Selbstständigkeit im Handwerk

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    Dachdecker [ˈdaχˌdɛkɐ] - Jemand der basierend auf ungenauen Daten, die von Leuten mit fragwürdigem Wissen zur Verfügung gestellt werden, präzise Rätselraten kann. Siehe auch; Zauberer, Magier

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  • Hast Du absulut Recht, kein Widerspruch.
    Habe das Thema auch schon bei unserer Innungsversammlung angesprochen und
    ich behaupte Mal, dass das nicht nur ein Glaserproblem ist.
    Antwort der Kollegen: Der Tag hat nur 24 Std.....


    Was Schulungen angeht, hast Du Recht. Muss man immer etwas vorsichtig betrachten.
    Denke aber mal, das in diesen Schulungen meistens nur die korrekte Montage der Produkte vermittelt wird.
    Führe ich die korrekt aus und es passiert etwas, tritt, glaube und hoffe ich, die Produkthaftung des Herstellers ein.


    Fortbildung im Handwerk ist ein grauenhaftes Thema. Im Norden hatte ich das Glück, einen Topchef
    zu haben, der mich zu allem geschickt hat, was es gab.
    Dazu muss man sagen, das Fortbildungen meistens in der Woche stattfinden und kaum ein Mitarbeiter von sich aus dafür Urlaub nehmen würde und die meisten Arbeitgeber nicht bereit sind,
    die Kosten dafür zu übernehmen.


    Das fängt bei der Lehrlingsausbildung schon an. Die meisten Glaser haben sich spezialisiert auf etwas. Duschkabinenbau, Bauverglasungen, Bleiverglasungen und Fensterbau.
    Wir haben hier eine Firma, die zu 90 % nur Fensterbau macht. Dem seine Lehrlinge fallen beim 1. Mal grundsätzlich durch die Prüfung. Wir waren schon drauf- und dran dem Betrieb die Ausbildung zu verbieten.
    Nun sollten die Lehrlinge innerhalb der Lehre zwischen den Betrieben " getauscht" werden.
    Da zanken die sich schon seit 3 Jahren drum. Zu teuer, Blödsinn etc.

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  • Kalle .


    In vielen Dingen hast Du Recht bei der Meisterausbildung, auch das was Du mit der Buchhaltung beschrieben hast ist richtig
    Oton unseres Buchhaltungslehrers: Später habt ihr einen Steuerberater dafür.
    Das ist ja auch ein Grund, warum viele Handwerksbetriebe innerhalb der ersten 5 Jahre pleite gehen.


    Bei den " Traditionen" im Handwerk hast Du Recht.
    Als ich angefangen habe zu lernen, durfte ich die Gesellen bis zum 3. Lehrjahr nicht dutzen.
    Hat der Meister gesagt: Spring, kam als Antwort nur: Wie hoch?


    Das ändert sich aber zum Glück langsam, so kann man keinen Betrieb führen und keine Mitarbeiter halten.


    In meinem Betrieb halte ich es so: Meistens bin ich der erste mit Kundenkontakt und mach mir Gedanken wie man es am besten macht.


    Bei der Montage mit Kollegen, schauen sie sich die Sache an und ich frage:
    Wie machen wir es?
    Sie machen ihre Vorschläge und wenn sie besser sind als meine, machen wir es so.
    Wenn nicht, wird es gemacht wie ich es will.


    Das hat sich wunderbar bewährt!
    Der Grund dafür ist aber, das mir der Weg egal ist und nur das Ergebnis wichtig ist.


    Diese Einstellung haben aber leider nicht alle Meister. Wenn ich andere Meister treffe, denke ich manchmal, bin ich doof? Die anderen können bei Bedarf sogar fliegen, nur ich nicht.
    Schaut man dann hinter die Kulissen, kochen die anderen auch nur mit Wasser.
    Sie würden es aber nie zugeben, sind ja schliesslich Meister....

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  • oh, oh, liebster Kalle.
    Da möchte ich Dir aber wehemend widersprechen!
    Mangelnde BWL Kenntnisse sind der überwiegende Grund für Pleiten!
    Wenn man seine Zahlen nicht kennt und nicht rechtzeitig gegensteuert, bist Du Pleite.
    Der Steuerberater warnt Dich im Idealfall nach 6 Monaten oder mit dem Jahrerabschluss,
    dann ist es meistens zu spät!


    Deinen Businessplan, sorry, den kannste Dir einrahmen und über das Bett hängen,mehr ist er nicht wert! Das ist das optimale Beispiel für Theorie und Praxis!
    Mit hilfe mehrere Betriebsberater der HWK habe ich damals meine Selbstständigkeit geplant.
    Weisst Du wie Du deinen theoretisch möglichen Jahresumsatz errechnest?


    Wir haben das gemacht und dann habe ich mich mit dem Kerl gefetzt.
    Im ersten Jahr war der Umsatz so hoch, das hätte man mit einer Neugründung von 0 an nie geschafft.
    Die jährlichen Steigerungen waren sehr schön, laut Plan hätte ich wohl den Laden nach 5 Jahren
    wieder zu gemacht. Nicht das ich pleite gegangen wäre, nein, das war so viel das ich 2 Ferraris und
    mehrere Mietshäuser hätte.
    Mit diesem Papier gehste zur Bank und sagst: Gib Geld, haste es, schmeiss ihn weg und schau ihn nie wieder an!


    Tust Du es doch, bist Du nach 6 Monaten suizidgefährdet, weil Du den Umsatz nie erreichen wirst.


    Ich hatte das Glück in meinem Berufsleben bei mehr als 10 verschiedenen Firmen gearbeitet zu haben. Überall habe ich gutes und schlechtes mitgenommen.
    Die grösste Hilfe für mich war, ich habe in einem Konzern mit mehr als 2000 Mitarbeitern deutschland weit gearbeitet.


    Ich habe eine Niederlassung mit 20 Glasern geleitet und habe Kalkulationen von 50 bis 100 TsD € selbständig gemacht. Dort konnte ich die " Selbstständigkeit" ohne finanzielle Risiken für mich üben.
    Die dort gemachten Erfahrungen helfen mir heute noch.

  • oh, oh, liebster Kalle.
    Da möchte ich Dir aber wehemend widersprechen!
    Mangelnde BWL Kenntnisse sind der überwiegende Grund für Pleiten!

    Wir sollten fairerweise schon darauf abstellen das Finanzbuchhaltung ein Punkt in der BWL ist. Von VWL wollen wir gar nicht erst anfangen. Es bringt mir nichts, wenn ich Zahlenkenntnisse habe mir das Gegenüber aber fehlt, nämlich die Mittelverwendung. Insofern liege ich mit meiner Annahme nicht ganz so verkehrt. Idealerweise muss ich den SB nicht dazu bemühen wo ich im Monat stehe. Beispiel:


    Kunde droht mit Großauftrag. Jetzt gäbe es zwei Varianten:


    - Machen, anbieten und die Hände reiben, am Ende aber Dicke Augen machen weil Pleite.
    - Zahlen schnappen, prüfen ob der Auftrag die Liquidität gefährdert, wenn ja ablehnen.


    Macht sicherlich jeder. So wie jeder sich zu mindestens rudimentär Gedanken darüber macht welches Risiko im Auftrag X schlummert und wie ich diesen bewerte. Geht ja nicht, weil keine Zeit.



    Deinen Businessplan, sorry, den kannste Dir einrahmen und über das Bett hängen,mehr ist er nicht wert! Das ist das optimale Beispiel für Theorie und Praxis!

    Ich komme mir vor wie im Unterricht. Da wird das im plural posaunt. Wie können bloß diese ganzen Betriebsberater, BWL'er, VWL'er überleben und Kohle scheffeln. Fliegst Du im Jahr mal irgendwo hin? Ist das kein Ziel? Klappt bei den meisten. Du sagst mir jetzt aber das eine Zieldefinition im Handwerk nicht möglich ist. Wo von lebt Ihr alle? Wo verwendet Ihr die erzielten Mittel? Ach, es gibt ja gar keine Ziele. Und vor allem wie weiß jemand Fremdes überhaupt was ich erreichen will?



    Tust Du es doch, bist Du nach 6 Monaten suizidgefährdet, weil Du den Umsatz nie erreichen wirst.

    Selbstüberschätzung oder vor Selbstbelügen schützt das Papier nicht, das stimmt. Es stimmt auch dass die Annahmen, Statistiken und Analysen meist fiktiver Natur sind. Wer sich aber nicht völligst belügt wird irgendwas verwertbares kreieren. Dass den meisten das nicht gelingt liegt aber nicht am Konzept.

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  • .... Du sagst mir jetzt aber das eine Zieldefinition im Handwerk nicht möglich ist. Wo von lebt Ihr alle? Wo verwendet Ihr die erzielten Mittel? Ach, es gibt ja gar keine Ziele.

    ich würde gerne mal hören, von was du so lebst, da du meinst, dem glasermeister
    den spiegel vor augen halten zu müssen....(passt doch.... :D ).


    ist das alles nur gerede, oder finanzierst du dich mit deiner
    vision vom handwerk tatsächlich?


    antworten bitte, in großschrift, ich bin ein blindfisch.... :D

  • @Kalle
    ok, wie willst Du das z. Beispiel bei einer Neugründung machen?
    Dein möglicher Jahresumsatz wird vom Betriebsberater anhand der Formel berechnet, dazu kömmt eine jährliche Steigerung in %.
    Das ist utopisch. Da sind viel zu viele unbekannte Variabeln drin.
    Kunde, Einkaufskonditionen, manchmal must Du auch Aufträge ausführen, wo nur ne schwarze 0 hängenbleibt.
    Ein guter Rat aus meiner praktischen Erfahrung mit der Neugründung:
    Schmeiss den Businessplan weg. Notier Dir die täglichen Umsätze und am 31.12
    werden die Leichen gezählt.


    Ich könnte jetzt gemein sein und sagen, warum sind nicht alle Betriebsberater Millionäre?
    Sie wissen doch anscheinend wie man Geschäfte macht

  • Alle über einen Kamm scheren ist auch nicht Fair. In meiner Alter FA. haben wir mit den Beratern der HWK recht gute Erfahrungen gemacht. Zugegeben, war keine Neugründung. Ein wenig BWL würde bestimmt nicht Schaden, aber VWL braucht' s erst Mal nicht. Aber einen gesunden Menschenverstand sollte man schon haben...

  • ok, wie willst Du das z. Beispiel bei einer Neugründung machen?

    Ich habe doch geschrieben dass die meisten Ermittlungen auf Annahmen basieren und weniger auf Tatsachen. Nur irgendwo musst du doch anfangen. Anstelle es anhand einer Formel zu errechnen, die im Endeffek nur zwei unbekannte in Relation setzt kann man doch schon mal nach links und rechts schauen? Wie macht es der Mitbewerber? Und wer spricht davon, dass man Neugründen muss? Betriebsübernahme oder Kauf gibt es auch noch. Genauso wie die Möglichkeit nicht den harten Cut zu erwägen sondern es schleichend von Vollzeit hin zur Selbstständigkeit zu lösen.


    Alle diese Überlegungen bringe ich zu Papier und am Ende habe ich ein Konzept. Ich würde den Markt erst Mal analysieren, mir über die Statistikämter Daten holen, mir die Zahlen der GmbH's ansehen. Wer ist mein Konkurrent? Was macht der? Verwandte oder Bekannte einspannen um Angebote zu erhalten und damit Zahlen. Schauen welchen Investitionsbedarf ich habe, wie ich ihn decken kann und ggf. Änderungen vornehmen. Gründe ich gleich eine GmbH, starte ich erst Mal mit einer GBR? Halte ich die Kosten gering und expandiere dafür schneller?



    Notier Dir die täglichen Umsätze und am 31.12
    werden die Leichen gezählt.

    Was mache ich mit dem Rest der im Plan steht? Und warum sollte ich erst zum Jahresende nachsehen? Ist es nicht sinnvoller gerade am Anfang zu sehen ob die Kalkulation passt? In den ersten 2 Jahren wird am Jahresende doch eh eine rote Zahl stehen. Außer man hat die Mittel als EK irgendwo liegen oder erbt die Butze vom Vater/ Onkel/ Opa what ever.



    Ich könnte jetzt gemein sein und sagen, warum sind nicht alle Betriebsberater Millionäre?
    Sie wissen doch anscheinend wie man Geschäfte macht

    Weil es wie im Handwerk solche und solche gibt. Gibt ja auch ausreichend Handwerker die gut über die Runden kommt und nicht unbedingt sich der Hoffnungslosigkeit einer Marktbestimmung durch den Kunden hingeben muss.

    Dachdecker [ˈdaχˌdɛkɐ] - Jemand der basierend auf ungenauen Daten, die von Leuten mit fragwürdigem Wissen zur Verfügung gestellt werden, präzise Rätselraten kann. Siehe auch; Zauberer, Magier

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  • meine frage ist immer noch unbeantwortet.....


    von was lebst du denn so, wenn du dich nicht
    einer "marktbestimmung" durch kunden hingeben musst?


    hast du eine marktlücke aufgetan?

  • Das sollte glaube ich ein neuer thread sein, könnte sehr interessant werden!

  • wegen meiner.....


    visionen habe ich auch, wie alles
    besser wäre.


    aber an tatsachen wäre ich doch sehr interessiert.

  • Selbststaendigkeit hat sowohl etwas mit Visionen zu tun, als auch mit Tatsachen, sprich der Realität!

  • @Kalle
    Bist Du sicher, den Meisterbrief zu machen, um selbstständig zu sein oder nur als
    Angestellter mehr Geld zu verdienen.
    Deine Äusserungen lassen den Schluss zu, das Du Dich noch nicht ausreichend mit dem Thema selbstständigkeit beschäftigt hast!
    Kauf eines bestehenden Betriebes? Weisst Du was der Betriebsinhaber für seinen 50 Jahre alten Schrott und seine ach so hoch gelobte und tolle Kundenliste haben will?
    Vergiss es, hab ich alles durchexerziert.
    Marktanalysen? Vergiss es, egal was Du eröffnest, das gibt es schon. Du machst es und setzt Dich durch oder Du vergisst es, ganz einfach!
    GmbH gründen? Die ist teuer, wenn, dann eine UG, die kannste mit nem gammligen € eröffnen.


    Was Du mit Deiner Kalkulation machst? In der ersten Zeit kalkulierst und kalkulierst Du und merkst dann: Mist, ich kriege keine Aufträge. Dann passt Du Dich den marktüblichen Preise an und dann merkst Du, ich bin wider erwartend nach dem 3. Auftrag immer noch kein Millionär.
    Das erste Jahr lebst Du eigentlich im Grunde nur von der Hoffnung das es am Ende des Jahres nicht gar so übel aussieht.
    Die nachfolgenden Jahre müssen wirtschaftlich besser werden, wenn nicht, ist es besser gleich wieder den Laden zu schliessen
    Nachkalkulation ist mit der wichtigste Teil deiner täglichen Arbeit, nach einer gewissen Zeit hast Du genug Erfahrung, dann machst Du sie nebenbei.
    Ich, z. Beispiel mach sie schon im Auto auf der Rückfahrt vom Kunden teilweise sogar im Kopp.
    Ist nur eine Frage der Übung.

  • ich bin mal gespannt ob da nicht nur ein theoretisches
    geplappere kommt, das man auf der fort/-weiterbildung
    gelernt hat......


    visionen mögen schön sein.
    aber ob sie alltagstauglich sind?

  • Kalle.


    nix gegen Kalle, ich bin voll bei ihm.
    aber das sind visionen, so funktioniert die
    handwerker geschäftswelt nicht, wird auch
    so nie funktionieren.

  • Ohne Visionen brauchst keinen Betrieb eröffnen, genauso wenig wie mit Hang zur Realität. Die Vision treibt dich an, die Realität holt dich ein...

  • Bist Du sicher, den Meisterbrief zu machen, um selbstständig zu sein oder nur als
    Angestellter mehr Geld zu verdienen.

    Mein Meisterwunsch realisiert darauf mir die grösst möglichste Entwicklungschance zu geben. An Ihn ist keine zwingende Selbstständigkeit gekoppelt. Sollte sich etwas ergeben würde ich sicherlich drüber nachdenken. Was unumstößlich in diesem Vorhaben integriert ist, ist das Bestreben einer Sachverständigen Tätigkeit. Es geht mir weder um mehr "Kohle", eher um die Formalität die dem Brief inne liegt. Ggf. werde ich noch den Betriebswirt im Handwerk zur Vertiefung betriebswirtschaftlichen Wissens forcieren. Das muss aber eben auch alles finanziert werden ;)



    Deine Äusserungen lassen den Schluss zu, das Du Dich noch nicht ausreichend mit dem Thema selbstständigkeit beschäftigt hast!
    Kauf eines bestehenden Betriebes? Weisst Du was der Betriebsinhaber für seinen 50 Jahre alten Schrott und seine ach so hoch gelobte und tolle Kundenliste haben will?

    Auch eine Betriebsaufgabe folgt einem Prinzip. Entweder weil man Rentenalter erreicht hat, weil man körperlich nicht mehr in der Lage ist oder aus Insolvenz. Gibt sicherlich noch mehr Gründe aber das wären für mich die wichtigsten. Ob der Unternehmer da in der hervorragenden Rolle für Verhandlungen ist? Klar, wenn es Leute gibt die das auf den Tisch legen sicherlich. Da wären wir wieder beim eigentlichen Beispiel angekommen. "Die Marktkaputtmacher". Wir sind da unterschiedlicher Auffassung, deine Erfahrungen sei dir Unbenommen - meine möchte ich gerne noch machen bevor ich etwas in die Rundablage lege.



    Marktanalysen? Vergiss es, egal was Du eröffnest, das gibt es schon. Du machst es und setzt Dich durch oder Du vergisst es, ganz einfach!

    Marktanalyse ist nicht nur ob etwas auf dem Markt schon existiert oder nicht? Angenommen ich würde in meinem Betrieb die Leistung "Kranstunden" anbieten, weil ich vorhabe Geld darin zu investieren. Dann ist dies sicherlich nichts neues, dennoch werde ich doch auf die Blicken mit denen ich in Konkurrenz treten will? Und ich werde in dieser Überlegung abschätzen wollen was ich besser oder anders machen könnte. Ist ebenso eine Marktanalyse. Warum also soll ich das weg lassen? Es gibt meinem Vorhaben doch Struktur.



    GmbH gründen? Die ist teuer, wenn, dann eine UG, die kannste mit nem gammligen € eröffnen.

    12.500 anfänglich findest du teuer? Okay, dann machen wir halt alternativ die Sachgründung.


    Man muss ja nicht sofort als GmbH starten und erst Mal als GbR agieren wo das Risiko noch überschaubar ist. Mit zunehmenden Wachstum wäre aus Haftungsgründen die GmbH sicherlich dienlicher. Dann muss ich mir nur überlegen wie mir die liebe Bank Geld leihen will, wenn da die Haftung eben begrenzt ist. Verdammich, ich wäge schon wieder ab in meinem Handeln. All das was ich in diesem seltsamen Plan auch tue.



    Was Du mit Deiner Kalkulation machst? In der ersten Zeit kalkulierst und kalkulierst Du und merkst dann: Mist, ich kriege keine Aufträge. Dann passt Du Dich den marktüblichen Preise an und dann merkst Du, ich bin wider erwartend nach dem 3. Auftrag immer noch kein Millionär.

    Was ist der marktübliche Preis? Beispiel: Kunde Schulz kleines EFH, 2 Gebrauchtwagen, durchschnittliches Einkommen. Kunde Meier, wohnhaft im Blankenese (HH), Protzkarre, sehr gut situiert. Wo ist hier jetzt der marktübliche Preis? Oder sind das am Ende zwei unterschiedliche Märkte? Wie komme ich an Kunde Meier? Ideen dazu würden sich im Plan befinden - ob die funktionieren ist eine andere Sache. Ist das mögliche scheitern dem Instrument "Plan" anzulasten? Nein.



    Die nachfolgenden Jahre müssen wirtschaftlich besser werden, wenn nicht, ist es besser gleich wieder den Laden zu schliessen

    Wie besser? Definiere mir besser! Im übrigen wieder ein Punkt, hier wohl mittelfristige Zielsetzung. Halten wir fest, kurzfristig wäre am Markt zu agieren, mittelfristig wäre aus den roten Zahlen zu kommen, langfristig Gewinn erwirtschaften und Investitionen tätigen. Nun beginnt das Spiel von neuem. Führst Du ohne konkrete Ziele? Ohne Wünsche? Was ist so verkehrt das zu definieren und auf Papier zu bannen? Kannst du dir alles im Kopf merken?




    nach einer gewissen Zeit hast Du genug Erfahrung, dann machst Du sie nebenbei.

    Eben. Für die Erfahrung braucht es aber auch Tiefschläge aus denen man lernt. Warum aber darf ich diese Tiefschläge nicht im gewissen Maße versuchen einzudämmen und das Risiko für mich zu mindern?

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  • Kalle, DU hast Visionen, und Du wirst deinen Weg gehen, davon bin ich überzeugt !
    Gehe diesen Weg weiter ;)
    Ohne Optimisten (und das meine ich Ernst) würde dieses, und nicht nur dieses Land am Abgrund stehen.

  • von was lebst du denn so, wenn du dich nicht
    einer "marktbestimmung" durch kunden hingeben musst?

    Du bist der Auffassung der Kunde bestimmt ausschließlich den Preis am Markt? Angenommen FB würde morgen seinen Dienst nur noch gegen Entgeld zur Verfügung stellen. Glaubst du FB würde kaputt gehen? Es würde Kunden verlieren. Sagt jetzt der Nutzer, bitte bitte FB mach das kostenpflichtig? Meinst Du deren Dienst ist kostenlos, weil es sonst keiner nutzt? Oder weil über das Hintertürchen doppelt soviel eingespült wird als man mit einer Mitgliedschaft verdienen könnte?


    Nehmen wir den Bauboom. Du bist der Meinung die Marktlage wird durch den Kunden bestimmt? Attestiere mir also bitte nicht, ich lebe in einer anderen Welt, in einem Luftschloss oder in Traumvorstellungen. Frag doch mal die HW in Ballungsgebieten, die mit Arbeit dicht sind ob sie den Kleinauftrag von Oma Erna, zum Billigpreis, nötig haben? Haben sie nicht, bis deren Absatz einbricht und sich der Markt reguliert.


    Muss ich jetzt der sein, der verpennt hat seinen Absatz auszurichten und auf Märkten zu agieren die profitabel sind? Klar, wenn ich am Telefon auf Aufträge warte, dann muss ich nehmen was kommt. Unbenommen, dass man am Anfang nicht die dicken Fische am haken hat und buckeln muss. Man kann sich aber ein Ziel setzen. Schon wieder dieses schlimme Wort!


    ---------- 5. Februar 2017, 21:44 ----------


    Kalle, DU hast Visionen, und Du wirst deinen Weg gehen, davon bin ich überzeugt !

    Ich mach mir nichts vor. Ich bin jung, habe keine 20 Jahre Berufserfahrung und ich ticke in vielen Dingen deutlich anders. Mir ist klar, das sowas das Rezept dafür ist nicht ernst genommen zu werden. Ich ändere aber nicht meine Ansichten bei Gegenwind, eher bekräftigen sie mich und wenn ich am Ende mit der denke in der Privatinsolvenz lande, dann ist das so. Ich will es vermeiden, wenn ich es nicht abwenden kann bin ich eine Erfahrung reicher.


    Ich beneide cristalero um seine Berufserfahrung und da will ich gar nicht entgegen argumentieren. Ich will es nur eben nicht so machen wie es eine breite Masse macht. Das mag ggf. der sichere Weg sein, weil ja viele so überleben können. Ist halt nur nicht mein Weg und ja ich finde viele betrieblichen Aussagen von Handwerkern fragwürdig. Das wird sich mit X Jahren Erfahrung nicht ändern, weil andere Wirtschaftsbereiche auch existieren und da kennt man das Handeln wie im Handwerk praktiziert nicht.

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  • Selbständigkeit hat viele Facetten, und nicht jeder ist dafür geboren. Wir brauchen aber Menschen, die auch mal bereit sind einen anderen Weg einzuschlagen, und die so ein Risiko auf sich nehmen.
    Als ich mich selbstständig gemacht habe, gab es genügend Stimmen die mich für verrückt erklärt haben. Sie hatten irgendwie auch Recht, man muss in einem gewissen Sinne auch "verrückt "sein.


    Deswegen gönne ich jedem den Erfolg und wenn er das Geld mit der Schubkarre zur Bank fährt.
    Wenn mich heute jemand fragt, warum ich mich selbstständig gemacht habe, kann ich nur sagen, ich wollte selbst entscheiden und gestalten, und ganz wichtig, die Aussicht auf finanziellen Erfolg. Mit Idealismus hat das kaum etwas zu tun. Idealisten sind meist die eher schlechten Geschäftsleute.

    Der Betreiberverein dieses Forums freut sich über Spenden von Fragestellern, die hier kostenlos Hilfe bekommen haben. Kurze Wege führen über Paypal oder eine Banküberweisung

    .

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  • @Kalle
    Jeder muss seinen eigenen Weg gehen, haste voll Recht.
    Was das Planen angeht, Planen kann man immer, leider stimmt der alte Spruch:


    Wie bringt man Gott zum Lachen?
    Mach Pläne....


    Ich stehe auf dem Standpunkt, das ich lieber durch Fehler anderer lerne, als durch meine eigenen!
    Glaube mir, Du wirst noch in Deinem Berufsleben viele Möglichkeiten haben einen 3fachen Salto
    ins Fettnäppchen zu machen!!!!


    Was Deinen Businessplan angeht, sieh ihn so, als was er ist:


    Ein Stück Papier eines "Wahrsagers", der Dir nur helfen soll, Geld einem Banker aus der Tasche zu ziehen, nichts anderes.


    Ich habe damals mich mit dem letzten Betriebsberater gestritten, weil das Stück Papier so unglaubwürdig war.
    Er hat mir betriebwirtschaftliche Dinge um die Ohren gehauen, die ich ehrlich gesagt, nicht alle verstanden habe
    und darauf behart, recht zu haben.
    Mit einem Satz habe ich ihn zum schweigen gebracht:


    Wenn Sie soooo überzeugt von diesem Papier und dessen Richtigkeit sind, machen wir folgendes:


    Ich mache meinen eigenen Businessplan, nur so, wie ich denke, das es passen wird.
    Sie geben mir schriftlich, das wenn es nicht so kommt wie Sie es berechnet haben, Sie persönlich haften und aus Ihrer eigenen Tasche
    mir die Differenz zahlen. Sollte er richtig sein und alles eintreten wie Sie es berechnet haben, zahle ich Ihnen die Differenz!


    Die Antwort, brauche ich glaube ich nicht extra zu schreiben....