Warmwasserheizung : Rohrleitungen zu den Heizkörpern mit destilliertem Wasser befüllen ?

  • Hallo zusammen,


    Kann man bei einer Warmwasserheizung die Rohrleitungen zu den Heizkörpern mit destilliertem Wasser befüllen lassen ?
    Bringt das was hinsichtlich Korrosion und Kalkablagerungen ?

  • Danke für den Tip mit der VDI-Richtlinie (2035, T2, iirc)
    und Danke für den Link zum Langzeitversuch. Da werde ich mich mal einlesen.


    Die Rohrleitungen sind alle schon seit 1980 aus Kupfer.
    zum Teil zwischenzeitlich gewechselt, zum Teil gelötet zum Teil neu und gepresst.


    Unser Trinkwasser ist laut Versorger für CU zugelassen.
    Die Anlage ist zur Zeit einfach mit Leitungswasser befüllt.


    Na ja - destilliertes Wasser ist ja nicht so teuer und zumindest kalkfrei.


    Hier die aktuellen Werte meines Wasserversorgers:


    Härtebereich mittel
    Gesamthärte (dH) 8,4 - 13,4
    Blei (mg/l) <0,001
    Calcium (mg/l) 45 - 68
    Kalium (mg/l) 2,1 - 4,1
    Magnesium (mg/l) 9 - 17
    Mangan (mg/l) <0,005
    Natrium (mg/l) 10,3 - 18,3
    Nitrat (mg/l) 10 - 30
    Nitrit (mg/l) <0,05
    ph-Wert 7,8 - 8,0


    ---------- 2. Dezember 2016, 13:00 ----------


    Zitat aus dem oben genannten Link: "Langzeitversuch ..."



    VE-Wasser (Voll-Entsalztes-Wasser- Härte ~0° dH, Leitfähigkeit <10µS/cm) wird auch als demineralisiertes Wasser,
    deionisiertes Wasser oder destilliertes Wasser bezeichnet.


    Na was ein Zufall. Da ist ja wieder, das destillierte Wasser. Das ist also VE Wasser.
    So viele Liter habe ich dann doch auch wieder nicht in meinem Heizkreislauf.
    Ein paar große Konstoffbehälter beim Discounter wären dann preislich sicher machbar.

  • Ich hatte ja bewusst gefragt, ob Du destilliertes Wasser meinst. Der Chemiker versteht darunter etwas anderes als der Heizungsbauer, denn demineralisiertes Wasser ist nicht gleich destilliertem Wasser.
    So ist destilliertes Wasser beispielsweise keimfrei, während das für demineralisiertes Wasser nicht zutreffen muss.
    Man darf nicht vergessen, dass in einem Heizkreis nicht nur chemische Reaktionen ablaufen, sondern auch "biologische", wobei man dann nicht unbedingt von Reaktionen sprechen sollte.

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  • Bei VE-Wasser ist ph-Wert Kontrolle nach 6-8 Wochen und 1x jährlich Pflichtprogramm.


    Was ist ausser Cu noch so in der Anlage verbaut AL, FE .... etc ?
    Je nach Werkstoffen unterschiedliche Anforderungen.


    VE Wasser hat nahezu keine Pufferkapazität.


    Es gibt keine Universal-Sorglos-Lösung .....
    Gruß
    Achim Kaiser

  • >>> Was ist ausser Cu noch so in der Anlage verbaut AL, FE .... etc ?


    Das ist hier eine klassische 0-8-15 Anlage.
    22 kW Gastherme, elektronisch geregelte Hocheffizienzpumpe, Cu-Rohre 22 oder 18 mm
    und 16 Planlächenheizkörper vom Typ 21, 22 oder 33.


    Jetzt ist mir aber immer noch nicht klar, wo der Unterschied zwischen destilliertem Wasser aus dem Baumarkt und VE-Wasser liegt. Gibt es das überhaupt einen für die Heizung und Cu-Rohre relevanten Unterschied ?


    Und wo sollte denn ein für die Heizung günstiger pH Wert liegen ?


  • Und wo sollte denn ein für die Heizung günstiger pH Wert liegen ?


    irgendwo um 8-8,5 wird empfohlen, zulässig wären max. 10 (bitte in der 2035 nachlesen), aber je nach Material (Alu?) sollte msn die 10 nicht austesten. ;)

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  • Ich würde an der Anlage nix machen, solange kein Problem auftritt .... noch nicht mal dran denken.


    Gruß
    Achim Kaiser


    :thumbsup:


    Der TE macht den Fehler, dass er das Problem auf den pH Wert reduziert. Der pH Wert ist aber nur ein Faktor von Vielen.


    Man darf auch nicht vergessen, dass eine starke Säure genau so schädlich sein kann wie eine starke Lauge (Base). Wird mit pH von 7 befüllt, dann kann dieses Wasser andere Stoffe binden, bzw. wird das zumindest versuchen. Dadurch kann der pH Wert schnell in den sauren Bereich kippen (Bsp.: wenn CO2 hinzu kommt o.ä.).

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  • ...Die Rohrleitungen sind alle schon seit 1980 aus Kupfer.
    zum Teil zwischenzeitlich gewechselt, zum Teil gelötet zum Teil neu und gepresst.


    Unser Trinkwasser ist laut Versorger für CU zugelassen.
    Die Anlage ist zur Zeit einfach mit Leitungswasser befüllt....

    Die Rohrleitungen sind also seit 36 (sechsunddreissig) in Betrieb und jetzt soll das Wasser ersetzt werden. Was ist denn das Ziel der geplanten Wassertausch-Aktion und wie soll der möglicherweise nötige Leitungsdruck (mit Wasser aus dem Baumarkt) aufgebaut werden?

  • Sind meine Fragen für euch zu DUMM oder nicht akademisch genug?

  • Jetzt ist mir aber immer noch nicht klar, wo der Unterschied zwischen destilliertem Wasser aus dem Baumarkt und VE-Wasser liegt. Gibt es das überhaupt einen für die Heizung und Cu-Rohre relevanten Unterschied ?


    Und wo sollte denn ein für die Heizung günstiger pH Wert liegen ?

    ve ist frei von Mineralien


    Destilliert frei von Mineralien und Spurenelementen

  • Eben, der Füllpumpe ist es (fast) egal, was für eine Flüssigkeit sie in den Heizkreis pumpt. Ob Sole, demineralisiert, vom Baumarkt oder Brunnen um die Ecke, Granderwasser, oder was auch immer.
    "Fast" deswegen, weil man aufpassen muss, dass die Flüssigkeit nicht den meist vorhandenen Filter (Sieb) verstopft.


    Gibt's elektrisch oder im einfachsten Fall manuell, und hat wohl jeder Heizer dabei. Ist auch praktisch für Druckprüfungen, dann vorzugsweise mit ext. Manometer, weil die Standard Dinger nicht gerade genau sind.


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  • Guten Morgen zusammen,


    "Füllpumpe"
    Genau so ein Ding hat mein Heizi auch.


    Wie sagt unser Chemiker Pet: "Destilliert ist frei von Mineralien und Spurenelementen."
    Destilliertes Wasser scheint also zumindest die Qualitäten von VE-Wasser zu haben.


    Nun stellt sich für mich noch die Frage nach dem Korrosionsverhalten von destilliertem Wasser gegenüber Kupfer.


    @JSch
    >>>...Die Rohrleitungen sind also seit 36 (sechsunddreissig) in Betrieb und jetzt soll das Wasser ersetzt werden.


    um es genau zu nehmen sind die Wasserrohre hier seit 1918 in Betrieb ;)
    Der Langzeitversuch geht also bald ins hundertjährige Jubiläum.
    Der Krieg hat den ursprünglichen Bleirohren den Rest gegeben und da lagen auch noch die Steine vom ganzen Haus drauf.
    1955 hat man es dann das Haus wieder aufgebaut und die Heizungsrohre wie üblich mit Stahlrohren ausgeführt.
    1980 hat dann mein Vorgänger in Kupfer gewechselt. in den 36 Jahren bis heute hat man dann fleissig immer wieder angebaut und umgebaut, Heizkörper getauscht, hier und da ein Wasserrohrbruch wegen Korrosion. Da es keine Pläne gibt, blieb mir die letzen Jahre nichts anderes übrig, als "Jugend forscht" zu spielen. Nun habe ich da so einigermaßen den Durchblick. Es geht nun in die nächste Runde. Sobald eine Etage frei ist wird kernsaniert und dann darf der Heizi wieder ran. Diverse Heizkörper und Rohre tauschen. Deshalb stellte sich für mich unter anderem die Frage nach dem Heizungswasser. Das jetzige Wasser hat so eine etwas fettige bräunliche Konsistenz. Das muss unbedingt besser werden.


    Es gibt da auch diese Befüllpatronen. ca 200 € Hier verspricht der Hersteller

    • Entkalkung
    • Entsalzung
    • pH-Stabilisierung
    • Befüllung nach VDI 2035 (Teil 1 + 2)
    • Keine Korrosion, keine Steinbildung

    Als entweder diese Patrone oder eben das destillierte Wasser.


  • Das jetzige Wasser hat so eine etwas fettige bräunliche Konsistenz. Das muss unbedingt besser werden.


    Konsistenz oder Farbe? Reden wir über Konsistenz, dann sollte man auf jeden Fall Ursachenforschung betreiben, da bei einer zähflüssigen Pampe über kurz oder lang (eher über kurz) nicht nur Pumpen versagen können, sondern auch SV usw. Geht es primär um die Farbe, dann würde ich das entspannter sehen, zumal bei einer Anlage mit Mischinstallation. Ohne chemische Zusätze wird sich das Wasser mit der Zeit etwas verfärben. Bei der Zugabe von chemischen Zusätzen muss man sich fragen, ob diese längerfristig gesehen nicht mehr schaden als nutzen.

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  • Destiliertes Wasser kann sehr schnell in den sauren Bereich umschwenken. Was Säure mit Metallen macht ist doch jeden klar.
    Wir hatten früher oft Probleme mit Dampfgeneratoren (Dampfduschen) von Kunden welche einen Ionenaustauscher installiert hatten und den Härtegrad nicht kontrolliert haben. Diese hatten dann zu weiches Wasser, welches aufgrund zu niedriger Pufferfähigkeit in den sauren Bereich gekippt war und so die Heizstäbe zerstört hatte.


    Meine Heizungsanlage ist nun über 40 Jahre alt, wurde immer mit Leitungswasser befüllt und hat nirgendwo ein Leck, die Heizkörper die ich vor ein paar Jahren ausgetauscht hatte, sahen von innen auch noch top aus. Also was soll das ganze.

    Durch Nutzung der üblichen Rechtschreibregeln wertschätze ich mein Gegenüber und es liest sich viel angenehmer.

  • Erst mal schön differenzieren .... Heizungsrohrleitungen und Trinkwasserrohrleitungen.


    Bleirohre wurden m.W. im Heizungsbereich nicht eingesetzt.


    Üblich waren früher hauptsächlich Stahlrohr, Kupferrohr (deutlich seltener, da teurer),
    heute zusätzlich C-Stahl-, Kunststoff, Verbundrohre und Edelstahl ....
    und noch Alu-Werkstoffe vorrangig bei den neueren Heizkesseln.


    Wie immer hat jede Materialgruppe so seine Eigenheiten und genau deswegen gibts auch keine Universalwasserbehandlung und DIE Lösung die alles erschlägt. VE Wasser hat manchen Vorteil aber auch den Nachteil - keine Pufferkapazität - weshalb man deswegen bei Alubauteilen in der Anlage sehr auf den ph-Wert achten muss. Driftet der aus welchen Gründen z.B. ab dann brauchts Chemie. Da gehts dann wieder los ... es gibt keine Universal-Alles-wird-gut-Chemie und vor allem sind Konzentrationsbandbreiten einzuhalten.


    Wenn dann in die VDI schaust dann ist bis zu einer bestimmten Wassermenge und einer gewissen Wasserhärte bis 50 kW ganz einfach *keine Anforderung* gestellt. Danach kommen die Anforderungen der Kesselhersteller .... jeder weiss was und alle schauen genau nur auf ihren Kram ....


    Gruß
    Achim Kaiser

  • Bei deinen Rohrenkannst du warscheinlich alles reinfüllen. Einen Unterschied wirst du kaum merken.


    Falls du ne neue Heizung bekommst wird es interessant.


    Bei Wasserleitungen sollte man Enthärtungsanlagen möglichst im Neubau mit einplanen. Nach 2 Jahren haben sich schon Ablagerungen gebildet und die können dann im System zu problemen führen ( laut meinem Heizungsbauer)

  • ...
    Bei Wasserleitungen sollte man Enthärtungsanlagen möglichst im Neubau mit einplanen. Nach 2 Jahren haben sich schon Ablagerungen gebildet und die können dann im System zu problemen führen ( laut meinem Heizungsbauer)

    Dein Heizungsbauer scheint gut am Verkauf von Enthärtungsanlagen zu verdienen oder Ihr wohnt in einem Gebiet mit extrem hoher Härte.
    So pauschal kann man nicht den Einbau empfehlen oder gar verlangen.
    Lass Dir von Deinem Heizungsbauer mal erklären, zu welchen Problemen es kommen kann.
    Aber hier geht's ja um Heizungsfüllwasser und da ist Achim Kaiser nichts hinzuzufügen.




    Wenn Dich ein Laie nicht versteht, so heißt das noch lange nicht, dass du ein Fachmann bist.



    M.G.Wetrow

  • Extrem hartes Wasser....... (22dH)


    Der Heizungsbauer wollte nix extra verkaufen. Die Aussage war nur: Wenn, dann bald. Ausserdwm kann das Brauchwasser im Speicher 10° höher gefahren werden....

  • >>>Falls du ne neue Heizung bekommst wird es interessant.


    Die neue Gasheizung kommt nächstes oder übernächstes Jahr im Sommer.
    Hier ist aber kein Neubau sondern ein bewohntes 3 Familien Haus.
    Wenn die zentrale Gasheizung im Keller getauscht wird, bleibt zunächst einmal die Verrohrung in die Etagen und die Heizkörper bestehen. Erst sobald eine Etage frei wird, kann dann deren Verrohrung und Heizkörper bei Bedarf getauscht werden.


    Als Fazit dieses Treads tendiere ich Im Moment ich zu folgender Lösung: Nicht mit destilliertem Wasser befüllen, sondern mit normalem Leitungswasser über eine Befüllpatrone (Entkalkung, Entsalzung und pH-Stabilisierung).


    Zusätzlich kommt in den Rücklauf des Heizkreislaufs ein Magnetflussfilter
    Dieses soll im Schlamm und Rostpartikel zurückhalten. Ein Anodenschutz sorgt für eine optimale Wärmeübertragung und
    ein Mikrogasblasenabscheider entfernt Sauerstoff und Gase aus dem Umlaufwasser. Dessen Demineralisierungspatrone verhindert Kalkablagerungen.


    Vielen Dank an alle für die angezeigten Links und Tips.

  • Zusätzlich kommt in den Rücklauf des Heizkreislaufs ein Magnetflussfilter
    Dieses soll im Schlamm und Rostpartikel zurückhalten. Ein Anodenschutz sorgt für eine optimale Wärmeübertragung und
    ein Mikrogasblasenabscheider entfernt Sauerstoff und Gase aus dem Umlaufwasser. Dessen Demineralisierungspatrone verhindert Kalkablagerungen.

    Wozu das ganze..??
    Anodenschutz ... bessere Wärmeübertragung? Welche Anode soll den geschützt werden?
    Mikrogasblasen?


    Da hast Du aber schön aus der Werbebroschüre abgeschrieben.

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