Glasfaser und andere Kabel durch bestehende Hausdurchführung

  • Moin Zusammen,


    wir bekommen in zwei Wochen einen Glasfaseranschluss.

    Der Vertreter des örtlichen Netzbetreibers war hier und plant diesen durch die vorhandene Hausdurchführung zu schieben.


    Jetzt mein absolut laienhafter Gedanke ... wenn schon was neu durchgeschoben wird und evtl. noch Platz, dann noch ein paar Kabel nach draußen um den Schuppen zu versorgen.

    Meine Internetrecherche hat mich persönlich überfordert, so dass ich hoffe, hier eine Einschätzung von euch zu bekommen.


    Zur Ist-Situation:

    - Reihenmittelhaus

    - Nicht selbst gebaut, habe vom Nachbarn noch ein Bild von den Erdarbeiten bekommen.

    - Hausanschlussraum Innenliegend

    - Anschlüsse für Strom, Wasser und Gas kommen an unterschiedlichen Stellen aus dem Boden.

    - Durch das Rohr, in welchem die Stromleitung liegt, kommt auch das Telefonkabel der Telekom.


    Hier mal ein Bild zum Anschluss:


    So sah es draußen aus:


    Was wäre meine Idealvorstellung, falls nach dem Glasfaser noch Platz ist.

    Ich würde gern durch das Rohr noch ein Kabel verlegen, mit welchem dann der Schuppen im Vorgarten mit Strom versorgt werden kann.

    Evtl. noch ein Netzwerkkabel.


    Habe mal gemessen und zwischen grauem und grünem Rohr im ersten Bild, sind vorne ca. 2 cm Platz. Hinten liegt es stramm dran.

    Und wer weiß wie die Rohre dann im weiteren Lauf aneinander liegen.


    Meine Frage.

    Darf ich grundsätzlich noch ein Stromkabel und/oder Netzwerkkabel durch diesen Anschluss nach draußen führen?


    Vielen Dank und schöne Grüße

  • Hier mal ein Bild zum Anschluss:


    So sah es draußen aus:

    Ich kenne keine wasserdichte Hauseinführung, deren fachgerechte Ausführung auch nur annähernd so aussieht wie auf dem ersten Bild.


    Wie ist das Haus gegen welchen Lastfall abgedichtet und welche Hauseinfürhung wurde genau verbaut?


    Glasfaserleitungen haben in der Hauseinführung einen Außendurchmesser von ca. 10 mm. Es gibt für alle Abdichtungsarten Abdichtungsflansche, die über die Leitung gestülpt und angeklebt werden. Das funktioniert bei richtiger Ausführung so easy, dass ich an bestehenden dichten Hauseinführungen auf jegliche Experimente verzichten würde.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Ich kenne keine wasserdichte Hauseinführung, deren fachgerechte Ausführung auch nur annähernd so aussieht wie auf dem ersten Bild.

    + 1 !!! :bier:


    Welcher Lastfall liegt bei Euch vor und wieso wurden keine Ringspaltdichtungen (z.B. Doyma) eingebaut?

    Lastfall = unbekannt = anzunehmen ist der schlimmstmögliche Lastfall = Drückendes Wasser.



    diesen durch die vorhandene Hausdurchführung zu schieben.

    wahrscheinlich = :pfusch:

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

    Brandmauern braucht man nur bei zu geringem Abstand zum Nachbarn (geistig/moralisch)

  • Da die gezeigten Leitungen aus dem Boden kommen, vermute ich, dass das Haus keinen Keller hat?

    Wenn Ihr nicht auf einem arthesischen Brunnen sitzt, dürfte überhaupt kein Lastfall vorliegen.


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  • Da die gezeigten Leitungen aus dem Boden kommen, vermute ich, dass das Haus keinen Keller hat?

    Wenn Ihr nicht auf einem arthesischen Brunnen sitzt, dürfte überhaupt kein Lastfall vorliegen.

    Ich muss mich in der Begrifflichkeit korrigieren:

    Wie ist das Haus gegen welchen Lastfall abgedichtet und welche Hauseinfürhung wurde genau verbaut?

    Die aktuelle DIN 18533 unterteilt in folgende Wassereinwirkungsklassen:


    W1-E – Bodenfeuchte und nicht drückendes Wasser
    W2-E – drückendes Wasser
    W3-E – nicht drückendes Wasser auf erdüberschütteten Decken
    W4-E – Spritzwasser am Wandsockel sowie Kapillarwasser in und unter erdberührten Wänden


    Hier dürfte eine der Wassereinwirkungsklasse W1-E oder W2-E vorliegen, wahrscheinlich W1-E, aber eben doch eine, nicht keine!

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Darf ich grundsätzlich noch ein Stromkabel und/oder Netzwerkkabel durch diesen Anschluss nach draußen führen?

    Um mal nur die Frage nach meinem derzeitigen Kenntnisstand zu beantworten:
    Meines Wissensstandes nach in deinem Fall, als Eigentümer, ja, sofern es durch passt und aus elektrotechnischen/vertragsrechtlichen Gesichtspunkten nichts dagegen spricht. (Hier möge sich bitte ein Elektrotechniker dazu äußern. TAB der Versorger haben auch entsprechende Inhalte bzgl des Teilens eines "Leer"Rohres)

    Fachgerecht und vor allem Schadensfrei wird es dadurch aber nicht!

    Bezüglich der Abdichtung der Leitungsdurchführung haben sich ja bereits einige geäußert, passende Materialwahl der Kabel vorausgesetzt.
    Auf Baustellen im EFH Bereich habe ich schon einiges gesehen, manches funktioniert, anderes durfte ich wieder beheben. Die "Billig Variante einer MSHA" mit einem Leerrohr, diversen Leitungen und eben so vielen Dosen Brunnenschaum / Silikon / Hoffnung und gutes Zureden kann mal funktionieren und mal mehrere Tausend Euro zur Behebung bedürfen.
    Wenn die Glasfaserfirma durch unsachgemäßes Verlegen Schäden verursacht, sind erstmal nur sie in der Haftung. Wenn man dann aber eigene Änderungen bzw Ergänzungen vornimmt wird es schnell schwierig. Insbesondere, da ja bereits 2 weitere Betreiber sich die gleiche (wahrscheinlich nicht fachgerechte) Lösung teilen.

    Der verantwortliche Meister, der hoffentlich die Erweiterung der Elektroanlage abnimmt bzw verantwortet hat mit Sicherheit auch noch einmal etwas bezüglich der Leitungs(aus)führung anzumerken, es macht wahrscheinlich Sinn, mit diesem zuerst Kontakt aufzunehmen. Wahrscheinlich macht in eurem Fall, sofern Pfusch unerwünscht ist, eine Wanddurchführung mehr Sinn. Ein Netzwerkkabel kann man ggf noch durch Richtfunkstrecke bzw WiFi Mesh ersetzen.

  • Da die gezeigten Leitungen aus dem Boden kommen, vermute ich, dass das Haus keinen Keller hat?

    Wenn Ihr nicht auf einem arthesischen Brunnen sitzt, dürfte überhaupt kein Lastfall vorliegen.

    das stimmt schon, aber -zumindest in unserem Gebiet- fordern die Versorger zusätzlich eine gasdichte Ausführung. Das geht nur mit einer MSH. Im Bestand habe ich solche oder ähnliche Ausführung schon öfter gesehen. Als ich in den 2000ern angefangen habe war das bei uns in der fränkischen Diaspora auch noch "state of the art" mit PVC Leerrohren und 15 Grad Bögen die Hauseinführung zu machen wenn man nicht gerade eine weiße Wanne hatte. Interessant auf den Bildern ist auch die Aufstellung bzw. Abgrabung des Gerüstes. Sehr mutig im lockeren Sand...

  • Moin Zusammen,


    danke euch für die vielen Rückmeldungen. Ich kann euch leider nicht sagen, wie das ganze ausgeführt wurde.

    Baujahr war 2006 und ich habe erst später gekauft. Gebäude hat keinen Keller.

    Von den Nachbarn habe ich nur die paar Bilder ergattern können, mehr Infos gab es da auch nicht.


    Grundbruch : Danke für deine Hinweise zur Haftung und den unterschiedlichen Betreibern. Ich lasse es bleiben, dafür ist das dann doch nicht so wichtig, als ob ich Ärger mit der Hauptzuleitung und dem Internetanschluss haben will.