1. OG, Bodenaufbau

  • Moin liebe Baufreunde,


    Meine Renovierung geht endlich die nächste Phase, endlich in das 1. OG.


    Ich habe bereits ein paar Ideen zur Modernisierungen im Kopf, trotzdem möchte ich hier gerne nochmal mein Vorhaben schildern, um ggf. auf Zustimmung zu stoßen, aber auch andere Meinungen, Ideen, Zweifel oder Lösungsansätze sind gerne erwünscht.



    Grunddaten:

    -Baujahr des Hauses 1979

    - Zwischenmaß Balken ca 80-83cm


    Aufbau von unten nach oben:

    -bereits fertige abgehängt Decke GKP

    -nivellierte Lattung/Schalung

    -Holzbalken 20x10cm

    -Mineralwolle

    -Schalbrett auf den Balken ~22mm

    -Spanplatte ~22mm

    -fertiger Fußboden bswp. Teppich, Laminat


    Kurz gesagt ein typischer Aufbau zur damaligen Zeit der seine Nachteile hat. Schallschutz und Maßgenauigkeit/ Nivellierung waren eher zweitrangig.


    Nichts desto trotz, ist dies nun meine Ausgangslage.


    Die Räume sollen natürlich weiterhin genutzt werden. Deswegen stelle ich jetzt meinen Grundgedanken vor.


    Ziel soll es sein: Nivellierter Fußboden sowie verbesserter Schallschutz


    Geplanter Aufbau (Anhang)

    -abgehängte Decke unverändert

    -Holzbalken 20x10cm

    -Neue Mineralwolle ~180mm 0,35

    -Blindboden beispielsweise OSB oder Schalung

    -Rieselschutzfolie

    -Art Estrich/-Ausgleichschüttung ca. 40mm

    -Trockenestrich 25mm

    -fertiger Fußbodenbelag


    Ich bin an der Höhe des Aufbaus grundsätzlich gebunden kann aber ca 1-2cm höher als der alte Aufbau werden.


    Trotzdem muss das Gewicht berücksichtigt werden, die jetzigen Balken sind nicht unbedingt der heutigen Zeit entsprechend. Es gibt keine genauen Pläne oder Berechnungen vom jetzigen ist Zustand. Deswegen gehe ich von ca 100-150kg/qm als halbwegs realistischen Wert aus.


    Trockenestrich ca 30kg /qm

    Schüttung ca 15kg / qm

    Blindboden....

    Vom Gewicht sollte ich nicht an die Grenze kommen.


    Alternativen wären bspw. :

    -Trockenestrich mit Kaschierung

    -Verstärken oder Ergänzen der Balken

    - schwere / gebunden Schüttung. Nur welche und wie viel wäre zweckmäßig?

    - Balken nivellieren, darauf direkt den Trockenestrich. (Sehe es aber nicht als besser an)


    Für weitere Ideen oder andere Lösungen bin ich dankbar.


    Vielen Dank im Voraus

  • Aufbau über den Holzbalken entfernen, Höhenausgleich auf Balken, Trittschalstreifen auf Balken verlegen und dann Knauf GiFaFloor Presto:


    https://www.balkendecke.de/bauherr/anwendungsgebiete/holzbalkendecke-sanieren-altbau/?gad_source=1&gad_campaignid=23652646762&gclid=EAIaIQobChMIjfrDzcGZlQMVDpiDBx2CywCPEAAYASAAEgIVdvD_BwE


    Nachsehen, ob in den Balkengefachen bereits eine Schüttung aus Lehm oder Schlacke bereits vorhanden ist. Diese dann belassen.


    Die abgehängte Decke im EG wurde hoffentlich zur weiteren Verbesserung schallentkoppelt angebracht, d.h.. mit Federschienen, schallentkoppelten Abhängern oder freitragend an den Wänden.

  • Falls eine Innentreppe vom EG ins 1. OG vorhanden ist und die Treppe verbleiben soll:


    Darauf achten, dass die Anschlußhöhe Treppenaustritt zum neuen Bodenbelag im 1. OG passt. Denn die Treppenstufen müssen zur Verhinderung von Unfallgefahren gleichbleibende Auftrittshöhen beibehalten, siehe hierzu die Treppen-DIN.

  • Danke für die schnellen Antworten.


    Eric, die GKP Decke ist entkoppelt und in den Balkenflächen ist keine Schüttung jeglicher Art drin. Nur alte Mineralwolle wie oben beschrieben.

    Deswegen wollte ich grundsätzlich gerne ,,schweres Material" hinzufügen um Masse zu bekommen.

    GifaFloor ist mir bekannt, mit ca 52€ auch nicht das günstigste.


    Ist bei dieser Variante der Schallschutz besser?


    Ja richtig, die Treppe ist vorhanden und muss auch bleiben. Die ist bisher der höchste Punkt im OG und damit meine geplante OKFF. Deswegen habe ich ca 1-2cm um diese zu erreichen.

    Das wäre einfacher mit Schüttung zu erreichen als durch die Räume sich mit nivellierenden Balken zu kämpfen


    MfG

  • 1-2 cm zusätzliche Aufbauhöhe vorhanden. Und wie willst Du die mit Deinem Aufbau einhalten?


    -Blindboden beispielsweise OSB oder Schalung = mindestens 28 mm

    -Rieselschutzfolie

    -Art Estrich/-Ausgleichschüttung ca. 40mm

    -Trockenestrich 25mm

    - Oberbo0den ( Teppichboden oder Parkett )


    Lies den Link! Im Internet gibt es zusätzliche Infos und eine Verlegeanleitung.


    Ich habe damit rund 300 m² Holzbalkendecke in einem denkmalgeschützten Altbau sanieren lassen und damit ein super Ergebnis erzielt, den Du mit Deinem Aufbau wohl kaum erreichen wirst.


    Hast Du die Kosten ( Material und Arbeitsaufwand ) für den von Dir geplanten mehrschichtigen Aufbau kalkuliert??


    Die Unebenheiten in der Balkenlage gleichst Du vor der Verlegung von GiFaFloor mit aufgeschraubten Holzlatten aus. Gegebenenfalls einzelne Balken nach Rücksprache mit einem Tragwerksplaner, der in jedem Fall hinzugezogen werden sollte, etwas abhobeln.


    Nachträglicher Einbau einer schweren Schüttung in den Gefachen wäre mir zu aufwändig. Ich würde mit einer schweren Dämmung ( = Steinwolle ) die Gefache von oben nach Entfernung der alten Dämmung ( sorgfältig absaugen ) voll ausdämmen. Wenn ein Rieselschutz auf der Unterseite der Balken im EG fehlen sollte, muß ein Rieselschutz in den Gefachen von oben schlaufenförmig an den Balken angetackert werden.


    Ein Bauphysiker kann Dir berechnen, welchen Schallschutzwert Du bei den alternativen Sanierungsmethoden bei vorausgesetzt fachgerechter Ausführung erreichen wirst. Kostet halt Geld, erspart aber den " Blindflug " und spätere Enttäuschung über das Ergebnis.

  • Typisch ist dieser Aufbau für 1979 definitiv nicht. Das ist schon eine arge Sparversion. Holzbalkendecken waren für die Zeit auch schon extrem untypisch. Ist das ein Holzfertighaus? Ein nachträglich ausgebautes DG?

    Du musst immer einen Plan haben. Denn wenn Du keinen hast, dann wirst Du Teil eines anderen Planes...

  • Bei den Häusern in der direkten Nachbarschaft ist dies tatsächlich kein Einzelfall.


    Es ist kein Holzfertighaus und es wurde direkt bei der Erbauung mit ausgebaut.

  • Kann gut sein, dass es gleich nach Erstellung ausgebaut wurde, aber es ist sehr untypisch für 1979. Für mich sieht es so aus, als ob das DG/Dachspitz nachträglich ausgebaut worden wäre, sonst wäre der Bodenaufbau ähnlich wie ein Stock tiefer gewesen.


    Aber ich denke, das was Eric beschrieben hat sollte auch gut funktionieren. Es wird aber nicht den Schallschutz bieten wie eine Massivdecke. Wenn das ein EFH ist, sollte man damit aber gut zurecht kommen.


    Schallschutz geht über Masse. Statt der Glaswolle kann man Leisten an der unteren Kante anbringen und dann mit Bretter zu machen und mit Masse befüllen. Oder Fertigteile aus dem Handel einbringen, die es auch gibt. Da muss man dann schauen wie die Montage am besten geht. Aber bei solchen Lösungen sollte sich das ein Statiker anschauen.

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  • Typisch ist dieser Aufbau für 1979 definitiv nicht.

    Jaein. Hier im Odenwald könnte ich Dir eine Menge Häuser aus dieser Zeit zeigen, bei denen die oberste Geschossdecke als Balkendecke ausgeführt wurde. Das war wohl günstiger und einfacher in DIY herzustellen als eine Betondecke. Von zuhause kannte ich das gar nicht.


    Deswegen gehe ich von ca 100-150kg/qm als halbwegs realistischen Wert aus.

    Mutiger Ansatz. Beachte die Durchbiegung, die zu Rissen an der Deckenoberfläche führen kann, auch wenn die Durchbiegung selbst noch zulässig ist. Die Deckenverkleidung (Gipskarton) und deren Abhängung sollte diese Bewegung aufnehmen können.

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  • Es geht nicht um die Decke, sondern den Bodenaufbau auf der Decke. Der ist selbst für diese Zeit extrem sparsam. Das hat so eigentlich kaum einer gemacht. Hab ich in dieser Sparversion nur in nicht ausgebauten Dachspitz gesehen. Trittschalldämmung und Estrich war damals im Neubau schon Standard. Außer, einer hat seinen Dachspitz selber ausgebaut.

    Du musst immer einen Plan haben. Denn wenn Du keinen hast, dann wirst Du Teil eines anderen Planes...