Zweifach vs. Dreifachverglasung

  • Hallo zusammen,


    Wir beschäftigen uns im Moment mit dem Thema Fenster. Nun würden wir gerne mal generell wissen ob man heute in einem Neubau noch zweifach verglaste Fenster einbauen würde oder ob man generell hier auf dreifach verglaste Fenster geht? Wir sind Laien und tun uns im Moment schwer in punkto Fenster in eine bestimmte Richtung zu gehen. Uns wäre ein warmes Wohngefühl vor den Fenstern (alleine das hätte mich schon zu dreifach verglasten Fenstern tendieren lassen) und ein sinnvolles Kosten/Nutzen Verhältnis wichtig. (der Mehrpreis sollte sich also auch innerhalb von 20 Jahren amortisiert haben)


    Ich würde mich über jeden Kommentar in die eine oder andere Richtung sehr freuen. (wir sind noch vor der Planung mit unserem Holzbau Unternehmen und würden uns nur im voraus best möglich informieren)


    Vielen Dank.


    Denis

  • Das ist ein komplexes Thema. Wenn Wärmedämmung oberste Priorität hat dann läuft es sehr wahrscheinlich auf 3 fach Verglasung hinaus.


    Das Einsparpotenzial bei 3fach mit Uw = 0,8W/m2K gegenüber 2 fach mit Uw 1,3 (nicht verwechseln mit Ug) beträgt etwa 40-50 [definition=38,0]kWh[/definition]/m2 jährlich. Je nach Wärmeerzeuger sind das ca. 2,- € bis 2,50 €. Bei angenommen 40m2 Fensterfläche wären das 80,-€ bis 100,-€ pro Jahr.


    Aber bei Fenstern gibt es noch viel mehr zu beachten. Was ist mit Schallschutz? Einbruchschutz? Lichteinfall? Fensterflächen? Usw.

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  • wieviel spart man sich den mit 2fach Verglasung? 3fach ist ja eigtl. Standard, daher bezweifle ich, dass 2fach nennenswert günstiger ist.


    Ich habe viele Baubeschreibungen von BT und GÜs gelesen - 3fach Verglasung war immer dabei. Selbst bei den Sparbrötchen.

  • @RB: Vielen Dank für Deinen ersten Anhaltspunkt. Ich werde dann mal die geplanten Fensterflächen ausrechnen um einen Anhaltspunkt zu haben wieviel im Jahr hier gespart würde. Schallschutz würde ich für uns als unwichtig ansehen, da wir mitten auf dem Land bauen werden und keinerlei Hauptverkehrsstraße weit und breit ist. Einbruchschutz gute Frage, was wäre hier als Kosten/Nutzen Optimum zu empfehlen? Lichteinfall hierzu muss ich mich erstmal schlau machen um es für mich richtig bewerten zu können. Ich merke schon dass es hier schon komplex wird. :-)

  • Morgen kann ich noch etwas dazu schreiben, mit dem Handy macht das irgendwie keinen Spaß.
    Es werden sich aber sicherlich noch weitere Experten zu Wort melden.

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  • der erste ansprechpartner sollte natürlich der beauftragte planer sein, er hat den gesamtüberblick des bauvorhabens.

  • Planung gibt es wohl noch nicht.


    Es ist aber richtig, dass die Fenster auch in's Konzept passen sollten.
    Holzbau, vermutlich wird das Haus auf hohe Wärmedämmung hin ausgelegt, da sollten die Fenster schon dazu passen.

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  • Bei dreifach Verglasungen sollte die mittlere Scheibe aus ESG sein.
    Sie sind auch empfindlicher bei Wärmestau.
    Teilbeschattung ist zu vermeiden, innen 30 cm zu Gegenständen wahren.
    Glasbruchversicherung wäre auch sinnvoll, da der Austausch teurer als bei 2fach Isos sind.
    Gruss cristalero
    -Glasermeister-

  • Wir hatten das Thema auch erst. Soweit ich mich erinnere waren kleinere Scheiben sogar rissgefährdeter...
    also ja, Rollo auf oder zu, keine Sachen (Kissen, etc.) von innen an die Scheiben legen uuund ganz wichtig keine Glasmalereien. :eek:

  • Ich stelle die Frage auch deswegen weil ein Fenster zum direkt davor sitzen in einem vorgesetzten Holzrahmen geplant ist. Nun stelle ich mir die Frage ob dann auch keine Sitzkissen davor liegen dürfen. Ich habe diese Fenster schon öfter in Musterhäusern gesehen. (alle dreifach verglast) Könnt ihr mir mehr dazu sagen?

  • Gut das heißt für mich das keine Kissen davor liegen bleiben dürfen und das Glas somit frei bleiben muss. Gilt das auch für ein anlehnen am Fenster? (kurzzeitig zum lesen)
    Ist es generell zu empfehlen ESG als mittlere Scheibe zu wählen oder nur wenn eine Sonnenschutzverglasung vorhanden ist?

  • Das Einsparpotenzial bei 3fach mit Uw = 0,8W/m2K gegenüber 2 fach mit Uw 1,3 (nicht verwechseln mit Ug) beträgt etwa 40-50 [definition=38,0]kWh[/definition]/m2 jährlich. Je nach Wärmeerzeuger sind das ca. 2,- € bis 2,50 €. Bei angenommen 40m2 Fensterfläche wären das 80,-€ bis 100,-€ pro Jahr.

    meine Erfahrung ist eine andere. Zwar sind bei 3-fach-Verglasung die Energieverluste um das in etwa dargestellte Maß geringer, es sinken, insbesondere bei kostengünstigen Gläsern, durch den i.d.R. niedrigeren g-Wert der Verglasung aber auch die solaren Energiegewinne über die Glasflächen deutlich (z.T. um 20% und mehr, je nach Glas).
    Je nach Raum und Verglasungsanteil kann das so weit führen, dass am Ende gar nicht mehr so viel übrig bleibt.


    Ich hab jetzt keine aktuellen Zahlen von Fenstern mit Uw=0,8W/m²K, aber für Fenster mit Uw=1,0W/m²K führen genau diese geringere solaren Energiegewinne dazu, dass unter'm Strich sich keine oder fast keine Einsparung errechnet.

  • @denis


    Bei 3fach Scheiben sollte immer die mittlere Scheibe ESG sein, besonders auf der Südseite!


    Natürlich kannst Du Dich beim Lesen gegen die Scheiben lehnen, so kurzfristig werden die Scheiben nicht brechen!
    Ansonsten wie schon geschrieben- Abstand mindestens 30,0 cm

  • einen Punkt möchte ich zur oben genannten Rechnung noch anmerken:
    eine Verbesserung des Uw-Werts von 1,3W/m²K auf 0,8W/m²K nur durch Verbesserung des Glases halte ich für unrealistisch, je nach Fenstersystem und -größe ist dies heute quasi nicht zu erreichen.
    Zu einer solch deutlichen Verbesserung gehören m.E. auch andere konstruktive Verbesserungen, insbesondere ein aufwändigerer Rahmen mit deutlich größerer Bautiefe und ein verbesserter Glasrandverbund.

  • Muss man extra bestellen! Ist aber nur unwesentlich teurer!!!!!!!!Ein guter Fensterbauer sollte darauf aber hinweisen...

    Vielen Dank für die schnelle Antwort. Und der Grund für die mittlere ESG Scheibe ist dann eine Vorbeugung gegen mögliche thermisch bedingte Risse korrekt? Ich werde das gleich mal auf meine Fenster Liste mit aufnehmen.
    Ich habe dann noch eine Frage zu möglichen Raffstores vor den Fenstern im Süden. Haben wir hier nicht auch das gleiche Problem, wenn die Raffstores gekippt sind, dass hier unterschiedlich heiße Zonen auf dem Glas entstehen? Oder stelle ich mir das falsch vor?


    Zum Thema zweifach vs. dreifach Verglasung würde mich noch interessieren wie Eure Erfahrungen im mit dreifach Verglasung sind, wenn es um das Thema Wohnkomfort geht. Bringt die dreifach Verglasung durch die wärmere Oberfläche wirklich eine höhere Wohnqualität in den Raum? Ich denke hier gerade an Fenster Fronten gen Süden, welche durchaus mal 3m breit sein könnten.


    Vielen Dank für Eure ganzen Kommentare.

  • Teilbeschattung sind für alle 3 fach Scheiben tödlich!!!
    Denk bei den Fenstergrößen auch mal an später!!!
    Die Dinger wiegen eine ganze Menge und je größer die Scheiben sind,
    desto teurer wird der Austausch- alle Scheiben werden in der Regel in 20-25
    Jahren wieder ausgetauscht.


    Heb bitte den Lieferschein der Scheiben auf, kann man später für die Spezifikation
    der Scheiben brauchen, bei der Auswahl der einzelnen Möglichkeiten, steigt bald keiner mehr
    durch, was was ist....

  • Bin gerade ein wenig erschüttert, dass die dreifachverglasung was das angeht so empfindlich ist. Es müssten doch eigentlich alle Probleme bekommen, die Raffstores verwenden. (und das sind ja nicht wenige Neubauten heute) Ich kann mir kaum vorstellen, dass die meisten hier den Raffstore entweder ganz oben oder ganz unten haben und die Lamellen immer geschlossen halten. Gerade die Verstellbarkeit wäre im Sommer ja der Vorteil. (Licht im Raum + Verschattung) *grübel*

  • Eine Dreifachverglasung muss ja auch nicht platzen (bei Teilverschattung), aber sie kann (mit einer erhöhten Wahrscheinlichkeit).


    Deswegen kann es schon hier und da gut gehen.

    Durch Nutzung der üblichen Rechtschreibregeln wertschätze ich mein Gegenüber und es liest sich viel angenehmer.

  • Bin gerade ein wenig erschüttert, dass die dreifachverglasung was das angeht so empfindlich ist

    Ja...leider.


    Auch ich habe da Lehrgeld zahlen müssen. Ein Kissen, welches die Kinder beim Spielen dort hatten liegen lassen, lehnte gemütlich an der Glasfront (2,50 x 2,50m - Scheibe). Scheibe machte da nicht mit.


    Und: Kuriose Berichte meines Fensterbauers. Kindergartenscheiben, die in Teilbereichen mit Fingerfarben dekoriert waren....entweder spezielles und teureres Gals oder eine erhöhte Sorgfalt beim täglichen Umgang mit dem Material. Nicht gerade ideal, wie ich meine.

  • kann heisst nicht muss!


    vieles hängt von dem nutzungsverhalten ab. bei sonnenschutz kann man gerade bei außenliegenden horizontallamellen licht rein- und sonneneinstrahlung draußen lassen. ein paar sonnenstrahlen auf dem glas erzeugen dann nicht sofort den bruch.


    die industrie arbeitet an dem problem, da wird es bestimmt bald stabilere lösungsansätze geben.

  • esg als mittlere scheibe mag nicht schaden, aber zur forderung nach esg als mittlere scheibe müsste es eine fachregel, herstellerempfehlung oder zumindest eine belastbare schadensstatistik geben, aus der das *zwingend* hervorgeht.
    wenn eine isolierglasberechnung erfolgt (was früher teilweise, momentan für scheiben > 1,6m2 fläche oder < 0,7 bzw. 0,5m-kantenlänge sowieso und mit der nächsten normennovelle vermutlich immer erforderlich ist), sieht man, welches sicherheitsniveau welche scheibe hat und kann/muss materialdicken und -güten festlegen. der einfluss von (u.a.) klimalasten wird erfasst, üblicherweise aber nicht der einfluss von teilverschattung. bisher hat das in den meisten fällen funktioniert.

  • eine Verbesserung des Uw-Werts von 1,3W/m²K auf 0,8W/m²K nur durch Verbesserung des Glases halte ich für unrealistisch, je nach Fenstersystem und -größe ist dies heute quasi nicht zu erreichen.


    Scheiben mit einem Ug von 0,5W/m²K kriegt man problemlos. Warme Kante dazu, und je nach Fensterabmessungen und Profil ist sogar ein Uw von etwa 0,7W/m²K erreichbar. Die 0,8 sind machbar, auch ohne dass man gleich auf Super-Profile zurückgreifen müsste (Uf 1,3W/m²K). Wir bewegen uns dann im Bereich Hundertstel hin oder her. So genau wollte ich meine obigen Werte an sich nicht betrachtet wissen, mir ging es eher um eine grobe Abschätzung.
    Es kann aber sehr wohl sinnvoll sein, eine Scheibe mit Ug von 0,6 zu verwenden, wenn man damit auch einen g-Wert von 0,6 erreicht. Es gibt halt eine Unmenge verschiedener Ausführungen.



    meine Erfahrung ist eine andere. Zwar sind bei 3-fach-Verglasung die Energieverluste um das in etwa dargestellte Maß geringer, es sinken, insbesondere bei kostengünstigen Gläsern, durch den i.d.R. niedrigeren g-Wert der Verglasung aber auch die solaren Energiegewinne über die Glasflächen deutlich (z.T. um 20% und mehr, je nach Glas).
    Je nach Raum und Verglasungsanteil kann das so weit führen, dass am Ende gar nicht mehr so viel übrig bleibt.

    Deswegen bin ich auf diesen Punkt nicht näher eingegangen. Es steht ja noch nicht einmal fest, welche Fensterfläche überhaupt zu berücksichtigen ist, geschweige denn deren Ausrichtung, evtl. Verschattung usw.
    Ein Fenster mit 1,5m² an der Nordfassade, oder ein 6 oder 8m² Element an der Südfassade, dazwischen liegen Welten.

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  • Ein Fenster mit 1,5m² an der Nordfassade, oder ein 6 oder 8m² Element an der Südfassade, dazwischen liegen Welten.

    ... das genau sind die entscheidenden Fakten ... denn eine übliche 2-fach Isolierglasscheibe kann durch Sonneneinstrahlung mehr Wärme im Haus produzieren als eine 3-fach Isoscheibe ...