Fußbodenaufbau im Bad ermitteln - Probebohrung gemacht

  • Hallo Forum,


    das Bad im 1. OG in unserem EFH BJ 1990 soll erneuert werden. Dabei soll möglichst eine bodengleiche Dusche eingebaut werden.


    Bevor es losgeht, wollen wir hierzu ermitteln, ob dies überhaupt sinnvoll machbar ist. Zu diesem Zweck habe ich mal eine Probebohrung gemacht und folgenden Schichtaufbau daraus geschlossen:


    [img]<a href="https://i.imgur.com/fzBMv4T.png">fzBMv4T.png</a>[/img]


    Folgende Fragen hätte ich hierzu:

    • Erscheint der Bodenaufbau so möglich bzw. richtig ermittelt? Die "Nichts"-Schicht ist wohl Styropor oder dgl.


    • In welcher Schicht ist vermutlich der Ablauf der existierenden Aufboden-Duschwanne verlegt, im "Nichts" oder im Beton darunter?


    • Sollte für eine grundlegende Badrenovierung der gesamte Bodenaufbau rausgerissen werden?


    • Oder Boden so lassen, nur im Bereich der zukünftigen Dusche rausschlagen, ansonsten auf die vorhandenen Fliesen neue Fliesen kleben?


    • Spricht irgendwas (ersichtliches) dagegen, dass eine bodengleiche Dusche eingebaut werden kann?


    Danke vorab für Meinungen/Tipps,


    Gruß Werkheimer

  • Die Antwort haben sie eigentlich schon selbst geschaffen. Duch Ihre Probebohrung wurde die vorhanden Dichtschicht eh schon zerstört. Der Einbau einer Bodengleichen Dusche erfordert eine penibel ausgeführte Abdichtung des Bades und einen Gefälleestrich mit Ablaufrinne, sowas läßt sich nicht mal eben in einem vorhandenen Bad ohne Abriss realisieren

  • Die Probebohrung ist allerdings meterweit weg von Dusche, Wanne und Waschbecken, und zur Not wird die separat abgedichtet.


    Danke für weitere Antworten auf die eingangs gelisteten Fragen!


    Gruß
    Werkheimer

  • Die beiden oberen Schichten ergeben für mich keinen Sinn. Bei der obersten Schicht hätte ich auf einen ( zu?) dünnen Anhydritestrich getippt, aber wozu dann die 15mm " Beton " auf der Dämmlage?
    Die 60mm Dämmung darunter wären hingegen plausibel.


    Das Abflussrohr der Dusche dürfte sich vermutlich in der Dämmlage befinden.


    Ob die 12cm ausreichen? Da würde ich mal in die Montageanleitung schauen. Mein Bauchgefühl sagt, das könnte spannend werden. Estrich, Gefälle, Siphon, Abwasserleitung, da kommt einiges zusammen. Je nach Entfernung zum Anschlusspunkt, Fallstrang, könnte die Höhe schon ausgereizt sein. Dann zeigt sich auch, ob der komplette Boden im Badezimmer raus muss, damit man die Abwasserleitung komplett neu verlegen kann.

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  • Danke @R.B. für die Stellungnahme. Die oberen beiden Schichten sind ja vielleicht nur eine Schicht, die bezüglich der Dichte an dieser Stelle unhomogen war und daher beim Bohren teilweise als "Beton" erschien.


    Es ist gut zu erfahren, dass die Dämmungsdicke plausibel erscheint, und dass das Dusch-Abflussrohr vermutlich in dieser Schicht liegt.


    Bezüglich einer bodengleichen Dusche, da scheint es ja Systeme zu geben, die mit Aufbauhöhen von 49 bis 164 Millimeter auskommen, also hier (je nach Verlauf der Abwasserleitung) von der Höhe her passen sollten.


    Gruß
    Werkheimer

  • estrich auf 15 mm trägerplatte, die frage ist jetzt - woraus besteht der estrich - anhydrit? bei trägerplatte naheliegend.


    ob eine funktionierende abdichtung unter den fliesen ist, zeigt die probebohrung nicht. durch die probebohrung wäre es jetzt auch keine funktionierende abdichtung mehr.


    wenn anhydristestrich vorhanden ist, dann würde ich über einen komplett neuen bodenaufbau mit zementestrich nachdenken.

  • Ist doch nichts wirklich ungewöhnliches ....
    60 mm Dämmung, 50 mm Estrich und 15 mm Fliesen ...
    Messtolleranz ca. 5 mm


    Trotzdem kanns für ne bodenebene Duschwanne nicht reichen, wenn der Ablauf aus dem Duschbereich verzogen werden muss. Es ist und bleibt abhängig von der Lage des Ablaufanschlusses.


    Gruß
    Achim Kaiser

  • Ich würde es auf alle Fälle machen. Also den ganzen Boden raus und gut ist. So ist man auf der sicheren Seite.


    Aber wenn der Ablauf nicht passt, dann nützt das alles nicht. OK, dann gibt es wenigstens nen neuen Fußboden... :D

    Du musst immer einen Plan haben. Denn wenn Du keinen hast, dann wirst Du Teil eines anderen Planes...

  • Danke für die weiteren hilfreichen Antworten. Das PDF habe ich mir auch runtergeladen.


    Da der alte Estrich sowieso geschüsselt hat und die Fliesen teilweise gerissen sind, wird ein komplett neuer Fußbodenaufbau wohl das Beste sein.


    Was nimmt man da heute für ein System?

  • ein neues Bad kann man doch nicht wirklich "Renovierung" nennen, insbesondere wenn gleichzeitig eine bodengleiche Dusche eingebaut werden soll.
    Das ist Rückbau auf Rohbau und dann 1x neu.


    Also bleiben hierfür auch alle Möglichkeiten, welche auch für einen Neubau angewendet werden können.


    Was aber im vorliegenden Fall funktioniert, hängt von den zur Verfügung stehenden Aufbauhöhen, von der Lage der Abläufe und von der Grundrisssituation ab. Entsprechende Hinweise kamen hier schon mehrfach. Das werden wir hier nur eingeschränkt beantworten können.

  • Zitat von Werkheimer

    das Bad im 1. OG in unserem EFH BJ 1990 soll erneuert werden. Dabei soll möglichst eine bodengleiche Dusche eingebaut werden.


    Ist es im 1. OG nicht eigentlich egal ob eine Dusche "Bodengleich" ist, oder ob es eine 5 cm Stufe zur Dusche gibt?
    Die Hürde im Alter oder bei Körperlicher Einschränkung stelle ich mir eher vor beim Gelangen vons EG ins 1. OG


    Wir haben unser Bad im OG neu gemacht, einmal Rückbau und einmal neu. Bodengleich passte nicht, weil wir nicht in die Betondecke wollten.
    Haben dann im Zuge von neuen Estrich ein Sockel für die Dusche erstellen lassen, der Sockel baut ca. 5cm auf.
    Dusche wäre auch breit genug für ein Rolli, dann könnte man irgendwann noch ne Rampe anbauen.


    Wir wollten zuerst auch den alten Estrich drin lassen, aber der Fliesenleger meinte besser Fliesen raus, nachdem die Fliesen raus waren, sahen wir das die Estrichplatte gerissen war, Fliesenleger meinte das könne man verharzen, besser aber wäre Estrich raus und einmal neu. Der neue Estrich war dass günstigste am ganzen Badezimmer :)

  • Ist es im 1. OG nicht eigentlich egal ob eine Dusche "Bodengleich" ist, oder ob es eine 5 cm Stufe zur Dusche gibt?
    Die Hürde im Alter oder bei Körperlicher Einschränkung stelle ich mir eher vor beim Gelangen vons EG ins 1. O

    1) sind die meisten EFH so organisiert, das auch die Schlafräume im I OG sind, also muss man/frau eh nach oben.


    2) gibt es diverse Hilfsmittel, um von einer Etage in die nächste zu gelangen, wenn das körperlich schlecht oder gar nicht mehr zu schaffen ist.


    Daher wäre es Unfug, entweder auf den Komfort zu verzichten oder das behindertengerechte (welche Behinderung?) Bad im EG anzulegen und jahrzehntelang fürs Duschen zweimal je Duschgang die Etagen zu wechseln!


    In der Regel sind die Bäder, die heute als häusliche Bäder angelegt werden, eh nicht behindertengerecht, auch wenn sie eine bodengleiche Dusche haben.
    Daher muss im Falle eines Falles eh saniert und komplett umgeplant werden. Ggf sogar ein komplett anderer Raum geschaffen oder umgenutzt werden.

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • In der Regel sind die Bäder, die heute als häusliche Bäder angelegt werden, eh nicht behindertengerecht, auch wenn sie eine bodengleiche Dusche haben.
    Daher muss im Falle eines Falles eh saniert und komplett umgeplant werden. Ggf sogar ein komplett anderer Raum geschaffen oder umgenutzt werden.


    Das wäre auch mein Ansatz. Entweder behindertengerecht, dann richtig, oder es ist auch egal, ob die Dusche nun tatsächlich bodeneben ist, oder halt einen Absatz von wenigen cm hat. Behindertengerecht taugt als Begründung also nicht, es mag aber vielleicht andere Gründe geben. Der Hauptgrund wird wohl sein, weil es momentan halt gerade "in" ist. Mit dieser Begründung kann man leben, schließlich hat der Bauherr zu entscheiden, was er möchte. Ihm muss halt klar sein, dass es schon immer etwas teurer war, einen besonderen Geschmack zu haben (und darauf zu bestehen).


    Dem TE stehen grob 10-11cm + Fliesenbelag zur Verfügung. Wenn der ganze Boden mal raus ist, kann man sehen, was noch möglich ist. Wie schon oben geschrieben, wird die Anschlussmöglichkeit zeigen, was machbar ist. Kommt der ganze Boden raus, dann gibt es vielleicht noch die Möglichkeit hier ein wenig zu optimieren (Rohrdurchmesser, Gefälle, Anschluss an weitere Rohre/Fallstrang etc.). ich würde dann auf ein fertiges Duschboard setzen, die kommen mit Rinne, Siphon etc. auf eine Mindesteinbauhöhe von gut 10cm, und haben eine Ablaufleistung um die 0,7l/sec.
    Es gibt auch noch Varianten mit geringerer Aufbauhöhe, aber wenn ich mir da so den Aufbau von Siphon und Abflussrohr anschaue......na ja.

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