Kältebrücke durch Betonsäulen auf Anbau

  • Hallo Freunde und Bau-Füchse,



    vielen Danke als erstes für eure Hilfe und die Zeit, die ihr für mich "verschwendet".



    Wir haben 2015 mit einem Neubau begonnen, der einen kleinen aber ärgerlichen Baumanger aufweist.



    An der Westseite unseres Hauses haben wir einen Anbau (Flurverlängerung)
    gemauert. Auf diesem Anbau liegt eine Filigranbetondecke (20cm stark).
    Darauf wieder rum stehen zwei Betonsäulen, die eine kleine Gaube stützen
    (siehe Bild 1). Die Betonsäulen stehen lot über der Mauer des Anbaus
    (sprich, sie sind auf dem Balkon nicht eingerückt)



    Nun zum Problem: Durch die Betonsäulen wird scheinbar soviel Kälte in
    die Decke eingeleitet, dass sich in den Ecken des Anbaus Kondenswasser
    bildet (Bild 2-3). Im ganzen Haus findet man sonst nirgends
    Kondenswasser.



    Ich muss dazu sagen, dass der Balkon von oben noch nicht gedämmt und
    abgedichtet wurde. Aber ich möchte nicht NUR darauf vertrauen!



    Was kann ich hier nachträglich tun, um den Schaden zu minimieren!? Bitte helft mir mal auf die Sprünge!



    DANKESCHÖN!!!

  • Es wäre nach meiner ersten Einschätzung ein Wunder der Natur, wenn es hier kein Kondensat geben würde. Insbesondere in der Neubausituation mit erhöhter Baufeuchte.


    Punkt 1: Natürlich muss die Decke von oben gedämmt werden.
    Punkt 2: Und die Anordnung der Stützen aus diesem Material, konstruktiv und damit thermisch nicht getrennt von der Deckenkonstruktion, provoziert möglicherweise selbst bei durchgeführter Dämmung der Decke in der Fläche auch zukünftig Kondensat.

  • Und eine Dachabdichtung ist auch erforderlich. Es könnte sich zusätzlich auch um Niederschlagswasser handeln.

    mit Gruß aus Berlin vom Skeptiker


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  • erst einmal gibt es keine kältebrücke, es gibt nur wärmebrücken, da die wärme immer zur kälteren seite wandert.


    auf dem 2. foto sehe ich erst einmal einen hohen anteil an baufeuchte, was in diesem stadium - putzarbeiten noch nicht abgeschlossen - normal ist.


    liegt dir der wärmeschutznachweis - ENEV-berechnung - vor?

  • Als Ergänzung: Die Säulen sind "nur" auf die Decke gestellt. Wir hatten die Betondecke angebohrt und die Armierungseisen eingeklebt. Danach haben wir die Armierung geflochten und das ganze mit Hilfe von Papprohren ausgegossen.

  • hört sich nach DIY an.


    gibt es keinen bewehrungsplan für die einbindung der stützen in die decke. ob die eingeklebten stäbchen ausreichend sind?

  • Als Ergänzung: Die Säulen sind "nur" auf die Decke gestellt.

    hallo
    ändert nix an der kältebrücke.
    1. vorschlag: flachdachabdichtung mit wärmedämmung und belag.
    stirnseite der decke dämmen
    stützen bis auf ca. 1,20 m höhe dämmen und in die abdichtung einbinden.
    folge ---> augenkrebs.
    2. vorschlag: stütze bis auf dämmhöhe und den deckenbereich um die stütze mit begleitheizungsband belegen.
    flachdachabdichtung mit wärmedämmung und belag.
    stirnseite der decke dämmen.
    folge ---> erfolg ungewiss da noch nie so ausgeführt ( nur der umgekehrte variante so geheilt mit stützen unter der decke )
    stromverbrauch keine angaben.
    3. vorschlag: beten


    gruss aus de palz

  • 4. Vorschlag: Stütze wieder abbrechen, thermisches Trennelement verbauen und Stützen neu herstellen.


    Wie sieht denn die Ausführungsplanung für diesen Detailpunkt aus???

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • verändert nichts, die holzstütze muss mit einem sthlschuh kraftschlüssig mit der decke verbunden werden. dann ist die wärmebrücke auch wieder da. die abdichtungsdetails werden komplexer.


    lasst mal den begriff säule weg, das ist etwas anderes!

  • Danke erstmal für eure Ratschläge!


    Da die Säulen "relativ" schlank sind, hätte ich kein Problem diese noch einmal komplett zu dämmen. Es erscheint mir auch als die beste Möglichkeit, den Fehler nachträglich zu kompensieren.


    Die Variante, die Stützen mit Mineralwolle zu dämmen, kommt für mich dabei nicht in Frage, da das nach dem Spachteln und Verputzen unter Garantie beschiss** aussieht.


    Könnt ihr mir Hersteller nennen, die Styrodur-Dämmschalen anbieten?


  • Da die Säulen "relativ" schlank sind, hätte ich kein Problem diese noch einmal komplett zu dämmen. Es erscheint mir auch als die beste Möglichkeit, den Fehler nachträglich zu kompensieren.


    Das war auch mein erster Gedanke. Theoretisch könnte es ausreichen nur den unteren Bereich zu dämmen, aber das dürfte eher besch.... aussehen. Es versteht sich von selbst, dass der Boden auch noch gedämmt werden muss.

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  • Ich wüsste jetzt keinen,aber ich würde es mal bei Be*k & He*n erfragen , die scheiden aus allen möglichen geschäumten Dämmungen das was gebraucht wird , zb Fensterbankanschlußelemente , Rollokasten , Randabschalungen etc auch nach Zeichnung auf Maß , also warum nicht auch Dämmschalen


    ---------- 19. Januar 2017, 08:02 ----------


    Es versteht sich von selbst, dass der Boden auch noch gedämmt werden muss.

    Nicht nur das , sondern auch noch abgedichtet , und eine Absturzsicherung , die ordentlich geplant werden muss , zwecks der Abdichtung .

    Wer aufhört besser zu werden, hört auf ,gut zu sein

  • Nicht nur das , sondern auch noch abgedichtet , und eine Absturzsicherung , die ordentlich geplant werden muss , zwecks der Abdichtung .


    Jepp, das volle Programm.

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  • Die Variante, die Stützen mit Mineralwolle zu dämmen, kommt für mich dabei nicht in Frage, da das nach dem Spachteln und Verputzen unter Garantie beschiss** aussieht.

    Und warum sollte das in anderem Material Besser aussehen. Entweder man kanns, dann auch in MiWo oder man kann es nicht, dann wirds nie vernünftig!


    Und wie soll die Säulendämmung OBEN aufgelöst werden. Anschluß ans Dachgebälk, obere Abdichtung, Schutz gegen "Besiedelung", Verhindern von Rotznasen.?
    Und wie soll die untere Abdichtung angeschlossen werden.


    Ich denke, hier führt die Behebung eines Mangels zu X weiteren Mängeln.


    Nochmal die Frage nach dem Detail aus der Ausführungsplanung.


    ---------- 19. Januar 2017, 08:09 ----------


    Und was bitte ist das weisse Zeugs da oberhalb des Mauerwerks? Versuch, einen Fries auszubilden, damit es dem griechischen Tempel näherkommt?

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • Nochmal die Frage nach dem Detail aus der Ausführungsplanung.

    ..... und die frage nach DIY. allein der stützenanschluss auf der decke lässt den rückschluss nach bastel-wastel zu.


  • Könnt ihr mir Hersteller nennen, die Styrodur-Dämmschalen anbieten?


    Herstellernennung ist im Forum nicht erwünscht. Google mal nach Säulenverkleidung, da findest Du vielleich etwas.

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  • google lieber nach wärmedämmformteile oder wärmedämmschalen.

  • mir ist noch aufgefallen , das die Stütze unter der Firstpfette fehlt , das Zapfenloch ist aber schon da .




    Und wie soll die untere Abdichtung angeschlossen werden.

    Kalle würde sagen mit Flüssigkunsstoff , ich würde sagen mit Kunsstoffbahn und bauseits herzustellender "Rohrdurchführung" die Anpressleiste muss dann auf einer 3Walzenbiegemaschine ( Rundbiegemaschine ) angepasst(angefertigt )werden.
    Wo ist also das Problem ?

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  • mir ist noch aufgefallen , das die Stütze unter der Firstpfette fehlt , das Zapfenloch ist aber schon da .


    Stimmt. Da wird wohl der Siemens Lufthaken eingehängt.

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  • die Anpressleiste

    Das Problem steckt im Wort! AnPRESSleiste


    Wie willst Du in einem Dämmmaterial genug Vernakerung hinbekommen, um Anpressdruck zu erreichen?
    Bei einer geraden Leiste kein so grosses Problem, weil die thermische Längenänderung parallel zur Leiste erfolgt.


    Anders bei einer Säule. Da ist das Anschlußblech ein "Rohr", dessen Durchmesser durch die Ausdehung wachsen will. Was macht es also? Es übt Druck auf die Befestigungen aus. Und das können die in Dämmung nicht halten!


    Für mich ist 4) aus #11 für mich die einzig richtige Lösung.


    Und die Firstpfette liegt auf einem Sprengwerk aus Sparren und dem komischen Balken zwischen den Säulen auf. :D
    duckundwech

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  • verändert nichts, die holzstütze muss mit einem sthlschuh kraftschlüssig mit der decke verbunden werden. dann ist die wärmebrücke auch wieder da. die abdichtungsdetails werden komplexer.

    Aber Holz hat doch einen ganz anderen Lambda als Beton, damit sollte doch auch der resultierende Wärmestrom deutlich geringer ausfallen - oder?!


    lasst mal den begriff säule weg, das ist etwas anderes!

    ja? was?


    Zitat von Wiki

    Eine Säule ist eine lotrechte, freistehende Stütze

  • Weiß nicht so recht, aber die zweifellos vorhandene Wärmebrücke wird man nachträglich nur schwer in den Griff bekommen. Die Frage wäre halt: muss man dies überhaupt?


    Die wärmeübertragende Fläche, dürfte bei einer 20cm Rundstütze Stütze 2 x r² x Pi = 628 cm² (oder besser: jeweils 314cm²) betragen. Das ist jetzt nicht eben wenig, aber möglicherweise nicht schädlich.


    Etwas kritisch ist sicherlich, dass diese Stützen zudem auch noch an einer ohnehin wärmedämmtechnischen Schwachstelle sitzen: direkt an einer 3-seitigen Außenecke. Da stehen der Innenfläche sehr viel Außenfläche gegenüber. Dies bedeutet immer, dass es an solchen Außenecken zu einem verstärkten Wärmefluss kommt. Man sollte hier also (auch ohne Stütze) gut dämmen. Nun kommt die Stütze noch hinzu, was die Situation nicht verbessert. Im Gegenteil.


    Ob man dies aber noch ändern kann, ist fraglich. Verstärktes Beheizen dieses Raumteil könnte die Oberflächentemperatur evtl. so weit erhöhen, dass es zu keinen Schäden kommt.


    Was mich , jetzt rein aus praktischer Sicht schon noch interessieren würde sind die echt spannenden Abdichtungsdetails. Dampfbremse auf Flachdach und Randhochzug 8an der runden Stütze), Wärmedämmung oben drauf. Abdichtungsbahn(en9 da wiederum drauf. Belag. Und am Ende wird man wohl noch versuchen dort irgendwo ein Geländer "vernünftig" zu befestigen. Vernünftig wird schon deswegen nicht ganz einfach, weil mir hierfür der tragfähige Befestigungsuntergrund zu fehlen scheint. Die Deckenplatte ist ja (offensichtlich) stirnseitig gedämmt.- Auf der Dämmung wird man das natürlich nicht hinbekommen. Evtl. durch die Dämmung hindurchbohren? Mag gehen, gibt aber wieder blöde Hebelkräfte auf die dann aus der Decke herausragende Stahldübel...oder was auch immer.


    Besser wäre es gewesen dies vorab zu planen. Genauso wie den gesamten Vorbau. Da hätte man entsprechende Anschlußkonsolen vorsehen können, hätte die Details richtig geplant....ja ich weiß. Hätte, hätte, Fahrradkette.


    Fazit: Wärmebrücke gibt es. Diese ist m.E. für sich genommen nicht riesig, aber zudem an einem äußerst kritischen Punkt. Das könnte dauerhaft zu Schäden führen. Oberseitige Abdichtung/ Dämmung + Geländer wird schwierig und dürfte eine gehörige Portion Hirnschmalz nötig machen.

  • zu was sind die stützen eigentlich von nöten?, frage ich mich....


    so eine auskragung ist das jetzt auch nicht, dass sie nicht ohne stützen
    auskommen würde.