Feedback von Profis gesucht: Einfache App-Idee für Solo-Handwerker (Büroarbeit & Ausgaben per Chat erledigen)

  • Hallo zusammen,

    ich heiße Ihor, ich bin Softwareentwickler und wohne in Sachsen. Mein Deutsch ist leider noch nicht perfekt, deshalb habe ich diesen Text mit Hilfe eines Übersetzers verfasst. Ich hoffe, das ist okay.

    Ich arbeite aktuell an der Konzeption einer neuen Software-Lösung speziell für Solo-Handwerker und sehr kleine Betriebe (Kleinunternehmer), die ihre Büroarbeit komplett allein nach Feierabend erledigen müssen.

    Die Kernidee: Ich möchte den lästigen Papierkram (Bürokratie, Materialausgaben und Rechnungen) radikal vereinfachen. Die Idee ist, dass der Handwerker keine komplexe Software mit vielen Menüs bedienen muss, sondern alles über eine einfache Chat-Struktur erledigt – so unkompliziert wie WhatsApp.

    Das Prinzip ist einfach: Für jedes Bauprojekt gibt es einen eigenen digitalen Bereich. Darin gibt es einen Kanal für die Kommunikation und einen separaten Bereich für Projektausgaben.

    Der Handwerker soll Ausgaben (z.B. Materialeinkauf im Baumarkt) einfach von unterwegs per Text oder Sprache eingeben können (z.B. „3 Säcke Zement für 45€ Netto gekauft“). Das System erkennt dies und trägt die Ausgabe automatisch in die Projektübersicht ein. Am Ende des Projekts soll daraus fast von alleine die fertige Rechnung für den Kunden entstehen.

    Da hier im Forum die echten Praxis-Experten aktiv sind, würde ich mich riesig über eure ehrliche Meinung zu dieser Idee freuen:

    1. Was nervt euch oder eure Kollegen aktuell am meisten bei der täglichen Erfassung von Materialausgaben und Belegen von unterwegs?
    2. Nutzen Solo-Handwerker eurer Erfahrung nach überhaupt mobile Lösungen dafür, oder läuft am Feierabend doch noch alles über Excel und Zettelwirtschaft?
    3. Welche Funktionen wären für euch bei so einer einfachen Chat-Logik am wichtigsten, damit sie real Zeit spart?

    Ich suche keine Kunden, sondern reines Feedback von Praktikern für die Entwicklungsphase. Ich freue mich auf eure Meinungen und einen interessanten Austausch hier im Forum.

    Vielen Dank für eure Zeit und eure Unterstützung!

    Viele Grüße, Ihor

  • Das System erkennt dies und trägt die Ausgabe automatisch in die Projektübersicht ein. Am Ende des Projekts soll daraus fast von alleine die fertige Rechnung für den Kunden entstehen.

    Und woher weiß Deine chike Software, was der Unternehmer auf den Materialeinkauf für Fahrtkosten, Ladezeit, Lagerhaltung, Kleinmatial (z.B. Schaufeln, Mollen usw.) und vor allem Gewinn draufschlägt?

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • Und woher weiß Deine chike Software, was der Unternehmer auf den Materialeinkauf für Fahrtkosten, Ladezeit, Lagerhaltung, Kleinmatial (z.B. Schaufeln, Mollen usw.) und vor allem Gewinn draufschlägt?

    Naja, Gemeinkostenaufschlag sollte dasDing dann sicher auch können.


    Ihor Kann Dir nicht weiterhelfen, da zwar Handwerk, aber mit bestehender Software (Hottgenroth)

    Nothing is forever, except death, taxes and bad design


    Der Betreiberverein dieses Forums freut sich über Spenden von Fragenden, denen hier kostenlos geholfen wurde. Kurze Wege führen über Paypal oder eine Banküberweisung


  • Naja, wenn er eine solche Software schreibt, dann wird er sich sicherlich mit Handwerkern verständigen was sie denn so alles brauchen, damit diese auch für die Handwerker was taugt. Im Prinzip ist ja nichts einzuwenden, wenn jemand andere Wege geht, was Umsetzung und Bedienung angeht. Konkurrenz belebt ja das Geschäft und neue Ideen sind immer willkommen.

    Du musst immer einen Plan haben. Denn wenn Du keinen hast, dann wirst Du Teil eines anderen Planes...

  • Und woher weiß Deine chike Software, was der Unternehmer auf den Materialeinkauf für Fahrtkosten, Ladezeit, Lagerhaltung, Kleinmatial (z.B. Schaufeln, Mollen usw.) und vor allem Gewinn draufschlägt?


    Die Idee ist kein reines "Scannen von Baumarkt-Preisen", sondern ein System, das den Gemeinkostenaufschlag automatisiert. **Der Kern des Ganzen ist ein digitaler Assistent im Chat-Format, der mitdenkt und Sprachbefehle direkt versteht.** Der Ablauf könnte so aussehen:


    1. Einkaufen & Scannen (Firmenlager): Jeder Kassenzettel wird nach dem Einkauf abfotografiert. Das System erkennt die Artikel und Preise automatisch und bucht sie zum Netto-Einkaufspreis in ein virtuelles "Firmenlager".

    2. Direkte Verknüpfung der Nebenkosten: Beim Hochladen des Belegs hält der Handwerker kurz fest (z. B. per Sprache), wie viel Zeit für Fahrt, Laden oder Besorgung draufgegangen ist. Diese Logistikkosten werden direkt an diesen spezifischen Einkauf gekoppelt.

    3. Lagerhaltung & Kleinmaterial: In den App-Einstellungen werden einmalig die betrieblichen Parameter hinterlegt – sprich der gewünschte Gewinnaufschlag, Kosten für die Lagerhaltung sowie eine Pauschale für Kleinmaterial und Werkzeugabnutzung (z. B. Schaufeln, Kübel usw.).

    4. Smarter Abruf im Projekt-Chat: Auf der Baustelle wird im jeweiligen Kunden-Chat einfach eingetippt oder eingesprochen: *"2 Säcke Zement aus dem Lager verbraucht"*.


    Das System holt die Artikel aus dem virtuellen Bestand, weiß, welche Logistikkosten an diesem Einkauf hingen, rechnet die hinterlegten Sätze für Lager, Kleinmaterial sowie den Gewinn dazu und kalkuliert im Hintergrund den finalen Verkaufspreis für die Kundenrechnung. Der Handwerker spart sich die manuelle Kalkulation, und der Kunde sieht auf der Rechnung nur einen sauberen, marktüblichen Materialpreis.


    Was haltet ihr von diesem Ansatz für den Alltag? Gibt es Praxisfälle, wo so ein digitaler Ablauf an seine Grenzen stößt?

  • Gibt es Praxisfälle, wo so ein digitaler Ablauf an seine Grenzen stößt?

    Stell Dir mal vor, Du wärest ein Handwerker.

    Der Kunde fragt an, was das kosten würde. Du fährst zum Kunden, besprichst alles und beide sind glücklich.

    Dann kommt der potenzielle Kunde auf die Idee zu fragen: "Was wird das denn kosten?"

    Glaubst Du, dass Du den Auftrag bekommst, wenn Du dann herumdruckst: "Meine App sagt mir das am Ende automatisch."


    Falls irgendwann auch die Abarbeitung öffentlicher Aufträge eingebunden werden soll, wird die Grenze der Idee schnell erreicht.

    Beschäftige Dich mal kurz mit den Themenbereichen Leistungsänderungen, Mehr- und Mindermengen, Kosten für Behinderungen, Stundenlohnarbeiten ...


    ... und vergiss das nette Finanzamt nicht. Das Programm muss die Anforderungen an eine "ordentliche Buchführung" erfüllen.

    Verflucht sei, wer einen Blinden irren macht auf dem Wege!

    5.Mose 27:18

  • Gibt es Praxisfälle, wo so ein digitaler Ablauf an seine Grenzen stößt?

    Die üblichen Vorgänge bei Soloselbständigen und auch größeren Unternehmen, die für manche Kunden 0€ Baustellen (Kleinstleistungen bei sonst hohen Kundensummen) durchführen.
    Ansonsten gibt es aber auch noch Gewährleistungsfälle, Kulanz und ähnliche Grenzfälle, die die Regel darstellen.
    Ein/Ausbuchen im "Lager" ist halt im Kleinbetrieb mit (1/4 - 1/2) jährlicher Inventur deutlich schneller als der ganze Gefrickel mit der Verwaltung.
    Das Einpflegen von Leihgeräten, die gegebenenfalls keine Rechnung haben, kommt da auch noch zu.

  • Ich würde mal behaupten, dass es solche Lösungen bereits im Markt gibt. Z.B. ToolTime


    Mit allen möglichen Schnittstellen usw. Wenn du in dieser Richtung etwas Entwickeln willst, würde ich mir die bestehenden Lösungen mal sehr genau ansehen.

    Ob ein Mensch klug ist, erkennt man viel besser an seinen Fragen als an seinen Antworten. 8o