Faserige Dichtung zwischen Frankfurter Pfanne?

  • Hallo,


    da ich sonst mehr so im Innenausbau tätig bin, fehlt mir im Bereich Dach die Erfahrung.


    Ich habe mir heute einen Dachstuhl zwecks geplantem Hauskauf angesehen und dabei fiel mir auf, dass sich in vielen Bereichen der Ziegel-Überlappung ein faseriges, extrem zerbrechliches Material befindet. Das Dach ist Bj. 1965 und da wurde ja auch allerhand mit Asbest gearbeitet.



    Kann da jemand anhand meiner Bilder eine Aussage machen?

    Einmal editiert, zuletzt von Skeptiker () aus folgendem Grund: Umbrüche ergänzt und Bildvorschauen eingefügt

  • Das Dach ist Bj. 1965 und da wurde ja auch allerhand mit Asbest gearbeitet.



    Kann da jemand anhand meiner Bilder eine Aussage machen?

    Folgende Aussagen lassen sich hier allgemein und anhand der Bilder sicher machen:

    1. generell sind zu Faserbelastungen nur selten belastbare Ferndiagnosen möglich, seriöserweise überhaupt nicht, siehe dieser oben angepinnte Post. Das trifft auch hier zu.
    2. Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit sind aber trotzdem die auf den Bildern im Deckenaufbau sichtbaren gelblichen Fasern „alte KMF“ und im Umgang mit ihnen Schutzmaßnahmen nach TRGS 521 anzuwenden.
    3. Zur Frage nach den Fasern zwischen den Dachsteinen sollte eine Laboranalyse durchgeführt werden.
    4. Das Holz der Dachkonstruktion sollte auf DDT /PCB / Lindan untersucht werden.
    5. Beim Kaufpreis sind zumindest für die Decke Sanierungskosten anzusetzen.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Es gab mal eine Zeit, da wurden Dachziegel im Mörtelbett verlegt. Aber diese Zeiten waren 1963 schon lange vorbei und die Technik wurde hier in D, glaube ich, gar nicht angewendet. Aber es kann sein, dass so ein schlauer DIY Bastler gemeint hat was gutes zu tun.

    Du musst immer einen Plan haben. Denn wenn Du keinen hast, dann wirst Du Teil eines anderen Planes...

  • Nach einem Mörtelbett sieht es mir nicht aus.

    Es scheint ungebunden zu sein und ist wohl dadurch auch nur noch fragmentiert vorhanden, sofern es zuvor durchgängig eingebaut war.


    Wer würde denn so eine Materialprüfung durchführen? Sind das die gleichen Labore wie für Asbestanalyse?

  • Okay, jetzt hab ich schneller getippt als gelesen und eben erst den verlinkten Artikel nachgeholt.

    Danke.

    Dass zu den Bestandteilen der vorgefundenen Fasern keine Aussage ohne Analyse gemacht werden kann, habe ich verstanden.

    Aber kennt denn jemand eine Art der Dachpfannenverlegung, die mit so einer Art Dichtung im Überlappungsbereich arbeitet?

  • Zum Thema DDT/Lindan habe ich auch noch eine Frage: Angenommen, es wurden derartige Mittel verwendet, müsste dann der Dachstuhl erneuert werden oder was wäre die richtige Maßnahme?

  • Wer würde denn so eine Materialprüfung durchführen? Sind das die gleichen Labore wie für Asbestanalyse?

    Ja, für Faseranalytik akkreditierte Labore sind üblicherweise für beide gebäudetypischen (alle?) Faserarten zertifiziert. Meiner Erinnerung nach sogar meist allgemein für quasi alle „üblichen“ chemischen Gebäudeschadstoffe.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • PCP/Lindan wurde idR nur von Privatbastlern bei solchen Teilen eingesetzt. PCB eher garnicht. Wenn da eine hohe Belastung vorliegen sollte wäre da zunächst mal die Frage nach der späteren Nutzung des Bereichs und dann evtl. Luftanalysen sinnvoll. Man könnte dann ntl austausschen aber auch ggf kapseln.

  • Aber kennt denn jemand eine Art der Dachpfannenverlegung, die mit so einer Art Dichtung im Überlappungsbereich arbeitet?

    Hallo,

    die Betondachsteine wurden manchmal mit allen möglichen Sachen in der Höhenüberdeckung ausgestopft, um den Eintrag von Flugschnee und Schlagregen zu minimieren. Gerade bei älteren Dächer, die ohne Unterdach oder Unterspannbahn ausgeführt worden sind. Je nach verwendetem Material, zieht sich jedoch die Feuchtigkeit hoch, wie an den weißen Ränder an der Rückseite zu erkennen. Über die Art des verwendeten Materials hilft nur eine Probeuntersuchung.

  • Danke für die Infos.

    Im Moment ist die Sache aus anderen Gründen für mich erstmal vom Tisch.

    Sollte es nochmal spruchreif werden, weiß ich jetzt, dass ich um eine Analyse nicht herum komme.

  • Im Moment ist die Sache aus anderen Gründen für mich erstmal vom Tisch.

    Sollte es nochmal spruchreif werden, weiß ich jetzt, dass ich um eine Analyse nicht herum komme.

    … und bis dahin nur mit FFP2-Maske auf den Dachboden - und am besten mit Einmalanzug über den normalen Textilien, der dann nach dem Verlassen gleich entsorgt wird!

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Hallo,

    ich setze diesen Thread mit einer anderen Frage fort aber da es sich weiterhin um dieses Dach handelt, wollte ich kein neues Thema aufmachen. Ich hoffe, das ist so okay.


    Ich befasse mich nun doch wieder mit dem Thema Dacherneuerung und habe vorhin eine Kostenschätzung dazu erhalten.

    Kurz vorab ein paar Eckdaten:

    Grundfläche des Hauses ca. 10x11 m

    Dachneigung 28 Grad

    Eine vorhandene Gaube

    3 kleine (geschätzt 50x100) Dachfenster

    3 große (geschätzt 100x100) Dachfenster

    Eines der 3 kleinen muss zum Notausstiegsfenster vergrößert werden und es müssen 2 Stufen aufs Dach.

    2 Schornsteine


    Geplant ist eine Aufsparrendämmung.

    Neueindeckung und Rinnen/Fallrohre sind obligatorisch.


    Der genannte Preis für die Erneuerung ohne weitere Extras betrug 90 bis 100tsd.

    Ich hatte mit gut der Hälfte gerechnet.

    Ist das denn heutzutage so realistisch?

  • Wie sicherlich bekannt, sind Preisangaben pauschal kaum abzuschätzen, dafür gibt es einfach zu viele Details die den Preis beeinflussen.

    Wenn ich aber grob von etwa 150m² Dachfläche ausgehe, dann wären das deutlich über 600€/m². Auf den ersten Blick erscheint mir das etwas hoch angesetzt. Dafür mag es Gründe geben, das ist nur mein erster Eindruck. Also muss man tiefer in das Angebot einsteigen und jede Position betrachten, vor allen Dingen auch die die nicht angeboten (aber evtl. notwendig) werden.


    Am besten man erstellt ein Leistungsverzeichnis und holt mehrere Angebote ein. Dann ist die Chance hoch, dass man die auch vergleichen kann.

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  • Am besten man erstellt ein Leistungsverzeichnis und holt mehrere Angebote ein. Dann ist die Chance hoch, dass man die auch vergleichen kann.

    :thumbs_up:  :bier:  :thumbs_up:

    VERGLEICHBAR sollten sie sein. Einfach den vorliegenden Text kopieren/abschreiben, wird wenig bis gar nichts bringen ausser die reingebauten Nachträge zu multiplizieren.

    Also bei 0 anfangen und ALLE Pos.-beschreibungen detailiert, eindeutig und genau machen.

    Dann klappts auch mit dem Vergleich

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

    Brandmauern braucht man nur bei zu geringem Abstand zum Nachbarn (geistig/moralisch)

  • Aus Erfahrungen aus dem Freundes- und Bekanntenkreis und was ich so von einem Freund von mir (Dachdecker) mitbekommen kann ich soviel zumindest sagen: Die Hälfte anzunehmen war weniger realistisch als das vorliegende Angebot. Ansonsten stimme ich R.B. uneingeschränkt zu.

  • Es gibt auch noch regionale Unterschiede, deswegen kann ich die Preise von Anbietern in meiner Region schon mal nicht als Vergleich heranziehen. Auch irgendwelche "online" Preise sind wertlos, so lange der Anbieter nicht bereits ist, ohne Mehrkosten hunderte Kilometer Anfahrt in Kauf zu nehmen. Bei großen Bauvorhaben sieht die Welt etwas anders aus.

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  • Danke erstmal für eure Einschätzung. Ich erwarte nun zwei weitere Angebote. Das erste war nur ein telefonisch genannter Preis. Mir genügt zunächst auch ein Schätzpreis, da es mir momentan nur um die generelle Kaufentscheidung geht. Auf 5000 rauf oder runter kommt es da nicht an.

  • Update:

    Ich habe inzwischen 2 weitere Angebote. Eines davon in ausführlicher Form. Alle drei sind von der Endsumme nahezu identisch.

    90, 90-100 und 95 tausend sind die Zahlen, die mir genannt wurden.

    Teurer Spaß.

  • Dann scheint es wohl in die Richtung zu gehen, es ist halt mehr als "nur" eine Dachsanierung (Gauben, Fenster, usw.).

    Aufsparrendämmung ist zudem relativ teuer im Vergleich zu einer Zwischensparrendämmung.

    Ich würde vor Auftragserteilung noch das Thema "Fördermittel" prüfen.

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  • Ich würde vor Auftragserteilung noch das Thema "Fördermittel" prüfen.

    Vorsicht: Bei Fördermitteln muss normalerweise die Zusage VOR Auftragserteilung vorliegen

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

    Brandmauern braucht man nur bei zu geringem Abstand zum Nachbarn (geistig/moralisch)

  • Ja, das VOR ist mir bekannt und wie ich gestern noch erfahren habe, muss man zwingend einen Energieberater beauftragen, der alle Notwendigkeiten plant und auch die Förderung beantragt. Dieser würde dafür dann die stolze Summe von 3 bis 5 tausend Euro kassieren ( abhängig von der Auftragssumme und in diesem Fall passend zu den 90tsd).

    Damit sind dann 25% der Förderung schon wieder futsch.

  • und die restlichen 75% sind genau genommen auch futsch, die wurden bereits in die Preise mit einkalkuliert. ;)

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  • Off-Topic:

    und die restlichen 75% sind genau genommen auch futsch, die wurden bereits in die Preise mit einkalkuliert. ;)

    Ja, vermutlich der gleiche Schmu wie mit der Wärmepumpe

    :sarkasmus:


    Ja, die Handwerker / anderen Handwerker / werauchimmer sind alle Verbrecher!

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Das hat doch nichts mit Verbrecher zu tun. Es ist hinlänglich bekannt, dass Fördermittel die Preise verteuern, die Chance wird einfach genutzt. Das zieht sich durch die komplette Lieferkette. Rechtfertigen lässt sich das immer irgendwie, gestiegene Betriebskosten, usw. usw.

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  • Das hat doch nichts mit Verbrecher zu tun.

    Doch - genau SO werden die Handwerker durch Posts wie:


    Ja, vermutlich der gleiche Schmu wie mit der Wärmepumpe

    dargestellt.

    Bloß wenn die Autohersteller und -verkäufer (staatliche) Prämien wie z.B. die Abwrackprämie, den E-Kaufzuschuß o.ä. sehr offensichtlich auf den Kaufpreis aufschlagen bzw. bei Abschaffung "rausnehmen", schreit [fast] keiner. Vom Tankrabatt ganz zu schweigen. :motz2:

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    Brandmauern braucht man nur bei zu geringem Abstand zum Nachbarn (geistig/moralisch)

  • Bloß wenn die Autohersteller und -verkäufer (staatliche) Prämien wie z.B. die Abwrackprämie, dem E-Kaufzuschuß o.ä. sehr offensichtlich auf den Kaufpreis aufschlagen bzw. bei Abschafung "rausnehmen", schreit [fast] keiner.

    Das stimmt nicht. Dass die Hersteller und Lieferanten ihre Preise schon sehr an Fördermöglichkeiten koppeln, kommt beim Kunden an. Nur hilft da schreien wenig.


    Zu WP Beispiel

    Der Preis des ID.4 ist in den letzten 3 Jahren um ca. 5 T€ gesunken...

    __________________
    Gruß aus Oranienburg
    Thomas

  • Doch - genau SO werden die Handwerker durch Posts wie:.........

    Handwerker sind ein Teil der Kette. Es wäre naiv wenn man annehmen würde, dass Handwerker die sich bietende Chance nicht nutzn würden.

    Neben WP und PKW ein Hinweis in Richtung Dämmmaßnahmen an Gebäuden. Schau Dir doch an was aktuell ein WDVS kostet, und wie hoch der Materialanteil ist.

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  • Dieser würde dafür dann die stolze Summe von 3 bis 5 tausend Euro kassieren ( abhängig von der Auftragssumme und in diesem Fall passend zu den 90tsd).

    Damit sind dann 25% der Förderung schon wieder futsch.

    Wie stellst Du Dir denn Förderung vor? Dass Du dann Geld über hast? Da bist Du auf dem Holzweg. Immerhin wird ein Teil des Aufwandes aufgefangen. Ist doch auch was. Und das bezahlen wir alle mit unseren Steuern mit. Also freu Dich, dass Du überhaupt Geld bekommst. Das ist nicht überall so üblich.

    Du musst immer einen Plan haben. Denn wenn Du keinen hast, dann wirst Du Teil eines anderen Planes...

  • Mal der Reihe nach:

    Meine Aussage "der gleiche Schmu..." war eine Bestätigung der Aussage von R.B.

    Aber wie oben von anderen schon erwähnt, ist es kein Geheimnis, dass Preise in förderfähigen Gewerken höher sind als andere.

    Ich habe nie behauptet, dass es die Handwerker sind, die hier die Hand aufhalten. Also bitte keine Unterstellungen!

    Richtig ist aber, dass auch ein Handwerker, der seine Materialkalkulation prozentual auf den EK rechnet, auch von den höheren Preisen profitiert.

    Genau wie der Staat von höheren Spritpreisen durch Mehrwert- und Mineralölsteuer profitiert, die ebenfalls prozentual aufgeschlagen werden.


    Die Frage von Frau Meier halte ich für ziemlich dämlich. Entschuldigung, ich habe nach einer höflicheren Formulierung gesucht aber leider keine gefunden.

    Wie kommen Sie darauf, dass ich annehmen würde, durch eine Förderung Geld heraus zu bekommen? Das ist doch völlig abstrus.

    Mir ist bewusst, dass dies Steuergelder sind, die hier ausgeschüttet werden aber ich kann Sie beruhigen, es ist nicht nur Ihr Geld sondern auch meines. Insofern kann ich das wohl auch als Rückzahlung verstehen, ohne damit anderen auf der Tasche zu liegen.

    Ihre Theorie: "Du gibst mir 100 und ich gebe dir 75 zurück und erwarte, dass du dafür dankbar bist.", kann ich nicht nachvollziehen.