Schallschutz / offenes Treppenhaus / Kamin - Ideen?

  • Guten Abend zusammen,


    wir suchen eine Lösung / (kreative) Ideen / Möglichkeiten für folgendes Problem:


    Auf dem Bild ist ein offener Treppenaufgang unseres Reihenhauses zu sehen. Es handelt sich um das EG (Ess- und Wohnbereich) in den 1. Stock (Schlafräume). Links ist eine 12cm gemauerte Mauer jedoch rechts befindet direkt ein Kamin. Wir würden hier gerne so gut es geht eine Schallschutzbarriere anbringen, da direkt oben links das Kinderzimmer ist und man sich sobald der Kleine im Bett ist, im Grunde nicht mehr im EG aufhalten kann.


    Vom Kaminkehrer habe ich nur die Info, dass ich mit allem "Festverbautem" 6 cm vom Kamin weg bleiben muss, was im Grunde das aus für jegeliche Art von Tür ist. (Hatte bereits Kontakt mit einer Türenbaufirma, die Vorschläge gemacht haben, diese wurden aber vom Kaminkehrer aus Brandschutzgründen einkassiert)
    Mein nächster Gedanke war ein Schallschutzvorhang via einer temporären Klemmstange anzubringen. Aber ich habe absolut keine Ahnung ob das was bringt.

    Hat jemand Efahrungen mit solchen Situationen oder Ideen was wir machen könnten, damit wir uns im EG mit Gästen unterhalten können und der Kleine im 1. Stock ungestört schlafen kann?

    Vielen Dank im Voraus.

    Schöne Grüße


    Einmal editiert, zuletzt von Skeptiker () aus folgendem Grund: Bildvorschau eingebunden

  • Ich vermute, dass du, dass ihr, nicht generell, sondern „nur“ mit allen brennbaren Bauteilen 6 cm Abstand vom Schornstein halten müsst - so ist es jedenfalls in den „Feuerungsverordnungen“ (FeuVO) o.ä. einiger dt. Bundesländer geregelt. Eine Glas- oder Metalltür ohne Holzkomponenten wäre somit zulässig, eine Glastür könnte dabei so einigermaßen attraktiv aussehen und Licht durchlassen.


    Aber das Foto zeigt, dass der Treppenlauf (schall-) offen ist und damit der Luftschall im unteren (Wohn-) Raum eine Tür am Fuß der Treppe rückseitig umlaufen würde, eine Tür an deren unteren Ende mithin nur einen sehr begrenzten Nutzen hätte - oder gleich gar keinen.


    Wie sieht es mit einer Tür am oberen Ende der Treppe aus? Achtung: Einige Bundesländer und einige bautechnische Regelwerke verbieten in D die Positionierung einer Tür ohne Abstand direkt vor einer abwärtsgehenden Treppe!


    Aber hat das Zimmer des „Kleinen“ denn wirklich keine Tür? Und wenn es tatsächlich keine haben sollte, so gibt es dafür vermutlich einen Grund, oder? Wenn ja, dann ist entweder eine Tür aus guten Gründen nicht vorhanden und dann dürfte sie auch kaum am Fuß der Treppe zulässig sein. Wenn nein, könnte man das Problem ganz einfach durch Einbau einer Tür in den Eingang des Schlafraum des „Kleinen“ lösen. Wenn aber nur die Zimmertür oben immer offen sein soll, würde dies durch eine Tür unten konterkariert werden, dann geht ist diese eben nicht möglich. Dann wäre aber vielleicht einmal grundsätzlich einmal über den Umgang mit dem (vermeintlichen?) Ruhebedürfnis des „Kleinen“ nachzudenken! (Ja, ich habe selbst ein Kind und dieses ohne bisher erkennbare physische o. psychische Schäden in einem Haus mit sehr wenigen Türen aktiv ins demnächst 19. Lebensjahr begleitet.)

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Guten Abend Skeptiker,


    vielen Dank für deine ausführliche Antwort.


    Eine Glastüre werde ich näher in Betracht ziehen, da es sich damals um eine Schreinerei handelte und wir hier mit dem Kaminkehrer beim Thema Holz eben auf diese Situation gestoßen sind.


    "Aber das Foto zeigt, dass der Treppenlauf (schall-) offen ist und damit der Luftschall im unteren (Wohn-) Raum eine Tür am Fuß der Treppe rückseitig umlaufen würde, eine Tür an deren unteren Ende mithin nur einen sehr begrenzten Nutzen hätte - oder gleich gar keinen."

    Das verstehe ich nicht ganz, kannst du dies nochmal genauer erläutern? Im Grunde meinst du, dass die Türe im unteren Bereich (egal welches Material) möglichst dicht/abschließend sein muss, da sonst der Schall trotzdem ins Treppenhaus gelangt und Luftschall erzeugt?


    Eine Türe am oberen Ende ist nicht möglich, da dass Treppenhaus, wenn man im 1. OG steht sowohl nacht unten ins EG, als auch in das 2. OG jeweils offen ist. Zudem geht der Kamin im 1. OG ebenfalls direkt an der Treppe hoch und es ergibt sich das gleiche Bild wie hier im EG.

    Das Zimmer des Kleinen hat eine Tür, jedoch ist diese aus Wabenkern und bietet daher leider "wenig" Schallschutz. Bin völlig bei dir, ein wenig Schall/Lärm muss der Kleine aushalten, jedoch ist es unter den aktuellen Umständen "zu viel".

  • Das Zimmer des Kleinen hat eine Tür, jedoch ist diese aus Wabenkern und bietet daher leider "wenig" Schallschutz. Bin völlig bei dir, ein wenig Schall/Lärm muss der Kleine aushalten, jedoch ist es unter den aktuellen Umständen "zu viel".

    Es gibt 3 grundsätzlich verschiedene Arten von Türfüllungen;:

    a) Pappwaben

    b) Spanplattenstreifen mit Bohrungen (im Grunde c) in Streifen geschitten)

    c) Spanplatten mit senkrecht durchgehenden Löchern


    a) hat den schlechsten Schallschutz, ist aber am preisgünstigsten und daher in den meisten Innentüren verarbeitet.

    b) hat einen besseren Schallschutz, ist aber schlechter als c) und für eine Zarge, die für a) ausgelegt war, wahrscheinich schon zu schwer. ;(

    c) ist die schwerste, hat den höchsten Schallschutz, braucht aber eine Zarge mit 3 speziellen Bändern und gibts (wohl) nicht aus dem Regal, sondern nur auf Bestellung. Braucht auch mehrere Personen zum Einbauen. Und eine sorgfältigst abgedichtete Zarge (umlaufend ausgeschäumt, nicht nur re. u. li. jeweils an drei Punkten :eek: )


    c) wäre mein Favorit, kostet aber (eher X.yyy € als yyy €). Aber wenns fürs Kind ist.....


    Wäre es nicht einfacher, das Türblatt zu tauschen?

    Dürfte wahrscheinlich nicht SO einfach gehen (siehe oben)

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

    Brandmauern braucht man nur bei zu geringem Abstand zum Nachbarn (geistig/moralisch)

  • Das Zimmer des Kleinen hat eine Tür, jedoch ist diese aus Wabenkern und bietet daher leider "wenig" Schallschutz.

    Da schließe ich mich dem Vorschlag von VollNormal an, zuerst das Türblatt austauschen. Das ist einfach und kostengünstig zu realisieren, und die Schalldämmung wird deutllich verbessert. Zusammen mit Dichtungen an der Zarge und evtl. einer absenkbaren Dichtung zum Boden hin, dürfte das ein Verbesserungspotenzial um die 10dB bieten (Wabenkern ver. Röhrenspan). Zur Erinnerung, eine einfach Tür mit Wabenkern hat eine Schalldämmung von vielleicht 20B, das ist nicht viel.

    Nachteil, es wird mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit zu farblichen Abweichungen zur vorhandenen Zarge (und den anderen Türen) kommen.


    Eine Tür unten am Treppenaufgang wäre auch machbar, aber deutlich aufwendiger, und die Durchgangsbreite verringert sich. Über die Optik kann man sowieso streiten. Ich würde hier wahrscheinlich zu einer Glastür tendieren, darüber ein Festelement aus Glas, und den Rest in Trockenbau. Das nur mal so als Vorschlag, wie man so etwas umsetzen könnte.


    Ergänzend könnte man die Wände im Treppenaufgang mit schallweichem Material belegen, damit Schallwellen dort nicht bzw nur verringert reflektiert werden. Diesen Effekt würde ich aber nicht überschätzen, je nach Frequenzbereich reden wir über eine Verbesserung im niedrigen einstelligen Bereich (dB).


    Fazit: ICH würde bei der Optimierung mit dem Türblatt beginnen. Beim Einbau darauf achten, dass alles ordentlich verbaut wird. Die erzielbare Verbesserung könnte schon ausreichen.

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  • PS.:

    c) freut später das Kind, weil es seinem Unmut in der Pubertät so richtig schön Ausdruck verleihen kann per Türnknallen. :yeah:

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  • Und eine sorgfältigst abgedichtete Zarge (umlaufend ausgeschäumt, nicht nur re. u. li. jeweils an drei Punkten :eek: )

    :thumbs_up: Guter Punkt. Wenn man schon an der Tür arbeitet, könnte man auch gleich den Einbau der Zarge kontrollieren und evtl. optimieren.

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  • Wenn der Schwachpunkt wirklich die vorhandene Kinderzimmertür bzw. Türblatt sein sollte, wäre deren Austausch durch eine „einfache“ Schallschutztür (SSK1) vermutlich die zuverlässigste und schnellste Lösung. Ja, die sieht dann möglicherweise etwas anders aus und „Schallschutztür“ klingt auch erstmal martialisch, aber effektiv ist das in der Summe genau das, was die Kollegen schon vorgeschlagen haben.


    Und ja, ich halte tatsächlich einfache Schallschutztüren in allen Schlafzimmern eines Hauses für eine sehr gute Idee. Im Zweifel kann man diese auch angelehnt oder offen lassen, bekommt aber eine schlechte Tür ohne Anforderungen an den Schallschutz nicht wirklich nachträglich aufgerüstet. Nein, das hat nichts mit der Missachtung von Kindern oder anderen Menschen zu tun, es schafft nur Ruhe, wo sie benötigt wird - im Zweifel in beiden Richtungen.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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    2 Mal editiert, zuletzt von Skeptiker () aus folgendem Grund: Satzstellung verändert, 2. Absatz ergänzt

  • Ich gebe noch zu Bedenken, dass eine Tür unten am Treppenaufgang ständig "im Weg" ist, da sie (-geöffnet-) in den Raum ragt. Ähnlich wie das auf dem Bild zu sehende Gitter, nur halt viel größer. Also, Laufwege beachten, bevor man hier so ein Hindernis einbaut, und dann überlegen ob das akzeptabel ist.

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  • Ich sehe bei der Tür unten den Vorteil, dass irgendwann die lieben Kleinen zu Großen werden und sich dann auch mal gerne unten aufhalten, während die Eltern gerne schlafen würden.

    Nothing is forever, except death, taxes and bad design


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  • Ich sehe bei der Tür unten den Vorteil, dass irgendwann die lieben Kleinen zu Großen werden und sich dann auch mal gerne unten aufhalten, während die Eltern gerne schlafen würden.

    Das Problem würde ich mit passenden (Schlaf-) Zimmertüren mit ausreichendem Schallschutz lösen, egal, ob das dann offiziell als „Schallschutztür“ heißt und auch so zertifiziert ist oder nicht.


    (Eine definierte SSK hat allerdings den klaren Vorteil, dass alle erforderlichen Komponenten aufeinander abgestimmt und so definiert sind, dass bei korrektem Einbau der definierte Schallschutz des Gesamtsystems sicher und durch Messung überprüfbar erreicht wird. Achtung: Wandbauart und -stärke und ggf. erforderliche Estrichfuge beachten!)

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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    Einmal editiert, zuletzt von Skeptiker () aus folgendem Grund: Satz in Klammern ergänzt

  • Vielen Dank in die Runde für eure sehr hilfreichen Gedanken/Ideen und "Warnungen" was noch kommt (Türknallen lässt grüßen)


    Ich halte fest:

    erste Option: Tür im 1. OG. tauschen

    zweite Option: Glastür im EG mit allen genannten Vor- und Nachteilen.



    ps: Spende geht raus :thumbs_up: