Wie haben sich eure Grundsteuer B Hebesätze so entwickelt?

  • Wie schauts bei Euch so mit dem Hebesatz der Grundsteuer B in 2017 aus? Gestiegen? Gefallen?



    Leverkusen hat mal wieder kräftig zugelangt - von 650% auf 700% für 2017 angestiegen (A 325% -> 350%)


    Damit haben wir nun endlich Bonn überholt und werden nur noch von 4 Landkreisen in NRW getoppt.

  • Ich zahle A/B zwischen 350/350 und 380/380, für eine Gemeinde 325 für Grundsteuer A. Seit etwa 3 Jahren konstant.


    Höchstens es flattert mir in den nächsten Tagen noch irgendein geänderter Bescheid in's Haus, aber die sollten an sich alle schon hier sein, da Zahlungstermin bei quartalsweiser Abbuchung der 15. Februar ist.

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  • Wenn es jetzt 10 Jahre so bleiben würde, wär das ja schon was. Allein mir fehlt der Glaube... Und freiwillig senken wird den Satz wohl keiner.

  • da ist München im Vergleich ja echt moderat...
    A/B 535% seit 2010...

  • Nunja - der Beitrag in Lev. war eine ganze Zeit rel. konstant um die 500. Dann hat man wohl entdeckt, das es durchaus ein probates Mittel ist, die hochverschuldete Stadt durch die Grundsteuer quer zu finanzieren und somit ging der Hebesatz in den letzten 3 Jahren mal eben so von 590 auf 592, auf 650 auf 700...
    Erst sollten 2017 ja die Müllabfuhrgebühren neu "strukturiert" werden, was bei den meisten zu 50-100% höhere Müllgebühren geführt hätte. Dagegen hat man sich wehren können..... nun hat man es halt über die Grundsteuer gedreht ;)


    Und bevor jemand meint "na dafür habt ihr jetzt günstige Müllgebühren".... wir zahlen für 14 Tage 30l pro Person knapp 93EUR im Jahr. Macht bei unseren 4 Köpfen eine 120l Tonne mit 14 tägiger Leerung und 370 EUR p.a.


    Schönheit ist relativ.... ;)

  • naja, dem gegenüber ist es hier noch moderat A=320/B=350-> 390, selbst Stuttgart hat nur B=420.

    Grundsteuersätze jenseits der 500 hatte ich bisher noch nie auf dem Schirm, mein einfaches Weltbild, Gemeinden je nach Attraktivität irgendwo zwischen 300 und unter 400, Städte so ab 400 bis in Richtung 500.
    Ich habe mich schon geärgert, als die Gemeinden mit denen ich zu tun habe, vor einigen Jahren die Hebesätze für B über die "Schallmauer" von 300 angehoben haben. In BaWü liegt der landesweite Durchschnitt anscheinend bei etwa 350.


    Wenn ich nun lese "800" oder gar Planungen mit weit über 1.000, dann frage ich mich, was in diesen Städten und Gemeinden schief läuft. Es ist klar, dass sich Städte und Gemeinden irgendwie finanzieren müssen, und es ist auch klar, dass die Hebesätze für Gewerbesteuer und Grundsteuer auf Grundstücke ein wichtiges Instrument sind um die Einnahmen zu sichern. Andererseits sollte man aber auch seine Ausgaben im Griff haben, denn wer ständig mehr ausgibt als er einnimmt, läuft irgendwann finanziell an die Wand.


    Nun hat die Grundsteuer A und B den Vorteil, dass sich die Eigentümer dieser Last nicht so einfach entziehen können. Es ist für eine Gemeinde also bequem an dieser Stellschraube zu drehen. Hinzu kommt, dass momentan sowieso gebaut wird wie verrückt, da schaut kaum jemand auf die Hebesätze. Im industriellen Umfeld fördert das aber Industriebrachen, denn man verlegt seinen Betrieb einfach in eine andere Stadt, oder benachbarte Gemeinde. Nach kürzester Zeit ist das Anwesen wertlos, neuer Einheitswert, und schon zahlt der Eigentümer nur noch ein paar Cent an Grundsteuer. Wem ist nun damit geholfen?

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  • Da ich noch kein Eigenheimbesitzer bin. Wie wird eigentlich die Grundsteuer berechnet ?

    In Kurzform:


    Das Finanzamt ermittelt den sogenannten Einheitswert, aus diesem wird mit der Grundsteuermesszahl, also abhängig davon ob es sich um ein EFH, MFH etc. handelt, der Grundsteuermessbetrag ermittelt. Dieser Grundsteuermessbetrag wird mit dem Hebesatz der Gemeinde multipliziert und ergibt dann die Grundsteuer.


    Achtung, der Einheitswert entspricht nicht dem Kaufpreis oder den Baukosten. Die Ermittlung ist nicht ganz so einfach.


    Bsp.:


    Das FA ermittelt einen Einheitswert von 100.000,- €, Grundsteuermesszahl 0,31%, Hebesatz der Gemeinde 350%.


    Dann rechnet man 100.000,- € * 0,31% = 310,- €, das wäre der Grundsteuermessbetrag.
    Nun 310,- € * 350% = 1.085,- € Grundsteuer pro Jahr


    Üblicherweise erfolgt die Zahlung quartalsweise, also 1.085,- € / 4 = 271,25 € pro Quartal, also am 15. Februar, 15. Mai, 15. August, 15. November, oder halbjährlich am 15. Februar und 15. August, oder jährlich zum 01. Juli des Jahres. Fallen die Daten auf einen Sonn- oder Feiertag, dann am Folgetag.


    Die Grundsteuermesszahl kann für die ersten 15.338,- € des Einheitswerts eine andere sein, dann würde man für die ersten 15.338,- € mit einer anderen Grundsteuermesszahl rechnen, und für den bis 100.000,- € verbleibenden Betrag wieder mit einer anderen.


    Bsp.: Grunsteuermesszahl für die ersten 15.338,- € beträgt 0,25%, für den über 15.338,- € hinausgehenden Betrag 0,30%. Dann wird die obige Rechnung quasi soppelt durchgeführt, einmal mit 15.338,- € und 0,25% und 84.662,- € mit 0,30%.

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    Einmal editiert, zuletzt von R.B. ()

  • Und wem das zu transparent ist, der kann sich ja mal mit der Ermittlung des Einheitswertes beschäftigen. Da bin ich dann ausgestiegen. Basis sind da im Westen die Werte aus 1964 und im Osten von 1938, weil es im Osten in den 60ern keine Neubewertung gab.


    Für mich so ziemlich die intransparenteste Steuer die es gibt. Für den Mitarbeiter beim Finanzamt Aussage gemäß aber auch :)


    Es grüßt ein weiterer Leidensgenosse aus Duisburg, der Stadt wo dank Hebesatz 855 Milch und Honig fließt.

    Ich bin Laie! Meine Beiträge sind bitte stets als Meinung zu werten. Ich erhebe daher keinen Anspruch auf Richtigkeit und lasse mich gerne korrigieren!

  • Und wie wird grob der Einheitswert berechnet ?
    Was fließt dort in die Berechnung wie ein? Das Haus nach Ausstattung ? Oder das [definition=52,1]Grundstück[/definition] nach Bauland, Wiese etc.?

  • Nach Sanierung und Umbau hat das Finanzamt in meinem Fall den Einheitswert erhöht. Von meinem Vater war ich vorgewarnt wegen des Einheitswerts.
    Ich habe deshalb mit dem Sachbearbeiter verhandelt und konnte ihn überzeugen (überreden?), dass das Gebäude trotz Verbesserungen nach wie vor noch einige alte Nachteile aufweist... Und deshalb der neue Einheitswert zu hoch angesetzt ist.
    Ich habe ihn gebeten, ruhig eine Ortsbesichtigung zu machen, worauf er entnervt meinte, er glaube mir ja.

  • Und wie wird grob der Einheitswert berechnet ?
    Was fließt dort in die Berechnung wie ein? Das Haus nach Ausstattung ? Oder das [definition=52,1]Grundstück[/definition] nach Bauland, Wiese etc.?


    Das kann wohl niemand wirklich detailliert beantworten, selbst die Bewertungsstelle beim FA nicht. Am einfachsten ist es bei einem [definition=52,1]Grundstück[/definition], da ein Bodenwert relativ einfach zu ermitteln ist, eine lang in die Vergangenheit reichende Historie für die meisten Städte und Gemeinden vorhanden ist, und/oder dann ein Vervielfältiger angesetzt wird.


    Schwieriger wird es beim Einheitswert für das Gebäude. Dafür darfst Du erst einmal ein tolles Formular ausfüllen, bzw. mehrere wenn man die Anlagen berücksichtigt. Dort werden alle Daten zum Gebäude und [definition=52,1]Grundstück[/definition] abgefragt, ähnlich einer "normalen" Verkehrswertermittlung.


    Für Bayern findest Du Beipiele hier:


    Bayerisches Landesamt für Steuern: Formulare - Weitere Themen A bis Z - Einheitsbewertung


    Keine Ahnung ob die noch aktuell sind.


    Wie das FA die Daten dann miteinander verheiratet, da könnte ich nur spekulieren. Ich behaupte, da bewegt man sich immer in einer Grauzone. Es gibt ja auch Bestrebungen, das Einheitswertverfahren zu ersetzen, und zukünftig mit einem aktuellen Verkehrswert zu rechnen. Das dürfte in vielen Fällen zu einer deutlichen Steuererhöhung führen, vor allen Dingen bei Gebäuden in attraktiver Lage die schon seit Jahrzehnten genutzt werden, und die eine teils deutliche Wertsteigerung aufweisen. Es gibt ja Gebäude, für die wurde irgendwann einmal ein Wert von ein paar Mark festgelegt, und daraus eine relativ geringe Grundsteuer ermittelt. Die Leute zahlen heute noch diese geringe Grundsteuer, obwohl das Gebäude, oder zumindest das [definition=52,1]Grundstück[/definition], zwischenzeitlich deutlich an Wert zugelegt haben.


    Wenn ich daran denke, meine Schwiergermutter zahlt für ihr Haus, Bj. 197x, irgendwas um die 100,- € pro Jahr.

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  • Das FA ermittelt einen Einheitswert von 100.000,- €


    Wenn man das mal grob umrechnet, wäre dieses Objekt 1964 mit etwa 1.000.000 DM bewertet worden. Das dürfte wohl auf die wenigsten Immobilien zutreffen.


    Ich weiß, sollte bloß ein Beispiel sein ;-)

  • Wenn man das mal grob umrechnet, wäre dieses Objekt 1964 mit etwa 1.000.000 DM bewertet worden. Das dürfte wohl auf die wenigsten Immobilien zutreffen.


    Ich weiß, sollte bloß ein Beispiel sein ;-)

    Jepp. Ich hatte dabei mehr die "alten" MFH in den Städten im Hinterkopf. Bei einem EFH auf dem Land sieht die Sache anders aus.

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  • Also je weniger Komfort vorhanden ist, desto preiswerter der Einheitswert.


    Der Wert hängt auch vom Ausstattungsstandard ab, das ist richtig. Das Wort "Komfort" ist ja relativ, und schwer zu definieren. Was versteht man unter Komfort? Deswegen werden Fragen zu Art des mauerwerks, Böden etc. gestellt. Ob da nun eine Luxus-Badewanne verbaut ist interessiert nicht wirklich.

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