Feuchtigkeit im Dachstuhl

  • Hallo,




    wir haben ein Bungalow mit Walmdach in Holzständerbauweise gestellt.
    Die Dämmung befindet sich nur in der Decke von EG zum Dachstuhl. Die Dachfläche selber wurde nicht mehr gedämmt.



    Nun haben wir bevor der Estrich ins Haus kam, eine diffusionsoffene Dampfbremse in der Decke angebracht. Nach nun 8 Wochen haben wir zum ersten mal wieder einen Blick auf den Dachboden geworfen und mussten mit Erschrecken feststellen, dass sich dort oben nun sehr viel Feuchtigkeit befindet. Auch haben sich einige Holzleisten durch Spannung (?) hochgehoben haben.



    Nun ist die Frage:
    Kann es rein daran liegen, dass wir statt einer Dampfsperre eine diffusionsoffene Dampfbremse verwendet haben? Das ist nämlich die Argumentation vom Haushersteller.



    Oder liegt das an der fehlenden Dämmung an den Dachflächen? Dadurch haben wir ja den Taupunkt im Haus. Und gerade während der Estrichtrocknung hatten wir Temperaturen von über 30 Grad im Haus. Nachts war es draußen dazu noch sehr kalt und wir hatten teilweise -20 Grad.



    Wie sollen wir als nächstes Vorgehen?



    Vielen Dank für die Hilfe.

  • Wurde während der Estrichtrocknung denn akribisch darauf geachtet dass keine feucht-warme Luft in den Dachstuhl gelangen kann (Stichwort Bodentreppe)?
    Auch wäre eine fehlerhafte Verlegung der DB oder nicht fachgerecht verschlossene Durchdringungen für den Feuchteanfall im kalten Dachstuhl verantwortlich...


    Dass der Dachstuhl bei den oben beschriebenen Situationen sehr feucht wird ist klar, die gesättigte warme Luft hat sich bei den Außentemperaturen schlagartig abgekühlt, konnte das Wasser nicht halten - ergo Kondensat an allen erdenklichen Bauteilen im Dachstuhl.


    Ob hier eine DB (mit variablem sd-Wert) ursächlich ist kann ich nicht beurteilen, mein Gefühl sagt mir aber dass dieses eher nicht die Ursache ist...


    tante edit: wurde denn vernünftig mittels Fensterlüftung oder maschinelle unterstützt die Feuchte abgeführt?

  • Doch , die DB kann schuld daran sein . steht oben in meinem Link


    ---------- 2. Februar 2017, 14:16 ----------


    bzw die Rahmenbedingungen .

    Wer aufhört besser zu werden, hört auf ,gut zu sein

  • Die Bodentreppe wurde von Beginn an mit Extra Dämmung von oben abgedichtet. Dies ist somit auszuschließen.
    Bei einer fehlerhaften Verlegung wäre doch die Feuchtigkeit nur punktuell im Dachstuhl... Es ist aber großflächig feucht.


    Wir hatten Bautrockner im Einsatz die die Feuchtigkeit abgeführt haben.


    Ebenso wurde die aus deinem Link hochwertige I....s von P.....a verwendet...

    Einmal editiert, zuletzt von R.B. () aus folgendem Grund: Name entfernt

  • Die Bodentreppe wurde von Beginn an mit Extra Dämmung von oben abgedichtet.

    Dämmung dämmt und dichtet nicht. Schon gar nicht gegen Luftzug


    Die Dampfsperre hat eigentlich den falschen Begriff im Namen, denn die Hauptaufgabe ist bei den allermeisten Fällen die Herstellung der luftdichten Ebene. Und wenn ich lufzdicht sage, dann meine ich auch DICHT! Absolut dicht. Alle Anschlüsse, alle Durchdringungen, keine Löcher (Spagettisieb), DICHT!


    Ist das nicht der Fall, nimmt die Luftzirkulation die Feuchte mit und verteilt sie schön gleichmässig im Dachraum.


    Wir hatten Bautrockner im Einsatz die die Feuchtigkeit abgeführt haben.

    Du meinst Kondensattrockner, die das Wasser auskondensiert und über einen Schlacuh in die Abwasserleitungen gelietet haben, alternativ in Eimer/Wannen zum auskippen?
    Blöde Idee. Besser wären Ablufttrockner gewesen, die die feuchte Luft direkt nach aussen blasen.

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • Sorry - falsch ausgedrückt:
    Die Bodentreppe war ebenfalls mit der Dampfbremse dicht. Nur da die Treppe selber noch nicht eingebaut ist haben wir von oben zusätzliche Dämmung verwendet.


    J. Wir hatten Kondensattrockner im Einsatz die das Wasser direkt in die Abwasserleitungen geleitet haben. Dies wurde uns oft empfohlen und von Ablufttrockner habe ich nie etwas gehört...

  • Du meinst Kondensattrockner, die das Wasser auskondensiert und über einen Schlacuh in die Abwasserleitungen gelietet haben, alternativ in Eimer/Wannen zum auskippen?
    Blöde Idee. Besser wären Ablufttrockner gewesen, die die feuchte Luft direkt nach aussen blasen.

    Hallo Ralf,
    macht das einen so großen Unterschied?
    Nach meinem Bauchgefühl dürfte der Kondenstrockner keinen wirklichen Nachteil haben.
    Vielleicht zieht er die Feuchtigkeit nicht direkt aus dem Boden, aber aus der Umgebungsluft.


    gerne würde ich deine Meinung dazu hören, ggf. auch in einem eigenen Thread.


    Grüße Thomas

  • GAANZ einfach.


    Bei Kondensattrockner wird die Feuchte erstmal in die Raumluft getrieben, aus der sie der Kondestrockner dann mühsam wieder rausziehen muss.
    Du hast also immer eine hohe rel. Luftfeuchte bei hohen Temperaturen, sprich Unmengen von Wasser in der Luft. Kommt diese Luft in die "falschen" Bereiche, schepperts heftigst.


    Bei der Abluftvariante wird die feuchte Luft nach draussen ausgeblasen und mech. getrocknete Luft in den Raum zugeführt, die rLf ist deutlich niedriger, die Verweildauer der Feuchte deutlich kleiner, die Trocknung geht schneller und das Risiko von Kollateralschäden ist kleiner.


    Der "Haken" dabei. So nen blöden Kondesntrockner kann sich jeder Maler, jeder [definition=33,0]GÜ[/definition] und jeder Baumarkt-Geräteservice hinstellen und anbieten, die Dinger sind "Idiotensicher".
    Bei der Trcoknung mit Zu- und Abluftgeräten muss man wissen, was man tut, das ist nix für Billichwillich [definition=33,0]GÜ[/definition], DIY und ungelernte Pinselquäler, ergo im ersten Moment teurer.


    Das es sich auf die Zeit rentiert, wird dabei dann übersehen.

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  • Das war nur ein BEISPIELbild! Das Prinzip wurde halt für Wasserschadentrocknung entwickelt, hat sich aber bei der Bautrocknung bestend bewährt.
    Und auch da gibts Anwendungen für die Estrichtrocknung. Die verkürzt die Zeit bis zur Belegreife nämlich deutlich. Kann man auch über die Randstreifen machen. Da gibts so viele Möglichkeiten bis hin zu "Wir bohren durch die Decke von unten bis in die Estrcidämmung", dsa kannst ne Fortbildung belegen.

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  • eine diffusionsoffene Dampfbremse in der Decke angebracht.

    hallo
    ich geh mal davon aus, dass du eine feuchtevariable folie meinst ( intelligente folie ). hat bei bei estrich- oder putztrocknung und den oben angeführten temp.- unterschieden bis zu 50°k noch nie gefunzt und wenn du den beipackzettel liest dann wird dir das auch klar.


    gruss aus de palz


  • Nun haben wir bevor der Estrich ins Haus kam, eine diffusionsoffene Dampfbremse in der Decke angebracht. ... Kann es rein daran liegen, dass wir statt einer Dampfsperre eine diffusionsoffene Dampfbremse verwendet haben? Das ist nämlich die Argumentation vom Haushersteller. ... Wie sollen wir als nächstes Vorgehen?

    Das eine "diffusionsoffene Dampfbremse" paradox ist, dürfte sofort einleuchten. Vermutlich wurde eine sog. "intelligente" Dampfbremse verarbeitet. Wenn dies der Fall ist, dann:


    - Ist dies wenig sinnvoll, weil die Umstände, die diese Folien Üraktischerweise dampfdurchlässiger werden lassen hier vermutlich kaum eintreten werden
    - kann, selbst wenn sie einträten, der gewünschte Effekt nicht sinnvoll eintreten, weil sich auf der warmen Seite ein duchlüfteter Dachraum befindet
    - wurde so gut wie sicher gegen die Montageanleitung gehandelt, die üblicherweise zur Estrich-/ Putztrocknung besondere Maßnahmen verlangt, ohne welche genau das hier beschriebene Problem auftritt.


    Vorgehen? Trocknen!

    mit Gruß aus Berlin vom Skeptiker


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  • versteh ich nicht. dachraum ist doch kalt.

    Ist so auch missverständlich, wollte bezogen auf die sommerliche Umkehr der Diffusion schreiben: Weil sich sommerlich auf der warmen Seite ein gut durchlüfteter Dachraum befindet.

    mit Gruß aus Berlin vom Skeptiker


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  • du hast schon gemerkt, dass die sosse sich da jetzt staut.

    Und du hast sicherlich auch gesehen, dass wir beide unabhängig von einander die selbe Ursache für das akute Problem angegeben haben. Ich hatte nur zusätzlich geschrieben, weshalb diese Folie hier wahrscheinlich sowieso unsinnig ist.

    mit Gruß aus Berlin vom Skeptiker


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  • Wir müssen doch nicht über Sinn und Unsinn streiten ! Das Problem ist nun mal die Aktuelle Hohe Luftfeuchtigkeit zu dieser Jahreszeit , deswegen habe ich ja auch den Link ganz oben eingestellt , mit den Hinweisen des Herstellers zu Winterbaustellen . Aber es wurde ja auch schon oft genug hier erwähnt , das nebenher die Entfeuchtung gemacht werden muss .

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  • Das Problem ist nun mal die Aktuelle Hohe Luftfeuchtigkeit zu dieser Jahreszeit ,

    hallo
    aber die kälte sollte doch positiv sein und gute lüftung ermöglichen.


    mit den Hinweisen des Herstellers zu Winterbaustellen

    den effekt kenn ich auch von neubau-baustellen zu anderen jahreszeiten.


    gruss aus de palz


    ---------- 2. Februar 2017, 23:22 ----------


    wir haben ein Bungalow mit Walmdach in Holzständerbauweise gestellt.

    hallo
    und die wände haste auch mal auf feuchtigkeit getestet.


    gruss aus de palz

  • Das Problem ist nun mal die Aktuelle Hohe Luftfeuchtigkeit zu dieser Jahreszeit.

    Es nichts, aber wirklich gar nichts mit der Jahreszeit zu tun, wie schon mehrfach geschrieben wurde.

    mit Gruß aus Berlin vom Skeptiker


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  • Doch , weil es draussen jetzt Kalt ist ! Kann man beim Wetterthread an den Temperaturen belegen !
    Im Sommer ist es aussen warm !

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  • Was Andy wohl meint ist der Diffusionsstrom im Winter. Mehr Teilchen innen wie außen also gehts nach draußen. Was Gunther und Skeptiker meinen ist aber etwas anderes, Andy.

    Dachdecker [ˈdaχˌdɛkɐ] - Jemand der basierend auf ungenauen Daten, die von Leuten mit fragwürdigem Wissen zur Verfügung gestellt werden, präzise Rätselraten kann. Siehe auch; Zauberer, Magier

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  • Was meinen die beiden denn , sie sprechen in Rätseln .
    Oder ist es wieder der Wald den ich nicht seh vor lauter Bäumen ?

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  • Ich sehe das Problem in der Intelligenzfolie, die meiner Meinung nach in Neubauten nix verloren hat. Selbst mit Entfeuchtung und Lüftung sind Luftfeuchtigkeitswerte von über 80 % im Neubau vorhanden, und das ist genau der Moment, wo die schlauen Folien aufmachen, obwohl sie eigentlich zu machen müssten, vielleicht sollte den Folien das mal einer sagen... :thumbup:

  • Moin,


    der Bodenraum ist und wird nicht ausgebaut? Wie sieht es denn im Bereich der Unterspannung am First aus? Garantiert verschlossen/über den Firstscheitel gezogen :(


    Das Thema relativer Luftfeuchtigkeit sollte so schwierig nicht sein. Das sollte Fachleuten bekannt sein.


    Die feuchteviarablen DS sind - wie Elopant schon schrieb - in der Theorie klasse, in der Praxis zum teil bewährt, aber nicht ohne Gefahren bei einem falschen Bautzeitenablauf.


    Grüße


    si

    DDM und öbuv Sachverständiger der HWK Bielefeld

  • Ok... soweit habe ich es glaube ich verstanden...


    Nur ist es jetzt eben feucht oben. Wie soll ich nun weiterhin am sinnvollsten Vorgehen?


    Danke nochmals an alle für die Hilfe!

  • Regensichernde Zusatzmaßnahmen im Firstscheitel öffnen lassen und auf dem Dachboden für einen querverlaufenden Luftzug sorgen. Unten Maßnahmen ergreifen die konstante Luftfeuchtigkeit auf ein erträgliches Maß zu beschränken. Öffnungen in den Dachboden, falls vorhanden, luftdicht verschließen.

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  • Es gibt nach meiner Ansicht keine "intelligenten" Dampfsperren/Dampfbremsen.
    Diese oft und viel zu sehr gelobten Folien sind eher dumm wie Stroh!


    Die machen nämlich im Fall einer Winterbaustelle mit einer quasi in allen Fällen erhöhten Raumluftfeuchte genau das Gegenteil von dem, was diese tun sollen: statt den Diffusionswiderstand zu erhöhen, machen diese auf wie ein Scheunentor und lassen damit viel mehr Feuchtigkeit in die Konstruktion wie die oftmals viel zweckmäßigere und deutlich günstigere PE-Folie....


    Der sd-Wert vieler dieser feuchteadaptiven Folien fällt bei üblichen Baustellenklima deutlich unter 1m... Und das kann man genau in dieser Situation gar nicht brauchen...