Dachdurchführung Dunstabzugshaube bei Kalt-Flachdach: Planung & Ablauf, welche Sets gibt es?

  • Hallo.


    Ich überhole die Küche von 1974 leicht (im Wasserbereich gammlige Bretter tauschen, neue Arbeitsplatte, 80er-Kochfeld, Spüle ohne Abtropfbereich um wieder über 80cm Hauptarbeitsbereich zu kommen, 80cm Abzugshaube etc.) und denke über Abluft für eine Dunstabzugshaube nach.
    Der direkte Weg geradeaus nach oben durch das Dach wäre wohl am Einfachsten und in Sachen Leistung (kurzer Weg, kein Knick) am Besten.

    Die Maße: ca. 60 cm bis zu den Paneelen, dann ~43 cm bis zur Schweißbahn. Insgesamt also gut 1 Meter Rohrlänge plus der Überstand oben auf dem Dach.

    Die Alternativen wären:
    90°-Knick + 1,87 m nach rechts in einen engen Schornsteinzug (10x16 cm, nackter Porenbeton).

    90°-Knick + 100 cm nach links + noch ein 90°-Knick durch die Dachumrandung (Schiefer-Imitat) zur Hausfront.

    Zum Weg nach oben habe ich folgende Fragen:

    1. Produktempfehlung & Nachrüstbarkeit
    Welche gut isolierten Flachdach-Hauben-Sets sind für ein zweischaliges Kalt-Flachdach zu empfehlen?
    Gibt es Systeme, die sich später auf einen externen Dachmotor aufrüsten lassen, ohne dass man das ganze Set austauschen muss?

    2. Abstand des Loch im Innenbereich
    Da die Abdeckungen ungedämmte Maße haben, z.B. 17cm, muss das Loch innen wohl nah an die Wand. Gibt es da einen Standard? Oder direkt an die Wand? Also das Zentrum (Pilotbohrung) der Bohrung 8cm von der Wand entfernt?

    3. Montageablauf?

    * Pilotbohrung: Vertikal durch alle Dachschichten setzen.

    * Harte Schichten ausschneiden: Holzplatten (oben) und Holzverkleidung (unten) passend zum Außendurchmesser des jeweiligen Rohrabschnitts plus ca. 1 cm Spiel sägen.

    * Dämmung: Innenliegende Dämmung kreisförmig auf das Außenmaß des Thermorohrs ausschneiden.

    * Flansch fixieren: Bitumen-Kaltkleber auf die Unterseite des Anschlussflansches auftragen, aufsetzen und bündig mit flachen Schrauben mechanisch fixieren.

    * Dachhaut: Anschlussmanschette auf die vorbereitete (vom Schiefersand befreite) Dachhaut aufschweißen.

    * Dampfsperre: Abluftrohr auf der Innenseite luftdicht mit der vorhandenen Alufolie verkleben.


    Passt das Vorgehen so, oder habe ich irgendwo einen Fehler drin?


    Danke.

  • Ergänzung:
    Ein Motor auf dem Dach bringt bei einem so kurzen Weg ohne Kurven evtl. auch in Sachen Lautstärke keinen hörbaren Vorteil, oder?
    Daher stellt sich auch die Frage ob die Umrüstbarkeit wirklich nötig ist.
    Wenn das System nicht viel mehr kostet, kann man es mitnehmen.
    Ob dann aber jemals umgerüstet würde, ist eine andere Sache.

  • Ergänzung:
    Ein Motor auf dem Dach bringt bei einem so kurzen Weg ohne Kurven evtl. auch in Sachen Lautstärke keinen hörbaren Vorteil, oder?

    Doch einen ganz immensen: Er ist praktisch kaum hörbar. Ich ärgere mich noch immer, im eigenen Haus einen Lüfter direkt in der Haube mitten in der Küche geplant zu haben. :wall:


    Der Montageablauf liest sich für mich als Architekten mit Flachdacherfahrung plausibel. Die Abdichtung auf die Beschieferung ist der kritische Punkt dieser Durchdringung. Die Dachdecker meines Vertrauens machen sowas schon länger fast ausschließlich mit Flüssigkunststoffen wie Kemperol, Triflex etc.. Wir haben damit nur beste Erfahrungen gemacht - bei Profiverarbeitung exakt nach Herstellervorgabe, die gerade auf beschieferten Oberflächen nicht ganz trivial ist, aber von fast jedem Dachdecker und jeder Dachdeckerin erlernt worden sein soll, also keine Raketenwisenschaft ist.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Da wären echte Erfahrungen interessant.


    Natürlich nur solche, wo der Abluftweg auch so kurz, breit (150mm) und ganz ohne Kurven ist.
    Bei einem Motor auf dem Dach hat man wohl auch keine absolute Stille.
    Hat man wie hier den sehr kurzen Weg (1m bis durch das Dach, evtl. noch 0,5m Aufbau), ist der Motor ja dennoch nahe an der Küche, und der Schall geht durch das Rohr.
    Den Weg künstlich zu verlängern muss auch keinen Vorteil bringen.
    Man müsste zumindest beim Flachdach eine 90°-Kurve einbauen, um es zur Seite weg zu führen.
    Was in Sachen Strömung schlecht ist.
    Man "könnte" einen großen runden Bogen machen, um das Problem zu minimieren.
    Aber das wäre ein Bogen der nach oben ginge, dann wieder nach unten, und zum Dach hin wieder so ein weiter Bogen.

    Was für eine Haube mit internem Motor ist das denn, die in dem Haus so laut ist?
    Verbreitete Marken wie Bosch/Siemens, Kolbe etc., oder Falmec?
    Denn Falmec sollen leiser sein. Die stellen wohl auch nichts anderes als Abzugshauben her.

    Ich habe mal Gemini mit Deep Research gefragt (nur der für Geräusche relevante Teil):


    Aeroakustische Analyse des ultrakurzen Abluftwegs


    Die weit verbreitete Annahme, dass die Auslagerung des Lüftermotors auf das Flachdach die Geräuschentwicklung in der Küche prinzipiell minimiert, verliert bei einem ultrakurzen Leitungsweg von nur einem Meter ihre physikalische Gültigkeit.
    In der Bauakustik ist das Phänomen des direkt geführten Luftschalls in glatten Rohrleitungen gut dokumentiert.
    Ohne Richtungsänderungen oder dämpfende Leitungselemente breiten sich die Schallwellen des Motors nahezu verlustfrei entlang der Rohrleitung aus.
    Es entsteht eine akustische Sichtverbindung (Line-of-Sight) zwischen dem Gebläserad auf dem Dach und der Dunstabzugshaube im Wohnraum.

    Der im Rohr geführte Schall breitet sich primär in Form von ebenen Wellen aus.
    Diese Ausbreitungsform ist dominant, solange die Wellenlänge des erzeugten Schalls groß gegenüber dem Rohrdurchmesser ist.
    (... Nicht kopierbare Formel ...)

    Da das primäre Frequenzspektrum von Radialgebläsen, bestehend aus Motorbrummen und Schaufeltönen, weit unterhalb dieser Grenzfrequenz von ca. 1340 Hz liegt, wandert die Schallenergie fast ohne geometrische Dämpfung durch das glatte, ungedämmte Rohr direkt zurück in den Küchenraum.
    Akustische Untersuchungen zeigen, dass ein externer Motor erst ab einer Abluftstrecke von mindestens drei Metern einen spürbaren Lautstärkevorteil im Innenraum erzielen kann, da sich erst bei längeren Leitungswegen die natürliche Rohrgedämpftheit und die Möglichkeit zum Einbau effektiver Rohrschalldämpfer voll entfalten.
    Bei einer Kanallänge von nur einem Meter ist der Pegelunterschied zur integrierten Lösung im Innenraum messtechnisch vernachlässigbar und subjektiv oft sogar nachteilig, da der ungedämpfte Körperschall des Dachventilators über das kurze Rohr direkt auf den Haubenkörper übertragen wird.

    Als akustische Optimierung muss zudem das Rohrmaterial betrachtet werden. Um Strömungsgeräusche zu minimieren, ist die Installation eines starren, glatten Kunststoffrohrs (z. B. PVC oder Aluflexrohr mit glatter Innenwand) zwingend erforderlich. Flexible, ungespannte Kunststoff- oder Gewebeschläuche weisen ausgeprägte Innenrippen auf, die zu starken Verwirbelungen der vorbeiströmenden Luft führen. Diese Verwirbelungen erzeugen zusätzliche, störende Strömungsgeräusche (wie Rascheln oder Pfeifen) und wirken als akustische Resonanzkörper, welche den Motorschall des Dachgebläses weiter verstärken und die Effizienz des Systems drastisch mindern.


    Umfassende Technischer Systemvergleich: Schalloptimierte Hauben als Benchmark


    Da externe Dachmotoren technisch selten verbaut werden, im Neukauf sehr teuer sind und auf dem Gebrauchtmarkt aufgrund der herstellergebundenen Systemintegration praktisch nicht existieren, ist ein sachgerechter Vergleich nur mit hochentwickelten, serienmäßig schallreduzierten Dunstabzugshauben mit internem Motor sinnvoll. Als technologischer Benchmark dient hierbei die patentierte Noise Reduction System (NRS) Serie des Herstellers Falmec, die in wissenschaftlicher Kooperation mit Akustik-Forschungsinstituten entwickelt wurde.

    Die NRS-Technologie setzt direkt an den physikalischen Ursachen der Geräuschentstehung an. Durch den Einsatz strömungsoptimierter Geometrien im Haubenkörper werden Luftturbulenzen und die damit verbundenen tonalen Strömungsgeräusche minimiert. Gleichzeitig umschließt eine hochwirksame, mehrschichtige Schallisolierung aus speziellen schallabsorbierenden Materialien den Motorraum, wodurch der direkt abgestrahlte Luft- und Körperschall des internen Motors drastisch gedämpft wird.

    Die auditive Wahrnehmung des menschlichen Gehörs folgt einer logarithmischen Skala. Der wahrgenommene Lautstärkeunterschied lässt sich über den Schalldruckpegel darstellen. Physikalisch entspricht eine Reduktion des Schalls um $3\text{ dB}$ einer Halbierung der Schallenergie, während eine Reduktion um $10\text{ dB}$ einer Halbierung der subjektiv empfundenen Lautstärke gleichkommt. Falmec NRS-Hauben erreichen im Betrieb Schalldruckpegel von lediglich ca. $37\text{ bis }46\text{ dB(A)}$ auf den mittleren Leistungsstufen. Verglichen mit Standard-Dunstabzugshauben, deren Pegel unter Volllast häufig weit über $60\text{ dB(A)}$ liegen, bedeutet dies eine Reduzierung der subjektiven Lautstärke um bis zu $86\text{ \%}$.

    Die wirtschaftliche Attraktivität dieses Vergleichs wird durch die Marktsituation untermauert. Während neue schalloptimierte Hauben im Premiumsegment angesiedelt sind und Neupreise von weit über $1000\text{ Euro}$ aufweisen, etabliert sich aufgrund der hohen Verbreitung ein aktiver Gebrauchtmarkt. Gut erhaltene, gebrauchte Modelle der Falmec NRS-Serie können auf Online-Marktplätzen regelmäßig im zweistelligen bis mittleren dreistelligen Eurobereich erworben werden.


    Lumen NRS90 / 120 / 175$1.300 - 2.200$$150 - 400$

    64 dB(A)} bei max. Umluft, sehr leise im Normalbetrieb

    Lumina NRS60 / 90 / 120$1.300 - 2.100$$200 - 600$

    46 - 52 dB(A) nach IEC 60704, hocheffizient

    Plane Plus NRS90 / 120$900 - 1.500$$150 - 350$

    800 m³/h Luftleistung bei minimalem Betriebsgeräusch

    Flipper NRS90$1.300 - 1.400$$120 - 300$

    Kopffreies Design mit starker Dämpfung im Wrasenraum

    Verso NRS65 / 85$1.300$$150 - 600$

    Extrem leise 37 - 46 dB(A) im Normalbetrieb

    Zenith NRS90 / 120 / 180$3.000 - 3.700$$300 - 800$

    Integriertes Glaspaneel, optimierter Luftstrom im Kamin


    Umfassende Systemmatrix


    Die folgende Tabelle fasst alle relevanten physikalischen, technischen und ökonomischen Parameter der beiden Systeme bei einem geraden, ein Meter langen vertikalen Abluftweg zusammen.


    Lautstärke in der Küche (Abluftbetrieb)

    Extrem leise (37 - 46 dB(A)); Schalldämpfung erfolgt im gedämmten Haubenkörper direkt an der Quelle.

    Laut bis moderat; ungehinderter Luftschalltransport durch das kurze, vertikale Rohr (akustischer Kurzschluss).

    Anschaffungskosten (Hardware)

    Niedrig (100 - 400 €); hohe Verfügbarkeit gebrauchter Premium-Komponenten.

    Sehr hoch ($800 - 1.500 €$); seltene Steuerungskomponenten und teurer Außenmotor.

    Kondensat- und Frostsicherheit

    Hoch; Motor liegt im warmen, geschützten Innenraum.

    Niedrig; Kondensatansammlung im kalten Motorgehäuse führt zu Defekten und Einfrieren.

    Dachdurchdringung (Schweißbahn)

    Konstant; bauphysikalisch bei beiden Systemen zwingend erforderlich und fachgerecht auszuführen.

    Konstant; bauphysikalisch bei beiden Systemen zwingend erforderlich und fachgerecht auszuführen.

    Windanfälligkeit

    Vollständig eliminierbar durch Einsatz einer gedämmten, magnetischen Thermobox.

    Hoch; mechanische Klappenbelastung und ständige Bewitterung des Motorkörpers.


    Einmal editiert, zuletzt von Skeptiker () aus folgendem Grund: Formatierungen an Forumsmodalitäten angepasst

  • Doch einen ganz immensen: Er ist praktisch kaum hörbar. Ich ärgere mich noch immer, im eigenen Haus einen Lüfter direkt in der Haube mitten in der Küche geplant zu haben. :wall:

    In meinem speziellen Fall, über den ich mich ärgere, liegen zwischen Unterkante Küchendecke und oberem Ende Abluftrohr vertikal knapp 6,0 m unterbrochen durch einen 1,5 m langen horizontalen Verzug auf halber Höhe, zusammen also rd. 7,5 m Kanal. Davon verlaufen rd. 5,0 m im warmen Gebäudeinneren hinter einer gedämmten GK-Vorsatzschale. Das alles hatte ich oben nicht geschrieben.


    Den Motor würde ich nach 4,5 m im Übergang von Verzug in die Senkrechte anordnen, im letzten Stück der Waagerechten.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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