Estrich mit Trittschalldämmung (Bilder)

  • Guten Abend,


    eure fachliche Meinung hätte ich gerne zu unserem Estrich und dem Styropor.
    Es ist zwar nur ein Bild aber reichen die normalen Styroporplatten als Trittschalldämmung aus?


    Die Reihenfolge war: Beton,Kabel/Rohre,Styropor,grüne Folie,Bodenheizung,Estrich,Fließen.


    Das komische ist heute, wenn ich vom hintersten Eck auf die Fließe klopfe (normal) hört meine Frau es im letzten Zimmer(Wenn sie mit dem Ohr auf dem Fußboden lauscht) Die Wohnung hat 98 qm²
    Die Fließen haben ebenfalls eine Trittschalldämmung.


    Kann es an dem Styropor/Estrich liegen?

  • Wenn sie mit dem Ohr auf dem Fußboden lauscht??? Wie jetzt!
    Also ich leg mich selten mit dem Ohr auf den Fußboden! :D :pop:

  • Ok, wir leben in einem Reihenhaus von 1958, wat meinste was wir alles von den Nachbarn hören...
    Ist sicher nicht Standarte 2017. Aber das legt sich denke ich, wenn die Wohnung eingerichtet ist.

  • weil die Nachbarn unter uns, uns laufen hören.

    Bischen wenig Infos. Wohnt ihr schon drin?
    Ferndiagnosen sind immer schwierig, aber an der 08/15-Styropordaämmung liegt es meiner Glaskugel nach eher nicht. Eher schon an Schallbrücken zwischen Estrich und Wand, z.B. durch Dreck, falsch montierte Sockelleisten o.ä.

  • Bischen wenig Infos. Wohnt ihr schon drin?

    Die Wohnung ist gut eingerichtet mit Massiven Möbeln, Bilder hängen auch an der Wand.


    Wir können auch unsere lieben Nachbarn unter uns reden hören, wenn alles bei uns still ist.
    Das kann doch nicht normal sein im Baujahr 2016.


    Irgendwas stimmt da nicht, ich denke viel mehr das es über die Wände weitergeleitet wird.
    Das komische ist halt unser Klopftest am Boden.

  • was ich dir erst einmal schreiben muss, ist, dass der estrich schlecht verdichtet wurde und bereich der abstellung hohlräume sichtbar sind. das hat aber nichts mit deinem schallproblem zu tun.


    wenn du die nachbarn unter dir reden hörst, prüf einmal die deckendurchbrüche für installationen - sind die gut verschlossen oder kommt noch eine schachtverkleidung davor? das ganze kann auch zu spät sein, wenn der estrich bereits drin ist.

  • möbel und bilder bringen keinen schallschutz gegenüber dem nachbarn und die durchbrüche sind eventuell doch nicht verschlossen

    Aber bei voller Möblerung dürfte man doch annehmen, dass das, was gebaut werden sollte, auch bereits vorhanden ist, also entweder Schachtverkleidubgen erstellt oder Duchbrüche verschlossen?

    mit Gruß aus Berlin vom Skeptiker


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  • immer gerne beliebt sind offene durchbrüche und schachtverkelidungen auf dachlatten geschraubt als einlagige gipssparpaltte mit 9,5 mm. den schallschutz bringen dann fliesen und anstrich!

  • schon mal das foto angeschaut?


    da geht`s zu, wie in einem saustall.


  • Kann es an dem Styropor/Estrich liegen?

    Jaein. Du musst unterscheiden zwischen Luftschall und Trittschall. Wenn Du die Nachbarn reden hörst, dann geht es primär um Luftschall. Hören die Nachbarn wie Du durch die Wohnung stiefelst, dann reden wir über Trittschall. Die Unterscheidung ist wichtig, denn es geht um unterschiedliche Ausbreitungswege und Maßnahmen die man zur Dämmung einsetzen kann. So hat die von Dir genannte "Trittschalldämmung", wie der Name schon sagt, keinen nennenswerten Einfluss auf den Luftschall.


    Bei Luftschall würde ich mich Norbert anschließen, hier könnte ein Installationsschacht die Ursache sein. Auch Vorwandinstallationen in Badezimmern können eine Schwachstelle sein. Mit der zunehmenden Vebreitung von KWL und Kaminöfen, können auch Schornstein und Luftkanäle den Schall weiterleiten. Aus der Ferne kann man das nicht beurteilen.


    Ich vermute einmal, dass Ihr mit der Firma keine Schallschutzmaßnahmen oder Schallschutzklasse vereinbart habt. Es gibt aber Normen und Urteile, welcher Schallschutz mindestens erreicht werden muss. Schall ist aber auch eine subjektive Angelegenheit, manche Menschen sind da empfindlicher, andere stört es weniger. Deswegen würde ich an Deiner Stelle Schallmessungen beauftragen, damit Du mal Zahlen hast, an denen man sich festhalten kann. Diese kann man dann auch mit den Normen abgleichen.


    Wenn ich mich richtig erinnere, dann liegt der Grenzwert in der 4109 für die Luftschalldämmung durch Trenndecken bei 54dB, die genauen Werte bitte nachlesen, bzw. der Akustiker sollte diese sowieso kennen.


    Was bedeuten nun 54dB? Wenn man davon ausgeht, dass der Mensch im mittleren Frequenzbereich Schallpegel um die 20dB(A) noch problemlos wahrnehmen kann, die Hörschwelle liegt noch deutlich niedriger, dann würde er Geräusche aus Eurer Wohnung mit 74dB(A) noch sicher hören können. Um Dir ein Gefühl dafür zu geben, wenn sich 2 Menschen "normal" unterhalten, dann wären das 60-80dB(A).


    d.h. Bisher hast Du Vermutungen, Indizien, dass der Schallschutz mangelhaft sein könnte. Jetzt muss das mit Zahlen untermauert werden. Dann sieht man, ob hier ein Mangel besteht den die Firma abstellen muss, oder ob man auf "eigene Rechnung" nachbessern muss, damit man seine Ruhe hat.


    Bei den Schallmessungen könnte man sich auch gleich auf die Suche nach den Schwachstellen machen. Das kann relativ einfach sein, kann aber auch viele Stunden in Anspruch nehmen. Dir sollte klar sein, dass das mit Kosten verbunden ist.

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  • hmmm....und handelt es sich da um Messwerte oder irgendwelche theoretischen Berechnungen die im Vorfeld durchgeführt wurden?


    Es wäre gut gewesen, wenn man eine Schallschutzklasse hätte vereinbaren können, aber das geht nur so lange man noch vor der Planung die Verträge in trockenen Tüchern hat. Jetzt kannst Du nur schauen, ob vielleicht ein Ausführungsfehler vorliegt, und die vereinbarten Werte nicht erreicht wurden. Handelt es sich um Messungen die nach Fertigstellung vorgenommen wurden, dann erübrigt sich das. Ein neuer Akustiker wird zu ähnlichen Ergebnissen kommen, und der Abstand zum Grenzwert ist so hoch, dass er auch inkl. aller Toleranzen im grünen Bereich liegen wird. Dann stehen die Chancen schlecht, dass nachträglich noch etwas geändert wird.

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  • Der Estrich ist nicht schön, richtig. Ab SO schlimm, das man ihm eine miese Trittschalldämmung unterstellen kann, sieht er zumindet auf dem Foto nicht aus.


    Neben den Durchbrüchen, die Norbert schon genannt hat, sind immer wieder die Schallbrücken zwischen Rohren und Wänden/Estrich und Estrich-Wand SEHR beliebt.


    Besonders dann, wenn der Maler vor dem Fliesör da war und diese "dämlich nervigen" Randstreifen auf OK Estrich abgeschnitten oder - noch schlimmer - rausgezogen hat. Der Fliesör macht schnellschnell, beanstandet die fehlenden Randstreifen auch nicht und haut seinen Kleber und die Fugmasse rein. Allerschlimmstenfalls noch vorher ne selbstverlaufende Ausgleichsmasse.
    Ergebnis - die einstmals schöne Fuge zwischen Wand und Estrich ist monolithisch ausgefüllt und überträgt jede fallende Stecknadel in alle Himmelsrichtungen.


    Man sucht sich nicht einen "Schuldigen" (den Estrich) und dann misst man, sondern man misst und sucht dann die Fehlerquelle - ergebnisoffen!

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • hmmm....und handelt es sich da um Messwerte oder irgendwelche theoretischen Berechnungen die im Vorfeld durchgeführt wurden?


    Es wäre gut gewesen, wenn man eine Schallschutzklasse hätte vereinbaren können, aber das geht nur so lange man noch vor der Planung die Verträge in trockenen Tüchern hat. Jetzt kannst Du nur schauen, ob vielleicht ein Ausführungsfehler vorliegt, und die vereinbarten Werte nicht erreicht wurden. Handelt es sich um Messungen die nach Fertigstellung vorgenommen wurden, dann erübrigt sich das. Ein neuer Akustiker wird zu ähnlichen Ergebnissen kommen, und der Abstand zum Grenzwert ist so hoch, dass er auch inkl. aller Toleranzen im grünen Bereich liegen wird. Dann stehen die Chancen schlecht, dass nachträglich noch etwas geändert wird.

    Das sind theoretische Berechnungen die im Vorfeld durchgeführt wurden.
    Warum? Weil nicht einer von den "Experten" seitdem wir hier wohnen da war.


    Bei allem Respekt, ich bin wirklich kein Dummer es kann mir aber keiner erzählen das diese SCHALLGERÄUSCHE die ich jetzt höre der Mindestanforderung entsprechen. Baujahr 2016 KFW in DEUTSCHLAND mit solchen dicken Wänden/Böden. Unglaublich das man sich immer und immer wieder für alles rechtfertigen muss. Warum gesteht nicht mal ein MANN ein, dass er MISST GEMACHT HAT.


    Ach ne ich kann jetzt gerade nicht mehr denken, ich bin stink sauer auf mich selber das ich mich nicht eher bei euch gemeldet habe!

  • weils schnell gehen muss und Mann evtl. mit der Kommunikation auf Kriegsfuß steht. Und... jeder Tag auf der Baustelle kostet ihn bares Geld, weil Schei... kalkuliert!

  • Das sind theoretische Berechnungen die im Vorfeld durchgeführt wurden.


    Gut, dann wäre das eine innerhalb der Toleranzen zugesicherte ("Produkt") Eigenschaft, und man muss als Käufer davon ausgehen können, dass der Grenzwert auf jeden Fall eingehalten wird.


    Also wäre das zu überprüfen, und sollten nicht zumindest die 53dB erreicht werden, dann läge eindeutig ein Mangel vor. Da es hierbei noch um einen Grenzwert zu Mindestanforderungen geht, muss nachgebessert werden, denn es liegt der Verdacht nahe, dass irgendwo ein Ausführungsfehler vorliegt, den man dann auch mit hoher Wahrscheinlichkeit beseitigen kann. Auf keinen Fall über Schaden oder Schadenersatz reden, das ist ein Thema das erst viel später käme (und das meist nicht zu Gunsten des Geschädigten ausgeht), zuerst müssen Fakten geschaffen werden.


    Ob es überhaupt zulässig war, hier nur die Mindestanforderungen zu vereinbaren, das müsste ein Jurist beantworten. Ich unterstelle einfach mal, dass die Firma wusste, was sie vereinbart und was nicht. Dann wird es kaum möglich sein, auf einen besseren Schallschutz zu bestehen als vereinbart. Bleibt also nur zu untersuchen, ob die vereinbarte/zugesicherte Eigenschaft erreicht wurde.

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  • Ob es überhaupt zulässig war, hier nur die Mindestanforderungen zu vereinbaren, das müsste ein Jurist beantworten. Ich unterstelle einfach mal, dass die Firma wusste, was sie vereinbart und was nicht. Dann wird es kaum möglich sein, auf einen besseren Schallschutz zu bestehen als vereinbart. Bleibt also nur zu untersuchen, ob die vereinbarte/zugesicherte Eigenschaft erreicht wurde.

    Meines Wissens ist dies zulässig, solange es nicht andere Hinweise auf einen überdurchschnittlichen Schallschutz gibt. Dies könnten bspw. Formulierungen wie "Ruhesitz am ... ", "Hochwertige Wohnanlage", "Ausstattung mit Schallschutzfenstern" o.ä. sein, die eine "Höherwertigkeit" für auch einen Laien beim Schallschutz erwarten lassen.

    mit Gruß aus Berlin vom Skeptiker


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  • Meines Wissens ist dies zulässig, solange es nicht andere Hinweise auf einen überdurchschnittlichen Schallschutz gibt. Dies könnten bspw. Formulierungen wie "Ruhesitz am ... ", "Hochwertige Wohnanlage", "Ausstattung mit Schallschutzfenstern" o.ä. sein, die eine "Höherwertigkeit" für auch einen Laien beim Schallschutz erwarten lassen.

    Das war auch meine Vermutung.

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  • Da Ralf die Fuge zw. Wand und Estrich ansprach an dieser Stelle eine kleine Anekdote:


    Vor vielen Jahren hat mein Vater als Fliesenleger für einen bekannten Showmaster in Köln gearbeitet.


    Dort war man wohl etwas faul die ganzen Strom- und Lautsprecherkabel in die Wände zu verlegen.
    Daher hat man die Randstreifen entfernt - bis zu 6 Kabel in die Fuge verbracht - und damit sie auch an Ort und Stelle blieben, mit Putz "befestigt" ...