Überlappungen und so. Als wären da Platten ohne Unterdeckfunktion drauf.


    Mir ist das zu makaber.

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  • Mir ging es vor allem um die Anbieter welche explizit mit Unterdeckbahn Freiheit werben. Das ist nicht bei allen N+F UDPs so. Der im U Wert Profil genannte Anbieter hat auch ein schönes Werbe Video dazu auf der Seite. (ja es ist Marketing deswegen wollte ich das hier nochmal abklopfen)

  • Und weil das eine Mal, ohne wirkliche Analyse warum, dazu geführt hat kommt jetzt überall etwas rauf was Kosten verursacht die nicht nötig sind. Wenn es die Kunden mit machen, warum nicht. Nötig aus technischer wie fachlicher Sicht ist das sicherlich nicht. Ich könnte jetzt mit etlichen m² verlegten HWF-Platten dagegen halten. Helfen tut es dem TS nicht. Da er deinen Beitrag aber schon geliked hat, kennt man wohl die Richtung in die es gehen soll. ;)

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  • Und weil das eine Mal, ohne wirkliche Analyse warum, dazu geführt hat kommt jetzt überall etwas rauf was Kosten verursacht die nicht nötig sind.

    Da hatten wir das "Glück", in eine Regenperiode zu kommen.
    Ich möchte das nicht haben, wenn das Dach eingedeckt ist und die UDP mal die Notdahcfunktion erfüllen müssen, aber eben nicht können.

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  • Öhm nein ich habe mich nicht entschieden ganz im Gegenteil. Ich lese mit Interesse eure Erfahrungen damit. Als Laie stelle ich mir gerade die Frage ob jede N+F UDP geeignet ist oder ob es spezielle N+F Aufbauten sein müssen um auf die UDB verzichten zu können?

  • Normalerweise würde ich ja sagen , der Name Unterdeck(Platte) sagt aus , das die Platte für den Anwendungsfall als Unterdeckung und Behelfsdeckung geeignet ist . Das kann aber auch vom Hersteller abhängig sein , ob der die Vewendung so frei gibt .
    Sollte Ich sowas mal beobachten , das eine Unterdeckplatte in der Flächedurchtropft , würde ich sofort den Händler kontaktieren und den Hersteller heran zitieren um das zu klären. Allein schon wegen der weiteren Maßnamen und deren kosten .

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  • Gibt es zu dieser Frage Regeln vom Dachdeckerverband?
    Falls ja, sind diese unbedingt zu befolgen?

    Was willst erreichen? Der ZVDH gibt regelmäßig Produkte frei. Die kannst auch bedenkenlos verwenden.

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  • So und da hake ich wieder als Laie ein und frage wann sehe ich das durchtropfen direkt nach dem aufbringen. Das passiert doch meist erst Wochen bzw Monate später. (wenn es nicht gerade zum Zeitpunkt der Verlegung richtig schüttet) Deswegen kann ich die hier auch schon vertretene Haltung der zusätzlichen UDB sagen wir mal nachvollziehen. Ich als Kunde kann nun von meinem Planer verlangen die UDB weg zu lassen. Ob er sich darauf einlässt und auch die Verantwortung trägt wird sich zeigen. Natürlich würde ich mir gerne die UDB sparen wenn sie nicht notwendig ist. (und nein es wäre keine der ganz billigen UDBs)

  • Die Fachregeln verweisen hier sehr oft auf die Hersteller, bzw. geben die Prüfkriterien vor bspw. 1 Std lang 8 Li/min. rinnendes Wasser + 4 Li/min. sprühendes Wasser + Wind ( 12m/s). Die meisten Hersteller kommen ohne zusätzliches Nageldichtmaterial aus.
    Zu dem durchtröppeln bei Unterdeckplatten: Ich habe auch schon einen Kunden gehabt, wo es zum Wassereintritt kam, hier waren 35 mm dicke Unterdeckplatten von einem Kollegen verlegt worden, wo die Feder beschädigt war, an dieser Stelle kam das Wasser durch ( die Stelle hat man von aussen nicht gesehen ).
    Wenn man beschädigte Platten umtauschen lässt, hat man auch hinterher keinen Ärger, das kostet vielleicht eine Stunde und der Schlaf vom Unternehmer ist umso entspannter bei so einem Regen... :sleep: :thumbup:


    Als Laie stelle ich mir gerade die Frage ob jede N+F UDP geeignet ist

    Einfach mal bei deinem Hersteller nachsehen, die schreiben das für Ihre Platte und Stärke in den technischen Datenblätter ob UDP-A und zusätzliches Nageldichtmaterial erforderlich ist, auch in abhängigkeit der Neigung.


    ---------- 8. März 2017, 18:18 ----------


    wann sehe ich das durchtropfen direkt nach dem aufbringen

    Wenn es in der Zeit zwischen Aufbringen der Unterdeckplatten und Dacheindeckung regnet, sieht man das sofort, wenn es Fehlstellen gibt. Man muß sich auch vor Augen führen, dass nach einer Eindeckung keine Unmengen an Wasser mehr auf die Unterdeckplatte gelangen, vielleicht ein bisschen Flugschnee oder bei starkem Regen mit Wind oder wenn mal ein Ziegel gebrochen ist, aber selbst dass fällt bei der nächsten Wartung auf und wird beseitigt :thumbup: oder je nach Ausführung, vorher schon, wenn die Feuchtigkeit aus dem Lüftungsgitter hinter der Dachrinne kommt und auch gesehen wird. :thumbup:

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    Wollte was dazulernen. Glaube früher im Grünen gelesen zu haben, dass man bei "erhöhten Anforderungen" eine Unterdeckbahn braucht.


    Wie erkennt man solche freigegebenen Produkte?

  • @denis
    Wenn Dir das ein besseres Gefühl gibt , dann lass doch noch die U-Bahn on Top verlegen .


    ---------- 8. März 2017, 18:29 ----------


    Wie erkennt man solche freigegebenen Produkte?

    An der Einstufung in eine Klasse zb UDP.... / USB ... /UDB... nach ZVDH :

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  • So und da hake ich wieder als Laie ein und frage wann sehe ich das durchtropfen direkt nach dem aufbringen. Das passiert doch meist erst Wochen bzw Monate später. (wenn es nicht gerade zum Zeitpunkt der Verlegung richtig schüttet) ...

    Es ist eine Unterdeckung, nicht die eigentliche Deckung.

    mit Gruß aus Berlin vom Skeptiker


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  • Wenn ich es richtig verstanden habe kommen die fertigen Dach Teile vorgefertigt beim Holzbauer inklusive Dämmung und UDP direkt zur Baustelle. Mit sehen ob es durchtropft ist da eher nix denke ich mal. Aber ich nehme mit dass es eigentlich wirklich unnötig ist eine UDB noch darüber verlegen zu lassen und es eine reine zweite Sicherung wäre.

  • Gürtel und Hosenträger

    richtig. meinetwegen auch noch´n hüftnagel ..


    ich habe zwar einige "eigene" vorstellungen, wie was verlegt werden soll, aber udp+udb sorgt nicht etwa für höhere sicherheit, sondern für scheinsicherheit, weil jeder dem anderen die verantwortung zuweist ;)


    zum thema vorfertigung: natürlich gibt´s da stösse zwischen den elementen, die abgedichtet werden müssen.
    wer ko, der ko.

  • zum thema vorfertigung: natürlich gibt´s da stösse zwischen den elementen, die abgedichtet werden müssen.
    wer ko, der ko.

    War das auf meinen Beitrag bezogen? Ich wollte damit eigentlich nur sagen, dass ich bei den vorgefertigten Teilen, ja nicht mehr sehe ob rein durch die UDP etwas durchtropft. Es sind ja alle darunter liegenden Schichten schon vorhanden.


    Und zu den Stößen die abgedichtet werden müssen. Hier die Aussage des Herstellers aus dem U-Wert Modell:


    Zitat von UDP Hersteller
    • ab 15° Dachneigung regensicher ohne zusätzliche Abdeckung oder Abklebung der Plattenstöße
    • als Behelfsdach 3 Monate bewitterbar
    • winddichtend
    • keine Nageldichtbänder oder Nageldichtungen notwendig
    • Garantiehinterlegung beim Zentralverband des deutschen Dachdeckerhandwerks
  • dann musst du aber die plattenstösse perfekt hinkriegen. das halte ich bei elementfertigung für unmöglich.
    deswegen gibts verschiedene elementfugenlösungen - die nicht in den kanon der plattenhersteller passen.

  • Ich frage jetzt einfach weil es mich interessiert und ich keine Ahnung habe. :-)


    dann musst du aber die plattenstösse perfekt hinkriegen. das halte ich bei elementfertigung für unmöglich.

    Sind hier dann die Stöße zwischen den fertigen Dachteilen gemeint?


    Das Problem würdest du bei Nicht Element Fertigung nicht sehen oder?

  • ja.
    ja.
    ;)


    ich sehe kein problem.
    elementierung von dachelelementen ist keine erfindung aus dem jahr 2017.
    lösungen für den elementstoss gibts auch schon länger.

  • Wir verarbeiten jedes Jehr einige tausend Quadratmeter Unterdeckplatten. Probleme mit Undichtigkeiten hatten wir so noch nie, man darf nur kein schadhaftes Material verbauen.
    Bei der Elementierung kann es zu schwachstellen kommen, allerdings haben hier einige schon sehr gute Lösungen entwickelt.
    Da wir generell alle unsere Dächer ausblasen, gehört der Aufbau mit Unterdeckplatten zu unserem Standartsystem. Ich halte Dächer mit Unterdeckplatten eh für die bessere Wahl. DWD Platten ausgenommen

  • Ich halte Dächer mit Unterdeckplatten eh für die bessere Wahl.

    Was sind für dich hier die Hauptargumente für die UDP?


    elementierung von dachelelementen ist keine erfindung aus dem jahr 2017.
    lösungen für den elementstoss gibts auch schon länger.

    Ich gehe davon aus, dass unser Holzbau Unternehmen diese Lösungen auch kennt. Daran habe ich erstmal keine Zweifel. :-) Vielen Dank für die Bestätigung. :thumbup: Dann habe ich es schon richtig verstanden.

  • wesentlich abhängig ist die Einsetzbarkeit von was-weiß-ich welcher Materialien am Dach von konkreten Situation des Gebäudes, insbesondere zum Beispiel von der Dachneigung. was bei 60° [definition=1,0]DN[/definition] vermutlich sicher funktioniert, kann bei <20° schon Probleme machen...