Zentrale KWL zum Kühlen verwendbar?

  • Hallo liebe Forengemeinde,

    bei der Kernsanierung meine 1980er Altbaus ist auch eine zentrale KWL eingeplant und schon zum Teil verlegt. Es gibt also schon Stellen wo Lüftungsrohr liegt an die ich nicht mehr heran komme um sie nachträglich zu dämmen. (Hinter Trockenbau etc...)


    Bei den aktuellen Temperaturen kommt man aber gern mal auf die Idee, dass eine Kühlung der in's Haus geleiteten Luft ganz prima wäre.

    Dafür gibt es von einigen KWL Herstellern ja "Zusatzmodule" die man auch nachträglich noch einbauen kann. (z.B. hat Zehnder, etwas was man direkt auf das KWL Zentralgerät aufsetzt.)


    Was ich mich allerdings frage:

    Die Rohrleitungen für die Luftverteilung sind ja standardmäßig nicht gedämmt. Also einfache Kunststoff-Rohre und Wickelfalzrohre.

    Wird es da zu Problemen mit Schwitzwasser kommen, wenn man gekühlte Luft durchleitet? Oder ist das Delta-T so klein, dass es noch keine relevanten Auswirkungen hat?


    Danke euch für eure Erfahrungen!

  • Wird es da zu Problemen mit Schwitzwasser kommen

    Das hängt, wie Du vermutet hast, vom Temperaturunterschied ab. Der wird vermutlich bei der Luftmenge nicht allzu groß sein.

    Energetisch ist aber eine Vermengung aus Lüftung und Kühlung wenig sinnvoll, weil mühsam gekühlte Luft wieder rausgeblasen wird.

    Üblich ist eine strikte Trennung in eine Umluftkühlung und eine Lüftung.


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  • Hallo ThomasMD,

    danke dir für deine Antwort! Gibt es eine "Faustregel" wie groß der Temperaturunterschied maximal seien darf, um im unkritischen Bereich zu bleiben?


    Wegen Energieeffizienz: Gibt es KWL Geräte (wenn ja, welche Hersteller kämen da in Frage) die man auf "Umluft" schalten kann?


    Ich finde es attraktiv die vorhandene KWL "Infrastruktur" zu nutzen, da die eben schonmal da ist und man nicht noch ein Klimagerät in die Räume reinbasteln muss...

  • Skeptiker

    Hat den Titel des Themas von „Zentrale KWL zum kühlen verwendbar?“ zu „Zentrale KWL zum Kühlen verwendbar?“ geändert.
  • z.B. hat Zehnder, etwas was man direkt auf das KWL Zentralgerät aufsetzt.)

    Eine KWL ist keine Klima-Anlage, einige Hersteller bieten entsprechende Geräte an,

    jede KWL muss geplant werden, am Besten bei dem das von Zehner planan lassen.

    Aber keine Wunder erwarten.

    Besser sind Wand-oder Deckenheizung an einer Wärmepumpe.

    oder eben Klima-Split-Anlagen

  • Gibt es eine "Faustregel" wie groß der Temperaturunterschied maximal seien darf, um im unkritischen Bereich zu bleiben?

    Die Faustregel muss nicht nur die Temperaturdifferenz sondern auch die Luftfeuchtigkeit berücksichtigen.

    Deshalb gibt es da große Wasserdampftabellen dafür.

    Das ist aber für unsere Hochbaukundigen interessanter.

    Geräte (wenn ja, welche Hersteller kämen da in Frage) die man auf "Umluft" schalten kann?

    Ich kenne zumindest keine, weil sich die Anforderungen so sehr widersprechen, bin ich seit meinem Studium noch nie auf diese Idee gekommen.


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  • Kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass sich beim üblichen Luftwechsel von 0,5/h ein nennenswerter Kühleffekt einstellen könnte, selbst wenn die gekühlte Luft "saukalt" eingeblasen wird. Könnte man ja mal ausrechnen, welche Kühlleistung damit erreichbar wäre und mit einer kleinen Split-Klima vergleichen.

  • Kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass sich beim üblichen Luftwechsel von 0,5/h ein nennenswerter Kühleffekt einstellen könnte, selbst wenn die gekühlte Luft "saukalt" eingeblasen wird. Könnte man ja mal ausrechnen, welche Kühlleistung damit erreichbar wäre und mit einer kleinen Split-Klima vergleichen.

    als erste Anregung dazu diese Kennwerte:

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Kühlen kann man mit Verschattung. Ich verstehe nicht, dass man immer noch so baut, als gäbe es keine Klimaerwärmung, trotz Rekordwerte jedes Jahr.

    Du musst immer einen Plan haben. Denn wenn Du keinen hast, dann wirst Du Teil eines anderen Planes...

  • Habe eine einige Häuser mit KWL und Zuluft über ein spezielles Erdrohr, 1x ums Haus in der Baugrube verlegt. Funzt wunderbar zum Kühlen im Sommer und Vorwärmen bei Frost.

    WICHTIG!!!! Im Gefälle verlegen, an Abwasser im Keller anschließen für Kondensat und einen Filterkasten vor Frischluft.

    Alles ist möglich - auch das Gegenteil. (Thomas Mayer)

  • Kühlen kann man mit Verschattung. Ich verstehe nicht, dass man immer noch so baut, als gäbe es keine Klimaerwärmung, trotz Rekordwerte jedes Jahr.

    Habe eine einige Häuser mit KWL und Zuluft über ein spezielles Erdrohr, 1x ums Haus in der Baugrube verlegt. Funzt wunderbar zum Kühlen im Sommer und Vorwärmen bei Frost.

    Passive Kühlung / Vorwärmung durch den Boden ist immer energetisch wirkungsvoll und nur mit minimalen Betriebskosten verbunden, egal ob bei Luft wie von planfix beschrieben oder meinem persönlichen Liebling Wasser (in Sole-WP) mit BKT (Betonkerntemperierung).

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Bei den aktuellen Temperaturen kommt man aber gern mal auf die Idee, dass eine Kühlung der in's Haus geleiteten Luft ganz prima wäre.

    Dafür gibt es von einigen KWL Herstellern ja "Zusatzmodule" die man auch nachträglich noch einbauen kann. (z.B. hat Zehnder, etwas was man direkt auf das KWL Zentralgerät aufsetzt.)

    Grundsätzlich ist Dein Gedanke richtig, ich würde jedoch meine Erwartungshaltung nicht zu hoch schrauben. DIese Module können die (Zu)Lufttemperatur um vielleicht 5-10K absenken, so dass die Kühlleistung überschaubar bleibt. Zur Erinnerung, ein normaler Wohnraum hat eine Kühllast von sagen wir mal 25-30W/m², und da reden wir noch nicht von einer Zieltemperatur um die 20°C, sondern vielleicht 25°C.


    So ein Kühlmodul kann in einem EFH und den typischen Luftwechseln eine Kühlleistung von vielleicht 300-500W bereitstellen. Über den dicken Daumen gepeilt reden wir hier über vielleicht 10% der tatsächlich benötigten Kühlleistung. Dementsprechend wird sich das auch nicht so stark auf die Raumtemperatur auswirken.


    Wer es genauer wissen möchte, der muss seinen Einzelfall rechnen. Grundlage dafür wären Normen wie die VDI20xx und Datenblätter der Hersteller.


    Fazit: So ein (passives) Kühlmodul kann die Temperierung von Wohnräumen etwas unterstützen, auch der o.g. Erdkollektor kann dazu ein bisschen beitragen, aber ein Klimagerät kann man damit nicht ersetzen. Wer das im Hinterkopf behält erspart sich Enttäuschungen.

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