Feedback zu Geschäftsmodell-Konzept gesucht

  • Liebe Expertenforum-Community,

    Im Rahmen meiner Masterthesis entwickle ich aktuell ein digitales Geschäftsmodell, welches Personen unterstützen soll, die eine umfangreiche Renovierung selbst koordinieren und planen. Die sich also bewusst dafür entscheiden, eine Renovierung ohne professionelle Baubegleitung durchzuführen, z.B. aus Budgetgründen, dem Wille selbst ihr Traumhaus zu gestalten, oder, oder... Und die dann vor großen Herausforderungen stehen, da wie ihr alle sicher am besten wissen, Renovierung mit vielen Tücken, Überraschungen und Herausforderungen auf einen wartet :winking_face_with_tongue:

    Dieses Tool soll die Renovierung von Bestandsanalyse über Planung, Gestaltung, Umsetzungsbegleitung und Qualitätskontrolle unterstützen und den Bauherren "an die Hand nehmen" und beraten. Durch KI wird da sicherlich immer mehr möglich sein und ggf würde das Geschäftsmodell auch Fachexperten für Einzelfragen hinzuziehen falls vom Nutzer gewünscht.

    Da sich sowas im "stillen Kämmerlein" schwer bauen lässt, wäre ich über ehrliches Feedback und eure Einschätzung dazu sehr dankbar!
    Dann kann ich es Stück für Stück weiter entwickeln.

    Ich hoffe es ist daher ok, wenn ich meine Landingpage zu meiner Masterthesis teile, in der sich auch ein paar Fragen und Feedbackmöglichkeiten befinden.
    Link zu meiner Konzept-Landingpage (http://www.renovationmasterplan.de)

    Ansonsten freue ich mich aber auch sehr über einen Austausch in der Runde hier dazu! :)

    Herzliche Grüße und Danke schonmal! :clapping_hands:
    Maren

  • Definiere mal bitte, was Du unter "Renovierung" verstehst.

    Hallo, ich verstehe darunter Themen von Kern-Sanierung bis Aufhübschen bestehender Wohneinheiten aber im Fokus stehen eher umfangreichere Renovierungen

  • ???

    Theses kenne ich NUR im Zusammenhang mit Bachelorabschlüssen

    Geschäftsmodell = irgendwelche Kosten: Widerspruch zu:

    Hier klemmt schon im Denkansatz irgendwas

    Hallo Herr Dühlmeyer,
    Tatsächlich handelt es sich um eine Thesis im Rahmen meines MBAs, also meines Masterabschlusses.

  • aber im Fokus stehen eher umfangreichere Renovierungen

    Das habe ich befürchtet.


    Da hier so viele, unterschiedliche Themenbereiche angeschnitten werden können (Brandschutz, Schalschutz, Denkmalschutz, Nutzungsänderung, Standsicherheit ...), wird eine KI (selbst wenn sie intelligent wäre) an der Aufgabe scheitern. Die ggf. erforderlichen Fachplanungen zu HLS oder Elektro kommen noch dazu.


    Für eine "normale" Renovierung könnte es funktionieren. Falls es erfolgreich ist, kann man es ja schrittweise erweitern.

    Als Autobauer fängt man ja vermutlich auch nicht als Erstes mit einem Formel-1-Wagen an.

    Verflucht sei, wer einen Blinden irren macht auf dem Wege!

    5.Mose 27:18

  • Hi Maren,


    Nur vorab:


    Du bist hier in einem Expertenforum welche auch Ihr Geld damit verdienen genau solche Arbeiten zu erledigen und zu planen. Ich glaube das Feedback wird deutlich ;)


    Ich habe Deinen Fragebogen ausgefüllt und leider sind nur Einzelantworten möglich. Zb beschäftigt man sich sowohl mit Planung als auch mit Handwerkerkoordination. Man kann aber nur eine Auswahl treffen. Das vorab.


    Ich komme selbst nicht vom Bau sondern von der kaufmännischen Seite. Ich habe privat 2 sehr unterschiedliche Häuser kernsanieren lassen.


    Aufgrund deiner Fragestellung und Deines Posts ist mir nicht klar, wie Du Renovierung abgrenzen willst. Geht es um das Streichen des Hausflurs, eine komplette Badsanierung, oder um den Umbau und Kernsanierung eines Hauses? Da liegen ja Welten dazwischen. Du schreibst „komplexe“ Sanierung. Für einen ist bereits den Hausflur streichen mit einer neuen Steckdose komplex, für den anderen ist das Peanuts. Was ist komplex?


    Ich kann das Thema nicht richtig fassen.


    Die Bilder auf Deiner Webpage sind auch sehr breit - von Kernsanierung zum Hausflur streichen.


    Nun zum Produkt. Ich bin mir nicht sicher ob das einen Markt findet. Wer selbst sanieren will, traut sich meist auch die Planung und Steuerung zu. Oder überschätzt sich selbst.


    Wer selbst sanieren muss (kein Budget) wird sich sicher durch solch ein Tool Hilfe holen wollen.


    Und dazwischen wird es eine Schnittmenge geben.


    Du schreibst auf Deiner Webseite dass du Kollegen kennst die ins unfertige Gaus eingezogen sind und 100k versenkt haben. Warum haben sie das?


    Ich bin selbst mit Architekt in ein 97% fertiges Haus eingezogen und lag 20% über Budget. Nachfinanzierung…


    Sanierung ist ein echt dickes Brett - was meiner Meinung nach nicht ohne externen Sachverstand in Planung und Ausführung geht. Natürlich gibt es in Deustchland eine Vielzahl von Renovieren die das irgendwie hinbekommen.


    Du sprichst Förderungen an - da geht in der Zwischenzeit echt viel per KI, aber ich habe selbst schon erlebt, dass Förderungen im Nachhinein abgelehnt wurden, da die Maßnahme nicht fachgerecht umgesetzt wurde. Das tut dann sehr weh (ich gehe davon aus dass Du nicht mit dem Startup für die gegebenen Infos haften willst). Dämmwerte nicht erreicht, der Blower Door Test geht einfach schief und man kriegt die Bude bei der Sanierung nicht dicht, die WP Bohrung stellt zu wenig Energie bereit um die Bude warm zu bekommen, etc.


    Ich bin in meinen Vorhaben seltenst am Offensichtlichem gescheitert - sondern an dem was ich gar nicht auf dem Radar hatte. Ich kann zb bei Bau eines neuen Raumes (Anbau) gar nicht bewerten was der Kollege da so an Stahlmatten verbaut hat und dann auf die Rechnung schreibt. Und hätte ich keine professionelle Bauleitung und Rechnungsprüfung gehabt hätte ich da die ersten 5000 Euro verschenkt. Ich glaube meine Bauleitung hat vor 20 Jahren in Summe für ca. 20.000 Euro Rechnungen gekürzt. Ganz ohne Anwalt sondern nur durch Monitoring und Sachverstand.


    Ich halte so eine App für einen guten Startpunkt um eine Übersicht zu gewinnen - aber (meine Meinung) es wird nie den Planer oder Architekten ersetzen. Aber vielleicht willst Du das auch gar nicht - wie gesagt ich tue mir bei der Zielsetzung Deiner App schwer.


    Das als erstes Feedback - das wird bestimmt ein interessanter Thread


    Lg


    Kandetvara

  • Hallo Kandetvara, vielen herzlichen Dank für das detaillierte Feedback!!!

  • Solche Tools funktionieren auch nur im Idealfall. Sobald es Komplikationen gibt - und diese gibt es in den meisten Fällen - dann versagt ein solches Tool. Also wenn, dann nur für einen Neubau zum renovieren, aber nicht zum umbauen und dergleichen. Also Böden neu, neu streichen, neu fliesen und solche Dinge. Sobald es an die Substanz geht, braucht man Sachverstand, wie einen Statiker und dergleichen. Bei einem Altbau versagen solche Tools total. Da geht es auch um Denkmalschutz den keiner im Focus hatte, weil beim öffnen einer Wand sich erstaunliche Dinge auf tun und das erleben wir hier in der Altstadt nahezu immer. Dann müssen Fachleute ran, dann kann man sein Budget gleich komplett umkrempeln. Thema auch Asbest, das in vielen Teilen eines Hauses von vor 1993 verbaut wurde. Ist gerade wieder Thema, ein sehr ernstes Thema. Da kannst Du ohne Fachmenschen nix mehr machen. Die meisten Gebäude in Deutschland sind Altbauten von vor 1993!


    Dein Tool wird leider nur sehr eingeschränkt nutzbar sein, so sehr ich es begrüße wenn neue Technik Einzug hält. Aber wenn Du Dich an diese Eingrenzungen hälst, also Neubau ab 2000er Jahre, nur Renovierung, keine Umbauten, dann sollte es funktionieren.

    Du musst immer einen Plan haben. Denn wenn Du keinen hast, dann wirst Du Teil eines anderen Planes...

  • Dieses Tool soll die Renovierung von Bestandsanalyse über Planung, Gestaltung, Umsetzungsbegleitung und Qualitätskontrolle unterstützen und den Bauherren "an die Hand nehmen" und beraten. Durch KI wird da sicherlich immer mehr möglich sein und ggf würde das Geschäftsmodell auch Fachexperten für Einzelfragen hinzuziehen falls vom Nutzer gewünscht.


    Ich bin Betroffener, also potentieller Nutzer so eines Angebots. Erfahrung habe ich nur mit einem einzigen Gebäude, also sehr anekdotisch.


    Dass Dein Geschäftsmodell funktioniert, kann ich mir gut vorstellen, zumindest solange Deine Firma aus allen Haftungen heraus bleiben kann. Dass es für die Kunden wirklich nützlich ist, kann ich mir dagegen nur schwer vorstellen.
    Für sehr viele Sachen gibt es mehr oder weniger gute Erklär-Videos auf Youtube. Baumärkte bieten - oft kostenlose - Kurse an.


    Aber die meisten Häuser sind individuell. Auf die Frage "was issn das?" habe ich auch schon die Antwort "Asbest" bekommen. Und dass ich die Fensterbänke auf Asbest prüfen lassen soll, bevor ich sie entsorge.

    Die Frage "wie geht man denn damit um?" habe ich Fachleuten so viele dutzend mal gestellt, dass ich nicht mal schätzen kann, wie oft das gewesen sein könnte. Ein paar Fotos und eine tolpatschige Beschreibung von Laien können meist nicht ersetzen, mit dem Finger darauf zu deuten, weil der Fachmann daneben steht. Und gar nicht so selten haben sich die Fachleute das dann sehr genau angeguckt, bevor sie entschieden haben wie es weiter geht.


    Aber das ist ja nur der Anfang. Ich habe mit Handwerkernzahllose Stunden diskutiert, ob ein Rohr, das hier genau so weit entfernt von der Decke ist wie 7 Meter weiter, wirklich ein Gefälle von 2% haben kann. Und ob alle meine Wasserwaagen kaputt sind, die Gliedermaßstäbe, die Laserentfernungsmesser und der Nivellierlaser. Ob ein Stück Beton, das an der Außenwand 15 cm höher ist als die Bodenplatte auf der Innenseite, wirklich die Bodenplatte ist oder ob da nicht etwas auf der Bodenplatte ist, das für die Sanierung noch runter muss. Ob man Schmutzklumpen von der Wand machen muss, bevor man Bitumen drauf streicht. Und so weiter.
    Als Laie wirst Du da einfach angelogen, egal wie absurd die Geschichten sind. Dann rufst Du die Architekten, Gutachter oder Ingenieure zu Hilfe und schon lenken die Handwerker ein und beheben die Fehler - während sie, um das nochmal zu betonen, im Gespräch mit mir zuvor vehement darauf beharrt haben, dass das alles richtig sei.


    Mir passiert das, obwohl die Arbeiter alle wissen, dass da immer wieder Fachkundige von Kundenseite auftauchen. Wenn die wissen, dass die Auftraggeber nur eine App haben, werden sie denen noch viel mehr auf der Nase herum tanzen.


    Ich wage zu behaupten, dass den meisten Baufremden die meisten Fehler nicht mal auffallen, egal wie offenkundig sie für Fachleute sind. Guck Dir zum Beispiel diesen Thread an, wo die Fachleute direkt die Kreuzfugen anmahnen.


    Und wenn wirklich etwas schief geht, schreiben die Architekten eine Mängelanzeige und man kann sich entspannt zurücklehnen.


    Die Koordination von Handwerkern ist einfach, wenn alles gut läuft. Sie ist herausfordernd, wenn das nicht der Fall ist oder sich die Chefs nicht mögen. Könnte Deine Anwendung Verträge analysieren und den Nutzern beispielsweise sagen, dass Gewerk 1 sich in den AGB freihält, Termine um bis zu x Monate zu verschieben, aber das nachfolgende Gewerk 2 Poenalen verlangt, wenn sie nicht zum vereinbarten Termin anfangen können?



    Ich wünsche Dir viel Erfolg und würde mich auch freuen, wenn Deine Entwicklung vielen Menschen helfen kann. Aber, ich denke das war herauszulesen, ich habe Zweifel, dass das letztere funktoniert.

  • Ich saniere nun seit 7 Jahren Altbau(ten).

    Ich habe dabei auf eigenes berufliches Fachwissen zurückgegriffen, Handwerker zu Rate gezogen, in Foren wie diesen geforscht und neuerdings die KI zur Unterstützung hinzugezogen. Ich kenne und erlebe immer wieder viele Heimwerker die ein Haus gekauft haben und, meist über Jahre immer wieder rumsanieren. Dabei passiert unglaublich viel Blödsinn. Mehr als einmal habe ich aus Passion Menschen im Baumarkt "ehrenamtlich" beraten und vor großen Dummheiten bewahrt. Manchmal vor welchen die ich selbst schon gemacht habe oder ein selbst ernannter Fachmann des Baumarktpersonals gerade dabei war anzuraten. Auch von langjährig tätigen Handwerkern habe ich schon völligen Schwachsinn geraten bekommen dem jede bauphysikalische Grundlagenkenntnis fehlte. Nun steht die KI ja tief in der Kritik ob ihrer fachlichen Ratschläge. Allerdings sehe ich lieber einen "Laiensanierer" der seine KI auf dem Smartphone befragt als auf Gutdünken etwas zusammenpfuscht. Wie es all die Jahrzehnte ohne KI geschah. Gesammelten Werke dieser Art durfte ich nämlich in den letzten Jahren auf den Grund gehen. Eine kurze Frage an die KI hätte hier sicher manchmal Schlimmeres verhindert.

    Ich würde eine spezialisierte "SanierKI" sehr begrüßen, die fähig ist hier vor Asbest zu warnen, dort die Sinnhaftigkeit einer Verbundabdichtung zu erwähnen, die Notwendigkeit eines Statikers anzumahnen oder darauf hinzuweisen dass Gipsputz an der feuchten Kellerwand nix verloren hat. Also das, was sie eigentlich schon tut nur spezialisierter und besser. Diese Software sollte keinen Fachmann ersetzen sondern natürlich rechtzeitig auf die nötige Konsultation eines solchen hinweisen und helfen den richtigen zu finden. Aber auch den ambitionierten Heimwerker zu unterstützen und zu begleiten. Es wird nämlich zunehmend schwieriger werden ohne große Stücke an Eigenleistung zu renovieren/sanieren.

    Ich bin guter Dinge, dass die KI in den nächsten Jahren hier Erstaunliches vollbringen wird. Es wird eine leistungsfähige, gut gefütterte und sorgfältig aktualisierte KI sein müssen.

  • Hallo zusammen, erstmal vielen herzlichen Dank für die ausführlichen Antworten und für die Zeit die ihr euch genommen habt!

    Ich denke auch, dass eine App einen Experten nie ersetzen kann, der sich vor Ort mit Fachwissen und Erfahrung die Dinge genau anschauen kann. Aber ich würde mir eine gewisse "Vor-Qualifizierung" wünschen, dass die Hauseigentümer eine Einschätzung darüber bekommen wo es auf jeden Fall nötig ist, zusätzliches Expertenwissen einzuholen. Und sie eine Anleitung/ Erklärung bekommen bei den einfacheren, weniger fragwürdigen und risikoreichen Themen.

    Wie ihr ja schon gesagt habt, sind bei Renovierungen so viele Abhängigkeiten und Detailfragen dabei... Da erhoffe ich mir, dass ein Tool, was Stück für Stück mit dem Wissen zum Haus, Maßen, Materialien etc "gespickt" wird und so immer mehr Kontext hat, den Bauherren besser an die Hand nehmen und eine "Anleitung" geben kann, als er es ohne dieses tun könnte. Im Idealfall befähigt es den Hauseigentümer bessere Fragen an den Experten zu stellen und die Antworten besser nachvollziehen zu können :) Und ja, Der mit Gerd eine Angebots/ Vertragsprüfung von Handwerkern und auch "welche Konsequenzen hat es wenn Handwerker A zu spät kommt" fände ich eins der spannenden Anwendungsfälle...

    Auch in der "Renovierungsplanung" gibt es sicherlich Tipps und Tricks, die Bauleien nicht kennen. Mit denen es sich aber "smoother" durch ein Renovierungsprojekt steuern lässt und den Aufwand von vornherein realistischer Abschätzen lässt, meint ihr nicht?

    --> Fällt euch denn noch ein Service/ eine Funktionalität ein, welches euch als Bauexperten das Leben leichter machten wenn Eigenheimbesitzer dies nutzen könnten? :)  Wasmussdasmuss  Frau Maier
    --> Oder an die anderen Personen mit eigener Saniererfahrung - was hätte euch am meisten genutzt? kandetvara  Der mit Gerd

    Danke! :clapping_hands:

  • -> Oder an die anderen Personen mit eigener Saniererfahrung - was hätte euch am meisten genutzt?

    Vernünftige Handwerker ;)


    Nun im Ernst (obwohl das auch ernst gemeint war).


    Was mir sicher geholfen hätte wäre eine Überschlagsrechnung gewesen. Nicht die man heute schon im Internet findet (die sind zu grob) sondern eine Art Kalkulation, welche Raum für Raum eine Kostenabschätzung mit derzeit gültigen Preisen / Kosten erstellt. Also wieviel m² pro Raum müssen gestrichen werden, was kostet der m² Parkett oder Fliesen (am Besten kann man noch selbst die Preise eingeben - nicht nur geringer Standard, mittlerer Standard, hoher Standard), was kostet die Verlegung und das auch noch regional. Pauschalansätze da wo möglich ( z.B. Steckdose kostet 50€ inkl. Montage), oder der Meter Schlitzen kostet X. Fenster - was kostet der Einbau, welche Fenster gibt es, etc. Da gibt es auf den Herstellerseiten immer so Hilfestellungen, ich glaube das kann man in der KI bündeln und vereinen, sodass man nicht auf jede Herstellerseite gehen muss. Oder eben auch einfach mal eine Aufstellung was es für Hersteller und Qualitäten der Fenster oder der Fliesen gibt. Das natürlich alles verlinkt mit den unterschiedlichen Herstellern, dass man das einfach wählen kann, nachdem man die Fensterflächen und Anzahl der Fenster festgestellt und vermessen hat. Ich wusste zB nicht, dass eine Hebe/Senk Terassentür so in etwa das Dreifache von einer normalen Flügeltür Kombi kostet. Da kann man dann wenn man mit dem Architekten redet schon mal sagen was man in etwas möchte.


    Das kann man beliebig erweitern - Heizungssystem (Gas oder WP), Klimaanlage ja nein, FBH vs. Heizkörper, Badezimmer Armaturen der unterschiedlichsten Hersteller.


    Je länger ich es mir überlege - ich wäre dankbar gewesen, hätte ich die unterschiedlichen Hersteller mit unterschiedlichen Preisen auf einen Knopfdruck gehabt und hätte selektieren können mit Echtdaten.


    Aber jetzt kommen wir wieder an die Grenzen des Machbaren. Was kostet der Ausbau des Bodens, was kostet es Estrich rauszukloppen, wie leicht können die Fenster getauscht werden, ist überhaupt Platz für neue Rollläden in den alten Verblendungen. Was kommt sonst noch zum Vorschein? Trägt der alte Dachstuhl überhaupt eine Gaube, kann ich genügend Dämmung einbringen, muss ich Aufdoppeln, gibt es im Gebäude Schadstoffe (!), was sind die Rückbau und Entsorgungskosten. Wieviel m³ muss ich von Estrich überhaupt entsorgen und zu welchem Preis? Was kostet eine neue Treppe ect.


    Häufig geht es ja gar nicht darum, was ich möchte, sondern was ich mir leisten kann.


    Aber gerade bei der Sanierung wird es halt schwierig - es bringt mir ja nichts wenn ich weiß dass die Treppe 7500 € kostet, ich aber keine Vorstellung davon habe was die Statik können muss oder ob ich das Ding so überhaupt reinbekomme? Oder dass ich davon ausgehe, dass ich die Zimmer einfach neu streichen kann, die Tapete aber so alt ist, dass sie nach dem Streichen in Lappen abfällt.


    Oder ich möchte ne WP aber die Stromversorgung gibt das gar nicht her. Oder ich gehe davon aus, dass die alten Abwasserleitungen dass locker noch können, die sind aber noch aus Ton und total zugewachsen, oder der Telekomiker hat 3 mal seine DSL Leitung durchgeschossen.


    Oder ich merke, dass ich Wärmebrücken im Haus habe, da man halt damals einfach den Balkon als Kühlrippe rausgezogen hat und nicht getrennt. Das klingt banal - aber wenn's draußen sehr kalt wird, sitze ich auf der Sofa mit Decke. Nicht weil es im Raum kalt wäre, aber weil die Decke über der Nische wo das Sofa steht eben nicht genug gedämmt werden konnte (wäre schon gegangen, aber dann biste wieder 5 stellig - hatten wir nicht)


    Das teure bei der Sanierung war - hab ich schon geschrieben - immer das Unbekannte. Und das hat nicht nur mich sondern auch meinen Architekten das ein oder andere Mal ordentlich ins Schleudern gebracht. Und vor allem das Kostenkarussell ordentlich angetrieben. Wenn Du den Abwasserkanal und die Zuleitungen nicht auf dem Radar hattest, werden aus Holzfenstern schnell Kunststofffenster - weil Du einfach kein Geld mehr hast. Dann planst Du wieder um...


    Ich habe Stunden wenn nicht Tage mit meinen Architekten zugebracht, um bei der Sanierung umzuplanen. Um dann nachzufinanzieren, oder auf einiges zu verzichten. Ich weiss nicht wie Du das abbilden willst.


    Ich könnte da noch 20 andere Beispiele nennen und die Architekten hier im Forum wahrscheinlich hunderte.... Bauen im Bestand und Sanierung ist aus meiner Sicht, das am schwersten kalkulierbare Bauvorhaben. Da braucht es immens Erfahrung. Das kann auch nicht jeder Architekt. Meine erste Frage war immer, ob der Kollege denn nachweislich schon mal was ähnliches (und nicht nur einmal) saniert hat. Ich war froh dass ich das gefragt habe und hatte 3 Architekten zum "Vorstellungsgespräch". Und da ging es nicht um Design sondern Erfahrung im Bestandsumbau.


    Ich befürchte, dass am Ende was rauskommt, was nichts halbes und nix ganzes wird. Das mein ich jetzt nicht persönlich!


    Ich arbeite viel und sinnvoll mit KI. Vergleichbare Gebäude lassen sich damit cool berechnen. Aber die Kombination aus Rückbau und wieder Neubau - wie es eben bei Sanierungen so ist - stelle ich mir sehr schwierig vor.


    Aber vielleicht bin ich auch schon zu alt.... ;)


    Bzgl. Vertragsmanagement: Es bringt nix zu wissen, dass Du 5% einbehalten kannst wenn der Handwerker nicht kommt. Du musst das DURCHSETZEN. Und das ist meist sehr schwierig. Es ist ja auch nicht geholfen wenn er gar nicht mehr kommt. Das darf er zwar auch nicht, aber was tust Du dann? Außerdem wird er Dir immer erzählen, dass Du eh keine Ahnung hast, da nicht vom Fach.


    Ein letztes Beispiel: Meine Wärmepumpe. Ich wusste aufgrund dessen, dass ich schon mehrere optimiert habe, definitiv besser wie das Ding aufzubauen und einzustellen ist. Das hat den Kollegen Heizungsbauer aber null gejuckt. "Läuft doch" war die Ansage. Hätte ich da keinen Architekten gehabt der sich mit dem bis aufs Messer bekriegt hat, würde das Ding völlig ineffizient laufen und die Lebenszeit wäre min. 5 Jahre kürzer.


    Vielleicht bin ich aber auch etwas desillusioniert nach 2,5 Sanierungen.... Am Ende hats immer 20-30% mehr gekostet als geplant.


    lg


    Was Abschließendes: Ich halte Bauen im Bestand für hervorragend und das muss die nächsten Jahre kommen. Wir können keinen Energieraubbau (graue Energie) mehr zulassen. Es muss dass was da ist genutzt werden. Ein rein klimatischer und kostentechnischer Aspekt. Hat nix mit "schön", "nostalgisch" oder ähnlichem zu tun

  • was kostet die Verlegung und das auch noch regional.

    Ich befürchte, da stößt man an eine Grenze an der auch KI und Softare nicht mehr weiterhelfen, da schlägt Praxis die Theorie. Handwerkliche Leistungen (Arbeitsaufwand) lassen sich immer sehr schwer kalkulieren, und manchmal habe ich das Gefühl, dass die Stundensätze von mehr abhängen als nur von Listen mit Richtzeiten. Hat der Handwerker letzte Nacht schlecht geschlafen, schon kann der Preis steigen. Ist in einer Region gerade viel los (Auslastung), dann zahlt man einen Aufschlag oder man bekommt keinen Handwerker. usw.


    Am Ende entscheiden sowieso die Bedingungen vor Ort wie schnell eine Arbeit erledigt ist. Gerade im Bereich Sanierung ist der letztendlich erforderliche Aufwand so gut wie nicht zu kalkulieren, trotz Besichtigung vor Ort, trotz Datenaufnahme, trotz pingeliger Kalkulation.


    Das ist in anderen Branchen ja ähnlich. Man kann die Produktion einer bestückten Leiterplatte sehr genau kalkulieren, fast auf die Sekunde genau. Muss eine Leiterplatte jedoch repariert werden, dann steht der Aufwand in den Sternen. Nicht umsonst werden viele Produkte nicht mehr repariert sondern einfach entsorgt bzw. durch neue ersetzt.

    Der Betreiberverein dieses Forums freut sich über Spenden von Fragestellern, die hier kostenlos Hilfe bekommen haben. Kurze Wege führen über Paypal oder eine Banküberweisung

    .

  • Man sieht schon, dass es unendlich viele Themen und Aufgabenstellungen gibt, die ein hilfreiches Tool können muss. Ich bin schon sehr zufrieden mit meiner KI die mir Handwerkerleistungen zumindest mal im Kostenspektrum darstellt um ein ungefähres Bild zu bekommen. Oder mir den regional günstigsten Anbieter für Bauschutt gemischt 5m3 raussucht. Oder mir erklärt wieviel Dämmstoff ich mindestens brauche um eben die Wärmebrücke meines Balkons zu entschärfen.

    Die größte Hürde meiner Meinung nach: Quellenkompetenz. Es braucht schon eine ordentliche Menge Erfahrung um der KI auf die Schliche zu kommen wenn sie Quatsch erzählt, systemische Zusammenhänge übersieht oder falsche Produkte empfiehlt. Das gilt leider auch für die Beratung durch ausführende Handwerker. Eine Lösung muss immer (vor allem in der Altbausanierung/Renovierung) im Verbund mit den umgebenden Verhältnissen gefunden werden. Im dem Sinne müsste ein Tool vielleicht erstmal individuell mit möglichst vielen Daten der Bestandsimmobilie gefüttert werden. Und damit meine ich weit über qm und Baujahr hinaus! Aus welchem Material besteht die Kellerwand? Ist sie verputzt? Mit was? Gibt es eine oder mehrere oder keine intakte(n) Horizontalsperre(n)? Das ginge mit vielen Fragen über Trinkwasserinsatallation, Elektroinstallation, Wärmeerzeuger, Dachdeckung, Deckenaufbau uvm weiter. Bis man ein möglichst umfassendes Hausprofil erstellt hat und Antworten des Tools alle Teilsysteme berücksichtigen und auf Grundlage von Zusammenhängen antwortet die der Laie (und leider auch oft der Fachmann) gar nicht zu erfassen vermag. Es würde schon sehr lange dauern bis man diesen Datensatz aufgenommen hätte und im Verlauf der Aufnahme hätte der Laie viele Rückfragen.

    Irgendwie ist das ziemlich der Prozess den ich die letzten Jahre durchgemacht habe :grinning_face_with_sweat: