Altbau Dielen muffiger Geruch Schimmel

  • Hallo liebe Experten,


    ich hoffe ich bin hier im richtigen Forum.

    Ich bräuchte einmal einen Rat.

    Vorab: Ich bin absoluter Laie und bitte mein mangelndes Fachwissen zu entschuldigen.


    Ich bin Mieterin in einer Altbauwohnung, Baujahr um 1910, Zustand vom Eigentümer eher vernachlässigt. Überbegriff Sanierung ist vielleicht auch falsch gewählt, weil durch den Vermieter in dieser Wohnung nichts passieren wird. Sämtliche Themen werden abgeschmettert mit "dann ziehen Sie halt nicht in einen Altbau" und ich bin im Moment nicht gewillt, da einen großen (Rechts-)Streit anzufangen.

    Daher haben wir bisher versucht, uns bei Mängeln selber zu behelfen.


    Im kleinen Schlafzimmer haben wir immer mal wieder das Problem mit Schimmel wegen vieler Außenwände/Wärmebrücke und unter uns unbeheiztem Keller. Der Boden zum Keller ist wohl so ziemlich gar nicht gedämmt.

    Baugleiche Parallelwohnung hat ähnliche Probleme.

    Schimmel taucht hauptsächlich zum Herbst hin in einer Ecke auf, wo beide Seiten Außenwände sind. Dieses Problem versuche ich mit Entfernen mit Alkohol und Überstreichen mit Kalkfarbe in Schach zu halten plus neuerdings Luftentfeuchter. Auch hier sind Tipps willkommen!


    Mein eigentliches Problem ist nun aber ein muffiger Geruch, der vom Boden her kommt, aus dem Hohlraum unter den Dielen. Die Holzdielen sind noch original.

    Ich habe den Eindruck, dass durch die Rillen zwischen den Dielen der modrige Geruch hochkommt. Hinzu kommt noch eine offene Stelle durch ein etwa 3cm Durchmesser Astloch, wo innen das Holz rausgebrochen ist, also alles von unten hochströmt an kalter modriger Luft. Ebenso kommt der Geruch aus dem Hohlraum unter der Fußleiste, wo mindestens ein Zentimeter Abstand zur Holzdiele ist.

    Das letzte Jahr hatte ich einen Teppich drüber liegen, den ich wegen Geruch komplett entsorgen konnte.


    Frage: Was kann ich hier tun bzw. kann ich überhaupt etwas tun als Mieterin?

    Soll ich versuchen die Rillen abzudichten oder etwas über den ganzen Bereich drüberlegen oder würde das das ggf. Modern/Schimmeln unten drunter nur verstärken?

    Den Zustand des Hauses kann ich wie gesagt leider nicht ändern.

    Gibt es eine Möglichkeit den Geruch aus den Holzdielen rauszubekommen und das Holz ggf. irgendwie zu versiegeln?

    Soweit ich das bisher absehen kann, geht es nur um diese eine Ecke von etwa 1-3 qm. Vielleicht war auch der Teppich das Problem, dass es drunter nicht atmen konnte?

    Es ist einerseits der Geruch, andererseits frage ich mich auch, ob das ein gesundheitliches Problem geben könnte. Die Schimmelflecken an der Wand waren bisher eher so leichte hellgraue Stockflecken die leicht zu entfernen waren.


    Ich bin dankbar für Tipps und Hilfe!

    Wir würden gerne noch etwas in der Wohnung wohnen bleiben - in Hamburg sind Mietwohnungen bekannterweise nicht so leicht zu finden und auch unsachliche Diskussionen mit Vermietern steigern die Lebensfreude nicht besonders. Daher wäre es schön, wenn wir das Problem selber in den Griff bekommen könnten.


    Mit vielen Grüßen

    Magdalena

  • Soll ich versuchen die Rillen abzudichten oder etwas über den ganzen Bereich drüberlegen oder würde das das ggf. Modern/Schimmeln unten drunter nur verstärken?

    Den Zustand des Hauses kann ich wie gesagt leider nicht ändern.

    Gibt es eine Möglichkeit den Geruch aus den Holzdielen rauszubekommen und das Holz ggf. irgendwie zu versiegeln?

    Da wir nicht davon ausgehen können, dass von unten keine Feuchtigkeit ansteht, wäre jegliche flächige "Abdichtung" von oben problematisch.

    Also kein Teppich, kein Belag oder sonstiges. Dies kann nämlich dazu führen, dass die Holzkonstruktion darunter Schaden nimmt.


    Denn wenn schon etwas Feuchtigkeit ansteht, dann muss diese austrocknen können...


    Leider habe ich schon viele Schäden an historischen Holzböden gesehen, die deshalb aufgetreten sind, dass diese von oben in irgendeiner Art und Weise abgedeckt wurden.



    im ersten Schritt braucht es also eine Analyse, was das Problem ist. Wenn ein modriger Geruch vorliegt, muss eigentlich von Feuchtigkeit ausgegangen werden. Es stellt sich also die Frage, wo diese herkommt.

    Ursachen/Quellen können vielfältig sein. Von unvermeidlicher Erdfeuchte angefangen, über nicht funktionsfähige Drainage, defekte Regenfallrohre oder -Leitungen, Schlagregenproblematik, defekte Abdichtungen (von innen oder von außen) Leitungswasserschäden, aber auch Kondensation.

    Du liest schon heraus: da braucht es jemanden, der sich mit solchen Schadensmechanismen auskennt.

  • Schimmel taucht hauptsächlich zum Herbst hin in einer Ecke auf, wo beide Seiten Außenwände sind.

    Schimmel an solchen Stellen würde ich zu dieser Jahreszeit eher mit Nässe von außen in Verbindung bringen und weniger mit Wärmebrücken (Kondensat).

    d.h. Wasser von außen, sei es durch Regen der gegen die Fassade schlägt, Wasser das über eine Bodenfläche vor den Wänden in Richtung Wand abläuft, oder auch ein Fallrohr das nicht mehr dicht ist. Man darf dabei nicht vergessen, dass Wasser im Mauerwerk auch nach oben ziehen kann. Für Schimmel aufgrund von Wärmebrücken würde ich kältere Außentemperaturen voraussetzen wie sie typischerweise im tiefsten Winter auftreten, also Januar oder Februar zum Beispiel. Während der Herbstzeiten ist es in unseren Breitengraden noch relativ warm.


    Frage: Was kann ich hier tun bzw. kann ich überhaupt etwas tun als Mieterin?

    Um ehrlich zu sein, Deine Möglichkeiten sind stark begrenzt. Ich bezweifle, dass ein Deckanstrich o.ä. das Problem dauerhaft lösen wird, und wie Du selbst schon bemerkt hast, kann sich die Situation dadurch noch verschärfen. Hat der Vermieter auch noch kein Interesse an einer dauerhaften Lösung hat, dann sehe ich kein Licht am Ende des Tunnels.


    Gerüche in Altbauten sind nicht unüblich, schließlich haben da Generationen von Bewohnern "ihren Geruch" hinterlassen. Baustoffe wie Holz nehmen diese Gerüche auf und man wird diese so gut wie nicht mehr los. Einen modrigen Gerucht bringt man üblicherweise mit Feuchtigkeit in Verbindung, doch nicht alles was als modrig bezeichnet wird, verdient auch diese Bezeichnung. Selbst trockenes Mauerwerk das über Jahrzehnte verkleidet war, kann nach Entfernen der Verkleidung einen Geruch abgeben den man schwer einordnen kann. Es gibt Menschen die würden das als modrig bezeichnen.


    Fazit:

    - Ursachenforschung und Sanierung interessieren den Vermieter nicht, ohne dessen Unterstützung hat man jedoch kaum Möglichkeiten an der Bausubstanz etwas zu verändern

    - Irgendein Deckanstrich o.ä. kostet Geld und bekämpft aber nicht die eigentliche Ursache, Wirkung somit zweifelhaft

    Was bleibt dann noch übrig?

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  • Da Schimmel oberhalb des Bodens bereits auftrat, ist es ja nicht abwegig, dass in der Bodenkonstruktion was verrotten könnte. Und wenn im Herbst was feucht wird riecht es im Rest des Jahres schon auch.

    Und Schimmel stellt ja auch eine gesundheitliche Gefährdung dar. Man stelle sich vor es wäre ein Kinderzimmer....

    Ich würde mal den Mieterschutzbund kontaktieren inwieweit man da Unterstützung bekommt um zumindest zu ermitteln ob es sich um "Altbauflair" oder eine Gesundheitsgefährdung handelt.

  • Ich würde mal den Mieterschutzbund kontaktieren

    Und WAS soll DER machen? Gegen einen ignoranten Vermieter? Ich würd dem eher mit dem Argument des Wertverfalls kommen.

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  • Kommt ihr von unten ran? Also,

    dass ihr seht, was unten drunter ist?


    Alfons Fischer hat ja schon die vielen verschiedenen Möglichkeiten aufgezeigt.


    Es kann auch sein, dass der Geruch nichts mit dem Schimmel zu tun hat. Generell sollte man schauen, dass dieses Zimmer gut geheizt und gut gelüftet wird, evtl mit Hilfe eines Datenloggers.

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  • Na ja, sollte sich herausstellen, dass von dieser Wohnung eine Gefahr für Personen ausgeht, dann hat der Vermieter mit Sicherheit ein Problem. Die Wahrscheinlichkeit für dieses worst case Szenario schätze ich aber als gering ein. Das wäre nicht der erste Streit der wegen Schimmel in einer Mietwohnung geführt würde.

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  • Hallo,


    erst einmal vielen Dank für die Rückmeldungen.


    Von dieser Wohnung geht definitiv eine Gefahr für Personen aus. Diese Diskussion hatten wir bei der Elektrik, durch 3 Elektriker bestätigt, ich wurde als ich sag mal gelinde "überbesorgt" dargestellt. Gelöst habe ich das Problem durch FI Personenschutz Adapter an den Steckdosen um letztlich uns zu schützen.

    Vermieter hat offensichtlich weder Interesse an Werterhalt der Wohnung noch an der Sicherheit der Mieter...

    Seitdem wir da unbequem den Mangel angezeigt haben möchte er uns eigentlich raushaben (geht aber nicht so einfach), daher versuche ich erstmal den Ball flach zu halten und jegliche Kommunikation zu vermeiden.

    Schimmel im Zimmer habe ich vor ein paar Wochen angezeigt um meine Informationspflicht zu erfüllen. Kam keine Reaktion.

    Schimmel in der Speisekammer wurde schon beim Einzug festgestellt, hat ihn auch nicht weiter interessiert.


    Letzte, wirklich allerletzte Instanz wäre dann durch Anwalt des Mieterschutzbundes, Mietminderung etc. Ich persönlich möchte aus gemachten Erfahrungen solche Mängeldiskussionen nicht mehr direkt persönlich ausfechten müssen.


    Ich würde jetzt erstmal weiter Richtung Ursachenforschung gehen und beobachten. Konsequent Lüften, Heizen, Luftentfeuchten, damit uns nichts angekreidet werden kann in der Nutzung.


    Habt Ihr Empfehlungen für Feuchtigkeitsmesser für die Wand/Boden? Und ggf. Temperaturmesser für die Wand, bzw. ist das sinnvoll? So kleine Temperatur/Hygrometer habe ich schon in jedem Raum aufgehängt.

    Dann kann ich das vielleicht weiter eingrenzen.

    Stellt sich heraus, dass der Boden übermäßig feucht ist, kann ich mit der Hausverwaltung mal im leerstehenden Keller unten drunter eine Begehung machen.


    Was ist ein Datenlogger?


    Den Boden werde ich erstmal freilassen, aber versuchen das Astloch und den Spalt unter der Fußleiste zu schließen.

    Ich würde trotzdem gerne versuchen, den Boden dort in der Ecke einmal gründlich zu säubern. Kann ich da auch mit Alkohol ran oder macht das das Holz kaputt?


    Mir ist klar, dass Altbauten alte Häuser sind und nicht wie neu riechen. Ich finde es nur langsam auffällig, zum einen weil ich persönlich überhaupt gar keine gute Nase habe, und es noch nicht immer so ist.

    Es riecht eben nicht wie altes Haus, sondern teils wie modriger Dachboden und es kann letztlich nicht sein, dass wir Möbel/Bücher/Teppiche entsorgen müssen, dann kann man auch nicht mehr von einer normalen Nutzung ausgehen finde ich.

    Das müssen wir - sonst vielleicht auch mit einem externen Sachverständigen - herausfinden, wo unsere Verantwortung mit Lüften und Heizen ist und was eben ggf. über das normale hinausgeht und ein Baumangel ist.


    Der Raum unter uns ist seit vielen Jahren leerstehender Werkstatt Raum. Zustand wahrscheinlich ziemlich sanierungsbedürftig.

    Letzten Winter standen auch noch einige Tage oder länger die Fenster offen. Bei Regen. Soweit ich das einsehen kann wird weder gelüftet, noch geheizt oder irgendwas gemacht in dem Raum.


    Viele Grüße

    Magdalena

  • Ich würde bei einem solchen Vermieter die Energie eher in eine neue Wohnungssuche stecken. Ja ist schwer und energieaufwendig, aber dann hast Du eher eine mängelfreie Wohnung als bei dieser. Das Problem lässt sich wohl nur juristisch lösen, also erst mal Anzeige der Mängel und dann Mietminderung. Über Geld werden die Vermieter eher tätig als nur durch reden. Aber das kostet auch wieder den Anwalt usw. Du selber wirst daran nichts machen können um die Mängel abzustellen, wie die Kollegen/Kolleginnen schon beschrieben haben.

    Du musst immer einen Plan haben. Denn wenn Du keinen hast, dann wirst Du Teil eines anderen Planes...

    Einmal editiert, zuletzt von ThomasMD () aus folgendem Grund: Tippfehler auf Wunsch korrigiert

  • Luftentfeuchten

    Mechanisch? Schlechte Idee. Kost Strom/Entfeuchterpackungen und bringt wenig bis nichts.


    Was ist ein Datenlogger?

    Ein Meßgerär, das in einstellbarem Rhytmus aufzeichnet/speichert. Sehr teuer, Profigerät. Preislich eigentlich nix für Mieter.

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  • Eventuell eine Inspektionskamera in besagtes Astloch führen oder in die Dielenzwischenräume? Hab mir für kleines Geld sowas gekauft und es hat mir im Altbau schon viel genützt! Wenn man was vergammeltes entdeckt wäre das zumindest mal eine andere Diskussionsgrundlage.

    Allerdings ist bei der Beschreibung des Vermieters der Ansatz von Frau Maier wohl am Nachhaltigsten....