Vor einigen Wochen kam ich zur wöchentlichen Bauablaufbesprechung auf eine kleine Baustelle, wo wir in einem MFH eine Eigentumswohnung modernisieren. Die Eigentümerin, eine energische Dame um die 80, war aufgelöst: Die Treppenabdeckung im Treppenhaus sei über alle Geschosse systematisch zerschnitten worden und es gäbe einen anonymen Drohbrief - kein guter Start für ihre Baustelle, auf der sie alles richtig machen wollte.
Das Problem im TH sah kurz danach bereits so aus:
Nach einigem Rumfragen stellte sich heraus, dass ein Handwerker an der Produktbezeichnung „Vliesgott“
Anstoß genommen und alle kreuzförmigen „t“s aus den Aufdrucken des Herstellernamens im mehrstöckigen TH einzeln herausgeschnitten hatte - wegen Gotteslästerung.
Sein Chef wurde aufgefordert, die Löcher wieder zuzukleben - das Vlies war von einem Vorgewerk verlegt worden und nicht ganz billig gewesen. Und so geschah es dann auch, siehe Foto oben.
Der anonyme Drohbrief war ein lustige Kombination von Unsinn und konnte ignoriert werden.
(Ja, der Bauhelfer mit dem scharfen Messer war offensichtlich Christ!)