Alter Wasserschacht im Keller (Hanglage) – Drainage oder etwas anderes?

  • Hallo zusammen,


    ich habe in meinem Keller (Haus Baujahr 1910, Hanglage) einen etwas ungewöhnlichen Schacht und würde gern eure Einschätzung dazu hören, was das genau ist bzw. wie das ursprünglich gedacht war.


    Der Schacht ist gefliest und liegt tiefer als der eigentliche Kellerboden.Der Wasserstand darin bleibt konstant auf einem bestimmten Niveau.


    Folgende Dinge sind mir aufgefallen:

    • Es gibt einen Ablauf/Nachlauf, über den Wasser scheinbar nach draußen abläuft.
    • Zwei Rohre kommen aus dem Boden, vermutlich vom Bodenablauf eines ehemaligen Kohlekellers.
    • Zusätzlich gibt es ein Rohr, das nach oben geführt ist (wurde wohl später für einen Gartenschlauch genutzt).

    Für mich wirkt das Ganze wie eine Art alter Drainage- oder Sammelschacht, um Wasser aus dem Hang bzw. aus dem Keller zu sammeln und kontrolliert abzuleiten. Aufgrund des schachtes ist eine hohe Luftfeuchtigkeit da, jedoch die wände sind Trocken.


    Jetzt meine Fragen:


    Ist das typisch für Häuser aus der Zeit (um 1900) in Hanglage?

    Könnte das ursprünglich eine Drainagesammelstelle gewesen sein?

    Ist ein konstanter Wasserstand in so einem Schacht normal bzw. sogar gewollt?

    Sollte man so ein System lieber unverändert lassen oder gibt es sinnvolle Maßnahmen zur Optimierung?


    Ich hänge Bilder an zur besseren Einschätzung.


    Danke euch schon mal!


    Einmal editiert, zuletzt von Skeptiker () aus folgendem Grund: Aufzählung formatiert

  • Alle mir bekannten Formen einer planmäßigen Drainage - die man heute kaum noch neu genehmigt bekommt - leiten Wasser um ein Bauwerk herum oder von ihm weg, nie aber in ein Gebäude hinein, denn dieses soll ja gerade trocken bleiben.


    Innerhalb einer Drainage müsste während oder kurz nach einem Niederschlagsereignis längere Zeit eine leichte durchlaufende Wasserbewegung wahrnehmbar sein - oder ein Anstieg des Wasserspiegels. Umgekehrt würde innerhalb des Drainagesystems nur am tiefsten Punkt Wasser stehen bleiben, denn es soll ja weiterlaufen.


    Mir sieht das eher nach einem "Pumpensumpf" aus, in dem sich bspw. Havariewasser sammelt, um von dort mit Hilfe einer Pumpe "außenbords" befördert zu werden oder im Freispiegel abzulaufen. Letzteres wäre dann nach meinem Sprachgebrauch eine "Schmutzwasserentwässerung". Wenn in dem "Pumpensumpf" planmäßig Wasser gesammelt wird, wäre dieser keiner, sondern eine Zisterne mit Überlauf. Dafür spricht übrigens der fest installierte Schlauch zur Gartenbewässerung. Vielleicht ist es eine geflieste offene innenliegenden Zisterne mit der Funktion eines Pumpensumpfs?


    Ist das gelbe Wellrohr gelocht?


    Für mich sehen die Fliesen und Rohrleitungen nicht nach Verlegung auf einer funktionierenden Abdichtung aus (fehlende Manschetten).


    Rein der Ausführung nach sieht das alles mind. etwas laienhaft und eher nach Gefühl als nach (Fach-) Wissen, aber mit viel Liebe und durchaus logischem Denken selbst gebaut, aber eben doch sehr ungewöhnlich aus. Das soll nicht heißen, dass es nicht funktioniert, sondern nur, dass es vielleicht eine unkonventionelle DIY-Lösung für ein bisher nicht näher bekanntes Problem ist.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Danke für deine Antwort.


    Das Gebäude wurde 1910 errichtet, Baupläne sind leider keine mehr davon vorhanden, diese sind 2002 bei Haupthaus des Eigentümers sowie auf der Gemeinde beim Hochwasser stark beschädigt wurden. Das haus selbst hat kein Hochwasser abbekommen wo sich dieser Schacht befindet.


    Die kellerwand an der hangseite sind alle zusammen trocken. Also wäre das schon möglich das dieser Schacht das Hangwasser aufnimmt und eig eine Art Drainage wäre?


    Das gelbe rohr ist aktuell unbekannt wo dies herkommt, das graue HT Rohr kommt 100% vom Kohlekeller, laufen beide aber aktuell vollkommen trocken selbst bei Schneeschmelze und Starkregen keine Veränderung in dem Schacht festzustellen.

  • Die kellerwand an der hangseite sind alle zusammen trocken. Also wäre das schon möglich das dieser Schacht das Hangwasser aufnimmt und eig eine Art Drainage wäre?

    Hatte ich das angedeutet? Möglich ist immer fast alles, aber als Drainage in eigentlichen Sinn halte ich das Konstrukt für abwegig bzw. unsinnig.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Oh, ich habe schon einiges skurriles gesehen. Brunnen in Häusern oder so viel Nässe durch das KG-Mauerwerk hindurch, dass es zu einem Schacht mittels Rinnen im Boden geleitet wird und dann abgepumpt wird.

    Gibts Nachbarn, die ähnliches haben?


    Ansonsten würde ich bei „never change a running system“ bleiben und nichts verändern, wenn nicht mal ein Hochwasser ein Problem war.

    Nothing is forever, except death, taxes and bad design


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  • Drainage in eigentlichen Sinn halte ich das Konstrukt für abwegig bzw. unsinnig.

    Ok, damit würde ich mit gehen.


    Was vielleicht noch wichtig wäre, das Wasser darin ist klar und nicht schmierig bzw stinkt auch nicht.

  • Gibts Nachbarn, die ähnliches haben?

    Beide nachbarn links und rechts schon befragt. Die haben sowas nicht.

    Hochwasser ein Problem war.

    Das Hochwasser war ca. 20m Luftlinie von der Straße vorm Haus entfernt. Gebäude steht höher als das Gewässer.

  • Alle mir bekannten Formen einer planmäßigen Drainage - die man heute kaum noch neu genehmigt bekommt - leiten Wasser um ein Bauwerk herum oder von ihm weg, nie aber in ein Gebäude hinein, denn dieses soll ja gerade trocken bleiben.

    Sorry - aber ich muss LEISE widersprechen.

    An unserem Haus gibts einen Anbau aus Anfang der 1970er. War mal ein Schwimmbecken. Mit 2-seitigem Kellerumgang (L-Form), Fußboden ca. 1,5 m unter Gelände. DarIN (IM Gebäude) gibts einen Schacht [ca. 1,0*1,0*1,0 m], in dem die ebenfalls L-förmige Drainage Leitung endet. Wurde damals mit neu gebaut. Die Drainage läuft im Frühjahr und nach viel Regen auch noch.

    Im Schacht war eine defekte Pumpe, die haben wir ersetzt, die pumpt jetzt ins Bett. Früher in die RW-Grundleitung.

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • Ohne ein bisschen mehr Kontext wird das nichts mit der Raterei. Aussagekräftige Pläne, auf denen der Schacht verortet ist, könnten helfen, gerne auch aussagekräftige Bilder der Hangsituation, ein Stadtplan aus der Bauzeit des Hauses, eine Karte mit Höhenlinien, ...


    Meine erste Idee wäre: das ist ein Brunnen aus Zeiten vor einer öffentlichen Wasserversorgung.

  • Ohne ein bisschen mehr Kontext wird das nichts mit der Raterei. Aussagekräftige Pläne, auf denen der Schacht verortet ist, könnten helfen, gerne auch aussagekräftige Bilder der Hangsituation, ein Stadtplan aus der Bauzeit des Hauses, eine Karte mit Höhenlinien, ...

    Baupläne bin ich aktuell dran, allerdings über die Größeren Behörden übers Staat, da es keine mehr in der Gemeinde bzw übern Verkäufer gibt.

  • Alle mir bekannten Formen einer planmäßigen Drainage - die man heute kaum noch neu genehmigt bekommt - leiten Wasser um ein Bauwerk herum oder von ihm weg, nie aber in ein Gebäude hinein, denn dieses soll ja gerade trocken bleiben.

    Sorry - aber ich muss LEISE widersprechen.

    Ich auch.
    Andere Region, andere Geologie (Geschiebelehm, Sand, Schluff, Mergel, keine Hanglagen) ähnliche Bauwerke um die Jahrhundertwende und gleiches Konstrukt. Teils unter jedem Kellerraum ein Sammelschacht (unten offen), teils mit der gemauerten Sammelrinne um den Keller herum verbunden. Habe ich aber bisher erst in geringer zweistelliger Zahl gesehen.

    Aber eins haben alle gemeinsam gehabt: Wenn man sie nicht zuschüttet halten sie die Räume "trocken".

    Für mích sieht das aus, als ob eine alte Drainage (für Hang und oder Schichtenwasser) über die Jahre als DIY "Renoviert" und mit zur Wassergewinnung umgebaut wurde.

  • Aber eins haben alle gemeinsam gehabt: Wenn man sie nicht zuschüttet halten sie die Räume "trocken".

    Für mích sieht das aus, als ob eine alte Drainage (für Hang und oder Schichtenwasser)

    Dann werde ich dies mal so erhalten und nur mit einer Tür bzw Deckel verschließen bezüglich der Luftfeuchtigkeit, sowie eine Entlüftung nach draußen schaffen.

  • Naja, 1 Meter Tiefe, das ist doch Pumpensumpf. Zu wenig für nen Brunnen. Für mich zu knapp, zu klein um als Sammler für Drainage zu dienen. Aber schon einer geschrieben hat, das müsste man im Kontex zu Plänen sehen. Wenn man es genauer wissen will, muss man wohl ausbuddeln und gucken wo die Leitungen hin gehen, oder mit sonstiger Technik versuchen den Verlauf zu ergründen.

    Man weiß ja nicht wann in den letzten 120 Jahren das mal gebaut wurde, ob von Anfang an, oder irgend wann mal, aus inzwischen irgend welchen unbekannten Gründen.


    Man kann da viel spekulieren.

    Du musst immer einen Plan haben. Denn wenn Du keinen hast, dann wirst Du Teil eines anderen Planes...

  • letzten 120 Jahren das mal gebaut wurde

    Laut Verkäufer wurde dies wohl schon mitgebaut, als das Haus errichtet wurde. Er selbst wusste allerdings nicht genau, weshalb sein Vater das mit bauen lassen hat. Der Schacht befindet sich ca. mittig im Gebäude. Wenn man davor steht, kommt dahinter nur Erde/Felsen. Die Küche wäre nicht unterkellert.