PV-Anlage oder Balkonkraftwerk?

  • Servus beinander,


    ich überlege seit längerem, ob wir eine Photovoltaikanlage oder ein Balkonkraftwerk installieren sollten. (jeweils mit Speicher)


    Gegeben ein Flachdach, auf dem schon eine Solaranlage steht. (Quadratmeter müsste ich mal messen). Stromverbrauch ca 4.500 -5.000 kWh/a, Tendenz am ehesten bei 4.800kWh/a. Home Office.


    Vorteil Balkonkraftwerk:

    - Plug & Play = komplett in Eigenregie installierbar. Wir haben eine Steckdose am Balkon, wo wir das einstecken könnten. (Dann hängt allerdings ein Kabel rum = nicht schön, Aber durch die Wand bohren sollte auch gehen. Ich hab zwar nen Schwanenhals am Dach von der Solaranlage und der Antenne, aber der ist sowohl von aussen wie auch von innen leider nicht mehr gut zugänglich (schlecht geplant von mir)

    - Auch mit Speicher relativ günstig

    - Einfach auch bzgl Anmeldung (Kapazitäten für Handwerker anfunken, organisieren etc. sind leider nicht besonders groß)


    Vorteil PV:

    - Wenn nicht jetzt, wann dann? (Reiche ist ja leider immer noch im Amt)

    - Wenn schon PV, dann gleich richtig

    - Höhere Investition


    Dann gäbe es noch die Überlegung, jetzt mit einem Balkonkraftwerk zu starten und dann auf PV zu vergrößern.

    Ich habe gehört, von Balkonkraftwerk zu PV wechseln ist nicht ganz so einfach?

    Wenn Reiche durchkommt mit ihren Vorstellungen (bzw denen ihrer fossilen Lobbyfreunde), dann wäre eine spätere Einspeisung nicht mehr gewährleistet.


    Ja, ich bin in der Energieberatung unterwegs, aber meine Hauptthemen sind ganz woanders, daher die Fragen hier.

    Nothing is forever, except death, taxes and bad design


    Der Betreiberverein dieses Forums freut sich über Spenden von Fragenden, denen hier kostenlos geholfen wurde. Kurze Wege führen über Paypal oder eine Banküberweisung


  • Ist denn das Flachdach in einem Zustand, dass es noch 20 Jahre dicht ist? Anlage demontieren fuer FD Sanierung waere m.E. irgendwie unnoetig.


    Ansonsten persoenliche Meinung: lieber gesamte zur Verfuegung stehende Flaeche fuer PV nutzen. Module sind grad sehr billig.


    Speicher eher nach Bedarf dimensionieren (muss also nicht unbedingt die gerade gerne genutzte 10kWP / 10 kWh Kombi sein.) Wenn es keine WP oder Wallbox gibt reichen auch 4-6kWh. SInnvoll ist halt, dass der Speicher "wettergefuehrt" geladen wird, also beispielsweise erst mittags geladen wird, um Abregelungen zu puffern. (das spricht dann aber auch wieder fuer einen groesseren Speicher)


    Balkonkraftwerke sind gut und sinnvoll aber wenn man den Platz und das Geld hat wuerde ich immer die grosse Loesung waehlen.

  • Halb OT

    In H ging grad ein Fall einer privat betriebenen PV Anlage auf eine Schul-Flachdach durch die Presse, bei der (Feuer) Versicherung Probleme gemacht hat.

    https://www.haz.de/lokales/hannover/nach-20-jahren-betrieb-solaranlage-auf-hannovers-schuldach-soll-ploetzlich-abgebaut-werden-CTGPA3LJTJAUZEBBP6CAEUGF4I.html

    Bituminöse Abdichtung über Styropor-Dämmung.

    Auif das "Getöse des Betreibers gebe ich nicht viel. Der ist SEHR überzeugt von der Richtigkeit SEINES Tuns

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • - Einfach auch bzgl Anmeldung

    Schau Dir das trotzdem genau an, da war/ist gerade einiges im Wandel (VDE AR 4105 03:2026). Nicht alles was am Markt als "Balkonkraftwerk" verkauft wird darf auch einfach in eine Schuko gesteckt werden. Man muss also aufpassen was man in das Formular einträgt.

    Der Betreiberverein dieses Forums freut sich über Spenden von Fragestellern, die hier kostenlos Hilfe bekommen haben. Kurze Wege führen über Paypal oder eine Banküberweisung

    .

  • Solarthermie vorhanden.


    Ist denn das Flachdach in einem Zustand, dass es noch 20 Jahre dicht ist?

    Ja. Vor allem ist es bei dem Flachdach echt easy, das Zeug zu demontieren. Ist nämlich nur ein Stockwerk vom Balkon aus, um da was hoch- oder runterzubauen.

    Nothing is forever, except death, taxes and bad design


    Der Betreiberverein dieses Forums freut sich über Spenden von Fragenden, denen hier kostenlos geholfen wurde. Kurze Wege führen über Paypal oder eine Banküberweisung


  • Der ist SEHR überzeugt von der Richtigkeit SEINES Tuns

    Das ist nicht das erste Flachdach an dem Brandschutzexperten die Haare zu Berge stehen. Dass Blitzschutzanlagen in der fachlichen Ahnungslosigkeit von solchen "Pionieren" als Geschäftsmodell normwidrig überbaut werden, ist in der Energiewende völlig normal.


    Aber das ist ein eigenes Thema.

  • Stromverbrauch ca 4.500 -5.000 kWh/a, Tendenz am ehesten bei 4.800kWh/a. Home Office.

    Ich weiß, jetzt komme ich mal wieder mit den unangenehmen Rückfragen um die Ecke, aber hast Du schon einmal Deinen täglichen Stromverbrauch genauer angeschaut?

    Jahresverbrauch ist ja schön und gut, aber wenn dieser primär auf die Abend-/Nachtzeiten fällt sieht die Sache anders aus, als wenn sich der Verbrauch relativ gleichmäßig über den Tag verteilt. Wenn die Rahmenbedingungen nicht passen dann machen 50kWp auf dem Dach genau so wenig Sinn wie 1 Modul am Balkongeländer, vom Speicher ganz zu schweigen. Es lohnt sich also genauer hinzuschauen.


    Du könntest beispielsweise für eine typische Woche den Zählerstand morgens um 08:00 Uhr und am Abend um 20:00 Uhr notieren. Das ist in etwa der Zeitraum in dem eine PV Anlage Erträge liefern kann (je nach Jahreszeit, Ausrichtung der Paneele usw.). Liegt der hauptsächliche Bedarf in den Abendstunden, wie bei uns, dann lohnt es sich darüber nachzudenken, den Ertrag des Tages mit Hilfe von Speichern in die Abendstunden zu schieben. Liegt Ihr hingegen um 20:00 Uhr alle schon im Bett, dann wäre es evtl. sinnvoller die Kosten des Speichers in Module zu investieren. Ideal ist es wenn Du Verbraucher hast die Du steuern kannst, wenn beispielsweise das Auto die meiste Zeit des Tages zuhause steht, und es egal ist, wann es geladen wird. Etwas anders sieht die Betrachtung aus wenn an mit dem eigenen PV Strom "heizen" möchte, denn im Winter kann man die Heizung nicht so einfach abschalten, ohne zu frieren.


    Ich habe gehört, von Balkonkraftwerk zu PV wechseln ist nicht ganz so einfach?

    Das kann ich jetzt nicht nachvollziehen. Aus technischer Sicht ist fast alles machbar, auch wenn man nach der Erweiterung nicht alle Teile des BKA weiter verwerten kann.


    Es wäre aber gut möglich, dass man anhand der obigen Betrachtung zu dem Ergebnis kommt, dass es sinnvoller ist eine "normale" PV Anlage aufzubauen. Das lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht beantworten.


    Die nächste Alternative wäre, vergiss das Rechnen und Optimieren, kaufe Dir für ein paar kleine Scheine eine Mini-Anlage, Stecker in die Steckdose, fertig. Freue Dich über jede kWh die Du erzeugen und verwerten kannst, und den Minderertrag durch die fehlende Optimierung nimmst Du einfach in Kauf, dafür hast Du kaum Investitionskosten. Die Anlage wird sich auf jeden Fall amortisieren, und ob das in 2 oder 5 Jahren geschieht, das ignorierst Du einfach. Damit kannst Du auch Erfahrung sammeln, und wenn Du Spaß daran hast, dann kann man immer noch erweitern. Solltest Du bei der Erweiterung ein paar Euro "Altmaterial" abschreiben müssen dann ist es eben so. Dann kriegen die Meeris 2 Module für eine Beleuchtung und Solarheizung, oder Du machst daraus eine Tischtennisplatte, oder was weiß ich.

    Der Betreiberverein dieses Forums freut sich über Spenden von Fragestellern, die hier kostenlos Hilfe bekommen haben. Kurze Wege führen über Paypal oder eine Banküberweisung

    .

  • ich kenne eigentlich niemand, der die Installation einer "richtigen" PV bereut hätte. Und ich kenne viele, die eine "richtige PV' installiert haben und sich hinterher ärgern, aus Spargründen nicht alle möglichen Flächen ausgenutzt zu haben und sich weniger Jahre später schon wieder mit dem weiteren Ausbau beschäftigen.

    Insofern gäbe es für mich nur

    Wenn nicht jetzt, wann dann?

    ps

    Speicher war 2020 noch vollkommen unwirtschaftlich. 2025 habe ich für gut 1k€ 5kWh AC Speicher ergänzt.

    Stromverbrauch ging mit 5kWp PV von 4500kWh auf 3200kWh zurück, mit Speicher lande ich nun voraussichtlich (1 Monat fehlt noch) bei 1900kWh.

  • Bituminöse Abdichtung über Styropor-Dämmung.

    Auif das "Getöse des Betreibers gebe ich nicht viel. Der ist SEHR überzeugt von der Richtigkeit SEINES Tuns

    VdS 6023 aus 2023 enthält dazu eine Übersicht. AMEV EltAnlagen 2025 enthält auch solch eine Übersicht, weisst dazu auch auf mögliche Kompensationsmassnahmen hin. Je nachdem, ob man etwas erreichen oder verhindern möchte, wählt man eben das passende Regelwerk aus <fg>

    ich kenne eigentlich niemand, der die Installation einer "richtigen" PV bereut hätte.

    Naja, der Zeitpunkt ist schon ein Kriterium...wer seine Anlage zur ungünstigen Zeit (vor 2023) mit 19% MwSt, EkSt, 70% Abregelung usw errichtet hat, wird vielleicht etwas neidisch schauen, auf jemanden der das ganze Ust-frei, EkSt-frei und ohne Abregelung 2 Jahre später gemacht hat...vom "technischen Fortschritt" und Preisverfall bei Modul und WR mal ganz abgesehen.