Rigid-Vinyl: Estrich komplett erneuern oder nicht?

  • Mich würde die Einschätzung der Community zu dieser Sache interessieren:


    Ich möchte in einem EFH Baujahr 1973 in zwei Räumen den Estrich um 2,5 bis 3,0 cm erhöhen um danach Rigid Vinyl darauf verlegen zu lassen. Ziel der Erhöhung ist, dass der Übergang zum Flur auf gleicher Höhe mit den beiden Räumen ist. Der eine Raum hat 19 m² ohne Fußbodenheizung, der andere Raum 15,5 m² mit Fußbodenheizung.


    Die Estrichfirma sagt nun, dass eine Erhöhung nicht möglich ist, weil der vorhandene Estrich bereits zu schlecht ist. Das heißt, die Oberfläche ist bröselig und es gibt kleinere Abplatzungen und einige Risse. Das bedeutet, der alte Estrich müsste herausgerissen werden. Dann Dämmplatten eingelegt und ein neuer Estrich verlegt werden, und in dem Raum mit der Fußbodenheizung auch die Fußbodenheizung erneuert. Kostenpunkt: etwa 10.000 bis 11.000 €.


    Da die Sache aus verschiedenen Gründen eilig ist, überlege ich nun, ob ich von der Idee der Fußbodenerhöhung abgehe und einen Nicht-Planen-Übergang zum Flur in Kauf nehme. Das heißt, das Rigid Vinyl würde auf den bestehenden Estrich verlegt werden. Die Estrichfirma sagt aber nun, dass das nicht zu empfehlen wäre bzw. nicht möglich ist, wegen der oben genannten schlechten Beschaffenheit.


    Meine Frage nun ist: Was ist von dieser Aussage zu halten? Könnte man den Estrich in irgendeiner Form doch noch bearbeiten, zum Beispiel abschleifen, Risse behandeln und eventuell auch eine kleine Oberflächenversiegelung etc. durchführen, um dann doch das Rigid Vinyl zu verlegen, das übrigens eine Dicke von 9,5 mm hat, also relativ viel. Das Rigid Vinyl soll schwimmend verlegt werden, und da ist die Frage, ob das dann doch auf dem Estrich geht, weil ja kleine Abplatzungen oder irgendwelche Dinge unterhalb der Dampfsperre und der Trittschalldämmung des Vinyls dann eigentlich egal sind. Größere Unebenheiten werden da zukünftig nicht entstehen, und Stabilität für das Rigid Vinyl müsste ja so oder so gegeben sein.


    Was meint ihr dazu?


    Höhenausgleichsplatten möchte ich eigentlich nicht einsetzen, wenn diese Knarzgeräusche erzeugen. Mir ist nicht bekannt, ob es da auch welche gibt, bei denen das nicht so ist.


    Ich bedanke mich schon jetzt für die Antworten.

  • Wenn eh der Estrich in mehreren Räumen erneuert werden muss, dann mach doch alle so hoch, dass sie mit den geplanten Oberflächen die gleiche Höhe haben werden. Aber keines sollte höher sein als der Gang mit der Treppe, sonst hat man mit der Treppe ein Problem.

    Du musst immer einen Plan haben. Denn wenn Du keinen hast, dann wirst Du Teil eines anderen Planes...

  • … Estrichfirma sagt nun, dass eine Erhöhung nicht möglich ist, weil der vorhandene Estrich bereits zu schlecht ist. Das heißt, die Oberfläche ist bröselig und es gibt kleinere Abplatzungen und einige Risse. Das bedeutet, der alte Estrich müsste herausgerissen werden. Dann Dämmplatten eingelegt und ein neuer Estrich verlegt werden, und in dem Raum mit der Fußbodenheizung auch die Fußbodenheizung erneuert.


    Meine Frage nun ist: Was ist von dieser Aussage zu halten?

    Ja, mineralische Estriche haben Ganz nüchtern und objektiv betrachtet eine begrenzte Lebensdauer und sterben irgendwann an Altersschwäche, zerbrechen mangels Restfestigkeit. Typisch ist eine Nutzungsdauer von 30 - 50 Jahren, manchmal mehr, bei schwimmenden Estrichen oder zu wenig Bindemittel eher am unteren Ende der Skala.


    Wenn die Estrichfirma den Estrich für tot hält, dürfte das nach der Schilderung zutreffen.


    Von toten Pferden sollte man absteigen!

    Der eine Raum hat 19 m² ohne Fußbodenheizung, der andere Raum 15,5 m² mit Fußbodenheizung.


    … Dämmplatten eingelegt und ein neuer Estrich verlegt werden, und in dem Raum mit der Fußbodenheizung auch die Fußbodenheizung erneuert. Kostenpunkt: etwa 10.000 bis 11.000 €.

    Das macht pro Quadratmeter über 300,- € und das ist viel zu viel!

    Könnte man den Estrich in irgendeiner Form doch noch bearbeiten, zum Beispiel abschleifen, Risse behandeln und eventuell auch eine kleine Oberflächenversiegelung etc. durchführen, um dann doch das Rigid Vinyl zu verlegen,

    ja, grundsätzlich schon, aber es kostet ähnlich viel wie neuer Estrich, verlängert die Lebensdauer aber nur um vielleicht 10 Jahre. Nein, das lohnt sich rein wirtschaftlich betrachtet nur dann, wenn das Haus eh in 10 Jahren abgerissen werden soll.

    Das Rigid Vinyl soll schwimmend verlegt werden, und da ist die Frage, ob das dann doch auf dem Estrich geht, weil ja kleine Abplatzungen oder irgendwelche Dinge unterhalb der Dampfsperre und der Trittschalldämmung des Vinyls dann eigentlich egal sind.

    Der ganze Kram (der PVC-Belag, vor allem aber die hier völlig überflüssige Dampfsperre und die sog. „Gehschalldämmung“ sind doch eh ein Wegwerfbelag und dessen Zubehör, dass man nur benötigt, weil man sich eine haltbare Verklebung sparen will und dann natürlich etwas gegen das Klappern machen muss, das man nur genau deshalb erntet …

    Was meint ihr dazu?

    Fast Fashion möchte schnell wider entsorgt werden, damit neue Fast Fashion gekauft werden kann. Nachhaltig im ökonomischen wie ökologischen Sinne ist anders!

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Ich versuche jetzt einen Sachverständiger speziell für Estrich zu finden, der eine Festigkeits- und Haftzugsprüfungen durchführen kann.

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    Das sollte jeder Boden- oder Fliesenleger können und von sich aus machen. Es nennt sich „Prüfung der Vorleistung“ und ist die unabdingbare Voraussetzung für jede vernünftige Bodenverlegung.

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