Kontaktkorrosion - welche Paarungen sind problematisch?

  • Hallo zusammen,


    ich bin gerade dabei, die Abdichtung am Tordach zu flicken. Da alles krumm und schief ist, wollte ich eigentlich mit einem Bleiblech in die Titanzink-Rinne überleiten (direkter Kontakt möglich; ähnlich viel bis mehr Blei als Titanzink). Bei vmzinc findet sich auf der Website, dass die Kombination von Blei und Zink in beide Richtungen unproblematisch sei. Andere Quellen sehen das problematisch; mein Lehrbuch zur Spenglerei schweigt sich über Kontaktkorrosion aus. Könnt ihr mir das beantworten?


    Bei der Suche bin ich bei auch darüber gestolpert, dass die Kombination Douglasie / Titanzink problematisch sei. Ich habe vor kurzem eine Giebel mit Boden-Deckel-Schalung aus Douglasie verkleidet. Darunter ist (angeschlossen mit Blei) ein kleines Vordach, darunter (vorbereitet) eine Regenrinne aus Titanzink. Auf dem Blei zeigen sich nach einem halben Jahr rote Verfärbungen. Ist das auch eine ungünstige Kombination? Falls ja, was kann ich da machen?



    Viele Grüße, grawurfel.

  • Douglasie ist mit einem pH Wert < 4 relativ sauer, ich würde einen Kontakt mit den üblichen Metallen vermeiden. Denkbar wäre vielleicht noch Kupfer, aber kein Alu, Blei, oder irgendein Stahl, egal ob verzinkt oder nicht.


    Blei und Titanzink liegen in der elektrochemischen Spannnungsreihe weit auseinander (> 0,5V), das sind in meinen Augen keine guten Voraussetzungen. Andererseits wird Wasser von der unedlen Bleiseite in die Titanzink Rinne abgeleitet und wenn ich Dich richtig verstanden habe, dann besteht kein direkter Kontakt zwischen Blei und Titanzink. Ich würde daher ein Auge zudrücken, wenn ich das bei mir umsetzen müsste, wohlwissend, dass diese Kombination nicht ideal ist.

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  • Zwei getrennte Situationen:

    • Situation A, noch nicht realisiert: Wasser fließt von Blei zu Titanzink, direkter Kontakt möglich/wahrscheinlich. Flächen ungefähr gleich groß.
    • Situation B, realisiert seit ungefähr 6 Monaten: Douglasie über Blei, Ziegel, Titanzink-Rinne (letztere noch nicht verbaut). Jeweils kein direkter Kontakt.

    Zu Situation A habe ich verstanden: Keine gute Idee, ich versuche das anders zu realisieren.


    Zu Situation B ein paar Fotos. Auch hier habe ich verstanden, dass das wohl keine gute Idee war. Falls notwendig, könnte ich die Dachrinne prinzipiell weglassen, die Dachfläche ist überschaubar und geht in den Garten. Beim Blei sieht man schön, dass mit steigender Höhe der Giebelwand mehr Verfärbung zu sehen ist.


    Jetzt stellen sich mir zwei Fragen:

    • Was tun? Rückbauen würde ich natürlich nur ziemlich ungern. Optisch stört es mich nur wenig, gleichzeitig möchte ich auch nicht in ein paar Jahren wieder dran müssen. Kann man das Blei ggfs. mit einer Beschichtung schützen, bis die sauren Inhaltsstoffe ausgewaschen sind (vielleicht analog zum patinieren)?
    • Was wäre fachgerecht gewesen?
  • Hallo,

    hier bleibt nicht mehr viel, eine Möglichkeit wäre, das Walzblei mit einer Farbe ( es gibt Dachfarben von verschiedenen Hersteller für diesen Zweck ) zu streichen, aber als Hinweis, die Farbe verblasst mit der Zeit ziemlich. Direkt nach der Verlegung hätte evtl. Patinieröl geholfen, das Patinieröl hat die Aufgabe, die Schlierenbildung von Blei zu verhindern, bis sich die Patina auf dem Walzblei gebildet hat. Das Patinieröl bleibt ca. 6 - 12 Monate auf dem Blei und hat sich danach abgewaschen. Evtl. mal bei den üblichen Bleihersteller anrufen, z.B. Röhr und Stolberg. :sos:

  • Die Lebenszeit/Haltbarkeit vom Walzblei verkürzt sich, ich würde aus dem Bauch raus sagen ca. 20 Jahre Haltbarkeit, bis es zu dünn wird. Ich würde es dennoch streichen, weil es eine rel. aufwendige Arbeit ist, die Walzbleieinfassung die hinter einer Holzfassade hochgeführt ist, zu erneuern.

  • Erst mal vielen Dank, das heißt, dass ich hier Handlungsbedarf habe. Ärgerlich, denn ursprünglich hatte ich ziegelrot beschichtetes Blei nehmen wollen, dass dann aber nicht geliefert wurde.


    Zum Thema "Anschleifen vor dem Streichen" bin ich verunsichert. Am passendsten erscheint mir die Verfahrensbeschreibung „Anschleifen bleiweißhaltiger Beschichtungen auf Holz“ der BG Bau. Wenn ich die jetzt für meine Situation (1,5m² unebene Fläche; draußen) interpretiere, lande ich bei

    • Handanschliff im Nassverfahren (mit einem Metallreiniger)
    • FFP2-Maske
    • Einweg-Schutzanzug der Kategorie III, Typ 5+6
    • geeignete Handschuhe
    • hinterher noch mal absaugen mit einem Staubsauger Klasse M.

    Haut das so hin?


    Sonst halt doch die Fassadenbekleidung noch mal abnehmen und das Blei gegen farbig beschichtetes Blei austauschen, solange das Gerüst noch steht.