Steckbügel bei deckengleichen Stürzen/Unterzügen/Überzügen

  • Hallo zusammen!


    welche Aufgabe haben Steckbügel bei deckengleichen Stürzen, Unterzügen und Überzügen?


    Wenn ich in meine Statikpläne schaue dann ist dort bei den deckengleichen Stürzen kein Steckbügel angeordnet. Es wird lediglich die obere Deckenbewehrung (der Filigrandecke) über die Bügel des Sturzes geführt.


    Bei den deckengleichen Unterzügen sind Steckbügel. Allerdings nach Zeichnung sind diese unterhalb der oberen Längsbewehrung des Unterzuges.


    Schau ich nun aber bei Beer, "Bewehren nach DIN EN 1992-1-1" (S. 175) dann finden sich dort Steckbügel für den deckengleichen Sturz. Die Steckbügel scheinen allerdings oben oberhalb der oberen Bewehrung zu liegen.


    Gruß, J.

  • hallo
    1. bild ist ein deckengleicher unterzug parallel zu plattenrand. da guckt keine bewehrung raus.
    2. bild sind unterzüge mit endauflager der platten. 1. beispiel naja verbesserungswürdig.


    gruss aus de pfalz

  • Sehr interessantes Thema, da hätte ich auch Fragen, warum ich keine Körbe über Fenster haben, warum Ü Bügel nötig sind (wo die Arbeiter motzen motzen) anstatt einer Matte.


    Aber fangen wir doch mal der Fragen oben an: Welche Aufgabe haben die denn?
    Generell verteilen die U Bügel die Last der Wand auf eine größere Fläche in der BoPl?

  • Zitat

    Generell verteilen die U Bügel die Last der Wand auf eine größere Fläche in der BoPl?


    hallo
    weisst du überhaupt was der unterschied zwischen bopl und decke (TE)ist.
    saumbügel in der bopl. sind eine bewehrung der freien ränder.
    du erinnerst mich an den malgucken im grünen mit seinen halbwissen posts und korkenzieherfragen.


    gruss aus de pfalz

  • jo stimmt.


    habe doch bopl. gefragt, wo ist das problem?


    und was ist mit der frage vom TE?


    dafür sind wir doch hier, wegen halbwisssen, oder?

  • Zitat von "gunther1948"

    hallo
    1. bild ist ein deckengleicher unterzug parallel zu plattenrand. da guckt keine bewehrung raus.


    Das 1. Bild ist auch dem Buch von Beer. Wenn ich die Zeichnung richtig verstehe dann sitzt der Steckbügel unterhalb der oberen Bewehrung der Decke aber oberhalb der Längsbewehrung des Balkens.


    Welche Funktion übernimmt der Steckbügel hier? Ist der Steckbügel für die Verankerung der oberen Bewehrung über dem Auflager (und ggf. auch der unteren Bewehrung der Decke)?


    Zitat von "gunther1948"

    hallo
    2. bild sind unterzüge mit endauflager der platten. 1. beispiel naja verbesserungswürdig.


    Bild 2 zeigt Auschnitte aus den Bewehungszeichnungen für mein Haus. Der obere Auschnitt zeigt die einen deckengleichen Sturz über einem Fenster. Der untere Ausschnitt einen Unterzug welcher auf einer Seite auf Mauerwerk auf der andern auf einer Stütze aufliegt.


    Wäre für den deckengleichen Sturz die Ausführung mit Steckbügel wie im Buch von Beer zu bevorzugen. Was wären hier die Gründe? Falsch scheint es ja nicht zu sein. Der Prüfstatiker hat auch nicht gemeckert (ob das allerdings etwas heißt...)?


    Beim Unterzug frage ich mich wo der Steckbügel nun plaziert werden sollte. Sollte er oberhalb der Längsbewehrung eingelegt werden, wie im Beispiel aus dem Buch von Beer. Oder ist dies egal?

  • Zitat

    bild 1. Welche Funktion übernimmt der Steckbügel hier? Ist der Steckbügel für die Verankerung der oberen Bewehrung über dem Auflager


    hallo
    hier wird die verteilerbewehrung der parallelverlaufenden tragbewehrung über das auflager geführt.
    bild 2. ist ein endauflager auf einem unterzug und da schaut die untere tragbewehrung aus der fertigteildeckenplatte raus.
    die bügel können auch mit oberem einschlagschenkel ausgebildet werden dann können die nadeln komplett entfallen.


    gruss aus de pfalz

  • funktion:
    - freie ränder verbügeln
    - längsbew. umgreifen
    . nebenzugspannungen (quer zu den haupt~) aufnehmen
    - elementdeckenbewehrungsgewürge reparieren
    . idealsierte fachwerkzugstreben für schub-nw.


    prüfing.:
    der prüft nicht für dich.
    der prüft für die behörde.
    der prüft für sich ..
    der prüft .. je nach bundesland ....

  • Zitat

    Die Verankerungslänge der oberen Bewehrung ausrechnen?


    hallo
    in dem bereich ist die obere bewehrung nur ein konstruktive für ungewollte einspannungen.
    wie oben schon geschrieben kann der bügel mit einen einschlagschenkel mit dem mass xy ausgeführt werden.
    so machs ich zum beispiel.
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    I I
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    gruss aus de pfalz

  • Jetzt hab ich nochmals in das Buch von Beer geschaut und kratz mich wirklich am Kopf. Hier sein Beispiel deckengleicher Balken am Außenrand:



    Ok, ist jetzt für eine Ortbetondecke. Aber wieso kann man das jetzt nicht genauso für eine Filigrandecke machen? Das hat er ja mit Steckbügel gemacht (siehe Eingangspost)!?


    Blöderweise ist in dem Buch das wieso-weshalb-warum nicht erklärt.

  • In 9.9 C (Eingangspost)
    liegt Position 7 (Steckbügel) auf der Filigrandecke und hat eine ausreichende Übergreifungslänge mit der Längsbewehrung in der Filigrandecke obwohl der Abstand etwas größer ist; muss nur den maximalen Stababstand für einen Übergreifungsstoß einhalten.
    Somit ist der erforderliche Anteil der Längsbewehrung über das Auflager geführt. Sogar mit Endhakenwirkung aufgrund der Biegeform und der Übergreifung mit Pos.6.
    Pos. 3 gehört zum deckengleichen Randunterzug. Pos. 3 trägt und ist von Pos. 6 eingefasst / umbügelt.
    Pos. 7 liegt somit auf der tragenden Pos. 3.


    In Bild 9.9B
    bilden Position 3 und 5 den deckengleichen Randunterzug und da es hier eine Ortbetondecke ist muss der Endstab der Längsbewehrung gekröpft werden , damit er am Auflager (Randunterzug) auf der tragenden Bewehrung liegt.
    Der Steckbügel, der unten an die gekröpften Stäbe anschließt und oben an die obere Lage der Deckenbewehrung anschließt fehlt hier, scheint aber aufgrund der geringen Bauteildicke (18cm) auch nicht wirklich erforderlich. Hier ist Pos. 5 auch 20cm lang; im Bild oben ist Pos. 6 nur 18 cm lang.


    Oben in 9.9C MUSS der Steckbügel sein, da er die "verlängerte Längsbewehrung" ist, die über das Auflager geführt wird.
    Unten in 9.9B wird die Längsbewehrung über das gekröpfte Endstück über das Auflager geführt. Steckbügel ist nicht unbedingt erforderlich.


    Ich hätte wahrscheinlich in Bild 9.9b auch noch einen Steckbügel angeordnet. Statisch erforderlich sind sie meist nicht, kommt auf die Lasten an.


    #11 sieht aus wie eine Sparvariante. Knapp hingerechnet. oder nur eine symbolische Darstellung der aus der Filigrandecke herausragenden Bewehrung, da diese ja bei jedem Bauvorhaben anders sein kann.

    Gruß
    Holger
    --
    Früher, da war vieles gut. Heute ist alles besser.
    Manchmal wäre ich froh, es wäre wieder gut.
    (Andreas Marti; Schweizer)

  • hmm .. über´n beer müss ma ned diskutieren, oder? ;)
    über die, zum glück immer komplexeren, regeln der endverankerung
    auch ned, weil eine gute ausrede ("die bösen bewehrungsregeln..") ist
    gold wert :P


    Zitat

    - elementdeckenbewehrungsgewürge reparieren

  • Aha! Die "fehlende" aus der Filigrandecke herausragende Bewehrung in 9.9c hatte ich übersehen. Danke für die ausführliche Erläuterung, Holger.


    Die Darstellung (für die aus der Filigrandecke herausragende Bewehrung) in #11 ist vermutlich nur symbolisch. Berechnungen dazu hab ich nicht. Und Pläne vom Deckenwerk habe ich noch nicht (laut Archi kommen die aber noch). Ggf. klärt sich das dann ja.

  • Hallo zusammen, bin neu hier ...


    Wegen aktuellem Projekt möchte ich fragen, was ihr Praktiker davon haltet, den Sturz gleich in die Filigran-Decke zu integrieren - Schub- und Biegebewehrung können die ja machen.


    Das würde Schal- und Bewehrungsaufwand erheblich reduzieren ... Filigranplatten gleich bis außen gehen lassen u.s.w.


    Danke vorab,


    Kollege Niko aus Bayern

  • Statiker fragen, wenns ein geschickter ist, dann kann der sagen, was wie wo bei welcher Höhe möglich ist. Prinzipiell gehts, aber nicht alles überall.


    ( Oder ich hab die Frage falsch verstanden)

    Nothing is forever, except death, taxes and bad design


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  • Bin doch selber einer ...


    Aber die Idee ist doch gut - bei 22cm Deckenstärke bringt man jeden Sturz unter (maximal 2m Sturzbreite), FE- Plattenprogramm mit genauer Eingabe der Mauerwerspfeiler.


    ---------- 17. Februar 2018, 19:37 ----------


    Danke, ich wende mich mal an das zuständige Fertigteil-
    Werk, ob das möglich ist - die sollen auch mal was machen.
    Obwohl, wenn Statik und alles da sind, was soll dann das Problem sein?


    Grüße aus Nördlingen und Schwandorf

  • @Niko, das ist eine richtig gute idee - nur leider 25 jahre zu spät.
    "damals" war noch nicht alles vollidiotisiert, "damals" wurde *sowieso*
    bewehrung von hand eingelegt, die schaute ohne kröpfung am ende
    raus (ja, das gab´s wirklich), da konnte man körbe oder quereisen
    ordentlich, in der richtigen ebene, dazubinden - aber der zug is
    abgefahren. bügel gleich in die elementdecke einbetonieren .. da
    kommen noch transport (ausgemergelte gitterträgerhöhen, stapelhöhen)
    und fugen bzw elementierung (damit jedes element mit querträger "passt")
    als spannende themen dazu ;)


    i woass ned, ob´s in sad wölfe gibt - das geheule der elementler kenn
    ich, das klingt genau so ;)


    mir gefällt das: in einer zeit, wo (nicht nur) elementdecken (irrtümlich)
    als nobrainer betrachtet werden, denkt mal jemand nach :thumbsup:

  • Naja, kann man in FE-Programm ja genu eingeben mit....


    Man kann Einiges machen, wenn das Werk eine brauchbare Vorgabe bekommt. Dann kommt auch was brauchbares heraus.
    Manche Werke bauen aber nur Minimum, dann siehe mls.


    Manche Rechner geben auch ausser Zahlen nix vor. Dann macht das Werk auch nur einfach oder was der [definition=22,0]BU[/definition] bestellt, ob sinnvol oder nicht.

    Nachdenken kostet extra!

  • Wenn die Deckenplatte bis AK Außenwand geführt werden soll, muss der Auflagerbereich in Mörtelbett erstellt werden (ab >4,0 cm)
    Also entweder nur über Öffnungen (das wird ein Spaß) oder die ganze Decke in Mörtelbett legen(???)
    Plattenstöße im Bereich über Öffnungen und deren Auflager werden dann nicht mehr realisierbar werden. Ergo, lt. Passplatten mit allen bekannten Nachteilen.

    öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für das Maurer- und Betonbauerhandwerk

  • Wenn die Sturzunterkante nach der Berechnung unterhalb der Deckenunterkante liegt, schätze ich, dass der Kosten. und Montagevorteil der Filigrandecken aufgebraucht ist.


    Der Vorteil der Elemente ist ja die einfache und schnelle Herstellung, weil es eine ebene Unterseite gibt und die Formen einfach sind und aufgrund der ebenflächigen Konstruktion auch der Transport und das Heben mit Hebezeugen einfach und übersichtlich ist, bis hin zur Stapelbarkeit auf dem LKW.


    Da eine Randschalung sowieso erforderlich ist, kann in dem Zug auch der Unterzug eingeschalt werden, wenn nicht die Randschalsteine aus Ziegelmaterial verwendet werden.

    Gruß
    Holger
    --
    Früher, da war vieles gut. Heute ist alles besser.
    Manchmal wäre ich froh, es wäre wieder gut.
    (Andreas Marti; Schweizer)

  • Vielen Dank für die vielen Gedanken und die kompetenten Ausführungen. Es sollen natürlich deckengleiche Stürze werden.


    Ich denke, die gesamte Decke auf Mörtelbett zu verlegen wäre wiederum sehr aufwändig ...


    und alle Stöße müßten natürlich über den Pfeilern angeordnet werden, was wiederum erhöhten Planungsaufwand bedeuten würde.


    Ich werde einmal mit dem zuständigen Techniker oder Ing. beim Fertigteilwerk reden.


    Grüße,
    Niko

  • Schalen musst Du die Stürze sowieso. Die Sturzbewehrung mit der oberen Bewehrungslage einzubauen, dürfte der geringere Aufwand im Vergleich mit Verrenkungen im Plattenwerk sein.

    __________________
    Gruß aus Oranienburg
    Thomas